Guttenberg: Alles Schein und Trug?

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Außerdem die Leute die hier schreien das umschreiben auch ein Plagiat sei machen sich lächerlich.
Ganz im Gegenteil, das Umschreiben wird von Gerichten meistens als gezielte Verschleierungsabsicht gewertet.

Gibt auch das Übersetzungsplagiat, wenn du fremdsprachige Quellen benutzt und übersetzt, ohne sie zu kennzeichnen. Wobei dies noch schwieriger herauszufinden ist.

Immerhin geht es bei der Dr.-Arbeit um das Forschen und Streben nach neuen Erkenntnissen, und nicht darum wie gut man Sätze umstellen kann :rolleyes:
 
simple10 schrieb:
Immerhin geht es bei der Dr.-Arbeit um das Forschen und Streben nach neuen Erkenntnissen, und nicht darum wie gut man Sätze umstellen kann :rolleyes:
So sollte es zumindest sein. Bei vielen Berufspolitikerdissertationen ging es meiner Meinung um nichts als Titel. Unser werter Baron hat nicht mal sein zweites Staatsexamen absolviert. Ob er überhaupt jemals eine Karriere als Jurist oder Rechtswissenschaftler angestrebt hatte, bleibt daher fraglich.
 
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Fraglich übrigens auch, wieso die Dissertation mit 'summa cum laude' bewertet worden ist. Der wissenschaftliche Ertrag der Arbeit soll gering sein. Ist es nicht genau das, worum es in einer Doktorarbeit geht? Wenn da mal nicht der "Stallgeruch" eine ganz entscheidende Rolle gespielt hat.
 
Sebl schrieb:
Du äußerst dich ziemlich abfällig über Minister,

Nein, nur über deren Befähigung genau dieses Amt zu führen (und über die Befähigung von zwei Leuten ein Spitzenamt zu leiten natürlich). Ich verweise auf die Berichterstattung zu Scharping und Jung während ihrer Amtszeit. Ich verweise auf die ebenfalls kaum vorhandene Berichterstattung über Guttenbergs Arbeit als Minister. Nein, Hände schütteln in Kunduz ist das nicht. Wenn es mal welche gibt, dann wurde seine vorher geäußerte Position meist überstimmt von der eigenen Koalition. Aber nach Jung natürlich dennoch ein klarer Aufwärtstrend.

Aber Skandale (Gorch Fock Hin und Her, tödliche Spiele mit Waffen, Öffnen von Feldpost, Aufklärung von tödliche Angriffe auf Zivilisten usw. usf.). hat auch Guttenbergs Amtszeit genug. Nur das versanden lassen eben jener Skandale funktioniert bei ihm besser. Ob das alleine ihm und seiner Arbeit zu verdanken ist, darf man in Frage stellen. Politische Verantwortung zu übernehmen, ist das wirklich sein Ding?


Nein, nur über deren Zustand als Verhandlungsmasse. Willst du mir sagen, dass das nicht so ist? Das Ministerposten nach Fachgebiet verteilt werden?

und deren Ernenner.

Nö. Über die habe ich mich nicht abfällig geäußert. Das ist deine Interpretation. Zumal Koch ganz sicher nicht Ernenner war, aber das macht es umso mehr interessant. Ich sagte, dass die Gründe für die Besetzung des Postens rein partei- und machtpolitisch waren und mit der jeweiligen Befähigung nichts zu tun haben. Bei Guttenberg als letzte Hoffnung der CSU hat es nur mehr "positive" Gründe, weil es nicht als Endstation dient (bzw. sollte).

Zudem verweise ich explizit darauf, dass sein Vorbild ein schlechtes Licht auf andere Abgeordnete wirft, wie das hier im Thread bereits gemacht wurde. Und dieser Beitrag war nun ehrlich gesagt null begründet, aber kann als Beispiel über die Wirkung herhalten.

