Hartz4 besserstellung

Ich bin gerade auf diesen Thread gestoßen und sehe die wesentliche Problematik einer HARTZIV Besserstellung genau wie der Threaderöffner.

Momentan ist es so, dass jede auch nur noch so kleine Besserstellung der HartzIV Empfänger, bereits mit den voll Erwerbstätigen der untersten Lohngruppen (Kosmetikerinnen, Frisöre etc.) kollidiert.
Die liegen mit ihrem Nettoeinkommen nämlich auch nur so gerade eben oberhalb von HartzIV Niveau, wenn man die HartzIV Leistungen (Grundversorgung plus Miete und Nebenkosten plus Zuverdienstmöglichkeit) zusammenrechnet.

Eine HartzIV Besserstellung ist also tatsächlich nur dann möglich, wenn die Regierung sich gleichzeitig auch unbedingt des Themas 'Mindestlohn' annimmt.

Ansonsten gibt es wirklich Null Anreiz für einen HartIV Empfänger tatsächlich voll erwerbstätig zu werden, wenn das Einkommen dadurch nur marginal steigt.
 
Das ist aber genau das was die Politik wollte, Hartz IV sollte billige Arbeitskraft ermöglichen und den Lohn hier und da nach unten drücken. Mit einherging die Liberalisierung und Ausweitung des Niedriglohnsektors - damit einige Hartzer auch schnell für ein paar Monate untergebracht werden können, bis sie wieder antanzen dürfen und das Arbeitskarussell von Neuem mitmachen sollen - andernfalls drohen Sanktionen. In den letzten Jahren haben die atypischen Beschäftigungsverhältnisse am meisten Zuwachs gehabt, die Normalarbeitsverhältnisse - die unseren Sozialstaat eigentlich tragen, Verluste hingenommen.
ca. 66% der Beschäftigten befinden sich im Normalarbeitsverhältnis, 22% atypisch.
Auch schön dazu: Wir brauchen Steuersenkungen, die Agaben sind zu hoch, weniger Staat ist nötig - Deutschland ist in der OECD Statistik in Sachen Abgaben in den unteren Rängen (34,7%), die nordischen Länder, wie Finnland und Schweden (49%) belegen hier die oberen Positionen. Komischerweise scheint bei denen trotzdem die Wirtschaft zu funktionieren und das mit so viel Staat! Ganz zu schweigen davon das man dort auch von Bildung nur gutes hört und die Bahn sich bei den ersten Wintereinbruch nicht KO zeigt.
Mit den Rückzug der staatlichen Fürsorge für den öffentlichen Raum, der Nullrunden der Lohnentwicklung, den Fördern des Niedrigsektors machen wir uns immer mehr zu Handlanger der Wirtschaft und entmachten uns selbst und der öffentliche Raumerhalt kollabiert.
Was das wahre neoliberale Wirtschaftskasino im Stande ist hat Chile gezeigt, was als Versuchsexperiment der Ideen dieser Wirtschaftsrichtung hinhalten musste. Abgemildert wurde es bei einer Thatcher gemacht, die die britische Bahn ua. zum kollabieren gebracht hatte, und bei uns fabriziert.
Was das "demokratische" neoliberale Wirtschaften bewirkt sieht man in der USA, wo die Infrastruktur durch die Privatisierung teilweise kurz vorm Zusammenbruch steht.
So heißt es z.B. bei Spiegel Die Brücken-Katastrophe von Minneapolis ist ein Menetekel. Mehr als 160.000 Straßenbrücken in den USA gelten als einsturzgefährdet. Fernrouten, Tunnel, Dämme und Deiche sind in so miserablem Zustand, dass Ingenieure schon lange Alarm schlagen - bisher vergeblich.
Unser deutsches Beispiel das Privatisierung öffentlichen Güter nicht funktioniert ist die Bahn, ob die S-Bahn in Berlin oder DB an sich. Bei der guten alten Bundesbahn hat es funktioneirt, die demokratische Führung von öffentlichen Räumen ist notwendig - nur so kann eine ordentliche Sicherheit, Funktionalität und Wartung gewährleistet werden. Weniger Staat bedeutet das Bluten der Allgemeinheit und tolle Gewinne für die Privatwirtschaft. PPP Verträge sind ein ebenso neues Werkzeug für die Privatisierung der Gewinne und das Aufbürgen von Verlusten der Allgemeinheit.
Dabei wird demokratische Prozesse umgangen, die Kommune die einem PPP Vertrag abschließt wird von der privaten Wirtschaft (Investoren) gezwungen diesen Geheim zu behandeln, Einsicht ist untersagt andernfalls kommt es nicht zum Abschluss.

