Hessen: Endlich sachlicher Umgang mit den Linken ?

smacked2 schrieb:
...Und der Rassist Koch reibt sich die Hände. Armes Deutschland.

Armes Deutschland, wenn solche unqualifizierten Bemerkungen die Runde machen. Koch mag ein unsympathischer Typ sein, der dumme Ausagen getätigt hat, aber als Rassist geht der nicht durch.

Das Y. nicht mehr zur Wahl steht ist vielleicht ein gutes Omen für die SPD. Auch wenn es letzlich wohl nur sehr wenig bringen wird.
Mein Tipp an die SPD: stellt einen der "Abweichler" zur Wahl, die haben Charakter bewiesen und standen zum Wort ihrer Chefin und haben die Lügen nicht mitgemacht. Das würde der Partei Punkte bringen.
 
Klar, das gibt Lob von den politischen Gegnern und die machen das Kreuz dann doch bei der CDU. Innerhalb der SPD und bei einem Großteil der Anhänger dürften die unten druch sein, die Aktion war einfach zu leicht als reines politisches Ränkelspiel zu durchschauen...

Die SPD hat die Wahl offenbar abgehakt, Schäfer-Gümbel wird jetzt als Bauernopfer geparkt und die Ypsilanti versucht wahrscheinlich, in fünf Jahren mit neuem Schwung nochmal anzugreifen. Anscheinend fangen sie so langsam an, politisch vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Und nun eine weitere Legislaturperiode vom Herrn Koch... irgendwie hat der Kerl was von Berlusconi. :freak:
Trotz aller Fehler nicht weg zu bekommen, unter anderem durch Unfähigkeit der Opposition.
 
@andy
Trotz aller Fehler nicht weg zu bekommen, unter anderem durch Unfähigkeit der Opposition

Aber das ist doch DER springende Punkt! Unter den Blinden ist nunmal der einäugige König.
Wenn Herr Koch trotz all seiner verfehlungen von der Mehrheit gewählt wird, dann sagt das viel über die umliegende Parteienlandschaft aus.

Die Linken sind doch nur der taktische Spieball von Protestwählern und vielleicht auch einigen "Träumern", die deren Tendenz, nicht aber deren Realpolitik gutheissen.
So dumm sind die Linkswähler nämlich nicht.

So is es oftmals auch mit dem rechten Spektrum. Nur ein Bruchteil von jenen, die NPD, DVU und Konsorten wählen, wollen eine Direktregierung dieser Partei.
Der Politik soll dadurch lediglich einen stärkerer Einfluss in Richtung rechts verliehen werden.
 
Fu Manchu schrieb:
haben die Lügen nicht mitgemacht.

So isses halt. Seine Parteigenossen anlügen, die Demontage der Parteispitze über die Presse betreiben ist dufte und Charakterstärke. Die Öffentlichkeit anlügen ist auch okay, solange man ein männlicher Politiker (der CDU) ist. Da heißt das eh "Erinnerungslücke" und/oder "Ehrenwort". Sitzt man die Lage ein Jahr aus, so ist das nicht Machtgeilheit sondern Souveränität. Heißt man Ypsilanti (oder Simonis), so ist man zum Abschuss durch und der Lächerlichkeit in sämtlichen Medien freigegeben. Ich kann es wirklich nicht mehr lesen, wie so etwas als große Charakterentscheidung dargestellt wird. Noch besser: Als ein Herr Stoiber in Bayern weggeputscht wurde, da war es auch die böse Frau und keine Gewissensentscheidung, sondern eben auch die Machtgeilheit. Oh, dieses Deutschland muss man lieben.

Ja man stelle bitte Jürgen Walter mal zur Wahl. So dumm sind die Menschen in Hessen auch nicht, als dass sie dessen Charakter nicht durchschauen würden. Wie kann es sein, dass man wochenlang, intern wie auch öffentlich, seine Stimme Ypsilanti verspricht und im Hintergrund andere Landtagsabgeordnete zur Gegenstimme drängt? Auch Metzger geht schon auf seine Kappe. Damals hätte er nur dabei stehen müssen und seine Stimme ebenfalls verweigern, die Sache wäre durch gewesen. Nein, der wahre Charakter zeigt sich eben erst, wenn der größtmögliche Schaden erreicht ist.

