Guttenberg: Alles Schein und Trug?

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Deine Entscheidung ist für mich aber nicht rational erklärbar, sondern hat anscheinend emotionale Gründe. Rational ist es deswegen nicht, weil du diese Begründung
Der geschniegelte Herr von und zu ist genauso ein kleiner Betrüger wie ich.
praktisch für jeden anderen Politiker bringen könntest. Du tust es aber nicht, nehme also an es kommt vom dem "C", was wieder die Emotionalität erklärt.

Und durch diese Masche "Er ist ein Betrüger wie ich" versuchst du die Tatsache, dass er a) wissenschaftlich betrogen hat und b) menschlich diese Tatsache nicht wie ein Mann anerkennen will, zu vereinfachen. Weil Hauptsache auf seiner Seite sein.

Ich weiß nicht wie du nur so jemanden unterstützen kannst, der offensichtlich eine hohle Figur ist, die äußerlich aus Gold erscheint, aber innerlich nichts wert ist. Praktisch ist er also wertloser als Weihnachtsschokolade, wobei die Schokolade zumindest schmeckt.

Der Herr zu Guttenberg ist doch genau aus demselben Holz wie die Politiker, die eine politische Fehlentscheidung treffen, welche Millionen von Menschen betrifft. Das gemeinsame ist ja, dass beide nichts können, also nicht aufgrund ihrer Fähigkeiten da sitzen. Aber auf ihre Position beharren. Und am Ende kommt es bei beiden zu solchen Katastrophen.

Dieses Plagiat selbst hat niemanden direkt geschadet, richtig. Aber die Mentalität, die diese Geschichte zu Stande gebracht hat, sie schadet anderen, früh oder später.

Und abgesehen davon gibt es eine Schädigung. Jemand rackert sich seinen Arsch ab und er stellt sie als seine Leistung hin. Das nennt man auch Diebstahl und ist immer mit Schaden behaftet...

mfg
 
Und es geht doch nicht um seinem Dr. Titel. Es hätte auch herauskommen können, dass er 2 uneheliche Kinder hat oder drogensüchtig ist. Es geht darum, dass viele in ihm den perfekten Menschen bzw. Politiker gesehen haben, oder zumindest hatte ich den Eindruck, dass viele ihn deshalb mögen. Und nun, da dieses Image beschädigt ist, wollen viele einfach dies nicht wahr haben und sind blind auf der Seite von ihm, damit sie nicht eingestehen müssen, dass sie sich geirrt haben in ihm. (ist nur meine Erklärung, nicht allgemeingültig).

Ja und deswegen soll er jetzt zurücktreten? Weil sein Saubermann-Image beschädigt ist? ER hat gute Arbeiut geleistet und tut dies auch weiterhin. Schaue mal auf Seite 11, da versuchen Guttenberg-"Kritiker", ich würde sie ja eher Hasser oder Neider nennen, ihm die Pleiten von Opel und Quelle in die Schuhe zu schieben. Durchschaubarer gehts nimmer.
 
wenn ich wissenschaftliche Artikel lese und dann Behauptungen/Herleitungen nachprüfen möchte um sie ggf. auch selbst zitieren zu können dann erwarte ich als Leser Verweise auf Orte wo diese Behauptungen auch belegt sind (sei es eigene oder andere), unzureichende Nachweise disqualifiziert jede wissenschaftlichen Anspruch in solchen Schriften.

Natürlich muss man nicht bei Adam & Eva anfangen und das Rad neu erfinden, aber ein Mindestmaß an formaler Sauberkeit darf ich doch wohl erwarten.

Die Leistung anderer dann als eigene Leistung zu verkaufen ist ja wohl einfach ein no go.
Wie man sowas überhaupt verteidigen kann ist mir nicht wirklich begreiflich.