Du dagegen bist ein von mir genanntes Beispiel über die Wirkung und die Legitimierung solche Abschreibe-Praktiken. Und das bekommt man nur schwer wieder raus aus dem Wissenschaftsbetrieb. Wenn man es nicht einmal nötig hält Einleitung und Fazit komplett selber zu schreiben und weil es so peinlich ist die Kennzeichnung bewusst weg lässt, dann liegt da vieles im Argen. Aber noch besteht ja die Chance, dass er das Ding gar nicht selber geschrieben hat und von daher auch nicht wusste, was da alles abgeschrieben wurde.

Aber mit Beleidigungen argumentierst du ja eh gerne, als normal-User hätte man hier schon eine Verwarnung.

Auch das nicht. Schließlich besteht mein Beitrag aus vielen Argumenten und genau einem Begriff, den du für übertrieben hältst. Und der "Dorfdepp" war im übertragenen Sinne und relativ zur Rolle im Kabinett. Zu dem was es gemacht wurde und wie es ausgefüllt wurde. Wie gesagt, schau dir die Berichterstattung von damals an. Die Skandale, das Bild in der Öffentlichkeit usw. Das soll nicht heißen, dass sie dumm sind oder waren, sondern nur, dass sie ungeeignet dafür waren. Sowohl fachlich, wie auch im Umgang mit ihrer Rolle. Das letztere werfe ich Guttenberg auch gar nicht vor.

aber ein Ministeramt erreicht man nicht nur! durch Dummheit oder gutes Aussehen.

Hat ja keiner behauptet. Aber das ändert nichts an der Fakten, warum er genau dieses Amt bekommen hat, warum er nicht abgesägt wird und warum die Bild den Hofberichterstatter mimt. Und anderen vom Titelblatt weg empfiehlt die Klappe zu halten. Das hat mit der von Pandora genannten "Öffentlichkeitstauglichkeit" zu tun, aber hat mit Dummheit nichts zu tun. Wenn ich das mit "Posterboy" umschreibe, hat das seine Gründe, ich empfehle dir Bildblog dazu. Oder die Umfrage nach dem beliebtesten Politiker.

Sonst könnte ja mal eben jeder auf Bundespräsident machen.

Vorsicht, das Argument hat sich seit einiger Zeit etwas verwässert und ich will nicht verhehlen, dass einige meiner Argumente auch genau darauf zu treffen. Aber es sind ja zum Glück noch zwei unterschiedliche Dinge, wie man zum Amt kommt und wie man es ausfüllt.
 
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@Sebl

Es gibt soetwas wie wissenschaftliche Standards.

Diese lernt ,hoffentlich, jeder Erstsemester z.B. in seinem Tutorium.

Wenn ich für meine Arbeit also ein anderes Werk zusammenfasse, habe ich dies bitteschön auch als Zitat zu kennzeichnen.

Alles andere ist geistiger Diebstahl. Wie gesagt das sind Grundlagen für Studienanfänger.

Im Zusammenhang z.B. mit der Einleitung unseres Lügenbarons kannst du also Guttenberg entweder bescheinigen, daß er ein miserabler Student war, der noch nicht einmal die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens kennt, oder, was ich für genauso plausibel halte, er hat einfach keinen Anstand und sich mit Lügen und Diebstahl den Titel erschwindelt.

So oder so ein Armutszeugnis, das aber im Gesamtbild ganz gut zu Guttenberg paßt.
 
Ja, wenn du diese Maßstäbe an allen Abschlussarbeiten der Hochschulen anlegen würdest, wären 90% schon durchgefallen. Auch meine Diplomarbeit hatte umgeschriebene Texte die nicht gekennzeichnet waren, so wie die von den meisten anderen.

Hast du denn schon so eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben und alles richtig gemacht?
 
Moment mal, also da muss man aber schon noch etwas differenzieren. Die Maßstäbe an den Inhalt einer Dissertation sind wesentlich höher angelegt als bei einer Diplomarbeit.... Und selbst im Rahmen einer Diplomarbeit wären solche Verstöße in systematischen Ausmaß Grund genug zum Nichtbestehen.

Es hier nicht um vereinzelte Fehler, sondern um systematisches Aneignen fremden Gedankenguts. Wer das an so vielen Stellen wie unserer Verteidigungsminister prakiziert, kann das nicht nur einfach verschludert haben. Der wollte sich mit fremden Federn schmücken.
 