Die SPD wird sich jetzt mit einer CD auseinandersetzen müssen, die nur auf die Unfähigkeit der SPD hinweisen muss. Dazu ein unbekannter Spitzenkandidat. Wahlkampf wird es geben, aber was wird es bringen? Aber Koch baut auch für den Fall vor, dass er die Grünen braucht. Gemäßigter Wahlkampf und keine Studiengebühren mehr.

Nein, einen Rassisten kann man ihn nicht nennen. Einen Opportunisten sicherlich. Aber das wird ihm wohl leider hier keiner vorwerfen. Dafür müsste er schon weiblich sein. Oder wenigstens links.
 
Zuletzt bearbeitet:
ähm Happy, bei dir hat die Emanzipation auch bisschen über Ziel hinausgeschossen oder? Niemand nimmt Koch oder sonst einem seine Lügen ab und diese tollen Worthülsen die du benutzt, kommen aus den Mündern der unterstützer, nicht der Kritiker. Überhaupt, wie kommst du auf so einen hanbeüchenen Mist, dass nur Frauen darunter leiden? (sorry, aber das ist einfach Mist). Was ist mit Merkel an der Spitze Deutschlands? Was mit den vielen vielen Fraun in der gesamten Parteienlandschaft? Keine von denen könnte nach deiner Aussage existieren. Nur weil 3 Frauen betroffen sind? Also da komm ich eher zu dem Schluss, das da wohl was drann sein muss, denn andere Frauen in der Politik haben das Problem nicht und stehen deutlich höher in der Politik. Vorallem, was ist mit den unzählichen Männern, die das auch betrifft? Da regt sich auch keiner auf.

Also ich würde nochmal gut drüber nachdenken, was du da geschrieben hast....
 
Das ist schon wohl überlegt. Vielleicht zugespitzt und vereinfachend, aber gerade angesichts der Stimmung hier im Thread, gerade auch aufgrund der Medienreaktionen in den (Boulevard-) Medien darauf und den krassen Verballhornungen z.b. der Namen, drängt sich mir genau das auf.

Niemand nimmt Koch seine Lügen ab? Habe ich nie behauptet. Es ist aber für viele gar nicht relevant, dass gelogen wurde. Es wird als Normalität akzeptiert. Dagegen wird Ypsilantis gebrochenes Versprechen als "neue Dimension" ausgerufen. Ich weiß nicht genau woran es liegt, es ist nur eine Vermutung, aber es wird nicht nur hier ein Unterschied gemacht.
 
HappyMutant schrieb:
...Dagegen wird Ypsilantis gebrochenes Versprechen als "neue Dimension" ausgerufen. Ich weiß nicht genau woran es liegt, es ist nur eine Vermutung, aber es wird nicht nur hier ein Unterschied gemacht.

Weil Y. einfach mit so offenen Worten gelogen hat. Koch hat auch gelogen, so wie jeder Politker, das nimmt man so hin (was auch nicht gut ist, keine Frage), aber Y. hat mehrmals in deutlichen Worten und immer wieder gesagt, das es keine Zusammenarbeit mit den Linken gibt. Und dann das Tempo in dem die Kehrtwende kam, das war schon ernüchternt.

Klar gibt es Lügen vieler Parteien/Politker: seien es Steuersenkungen oder andere politische Versprechen. Und das die nicht gehalten werden, liegt oft daran, das sie nicht finanzierbar sind oder an den bösen Firmen oder an den unfähigen Politiken.

Aber hier war die Qualität so, das die Worte vorher zu deutlich waren. Hätte sie doch gesagt "Mit den Linken ist es schwer und ich würde nur im äußersten Falle an eine Zusammenarbeit denken, aber im Augenblick sehen die Dinge nicht so aus". Das wäre doch mal schwammige Ansage gewesen, aber sie hat sich direkt an das Volk gerichtet mit guten deutlichen deutschen Worten ohne Politikerfärbung, die jeder Wähler verstehen und danach wählen konnte. Dem Wähler wurde sozusagen ins Gesicht gelogen, nicht über Umwege in die Geldbörse, das ist er nicht gewöhnt. ;)
 
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Vor allem wenn man hinterfragt warum sie denn diese Lüge derart durchgezogen hat.

