Wenn ich die Spekulation über Abgeschrieben/nicht Abgeschrieben im Radio höre dann kommts mir schon hoch. Fein, wenn was abgeschrieben wurde dann lassen sich ja die Quellen finden, oder es lassen sich eben keine Quellen finden. So oder so ist die Sache nach einiger ausreichenden Prüfung vom Tisch, alles währenddessen ist nur blabla mit "könnte, hätte, würde, sollte".
Zum (wörtlichen) Abschreiben in wissenschaftlichen Arbeiten an sich. eins-zu-eins Kopien von ganzen Abschnitten gehen natürlich nicht, außer man macht sie kenntlich. Dass sich Teile von Arbeiten zum gleichen Thema unter Umständen jedoch sehr ähnlich lesen lässt sich leider kaum vermeiden, da es nur eine endliche Anzahl Möglichkeiten gibt, ein Thema einzuleiten/zu motivieren/zusammenzufassen. Wenn erst eine handvoll Arbeiten auf einem bestimmten Gebiet existierten, dann ist es noch relativ einfach, Bekanntes anders zu formulieren. Wurden dagegen schon dutzende bis hunderte von Arbeiten zum gleichen Thema verfasst, so wird man zwischen einigen dieser Arbeiten immer Ähnlichkeiten finden (ich rede hier rein von Ähnlichkeiten, nicht von stur abgeschrieben). In meinem Forschungsgebiet beispielsweise werden so gut wie alle Paper (wissenschaftliche Veröffentlichugen) mit nahezu der gleichen Motivation begonnen. Hier und da ist zwar mal ein Satz mehr oder weniger, und die Formulierungen sind minimal anders, aber im Grunde hat man es dann irgendwann doch alles schon mal gesehen (dies betrifft natürlich nicht das was über eigene Messungen geschrieben wird, lediglich Einleitung / Motivation / Theorieteil). Und manchmal ist es auch verdammt schwer, eine gute Formulierung von jemand anders wieder ausm Kopf zu kriegen wenn es dann darum geht selbst etwas ähnliches zu schreiben...