Smartin schrieb:
Also andersrum ist es doch genauso?
Aber nicht in dem Maße. Schau dich mal in deiner Wohnung/Haus und bei der Arbeit um; fast alles ist Made in China oder Indien oder Bangladesh oder sonst wo her. Diesen Grad an Fremdproduktion hat China wohl nicht, und mit denen vergleichen wir uns ja allzu gerne, wenn es um die Verantwortung von Umweltschäden geht.
Aber du hast Recht: Es ist in einer derart globalisierten Welt kaum noch möglich, auf nationaler Ebene Verantwortung für Umweltschäden zuzuschreiben:
Skidrow schrieb:
Schweden plant, die Emissionen von Importwaren im eigenen Land anzurechnen. Sollte das auch in Deutschland geschehen, wird das vermutlich für einige kognitive Dissonanzen in der Bevölkerung führen, denn dann steigt der neu errechnete CO2-Wert vermutlich über den von 1990.
Smartin schrieb:
immer mehr Menschen an Gebrauchsgütern teilhaben können und trotzdem der Verbrauch / Ausstoß gesunken und zugleich der Wohlstand gestiegen.
Die Umweltschäden sind eben nicht gesunken, wenn man alle Umweltschäden gesamt betrachtet. Dafür gibt es unzählige Belege.
Smartin schrieb:
Das Artensterben hängt v.a. damit zusammen, weil man immer mehr in die Lebensräume der Arten vordringt, hat aber weniger mit menschengemachten Klimawandel zu tun.
Eben. Wir haben Klimawandel, Artensterben, Bodenversauerung, Bodenerosion und viele andere mehr. Deswegen spreche ich auch immer von
Umweltschäden. Es ist eben - neben dem eben angesprochenen Problem - unzureichend, nur von CO2-Emissionen zu sprechen; CO2-Emissionen sind
eine Messgröße von vielen. Letztendlich ist es unmöglich, alle Umweltschäden in einer einzigen Zahl auszudrücken. Trotzdem finden diese Schäden aber statt.
Smartin schrieb:
Durch die Entwicklung ist die Belastung reduziert. Teilweise kann man die Belastung sogar auf 0 runterführen
Smartin schrieb:
Aber durch nachhaltige Produkte und Recyclen kann man den auf 0 reduzieren, bzw. je nachdem wie man die Produkte/Technik einsetzt
Das ist einfach falsch und wird nicht richtiger, je öfter man es wiederholt. Wenn man alle Verlagerungseffekte miteinbezieht, führt
jede technische Entwicklung unterm Strich zu einer Zunahme von Umweltschäden. Es ist sogar so, dass technischer Fortschritt, z.B. in der Computertechnik, dazu führt, dass das Recyceln von Bauteilen erschwert wird bzw. der Ressourcen- und Energieaufwand, der zum Trennen von vermischten Stoffen benötigt wird, steigt; Die verbauten Rohstoffe in einem aktuellen Smartphone sind viel aufwändiger zu trennen als beim 1973 erschienen Motorola DynaTAC.
Du hast ein ziemlich dickes Brett vor dir liegen. Falls du dich wirklich mit dem Thema auseinandersetzen willst, empfehle ich dir als Einstieg das 2018 bei Springer erschienene Buch
Energie, Entropie, Kreativität Was das Wirtschaftswachstum treibt und bremst. Oder lies wenigstens den im Eingangsthread verlinkten Artikel über die Rebound-Effekte (auf blaetter.de).
Keylan schrieb:
Wir haben es mal in den 80ern mit FCKW geschafft, das wir heute eine erhebliche Erholung des Ozonlochs haben.
Auch ein großer Faktor im Bereich Klimawandel.
Dazu nur eine kurze Anmerkung; das Thema hatten wir auch schon mal, im März 2022:
Skidrow schrieb:
Auch bei dem Verbot von FCKW gibt es Rebound-Effekte, die die Situation unterm Strich verschlechtert haben:
Da FCKW potente Treibhausgase sind, hat das stufenweisen FCKW-Verbot auch dem Klima genutzt. Nun droht ein «Rebound-Effekt», die Erderwärmung zusätzlich zu beschleunigen: Fluorierte Treibhausgase, als FCKW-Ersatzstoffe in den letzten Jahren in zunehmenden Mengen in die Atmosphäre gelangt, sind sehr klimaaktiv, viele dazu extrem langlebig. Im Wissenschaftsmagazin «Science» empfiehlt ein internationales Forscherteam, die wirksamsten dieser Gase zu regulieren. (Quelle:
https://www.chemie.de/news/136705/f...uer-die-ozonschicht-schlecht-fuers-klima.html)