Eine Doktorarbeit, im gegensatz z.b. zu einer Bachelor/Diplomarbeit soll doch gerade neues Wissen schaffen, natürlich brauche ich auch hier erstmal eine Basis für meine eigene Ausführungen.(wörtliche oder inhaltliche Zitate)

Die eigenen Ausführungen sind dann, dass was die Qualität der Doktorarbeit ausmachen.
Das übrige ist wissenschaftliches Handwerkszeug.

Mal so nebenbei das ich den Umfang von fast 500 für so eine Arbeit sowieso als überzogen halte.
Hat sich der Doktorvater auch gedacht, ne das les ich jetzt nicht -> SCL ;)
 
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cerasus schrieb:
Deine Entscheidung ist für mich aber nicht rational erklärbar, sondern hat anscheinend emotionale Gründe.

Ich frage mich, wieviele Leute überhaupt ihr Kreuzchen rational und objektiv auf dem Wahlzettel kritzeln.
Der Kanditat kann noch so qualifiziert sein, wenn er mir unsympatisch ist, dann wähl ich ihn nicht. Man ist eben zu sehr Mensch und entscheidet oft aus dem Bauch heraus.
 
Wer ist 'anderen'?

Im übrigen, hatte sein Doktortitel keinerlei mir bekannten Einfluss auf seine Arbeit im Amt beziehungsweise seinen Entscheidungen, noch hat dieser Titel ihm irgendetwas beschert.
Vor dieser 'Affäre' waren vielen Menschen (mir eingenommen) gar nicht bewusst, dass er einen Doktor inne hat. So hat er auch als private Person, nicht als Minister, den Anschuldigungen gegenüber zu treten.

Nun kam oft das Kriterium "Vertrauen" in's Spiel.

Letztliche sollte man dem Volk die Entscheidung überlassen, ob dessen Vertreter im Amt bleiben soll oder nicht.
 
@Sebl

Vom Zurücktreten war von meiner Seite aus nicht die Rede. Und bin auch in dieser Hinsicht nicht entscheidungsfähig, weil wie gesagt ich kein Bürger dieses Landes bin. Ihr, die Wähler, müsst es wissen, wer wo was machen sollte, obwohl ihr ja auch nicht direkt für einen Posten jemanden wählen könnt (in der Regierung).

Aber mich stört es, dass die "Verteidiger" nicht kritikfähig sind und blind auf seiner Seite sind. Z.B. Haudrauff.

Und wenn ich die Wahl hätte, dem Herrn seinen Posten aberkennen zu dürfen, würde ich es tun.

Und nicht, weil sein Image beschädigt ist oder irgendwelche Pleiten ihm zu verdanken sind, sondern er wie jetzt zum 3. mal erwähnt durch diese Sache mir bewiesen hast, dass ihm sein Amt wichtiger ist als die Ehre (platt ausgedrückt). Für meine Moralvorstellungen wäre also dies etwas Fatales.

mfg
 
@Haudrauff

Und das ist doch genau der Punkt:

Ein Verzeihen setzt ein Schuldeingeständnis vorraus. Wenn Guttenberg ein 'Mann' wäre würde er sich erklären: Ja, aus lauter Eitelkeit heraus habe ich gelogen und betrogen, ich bitte Alle um Entschuldigung und ziehe die Konsequenzen.

Wenn er dann noch auch nur einen Funken von Anstand in sich hätte, würde er danach sein Amt ruhen und um Entlassung bitten und gut wär's.

Und dann, aber auch nur dann, kann gerne über ein Verzeihen und Vergeben nachgedacht werden.