Übrigens beliebt ist auch das man die Hartzer in sinnlosen Weiterbildungsmaßnahmen reinsteckt, wodurch die private Wirtschaft auch ihr Kuchen abbekommt schließlich bieten sie meistens solche oberflächlichen Maßnahmen an, auf Staatskosten.
 
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ich finde es echt schlimm dass man Arbeitslosen ab 25 jahren nix anderes bietet als 1-Euro-Job und Zeitarbeitssklaverei

einen Bildungsgutschein zu bekommen ist sehr schwer geworden, Studiengebühren sind auch eine nette Blockade...

den Leuten denen es schlecht geht werden unnötig Steine in den Weg gesetzt anstatt ihnen zu helfen aus ihrer Lage wieder rauszukommen. Es heisst ja auch dass es in keinem anderen EU Land für die zukünftige Karriere so sehr von bedeutung ist ob man vom Geburt an (einigermaßen) wohlhabend ist oder nicht

schade dass es hierzulande mit dem öffentlichen Druck gegen die Gesetzesgeber/hüter nur selten klappt
 
Man beachte mal den unsäglichen Kommentar von Nikolaus Blome in der Bildzeitung. Da werden einfach mal zwei Zahlen in den Raum gestellt und daran festgemacht, dass Hartz4 etwas sehr positives sein soll. Die typische Bildklientel wird es sogar noch glauben. In der Welt ist kürzlich ein ähnlicher Artikel erschienen. Wenn da mal nicht gezielte Meinungsmache der Springerpresse dahinter steckt...
 
Shader schrieb:
Übrigens beliebt ist auch das man die Hartzer in sinnlosen Weiterbildungsmaßnahmen reinsteckt, wodurch die private Wirtschaft auch ihr Kuchen abbekommt schließlich bieten sie meistens solche oberflächlichen Maßnahmen an, auf Staatskosten.

Ja, den lukrativen Weiterbildungssektor haben Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen unter sich aufgeteilt. Beide Seiten bedienen sich an den staaltichen Töpfen und es ist nicht verwunderlich das viele Weiterbildungsangebote wie das 25. Bewerbungstrainig sinnlos sind, es wird gut daran verdient!

Die HARTZ IV Sanktionierungspraxis halte ich nicht nur für äußerst fragwürdig sondern auch für moralisch verwerflich. Es kann doch nicht zielführend sein, einem am Existenzminimum lebenden Menschen die Existenzgrundlage komplett zu entziehen. Außerdem sind die Sanktionen Sippenhaft, da für das Fehlverhalten die gesamte Bedarfsgemeinschaft also auch die Kinder bestraft werden.

Statt die Motivation zu fördern, treiben diese Sanktionen die Betroffenen oft in eine tiefe Resignation. Aber ich bin fest davon überzeugt, Frau von der Leyen wird dieses perfide System weiter perfektionieren.

Hartz IV hat nicht nur dafür gesorgt, daß sich seit Einführung die Kinderarmut verdoppelt hat und die Schlangen vor den Tafeln immer länger werden. Gleichzeitig wurde der Niedriglohnsektor so ausgebaut, das Arbeitskraft für die Wirtschaft fast zum Nulltarif verfügbar ist. Wir haben heute fast amerikanische Verhältnisse, man heute mit und ohne Arbeit arm sein. Daher brauchen wir unbedingt einen allgemeinen flächendeckenden Mindestlohn.
 
