Hatte schweren Motorradunfall. Mit wieviel Schmerzensgeld kann ich rechnen?

CaTFaN!

Pixelschubser
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Tag zusammen.

Ich weiß nicht ob ich mit dem Thema hier richtig bin aber ich denke schon ;)

Nun zur Sache:

Ich erlitt am 3.7 auf der B227 in Essen einen schweren Motorradunfall als ich frontal mit einer Geisterfaherin zusammenstieß.
Mehr hier: http://nrt-news.de/organisation/result-pages/artikel/?tx_ttnews[tt_news]=371&cHash=c811857483d20f8182a41ac7dd826e9c

Ich wurde ins Uniklinikum Essen eingeflogen wo ich auf der Intensivstation wieder wach wurde. Ich habe eine distale Radiusfraktur links, offener Bruch (ich bin Linkshänder), multible Prellungen, so stark, dass ich mich 3 Wochen lang nicht unbeaufsichtigt und ohne Hilfe bewegen konnte. Weiterhin erlitt ich eine Gehirnerschütterung und hatte für mehrere Wochen Wortfindungsstörungen. Heute ist größtenteils alles wieder okay. Ich habe eine Platte im Arm, die mir in ein paar Monaten wieder entfernt wird. Der Kirschnerdraht wurde bereits entfernt.

Aufgrund des Unfalls habe ich meine mündlich zugesicherte Lehrstelle verloren, da ich noch ein paar Monate arbeitsunfähig bin.

Zur Geisterfaherin:
39 Jahre alt, Ortskundig, hatte 2 Promille und wollte sich wahrscheinlich das Leben nehmen.


Nun wollte ich gerne wissen was ich für das oben durchgemachte als Entschädigung erwarten kann :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Das hängt meines Wissens auch davon ab, wie finanzkräftig sie ist.

Auf jeden Fall solltest du dir dafür einen wirklich guten und spezialisierten Anwalt nehmen.
Also nicht den erstbesten Dorfanwalt der sich für dich auch mit der Kommune wegen eines 25€ Parktickets anlegt, sondern wirklich jemanden, der sich mit sowas auskennt.
 
Meine Eltern haben einen bissigen Anwalt der sich ausschließlich um Verkehrsunfälle und sonen Kram kümmert in den Dienst gestellt ;)

Wer n BMW Z3 mit Absicht zu Schrott fährt sollte wohl finanzkräftig genug sein.
 
Musst nicht unbedingt sein, vielleicht hat sie ihr Geld verloren und wollte sich deshalb umbringen.

Ein Fall aus dem Gedächtnis eines Bekannte;
Er Polizist, privat unterwegs, Betrunkener rammte sein Auto. Er war nicht schwer verletzt, "nur" ein Fuß zertrümmert. Kann nur noch im Innendienst arbeiten und hatte (so weit ich weiß) die Wahl zwischen monatlicher Rente oder einmaligem (relativ hohem) Schmerzensgeld.

Das wird dir dein Anwalt aber deutlich besser sagen können.

Bedenke auch, dass es hier nicht an sich um einen Verkehrsunfall geht, sondern vor allem um Schmerzensgeld. Ob sich da in Deutschland nochmal Unterschiede auftun, weiß ich jedoch nicht.


Achja, ich wünsch dir auf jeden Fall Glück bei der Verhandlung und halt uns bitte auf dem Laufenden. Leute, die mit ihrem Suizid andere gefährden, sind echt das Letzte. Ich hoffe, ihr könnt ihr auch seelisch noch richtig gut eins reinwürgen, sie scheint's ja zu brauchen.
 
habe da auch kein Respekt vor außerdem habe ich eventuelle Folgeschäden bzw. das ich es überlebt habe grenzt an ein Wunder.
Weiterhin wache ich nachts manchmal Schweißgebadet auf.

Hatte leider noch keine Gelegenheit den Anwalt persönlich kennen zu lernen, deswegen wollte ich mir hier einen kleinen Überblick verschaffen womit ich rechnen kann.

Ich halte euch natürlich auf den laufenden, allerdings wird die Gerichtsverhandlung erst in ein paar Monaten sein (Termin steht noch nicht fest).
 
Ich bin wegen dem Alkohol jetzt unsicher, ob das ein Fall für die KfZ-Versicherung ist, die ja auch Personenschäden abdeckt, oder ob da die Privathaftpflicht greifen würde - ein fachkundiger User kann mich ja aufklären.

Grundsätzlich musst du nach Schäden so entschädigt werden, als wenn sie nie aufgetreten wären. Problematisch wenn sie sich jetzt das Leben nimmt (oder schon tot ist) und du dann deinen Anspruch nicht gültig machen kannst.
Ist zwar selten das ich so etwas rate, aber ein Fachanwalt sollte drin sein. Wenn du dir das jetzt wegen Arbeitslosigkeit nicht leisten kannst, erhältst du vom Staat möglicherweise Beratungs- bzw. Prozesskostenhilfe, wobei dir die Kosten für einen Anwalt erstattet werden. Hier steht, ab wann du für beide Fälle in Frage kommst. Im Formular könntest du einfach schreiben, dass du deine Ansprüche gegen die Gegnerin durchsetzen möchtest und wissen willst, wie du das bewerkstelligen sollst.