Sie war ja anfangs zögerlich mit Aussagen zu Koalitionen. Doch die Wähler forderten quasi eine klar Position ihrerseits.

Es war Y. vollkommen bewusst, dass sie viele Wählerstimmen verlieren würde wenn es nicht zu einer klaren Distanzierung von der Linken kommt.

Vor allem die Wähler die von der CDU zur SPD abgewandert sind haben sich doch auf derartige Aussagen verlassen. 2Lieber die SPD als Koch, aber lieber Koch als die Linken ..."

Das sich dann viele Wähler betrogen fühlen halte ich für schlüssig und angemessen.

Was anderes ist es bei Themen wie z.B. der Mehrwertsteuer. Dies sind Detailfragen des politischen Gesamtkonzeptes. Wenn hier in der Koalitionsverhandlung das ein oder andere Versprechen über Bord geworfen wird, dann ist das für den Wähler wohl eher verkraftbar.

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All das oben gesagte ist eine subjektive Wahrnehmung. So denke ich als Wähler und ich kann nur vermuten, dass andere Wähler ähnlich denken.
 
Was mir zu dem Thema noch durch den Kopf gegangen ist:

Wieso werden die 4 Abweichler eigentlich als feige beschimpft und ihnen vorgeworfen, dass sie das solange geheim gehalten haben? Hier haben anscheinend wieder einige das Recht auf die geheime Wahl vergessen. Dieses Recht besteht nämlich aus gutem Grund wie man an den 4 jetzt sehen kann. Sie hätten das ganze auch völlig anonym machen können und keiner hätte je gewusst, wer den nun gegen Ypsilanti gestimmt hätte, wie es auch damals im Fall Simonis gemacht wurde. Die Wahlen sind geheim, niemand kann gezwungen werden, seine Stimme zu begründen oder vorher bzw. nachher bekannt zu geben, eben um Beeinflussungen wie Fraktionszwang und Parteizugehörigkeit entgegensteuern zu können. Das hat nichts mit feige oder Heckenschützentum zu tun, sondern ist das gute Recht jedes Regierungsmitgliedes.

Ist mir erst gar nicht so aufgefallen, dass dieses Grundrecht hier grade völlig mit den Füßen getreten wird.
 
Dein Argument ist also, dass wenn die Abweichler aus freien Stücken der Presse mitteilen, dass sie ab sofort ihrem Gewissen folgen, ist das Recht auf geheime Wahl verletzt? Übrigens wurden geheime Probeabstimmungen durchaus durchgeführt.

Ich weiß nicht wer hier jemals die von dir genannten Vorwürfe geäußert hat. Mein Argument war jedenfalls, dass man die Sache viel früher und sauberer hätte beenden müssen, wenn man jetzt auf sein Gewissen pocht. Die Gelegenheiten gab es durchaus zur genüge. Wobei natürlich in der aktuellen Spiegel-Ausgabe wirklich herzzerreißende Geschichten drin sind, wie schwer die Entscheidung doch gefallen ist und das man ja nur drauf gewartet habe, dass jemand Anderes die Sache erledigt. Dummerweise haben weder Linke noch Grüne dies erledigt, also muss man bis hin zum körperlichen Zusammenbruch nun sein Gewissen entscheiden lassen.

Schön in dem Artikel übrigens auch die diversen Internas, während man sich gleichzeitig darüber beschwert, dass die Anderen ja auch immer sofort zur Presse gerannt sind.

