Zu der Aussage, dass wir mit unserer Lohn-Dumping-Politik alles kaputt machten:
Nun, Griechenland hat seit EU-Beitritt eine deutliche Reallohnsteigerung, während unsere Reallöhne stetig sinken. Doch es ist dadurch immer noch nicht so, dass ein Durchschnittsgrieche mehr verdient als ein Durchschnitts-Deutscher. Daher sollte man das auch nicht überbewerten. Das Gesamtpaket bringts eben oder eben nicht.
Trotz alledem und jährlichen Milliarden-Subventionen haben sie es schlicht nicht auf die Reihe bekommen, ihren Haushalt solide zu gestalten und EU konform zu wirtschaften. Ihr Wirtschaftsanteil in der EU beträgt immer noch magere 3%, während der Deutsche 20% ausmacht. (was uns allerdings auch zu den höchsten EU-Abgaben verdammt, doch Wohl dem, der auch das noch abdrücken kann)
Da halte es für unverschämt Ländern wie Deutschland ihren wirtschaftlichen Erfolg auch noch zum Vorwurf zu machen und sogar über Gegenmaßnahmen nachzudenken, gerade im Export-Geschäft. Dieser resultiert nicht nur aus der Lohn-Politik. Die Vorwürfe kommen übrigens nicht nur aus Griechenland, aber anderes Thema.
Deutschland hat auch vor der EU seine Waren gut abverkauft und könnte daher auch ohne EU als einer der wenigen durchaus zurecht kommen. Und das trotz, das unsere Exportware immer noch verhältnismäßig teuer ist, gegenüber anderen Nationen und Märkten.
Erst unbedingt rein und mitbestimmen wollen, dann meckern und den Finger erheben ist wahrlich keine Kunst. Wenn man nicht zurecht kommt, hat man dies beizeiten zu melden und nachdrücklich Hilfe zu ersuchen und nicht zu vertuschen bis es gar nicht mehr geht und andere mit reingezogen und geschädigt werden.
Es ist alles auch eine Frage der Einstellung und Anpassung an die Gegebenheiten. Egoismus findet man zudem auf allen Seiten. Da nehmen sich die Mitgliedsstaaten durch die Bank weg nichts, auch Deutschland, auch Griechenland nicht.
Jedenfalls ist die Art und Weise, wie sich die griechische Regierung in ihrer Notlage gegenüber anderen Mitgliedstaaten um sich herum verhält einfach untragbar. Als Schuldner hat man nicht noch freche Forderungen und Fristen zu stellen.
Auch die Argumente für eine mögliche Zahlungsbereitschaft anderer Staaten wirken eher destruktiv.
Nicht Worte, Taten überzeugen. Die derzeitigen Sparmaßnahmen sind jedoch bislang noch nicht ausreichend zielführend erkennbar.
Man flickt eigentlich zuerst den Eimer ehe man neues Wasser hinzu schüttet. Doch sehen das manche wohl anders.
Mögliche Rettungspakete gelten sowieso in erster Linie den hiesigen und dortigen Banken, nicht vorrangig dem Klein-Griechen. Das "Spendengeld" wird also vorrangig zur Schuldentilgung in die Privatwirtschaft gepumpt, speziell im Finanzmarkt verbraucht werden. Das kennen wir ja zu gut.
Daher sollte jede Investition in das marode und korrumpierte System genau überlegt sein, will man kein Fass ohne Boden.
Übrigens Sarrazin hat sich auch mal wieder zu Wort gemeldet und empfiehlt dem griechischen Staat die Insolvenz.

Nun, ganz daneben liegt er damit nicht. Zumindest eine interessante Option, auch wenn eher selten Staaten wirklich in Insolvenz gehen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,684637,00.html