Daß dieser Fall eintritt ist zumindest im Fall Guttenberg nicht zu erwarten, dies gibt es aber wohl nur in der leibnizschen 'besten aller möglichen Welten' und nicht in unser realen Alltagswelt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Haudrauff schrieb:
Der Kanditat kann noch so qualifiziert sein, wenn er mir unsympatisch ist, dann wähl ich ihn nicht.
Richtig, ist ja auch ok. Es ging mir auch nicht darum, dich für schuldig zu bekennen, weil du emotional handelst.
Mir ging es nur darum, dass man dann als "Verteidiger" von ihm dann nicht solche Pseudoargumente bringt oder Verniedlichungen bis zu Vereinfachungen. Sondern dazu die Eier hat zu sagen "Hey, ja er ist ein Dieb, er ist ein Arschloch, und so was wie Würde hat er nicht, aber ich mag ihn und finde ihn sympathisch, das ist mir also wert".
Dann habe ich kein Problem damit, immerhin herrscht hier Meinungsfreiheit.

mfg
 
ich schließe mich cerasus an,

Gerade jemand der solch elitäre Wurzeln hat, aus sehr noblem Elternhaus kommt und ein "von und zu" trägt dem sollte sowetwas kathegorisch zuwider sein.

Er vermittelt das Bild des "alten Preußen" um es mal ganz grob zu sagen, doch wie war der Leitspruch?

"Wenig hervortreten, viel leisten, mehr sein als scheinen."

und Gutenberg zeigt seine Fratze die genau diesen vorher aufgebauten "anschein" zum Hohn verdrehtl.
 
Ich finde das ganze vor allem noch erschreckender wenn man überlegt wie extrem die CDU/CSU für das Urheberrecht eintritt, welches Guttenberg hier wirklich massivst verletzt hat! Ich meine der Partei sollte es ja wohl extremst peinlich sein wenn einer ihrer "Glanzfiguren" das Urheberrecht so massiv verletzt!

Haudrauff schrieb:
Warum? Jeder Depp darf ein Buch schreiben und veröffentlichen, ebenso jeder Depp einen Wikipedia-Artikel verfassen.
Allerdings verfassen zuweilen auch Genies Artikel im Internet.

Wie kann man denn Wissen anhand des Mediums pauschal vorverurteilen?
Bei Büchern kann man den Author aber durch bereits vorhandene Werke beurteilen bzw. darauf auf was für Werke er wiederum seine Arbeit stützt. Und naja, hast schon mal versucht gute und verständliche Artikel zu Dinge wie die Baumzahl, diverse Sortieralgorithmen, tiefer gehende Artikel zu Programmiersprachen, Betriebssytemen usw. gefunden?
Also ich persönlich finde zu diesen Themen nur Artikel die vielleicht ein paar Grundlagen behandeln, aber wirklich gute Artikel finde ich nie, weil diese einfach nicht vorkommen!
 
Irgendwie geht mir der „Eiertanz“ des Herrn nun langsam auf den Geist.
Herrn - zu Guttenberg hatte ich für intelligenter gehalten, musste aber nach den letzten Äußerungen meine Meinung korrigieren.
Wenn man (ich) eine Arbeit schreibt/schreibe erkundigt man vorher nach den Bedingungen und nicht hinterher. Die Voraussetzungen und Formen für eine „wissenschaftliche Arbeit“ sind doch im allgemeinen bekannt und kann man überall nachlesen. Außerdem sollte er es auch aus der Studienzeit kennen.
Bei seinem vermutlichen Intelligenzquotienten sehe ich das Ganze als Vorsatz an oder ist teilweise nicht seine Arbeit.
Nach seinem Bildungsstand habe ich das vorausgesetzt, dass man beim Aufbau und erstellen einer derartig umfangreichen Arbeit während des Schreibens sich entsprechende Notizen macht was woher stammt, um nicht den Überblick zu verlieren.
So ist es im allgemeinen wenn man die Arbeit selbst schreibt und das ist nun nicht mehr als nur eine Vermutung, dass hier wohl einiges nicht ganz sauber durchgelaufen ist.
Einiges habe ich auch schon geschrieben und da ist es Pflicht schon beim Erstellen die nötigen Stichpunkte und Fußnoten zu hinter legen, damit man nicht den Überblick verliert.
Da hilft dann auch nicht die wirklich billige Ausrede als junger Familienvater, Abgeordneter und langer Zeitraum, in dem es erstellt wurde.
Wenn es ihm über den Kopf gewachsen ist, dann muss er auch die Konsequenzen tragen und hat nichts mit einem Überblick über die Quellen zu tun.
Dann noch die Frechheit die fehlenden Fußnoten einarbeiten, neu einreichen und damit ist dann alles gut - nach dem Motto ich bin doch der "Gute".
Am letzten Wochenende hat er es dann noch einmal überlesen und die Fehler so schnell gesehen wo andere da doch etwas intensiver suchen mussten.
Es geht nicht darum ob der Doktortitel erforderlich ist, sonder mit welchen Mitteln er erworben wurde, wobei hier auch die Uni Bayreuth wohl nicht ganz unschuldig ist.
War hier einer gleicher als die anderen.
Natürlich hat auch die "Prüfungskommission" eine entsprechende Verantwortung.
Dann das übliche - Scheibchenweise nur so viel zu zu geben wie schon nachgewiesen wurde.
 