Der wahre Grund ist aber ein ganz anderer, was immerhin auch angedeutet wird: Der anhaltende interne Machtkampf in der hessischen SPD (was auch einer der Abweichler schon in ihrer Doktorarbeit feststellte und eben doch Teil dessen ist). Und spätestens als Walter nicht den erhofften Posten als Wirtschaftsminister bekam, war dann sein Gewissen stärker. Also wenn er mit Hilfe der Linken den gewünschten Posten bekommen hätte, wärs okay gewesen, aber die Demütigung durch den linken Parteiflügel abgesägt zu werden, dass war zu viel für ihn. Es kommen noch ein paar verbitterte Ex-Spitzenkandidaten dazu, z.b. ein gewisser Bökel, der in der vorherigen Landtagswahl das schlechteste Ergebnis der SPD in Hessen einfuhr, deswegen durch Ypsilanti abgelöst wurde und darauf nicht gut zu sprechen ist. Und nun angeblich eindringlich, aber völlig uneigennützig, an die Abweichler appelliert habe, sich die Entscheidung doch bitte nicht so einfach zu machen.

Naja es ist nicht einfach Rebell zu sein. Aber wenn man die demokratischen (auch innerparteilich!) Mittel nicht nutzt, sollte man sich aber nicht beschweren und ist das auch nicht gleichbedeutend mit einer Verweigerung dieser Rechte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Innerhalb einer Fraktion gelten andere "Regeln".
Die haben zu stimmen, wie es die Führung will.
Ganz gleich, ob die Führung richtig handelt oder nicht.
Es geht nur ums Prinzip.

Hätten die 4 sich nicht zu ihrer Wahl geäussert, würden sie noch im Sattel sitzen.
Sie wollten wohl als Helden darstehen und stehen jetzt vor dem Landtag.
Tja, der Schuß ging nach hinten los.
'Politischer Selbstmord' war das, könnte man jetzt sagen.


Es geht nicht um Richtig oder Falsch.
Es geht um "Für uns" oder "Gegen uns".
Eine Fraktion kann nur agieren, wenn alle zusammenhalten.
Und genau dagegen wurde fundamental verstoßen.
Und genau das wird jetzt "bestraft".


Wie heisst es so schön.
"Der Feind liebt den Verrat, aber nicht den Verräter."


Wie gesagt.
Es geht nicht um Richtig oder Falsch.
 
@ Happy.

Ne, da mißverstehste mich. Ich meinte, dass die 4 jetzt dermaßen angegriffen werden, ist so nicht korrekt. Denn feige sind sie sicher nicht, denn sie haben etwas öffentlich gemacht, was sie nicht öffentlich hätte machen müssen.

Dein Argument ist es ja, dass man es früher und sauberer hätte machen müssen. FALSCH! GAr nichts muss man. Die geheime Wahl steht einem zu. Ob ich es öffentlich mache oder nicht und wann ich es öffentlich mache, ist einem komplett überlassen ohne das es moralisch verwerflich ist. Und das hat nichts mit dem Gewissen zu tun. Es war ihr gutes Recht, das haben sie in Anspruch genommen und dafür werden sie kritisiert? Nun ja, ob das moralisch nun besser ist, mag jeder für sich selber bestimmen. Du magst recht haben, ob die Gründe, die vor gebracht werden, zutreffend sind oder nur geheuchelt um persönliche Motive zu kaschieren. Da widerspreche ich dir absolut nicht. Wobei du bedenken solltest, dass die Gründe zwar einleuchtend sind, du sie aber trotzdem zu nichts weiter erheben kannst, als deine persönliche MEinung. Denn leider kannst du nicht nachweisen, ob es nun aus diesen Gründen oder aber tatsächlich aus GEwissensgründen gemacht wurde. Auch Gewissensentscheidungen kann man lange geheim halten. Aber die 4 nun zu rügen, dass sie, warum auch immer, erst so spät ihre Meinung geäußert haben, halte ich für falsch. Sie hätte sie auch gar nicht äußern müssen und alle rätseln lassen, wer es denn nun wahr. Wäre sicherlich äußerst lustig geworden und hätte der SPD noch viel mehr geschadet.