Wir haben heute fast amerikanische Verhältnisse, man heute mit und ohne Arbeit arm sein. Daher brauchen wir unbedingt einen allgemeinen flächendeckenden Mindestlohn

und genau darum geht es. Arbeit MUSS sich lohnen. Wer Vollzeit schuftet sollte sich ein eigenes Auto, eigene Wohnung, 2 Kinder, Markenklamotten, Reisen usw. leisten können

Aber das wäre ja "unwirtschaftlich schliesslich müssen wir mit China mithalten, die Deutschland als Exportweltmeister eingeholt hat. Deshalb müssen chinesische Verhältnisse her, nur so könne wir weiterhin viel exportieren


Arbeiten ist ja laut der Meinung der Mehrheit am wichtigsten, egal ob man was davon hat oder nicht. Und solange diese Meinung so verbreitet ist, wird sich nix ändern
 
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Arbeit MUSS sich lohnen

Dann bitte auch die Arbeit der Selbständigen. Die gehen finanzielle Risiken ein, schuften 60 Stunden, zahlen Löhne usw.
Gibts für die dann auch einen Mindestlohn?
und ich rede nicht von irgendwelchen Investoren oder Aldi, sondern von den 0815 Betrieben.
 
niemand hat die gezwungen selbstständig zu sein. jeder weiss dass heutzutage immer mehr Kleinunternehmer pleite gehen und nur die großen Konzerne überleben. Und wer dann noch einen auf blind macht ist selber schuld.

das is das Problem in diesem Land: jeder will der Chef sein und viel Geld verdienen, das kann nicht gutgehen. Man kann die Pyramide nicht auf den Kopf stellen sonst versinkt sie im Sand.

Das größte Problem ist dass diejenigen Sesselfurzer zuviel Geld fürs nixtun bekommen und diejenigen die Hart schuften am Hungertuch nagen.

Und die ganzen Asylanten die kein Wort Deutsch können aber einen hartz 4 Antrag in Rekordzeit ausfüllen würd ich schuften lassen ansonsten hartz 4 Streichung.
 
Asylanten bekommen kein "Hartz4", sondern Wertgutscheine und 40 Euro Taschengeld nach dem AsylbLG. Es ist viel weniger und soll nur das Existenzminimum sicherstellen (Hartz4: soziokulturelles Existenzminimum).
 
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niemand hat die gezwungen selbstständig zu sein. jeder weiss dass heutzutage immer mehr Kleinunternehmer pleite gehen

und niemand zwingt die Arbeitnehmer unselbständig zu sein. jeder weiss dass heutzutage immer mehr Jobs schlecht bezahlt werden.
 
DugDanger schrieb:
Dann bitte auch die Arbeit der Selbständigen. Die gehen finanzielle Risiken ein, schuften 60 Stunden, zahlen Löhne usw.
Gibts für die dann auch einen Mindestlohn?
und ich rede nicht von irgendwelchen Investoren oder Aldi, sondern von den 0815 Betrieben.

Kleine Selbstständige sind in unserer Wirtschaft in der Gesamtheit schwer zu erfassen. z.B. Was tragen Sie dem BIP bei?
Großkonzerne, bzw. Politik die es ihnen erlaubt flexibler zu arbeiten sind beliebt, schaden aber den Selbstständigen. Es sind Konzerne die von Leiharbeit ihr Fettnäpfchen verdienen, es Konzerne die es einfacher haben um den Fiskus zu kommen, ein einfacher Selbstständiger muss am Ende vielleicht noch dicke nachzahlen. Das Problem sehe ich darin das Selbstständige nicht mit dem Wirtschaftsglauben "Wir müssen wachsen" vereinbar sind - zumindest nach Wirtschaftsexperten wie jene der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Das wirtschaftlicher Wachstum über alles steht - hat die Abwrackprämie gezeigt und ein aktuelles Beispiel ist das Wachstumbeschleunigungsgesetz.
Ich sehe den kleinen Selbstständigen ähnlich wie einen unabhängigen Kleinsojafeldbetreiber in Südamerika, der überhaupt nicht von der Sojapolitik profitiert und jeden Tag aufs Neue um seine Existenz bangen muss weil Großbetriebe die im großen Stile industriellen Soja verwenden ihn "bedrohen".
 