Sebl schrieb:
Ja und deswegen soll er jetzt zurücktreten? Weil sein Saubermann-Image beschädigt ist? ER hat gute Arbeiut geleistet und tut dies auch weiterhin. Schaue mal auf Seite 11, da versuchen Guttenberg-"Kritiker", ich würde sie ja eher Hasser oder Neider nennen, ihm die Pleiten von Opel und Quelle in die Schuhe zu schieben. Durchschaubarer gehts nimmer.

Es geht nicht um sein Saubermann-Image!

Über die Arbeit von ihm kann man sich Streiten, das Verteidigungsministerium wurde z. B. nicht verkleinert. Genauso sollte der Standord des Verteidigungsministeriums nach Berlin verlegt werden.

Als Politiker soll man auch eine Art Vorbildfunktion für unsere Kinder ausüben, und erkläre mal einen Kind, das es nicht abschreiben darf!

Auch wenn ihm jetzt der Titel aberkannt wird, wer weiß ob er jetzt Verteidigungsminister wäre, hätte er nicht den Dr. Titel erworben. In der CSU ist es kein Geheimnis, das ein Dr. Titel der Karriere hilfreich ist!
 
Sebl schrieb:
Schaue mal auf Seite 11, da versuchen Guttenberg-"Kritiker", ich würde sie ja eher Hasser oder Neider nennen, ihm die Pleiten von Opel und Quelle in die Schuhe zu schieben. Durchschaubarer gehts nimmer.

Unterlasse diese Unterstellungen. Du hast um Bewertung seiner Arbeit durch mich gebeten, ich habe sie geliefert und sich sehe nicht, dass du inhaltlich groß darauf eingegangen bist, obwohl es auf deine Bitte hin geschah. Angesichts des Verlaufs und der Diskussion zwischen uns beiden mich als Hasser und Neider zu verunglimpfen, nur weil du von anderen noch einmal auf diese Dinge hingewiesen wurdest, ist schlicht weg mit Dreck werfen. Ebenso bezog sich die Kritik zu den Pleiten auf das Hin und Her und die "persönlichen" Eingriffe aller möglichen Politiker, die mal dies und mal versprachen, auch er als Wirtschaftsminister.

Im Gegensatz belegst du deine Aussage von der guten Arbeit eben erst gar nicht oder gehst inhaltlich darauf ein. Unterlasse es auf diesem Niveau hier zu agitieren, denn der zitierte Beitrag ist so schlichtweg regelwidrig.
 
Warum heißt es eigentlich immer, dass Guttenberg einen guten Job als Verteidigungsminister gemacht hat?