@ Osi. Nö in der Fraktion gelten die selben Regeln. Die geheime Wahl gilt auch dort. Man muss also keineswegs in Probeabstimmungen oder vorher zu erkennen geben, dass es Abweichler gibt, denn das würde sofort Untersuchungen nach sich ziehen, wer das denn nun ist. Und genau das soll die geheime Wahl ja verhindern. Den Fraktionen und PArteien stehen keineswegs über dem grundlegenden Ziel, das Volk zu vertreten. Und da spielen Fraktionen und PArteien keine Rolle. Und ich denke nicht, dass die 4 so dumm waren zu glauben, dass sie die Helden sind, wenn sie öffentlich kund tun, das sie es waren, die Ypsilanti gestürzt haben. Denn es war so klar, dass genau das passiert, was nun Tatsache ist. Politischer Mord passt da eher. Was wäre deiner Meinung nach passiert, wenn die 4 von ihrem Recht auf geheime Wahl vollends gebrauch gemacht hätten? Keiner hätte dem anderen mehr über den Weg getraut innehralb der SPD und der möglichen Koalition. Das hätte der SPD mit Sicherheit viel mehr geschadet. So gesehen kann die SPD auch sehr froh sein über die 4.
 
@osi

Natürlich geht es um "Richtig und Falsch". Der Zweck heiligt nunmal nicht alle Mittel.
Soviel Fahnentreue ("Die haben zu stimmen, wie es die Führung will") hat ja schon fast totalitäre Züge.
Wenn es so in den Fraktionen läuft,.. dann Prost Mahlzeit.

Über die Art und Weise des Widerstandes der Nein-Sager kann man sicherlich diskutieren über den Umgang der Partei mit Dagmar Metzger im Vorfeld nicht.

Mobbing und Diffamierungen gehören dann also auch zu den etwas anderen "Regeln" der Fraktion? So kann ich die späte Gegenwehr durchaus nachvollziehen.

Ich denke aber auch, dass der "politische Selbstmord" der Kandidaten von ihnen durchaus einkalkuliert wurde. Ebenso bin ich davon überzeugt, dass nicht nur das Gewissen der Vier ausschlaggebend für ihre Entscheidungen war.

Die Enstcheidung, Hermann Scheer als potenziellen Wirtschaftsminister zu ernennen, war wohl auch etwas viel für Jürgen Walter. Daher kann ich seine Reaktion durchaus nachvollziehen. Beschäftigt man sich ein wenig mit der Person Scheer und setzt ihn mit Wirtschaftspolitik in Verbindung, dann sollten eigentlich alle Warnlampen angehen. Aber das ist meine perönliche Meinung.

MFG
 
Solange es heißt, Ypsilanti hätte es ja wissen müssen, sie habe es aus reiner Machtgeilheit probiert und sei ohnehin dumm und arrogant sehe ich irgendwie jetzt keine Grundlage deiner Argumentation zu folgen.

Es ist das ganz genauso das gute Recht von Ypsilanti es zu probieren. Oder willst du ihr dieses Recht auf Wahl streitig machen?

Tatsache ist doch auch, dass zweimal im letzten Moment das Gewissen zuschlug, während parteiintern egal ob öffentlich oder geheim Zustimmung signalisiert wurde. Nun mag es so sein, dass intern auch Kritik an der Duldung auftauchte. Deswegen wirfst man Ypsilanti vor, sie hätte es ja ahnen und deswegen gleich von selbst abblasen müssen. Und genau darauf haben die Kritiker gewartet. Während sie 9 Monate lang zuschauten und immer wieder der Duldung zustimmten.

Als was soll man es denn bezeichnen? Und wie gesagt, nicht mal das monatelange zögern werfe ich ihnen vor und auch nicht das Recht, ihrer Gesinnung zu folgen. Aber wenn dann sollte man dies auch wirklich tun. Abwarten ob man nicht den passenden Posten abbekommt und abwarten ob nicht jemand anderer die Dreckarbeit erledigt, das hat mit Gewissensentscheidungen nichts zu tun. Intern Zustimmung andeuten, angeblich aus Angst für ein Nein abgestraft zu werden und dann direkt per Presse das Nein zu kommunizieren, ist das mutig? Was ist das? Kalkül, dass man nun wenigstens öffentlich durch die Medien gezerrt wird? Da wird im Spiegel aber tränenreich verkündet, dass sich die Rebellen nun erstmal zurückgezogen haben. Dafür kommt dann gestern der Auftritt im Quartett bei Beckmann. Nein, es passt nicht so wirklich, das Bild des Märtyrers, der für sein Gewissen sterben muss.
 