Roland Koch (CDU) fordert Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,672311,00.html

Wie wir wissen, ist diese grandiose Idee der Zwangsarbeit nicht auf Koch´s Mist gewachsen, entwickelt wurde sie von Professor Wolfgang Franz dieser "Wirtschaftsweise" ist Sachverständigenratspräsident und Berater der Bundesregierung. Die 1€ Jobs waren ja schon ein Riesenerfolg, mal sehen wo man gedenkt die neuen Zwangsarbeiter einzusetzen, ... Erinnerungen an eine dunkle Zeit ohne Arbeitslosigkeit werden wach -ist vermutlich sogar gewollt.
 
DAU II schrieb:
Genau, und es ist unheimlich befriedigend sich daran zu ergötzen.

Du ergötzt dich also gern am Elend anderer Leute ? Toll...
 
Am geistigen Elend von Roland Koch & Co.? Ja!
Roland Koch werden zwar Kontakte zum Dalai Lama nachgesagt, ein Christ ist er gewiß nicht!

Jesus Christus spricht: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten
Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matth. 25,40)
 
Dann kam es bei mir anders rüber, was Roland Koch angeht kann ich zustimmen :D
 
Ich finde es richtig, dass die Leute für die empfangenen Transferleistungen etwas tun. Es gibt bestimmt auch genug möglichkeiten, Kommunen und Städte leiden doch sowieso unter Geldknappheit. Wo ist das Problem? Alle anderen arbeiten auch für ihr Geld. 5 bis 6 Stunden am Tag gemeinnützige Arbeit wäre wohl das mindeste, was man für die Transferleistungen (Wohnung, Hartz 4 usw....) verlangen kann.
Verstehe diese "Abneigung" gegenüber "arbeit" nicht.
 
DugDanger schrieb:
Ich finde es richtig, dass die Leute für die empfangenen Transferleistungen etwas tun. Es gibt bestimmt auch genug möglichkeiten, Kommunen und Städte leiden doch sowieso unter Geldknappheit. Wo ist das Problem? Alle anderen arbeiten auch für ihr Geld. 5 bis 6 Stunden am Tag gemeinnützige Arbeit wäre wohl das mindeste, was man für die Transferleistungen (Wohnung, Hartz 4 usw....) verlangen kann.
Verstehe diese "Abneigung" gegenüber "arbeit" nicht.

Ich würde davon ausgehen, dass der weit größere Teil der Leute sich seinen Anspruch auf Transferleistungen dadurch erworben hat, dass sie jahre- bzw. jahrzehntelang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.
Jetzt noch zu verlangen sie sollen für ihre Transferleistungen arbeiten ist in meinen Augen absurd.

Jetzt einen "Reichsarbeitsdienst 2.0" einzuführen, um die Arbeitslosen für die paar Kröten, die sie kriegen arbeiten zu lassen, ist einfach nur lachhaft.
Und wer Hartz IV ernsthaft als angenehme Variante bezeichnet (wie der Herr Koch), der hat offensichtlich jeden Kontakt zur realen Welt verloren.
Schon allein, dass man sich dauernd von irgendwelchem Suppenkaspern aus der Politik als arbeitsfauler Schmarotzer abstempeln lassen muss, macht Hartz IV zu einer massiven demütigung, die sich am Selbstwertgefühl jedes Betroffenen kratzt.

Ich würde als Gegenvorschlag mal einwerfen, dass die ganzen Firmen und Banken, die der Staat gerettet hat doch dann bitte auch das Geld, dass sie bekommen haben, abarbeiten sollen. :evillol:
 