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Und selbst im Rahmen einer Diplomarbeit wären solche Verstöße Grund genug zum Nichtbestehen.

wers glaubt ... .Natürlich darf man fremde Gedankengänge mit seinen Worten ausdrücken, besonders in der Historie ist es unabdinglich. Man ist nicht selbst dabei gewesen und auch kein Schriftsteller.
Ich denke die meisten haben sich nicht die Mühe gemacht die Sachen bei "guttenleaks" mal durchzuschauen. Ich habe selbst nur 10 willkürliche "Seiten" angeschaut und davon waren 5 Korinthenkackerei, 4 nicht richtig bzw. überhaupt nicht zitiert und 1 konnte man als Plagiat bezeichnen.

Wenn ich schon lese "Gliederung ähnlich, der zweite Satz gehört auch zum Zitat, etc." und dies dann stumpf gleich als Plagiat bezeichnet wird, macht sich lächerlich.
 
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zur Erinnerung: Guttenberg hat für die "fremden Gedankengänge" nicht mal andere Worte verwendet, sondern an vielen Stellen einfach 1:1 übernommen.
 
@Sebl: Traurig genug dass es bei Bachelor-Arbeiten als Kavaliersdelikt angesehen wird. Das macht es aber nicht besser.
Schaut man sich die entsprechenden Seiten in Guttenbergs Arbeit an, wurde Absatzweise kopiert. Sowas wurde ich mir bei einer wissenschaftlichen Arbeit nicht erlauben ...

Wir reden hier von einem Dr.-Titel, den höchsten akademische Grad. Für seine Karriere wäre dieser nicht nötig gewesen, um die wissenschaftliche Seite ging es ihm offensichtlich auch nicht. Dann bleibt als Beweggrund nur noch Eitelkeit ...
 
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@Sebl


Ja, ich bin Historiker und nein keine meiner Arbeiten enthält auch nur eine ungekennzeichnte Übernahme fremder Autoren.

An unserer Fakultät belief sich die Starfe für solche Vergehen, neben der Aberkennung des Titels, auf mehrere zehntausend Mark, wenn ich mich recht entsinne. Wir fanden es damals schon seltsam, daß es überhaupt so eine Sanktion geben muß: Vielmehr sollte es doch selbstverständlich sein, daß man doch wenigstens soviel Ehrgeiz aufbringt seinen Titel ehrlich zu erwerben.

Ich kann sonst den Sinn einer Inauguraldissertation nicht verstehen. Um den Titel ging es mir, wie meinen Studienkollegen wohl im Gegensatz von Guttenberg, zu keiner Zeit.

Meiner Meinung nach sind solche Leute an der Universität einfach an der falschen Stelle.


@rumpel01

Hatte das auch grad' in den Nachrichten gehört. So dreist muß man erst mal sein. ;)
 
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@Sebl

Wenn du hier einfach schreibst, dass deine Arbeit ungekennzeichnete Stellen beinhaltet, dann fehlt dir jegliche Verständnis zur Thema an sich und zu dem Wissen wie man wissenschaftlich arbeitet. Andere zu Zitieren und die Worte umschreiben ist kein Verbrechen, aber dabei nicht kenntlich zu machen von wem die Zitate bzw. die Aussagen stammen ist nicht nur dämlich, sondern ganz klar ein Betrug, denn man schreibt die Leistung der anderer sich selbst zu.

Es ist schon die Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet der Großvater vom K.T zu Guttenberg einen Buch zu wissenschaftlichen Arbeit verfasst hat, mit dem Titel "Fußnoten"!

Was mich wirklich wütend macht, sind die absolut hirnlose Versuche den hoffentlich noch Verteidigungsministers zu schützen. Von linksautonomen Propaganda, bis hin zu SPD Hetze habe ich schon alles gelesen. Aber das sind nur verzweifelte Versuche sich der Realität und den Fakten zu entziehen.
Ich meiner Seits, empfand am Anfang auch Sympathien zu Guttenberg. Jung, erfolgreich, guter Redner. Aber
die ganzen Affären um Kunduz, Gorch Fock und vor allem die größte Peinlichkeit der Flug nach Afghanistan mitsamt der Eherfrau und dazu J.B. Kerner hat mir gezeigt, dass der Mann nur ein Blender ist! Ein Funke der Täuschung, der sich anscheinend dazu mit Federn Anderern schmückt, und im Notfall nicht zurückschreckt die Schuld von sich weiterzuleiten. Er hat immer einen Sündenbock. Einen Minderbeteiligten der mit Unfähigkeit des Herrn hoffentlich noch Ministers aufgeladen und in die Wüste geschickt wird.