Er hat in seiner Ministertätigkeit mindestens 2 Mal (wann er wie über die Kunduz-Affäre erfahren hat und warum er es dennoch die Bombardierung als richtig bezeichnete und die 2te Lüge in Verbindung mit der Vertuschung der Tötung durch einen Kameraden)das Volk belogen und an der Nase herumgeführt. Das eine Mal hat er dann sogar sehr anerkannte Leute als Sündenböcke hingestellt, die beide die Darstellung von Guttenberg dementiert haben. Bei der Gorch Fog-Affäre hat er auch keine Gute Figur abgegeben seine Meinung über den Kapitän von einem Tag auf den anderen um 100% zu ändern.
Bleibt noch die Bundeswehrreform. Diese wird schon seit 10 Jahren von allen als nötig angesehen. Das der Wehrdienst veraltet, unsinnig und abgeschafft werden muss ist wie gesagt schon allen seit langer Zeit bekannt. Da kann man ihm nicht viel zuschreiben. Auf die Idee wäre jeder gekommen.
 
Ihr tut echt so, als ob er (Herr zu Guttenberg) ganz Deutschland an den Karren gepisst hätte.
Den einzigen, den er Rede und Antwort bezüglich seines Abschreibens in seiner Dissertation zu stehen hat, sind die Promotionskommission, seinem Doktorvater und letztlich den Urhebern (bei denen er abgeschrieben hat) und vielleicht seinem eigenen Gewissen.

Warum nach Rücktritt gefordert wird, wenn dies nichts mit seiner Tätigkeit im Amt zu tun hat?
Denn den Posten als Bundesverteidigungsministers hat er ja nicht durch seinen Titel erhalten, noch ist er damit hausieren gegangen.
Und die Konsequenzen trägt er so oder so, denn der Titel wird ihm ja (höchstwarscheinlich) aberkannt.


Zum Thema gute Arbeit geleistet, oder auch nicht.
Ich denke, man kann dort viel rein interpretieren, vor allem auch ins schlechte, denn wenn man die sogenannte 'Leiche im Keller' finden will, dann wird man das zwangsläufig auch.

Wirtschaftsminister zu Guttenberg

- Opel nicht zu verstaatlichen war die richtige und beste Entscheidung. Denn solche staatlichen Eingriffe verstoßen nicht nur gegen die freie Marktwirtschaft, sie bevorteilen einen Autobauer, der durch schlechtes Wirtschaften sich selbst (und mit Hilfe der Krise) die Konkurrenzfähigkeit verspielt hat. Soll heißen, wenn jemand aufgrund schlechter Geschäfte bzw. den besseren Geschäften der Branchenmitbewerber schlechte Zahlen schreibt, dann ist das eben so. Das sind Prinzipien der freien Marktwirtschaft, damit muss man rechnen. Nicht zuletzt erholt sich der Konzern oder ist auf dem Weg der Besserung. Hier ein Artikel der Financial Times Deutschland.

Ich bin mal so frei und werte das als positiv, sind ja schließlich eure / unsere Steuergelder.

Zu den Bundeswehraffären wurde ja schon mehr als genug erzählt, und müde bin ich obendrein. :D

:n8:


EDIT: Zunächst bleibt der Kapitän in seiner Position, daraufhin (nicht zuletzt durch neue Erkenntnisse?), wird er seines Amtes auf der Gorch Fock enthoben, um eine vernünftige Klärung des Vorfalls zu gewährleisten. Von einer nötigen Bundeswehrreform wird schon seit Jahr(zehnten) gesprochen, aber letztlich zählt, wer diese durch gezogen hat, und das war nun mal Herr zu Guttenberg.
 
Zuletzt bearbeitet: (EDIT)
GNR schrieb:
Ihr tut echt so, als ob er (Herr zu Guttenberg) ganz Deutschland an den Karren gepisst hätte.
Sowas nennt man Trittbrettfahrer und auf den fahreneden Zug aufzuspringen, um ins selbe Horn zu stoßen ist doch gerade en vogue. ;)

Es gibt schließlich immer nur Schwarz-Weiß.
 
Die Frage war aber, was seine Arbeit so besonders macht, das ein Rücktritt sich von selbst verbietet und glatte öffentliche Lügen akzeptabel machen. Spätestens mit dem abhalten der Pressekonferenz aber eigentlich seit dem Führen des Doktortitels hat er nun mal die Öffentlichkeit belogen. Ganz abgesehen davon, dass dies strafrechtlich durchaus relevant ist, was er gemacht hat und insofern die Frage ist, wie mit seiner Immunität umgegangen werden muss.