Grundsätzlich ist gegen gemeinnützige Arbeit als Gegenleistung nichts einzuwenden, nur ist da eben das davon ausgehende Mißbrauchs- und Ausgrenzungspotential. Es fängt schon bei der Abgrenzung an, was gemeinnützig ist und was nicht. Als Folge könnten reguläre Beschäftigungsverhältnisse überflüssig gemacht werden oder zumindest als Anlass genommen werden, das Lohnniveau in der Branche zu drücken, wie man es bei den 1-Euro Jobs schon gesehen hat. Dann könnte es für die Betroffenen stigmatisierend sein, bei gemeinnützigen Arbeiten in der Öffentlichkeit mit z.B. Müllzange und Sack als "Zwangsarbeiter" in Erscheinung zu treten. Ich halte das jedenfalls für arg grenzwertig, auch wenn gegen die Tätigkeit an für sich nichts einzuwenden wäre, so lang es im Rahmen eines freiwillig eingegangen Arbeitsverhältnisses erfolgen würde.
Was mich bei Roland Kochs Äußerungen aber massiv ankotzt ist der Versuch, die Schuld für die Massenarbeitslosigkeit wieder den Erwerbslosen zuzuschieben. Wie ich auch in diesem Thread schon oft genug darauf hingewiesen habe, ist das Problem eigentlich ein strukturelles. Als Folge von Globalisierungsprozessen und Effektivitätssteigerungen ist schlicht weg nicht mehr genügend Arbeit für alle da, vor allem nicht für die Niedrigqualifizierten, die unter dem weltweiten Konkurrenzdruck am ehesten "überflüssig" werden. Man sieht es z.B. am Verhältnis der offenen Stellen zu Erwerbslosen. Wenn man grob überschlägt und jene, die in Maßnahmen geparkt sind, mit dazu zählt, kommt man bestenfalls auf ein Verhältnis von 1:10, d.h. nur für etwa jeden zehnten Arbeitslosen ist tatsächlich ein Job da. Der Rest guckt in die Röhre und muss sich von einem Lügner wie Roland Koch aus populistischen/lobbyistischen Motiven heraus verhöhnen lassen.
 
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Dann könnte es für die Betroffenen stigmatisierend sein, bei gemeinnützigen Arbeiten in der Öffentlichkeit mit z.B. Müllzange und Sack als "Zwangsarbeiter" in Erscheinung zu treten

Und wie ist es für den "normalen" Müllman?

die Schuld für die Massenarbeitslosigkeit wieder den Erwerbslosen zuzuschieben

Genauso wenig kann man die Schuld an Arbeitslosigkeit einseitig der Politik vorwerfen.
Ein hoher Bildungsgrad geht meist mit einem guten Einkommen einher, jeder kann bei uns zur Schule gehen und versuchen, eine gehobene Ausbildung zu absolvieren.
In Bildungsreichen und wohlhabenden Familien ist das natürlich einfacher. Trotzdem hat man selbst immer auch einen gewissen Einfluss auf die eigene Bildung und den späteren Beruf. Wenn ich die ganzen Kids sehe die nicht zur Schule gehen kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Da kann kein Herr Koch was dafür und da sind auch die Banken nicht Schuld; das sind eklatante Versäumnisse in der Erziehung.
 
Die Politik kann hier sehr wohl etwas dafür, denn es liegt in deren Hand unser Bildungssystem so umzugestalten, dass es nicht mehr wie bisher bestehende soziale Unterschiede weiterhin festbetoniert, sondern durchlässiger wird.
In keinem Land in Europa entscheidet die soziale Herkunft so über den Erfolg in der Schullaufbahn wie in der BRD! Und das ist etwas, was im verantwortungsbereich der Politik liegt, da nämlich die Kultusministerien der Länder dafür verantwortlich sind.

Ich halte es schlicht für einen Mythos zu glauben, dass sich jeder mit genug Anstrengung nach oben kämpfen kann. Unser Bildungssystem sorgt eher dafür, dass die diejenigen, die unten sind, auch weiterhin unten bleiben.

Ich denke, wir müssen auch den einfach gebildeten eine Berufsperspektive eröffnen. Auch die "niedrig qualifizierten" Arbeiter müssen einen gerechten Lohn kriegen. Aber heute werden solche Leute ja sehr oft einfach nur ausgebeutet (Bsp. Schlecker), da sie am einfachsten zu ersetzen sind.
Wenn immer eingeworfen wird, das Hartz-IV-Empfänger ja fast schon soviel kriegen wie manche einfachen Angestellten, so liegt das imho nicht daran, dass HIV zu hoch ist, sondern, dass die Löhne dieser Angestellten deutlich zu niedrig sind.
Ein gesetzlich verpflichtetender Mindestlohn wäre hier imho sinnvoller, verbunden mit drastischen Sanktionen für diejenigen Unternehmen, welche diesen Mindestlohn dann unterlaufen.
 
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