Die Anwältin wird dir auch sagen können, ob du Anspruch auf Lohnerstattung hast, auch wenn der Vertrag nur mündlich zugesichert wurde (ich glaube es nicht!).
 
Puuuuuuaah :eek:, meine herzlichsten Glückwünsche zum zweiten Leben ;)
Hoffe du kommst wieder vollständig in Ordnung, denn das ist wichtiger als alles Schmerzensgeld der Welt. Wenn der Anwalt wirklich gut ist, wird er schon das optimale für dich rausholen, von der Höhe des Streitwertes hängt ja sein Honorar ab (glaube ich).
Ich drück dir die Daumen das alles bestens ausgeht für dich.
 
Wenn ich das richtig verstehe hast du noch nicht gearbeitet oder? Weil Schmerzensgeld, glaube ich auch an deinem Einkommen abhängig ist, bzw. die laufenden Ausgaben. Ob dein Gegner ein Millionär oder ein Obdachloser ist, macht keinen Unterschied. Nur ein Obdachloser würde das Schmerzensgeld, was dir zugesprochen wird, nicht zahlen können. Aber im allgemeinen erwarte nicht viel. Ein paar tausender vlt.

Mache dir also nicht zu große Erwartungen, die Fälle wo es um hundert tausende bzw. Mio. geht, gibt es nur in den USA, das Verhältnis Deutschland zu den USA ist ca. 1 : 100. Gibt es in den USA 1 Mio. gibt es hier 10.000.

Ich bin aber auch kein Fachmann.

http://app.olg-ce.niedersachsen.de/cms/page/schmerzensgeld.php?sort=betrag
Meine Schätzung, s.o. ist also sehr realistisch.

Weiterhin wache ich nachts manchmal Schweißgebadet auf.

Wenn dies so schlimm, ist das du einen Psychater brauchst, dann kann sich dies auch etwas erhöhen, ist aber moralisch etwas verwerflich, wenn du dies nur machen würdest, um mehr Kohle zu bekommen. Bedenke aber um so höher die Kosten später ausfallen für den Gegner um so wahrscheinlicher ist, das diese nicht alles zahlen kann. Denn das Gerichtsverfahren kostet auch mal schnell 10.000 €.
 
Zuletzt bearbeitet:
Reines Schmerzensgeld dürfte nicht über n paar Tausend € hinausgehen.
Aber dazu können noch Arztkosten, Anwaltskosten, Schadensersatz, ggf Verdienstausfälle (wenn der Betrieb bestätigt, dass du ohne den Unfall und die Folgen die Stelle auf jeden Fall bekommen hättest) etc kommen.
Nur mal n Bsp zum Schmerzensgeld, ne Bekannte hat mal von Ihren besoffenen Ex n Bierglas ins Gesicht gerammt bekommen. Große Narbe am Hals/Kinn die auch lebenslang bleibt ... 5000 Mark.

Krasse Sache der Unfall, da haste echt Schwein gehabt. Gute Besserung.
 
Gut Danke nochmal für die Antworten und die gute Besserungswünsche :)

Ich denke nicht das ich zu einem Psychater gehen brauche, da ich so ganz gut zurecht komme. Ist halt nur abundzu das ich klitschnass im Bett aufwache. Kann aber nicht sagen ob ich schlecht geträumt habe es ist aber erst nach dem Unfall so.

Gearbeitet habe ich noch nicht ich sollte jetzt am 1. September meine Lehre beginnen.

Geldgeil bin ich auch nicht es war nur eine Frage aus reinem Interesse ;) Würde das Schmerzensgeld wenn eh anlegen und für schlechte Zeiten aufbewahren :D
 
FrEaK2000 schrieb:
Ich denke nicht das ich zu einem Psychater gehen brauche, da ich so ganz gut zurecht komme. Ist halt nur abundzu das ich klitschnass im Bett aufwache. Kann aber nicht sagen ob ich schlecht geträumt habe es ist aber erst nach dem Unfall so.

Die wenigsten Menschen denken, dass sie einen brauchen, aber die meisten brauchen einen. Geh hin, kostet nichts und hilft dir im Normalfall weiter.
 
Bei sowas bekomme ich imemr komische Gefühle, vor allem weil ich die Strasse kenne.
Komme selber aus der Gegend.
Bin da selber oft genug mit dem Motorrad hergefahren.
Erst mal gsd das Du wieder auf dem Dam bist. Und das soweit alles wieder OK ist.

Eine Bekannte ( Sie auf dem Motorrad ) von mir, ist mal einer ( mit einem Auto ) an einem Stauende hintendrauf gefahren. Sie war auch verletzt mit Krankenhaus und so, glaube Sie hatte die Schulter gebrochen und Schlürfwunden etc.

Sie hat natürlich den Schaden am Motorrad ( Totalschaden ) und Ihre Kleidung und Helm ersetzt bekommen.
Und 3500 € Schmerzensgeld bekommen.
 
FrEaK2000 schrieb:
Hatte leider noch keine Gelegenheit den Anwalt persönlich kennen zu lernen, deswegen wollte ich mir hier einen kleinen Überblick verschaffen womit ich rechnen kann.

Edit: Sooo, falls es noch jemanden interessiert mir wurden 8000€ zugesprochen ;)

Ergebnis nach über 1 Jahr: Meine linke Hand funktioniert an sich wieder ganz gut, die Beweglichkeit ist laut Gutachten um 10% eingeschränkt.
 
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