Von daher hat er sich als öffentliche Person, die öffentlich lügt, auch öffentlich zu stellen. Er ist keineswegs nur ein paar Leuten Rede und Antwort schuldig. Aus welcher Tatsache sollte sich das ergeben? Es wird ja keineswegs im Privatleben rumgeschnüfflet, sondern das sind alles Sachen öffentliche Dinge, sowohl die publizierte Doktorarbeit, als auch sein Amt als Minister und seine Verlautbarung letzten Freitag.

Und bitte was? Guttenberg hat die Bundeswehrreform durchgezogen? Habe ich was verpasst? Es ging um die Abschaffung der Wehrpflicht, wogegen er sich wehrte und die er als notwendig bezeichnete. Das dies auf einmal nicht mehr so sein soll, weil halt die Koalition anders abgestimmt hat, ist das sein Verdienst? Die Reform der Bundeswehr selber ist dagegen schon lange vorher immer wieder beschlossen und durchgeführt worden. Was hat er denn reformiert, außer gegen seinen Willen die Wehrpflicht abzuschaffen (oder "auszusetzen")?

Was von alle dem was er tat musste ein Herr Guttenberg machen und hätte nicht ein x-beliebiger anderer Politiker machen können? Diese Frage sollte man sich stellen, wenn man einen Rücktritt für undenkbar hält. Wenn man natürlich sagt, dass es einem egal ist, wie man belogen wird und er trotzdem ein total sympathischer Kerl ist, kann man das natürlich tun, wenn man mit der Tatsache leben kann.

Aber man sollte eventuell nicht glauben, dass er sich das auf Grund seiner Arbeit hätte alles erlauben dürfen und das öffentliche Lügen keine öffentliche Rechtfertigung verlangen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also echt.
Wo kommen wir denn da hin wenn in Zukunft jeder Milliardär seine Doktorarbeit selber schreiben muß?
Ich dachte bisher in Deutschland herrscht der Kapitalismus?

Das Geld is heutzutage einfach nigs mehr wert.
 
GNR schrieb:
Ihr tut echt so, als ob er (Herr zu Guttenberg) ganz Deutschland an den Karren gepisst hätte.
Den einzigen, den er Rede und Antwort bezüglich seines Abschreibens in seiner Dissertation zu stehen hat, sind die Promotionskommission, seinem Doktorvater und letztlich den Urhebern (bei denen er abgeschrieben hat) und vielleicht seinem eigenen Gewissen.

Ein Volksvertreter in einem der höchsten Ämter, der die Bevölkerung allem Anschein nach schamlos belügt und sich damit absolut respektlos verhält, ist für mich untragbar. Ja, ich fühle mich an den Karren gepisst. Dass Merkel, die Union und all seine Fanboys an ihm festhalten zeigt mir nur, wie verkommen die politische Kultur in diesem Land ist.
 
Exar_Kun schrieb:
Ein Volksvertreter in einem der höchsten Ämter, der die Bevölkerung allem Anschein nach schamlos belügt und sich damit absolut respektlos verhält, ist für mich untragbar. Ja, ich fühle mich an den Karren gepisst. Dass Merkel, die Union und all seine Fanboys an ihm festhalten zeigt mir nur, wie verkommen die politische Kultur in diesem Land ist.

Tut mir leid aber lebst du auf dem Mond? Glaubst du das ist bei anderen Politikern anders? Oder bei Politikern in anderen Parteien besser? Wenn gewühlt wird, wird man bei sehr vielen irgendwas finden.

Ich will hier Herrn Guttenberg nicht verteidigen aber einige scheinen echt etwas naiv zu sein. Bei ihm ist es jetzt halt mal rausgekommen aber Ihr glaubt doch nicht wirklich das andere Politiker besser sind?
 
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