Eine Schade ist der Mann, und die Leute die speichelleckend versuchen ihn von jeglicher Schuld zu bereinigen.

Schande!
 
CrazyIwan schrieb:
Von linksautonomen Propaganda, bis hin zu SPD Hetze habe ich schon alles gelesen.

Sowas darf man ja auch nicht ernst nehmen. Bei der Gegenseite wäre es das gleiche in grün.
Aber die Steuersenkungen kommen noch.....ganz bestimmt!
 
In Bezug auf die Dissertation kommt ja auch immer mehr Infos über sogenannte "Plagiatssoftware". Aber ist die Verwendung solcher Software zum Aufspüren überhaupt legal?

Denn zur elektronischen Überprüfung werden ja Textstellen, des eigenen geistigen Eigentums, in Suchmachschinen eingegeben, auf Servern irgendwo im Inland/Ausland gespeichert und die Betreiber ziehen Nutzen daraus. Die in der Erklärung, dass die Arbeit ohne andere Hilfsmittel, als die angegebenen erstellt wurde, beinhaltet ja keine Zustimmung zur Urheberrechtsfreigabe. Also quasi wird im Widerspruch zum Urheberecht eine Vervielfältigung durchgeführt.

Was meint ihr?

Edit: Zum "Nutzen" wollte ich eigentlich darauf hin, dass bei mancher Plagiatssoftware die von den Usern zur Untersuchung eingegebenen Textstellen weiterverwendet werden, um die Suche insgesamt für das gesamte Programm zu verfeinern.
 
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Ja das nicht. Aber siehe meinen Edit. Prinzpielle nach Urheberrecht darf man ja nicht mal etwas aus einem Buch herauskopieren, um es beispielsweise als Lehrmaterial zu verwenden. Warum soll es sich dann beim herauskopieren von Textauszügen und deren elektronische Verbreitung, um etwas anderes handeln? Denn man man diesen Inhalt ja plötzlich mehreren Leuten zugänglich, ohne die ausdrückliche Zustimmung des Autors.
 
Angesichts der Häufung der Funde in seiner Dissertation fällt es ja schon schwer, nicht von Vorsatz auszugehen, aber es gibt an einer Stelle einen Hinweis, der den Verdacht noch mehr untermauert.
Die Rheinische Post hat folgende Stelle entdeckt:
Zu Guttenberg übernimmt – wie an vielen anderen Stellen auch – großzügig weite Passagen des Arbeitspapiers "Europa zwischen rechtlich-konstitutioneller Konkordanz und politisch-kultureller Vielfalt". Der Text von Stefan Schieren, Professor an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, erschien 2002 in dem Buch "Verfassungspolitik in der Europäischen Union" und ist im Internet veröffentlicht. Arbeitspapier und Autor werden an keiner Stelle in der Dissertation erwähnt. Zu Guttenberg hat den Tex an einer entscheidenden Stelle geändert. Bei einem in Klammern gesetzten Hinweis wurden die Initialen des Originalautors entfernt. Aus "(i. e. Art. 100a EGV, St.S.)" ist in der Guttenberg-Version "[i. e. Art. 100a EGV]" geworden. Das weist auf Vorsatz hin.

Wie will er sich da eigentlich noch rausreden?
 
Wer sich für technische, rechtliche oder praktische Fragen rund um Plagiarismus interessiert, kann hier mal ein wenig stöbern.

http://www.f4.htw-berlin.de/~weberwu/

Debora Weber-Wulff ist in Deutschland eine der wenigen, die zu diesem Thema forschen und war bei der Entwicklung einer entsprechenden Erkennungssoftware involviert.
 
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