@happy mutant

Ich ergreife keine Partei für die vier Abweichler aber auch nicht für Ypsilanti. M.E. zeigt die ganze Geschichte eher wie kaputt die Partei innerlich ist.

Frau Ypsilanti hat sich grundsätzlich für ihren Weg entschieden, muss sich nun aber nicht über den Zeitpunkt und die Art der internen Reaktionen wundern (Metzger-Effekt!?), genausowenig wie es die Vier nun dürfen.

Das was jetzt passiert, ist nur eine Folge der Zerissenheit der SPD, nicht nur auf Bundesebene.

Das auf der einen Seite Macht und auf der anderen Seite die beleidigte Leberwurst auch eine Rolle gespielt haben, sehe ich auch so.

Das von Müntefering beschriebene "Schlagloch" dürfte allerdings etwas tiefer sein, als erwartet.

Kannst Du meiner Argumentation nun besser folgen?

MFG
 
Ich habe Ypsilanti vorgeworfen sie sei dumm? Na das beweis mal... Ich hab lediglich angemerkt, dass ich ihre Qualifikationen als nicht passend erachte. Das hat nichts mit dumm zu tun.

Arrogant ist sie. Ich werde ihren Spruch kurz nach der Wahl, sich zum klaren Sieger auszurufen, so schnell nicht vergessen. und ich könnte ihr genauso vorwerfen, dass sie Scheer ganz bewusst als Provokation Walters mit diesem Posten besetzt hat. Denn wie e-ding eingeworfen hat, sollten bei Scheer und Wirtschaftspolitik sämtliche Alarmglocken schrillen. Auch sein aktueller Plan den Flughafen Kassel zu einer Zeppelinwerft! auszubauen, lassen ihn nicht wirklich als geeigneten Kandidaten für den Posten erscheinen. Das hat genauso Hand und Fuss, wie deine permanente Anschuldigung, die 4 hätten rein aus egoistischen Motiven gehandelt. Zumal Ypsilanti problemlos Walter den Posten hätte zukommen lassen können, was ihn mit Sicherheit ruhig gestellt hätte, Das war taktisch unüberlegt von ihr.

Du lässt auch einfach nicht ab von dem Punkt, dass Zustimmung signalisiert wurde. Was sollen den die Damen (und der HErr) machen. Wahlen sind geheim! Wenn im Vorfeld derart massiv geprüft wird, ob Zustimmung herrscht, ist es nur durch solche Lügen überhaupt möglich, sein Recht auf geheime Wahl zu schützen oder wie soll das anders gehen? Erklär mir bitte doch einmal, wie man sich hätte verhalten sollen, wenn man nicht gewillt ist, sein Recht auf geheime Wahl aufzugeben?
 
@Mustis: "Solange es heißt" != "Solange du sagst/behauptest/denkst" Ich habe lediglich einige der Vorwürfe zusammengefasst, ohne dies speziell jemanden in den Mund zu legen.

Weiterhin hast du nun zum ersten mal überhaupt deine Logik offenbart. Du bist also der Meinung, dass die Abgeordneten in der geheimen Probeabstimmung deswegen für Ypsilanti gestimmt haben, weil wie ihr recht auf geheime Wahl wahrnehmen wollten? Oh und wieso haben sie deiner Meinung nach dann überhaupt erst das Spiel solange mitgemacht um dann doch nur zwei Tage von rettenden Ufer sich öffentlich zu outen? Nein, ich komm da nicht mit, wie das alles eine Rettung der Demokratie sein sollte.

Und zu Herrmann Scheer. Der Vorschlag mag schlecht sein (und von dir verkürzt wieder gegeben sein). Aber Kassel-Calden hat so oder so keine Zukunft und die Absicht ihn auszubauen ist genauso wirtschaftlicher Käse und doch Konsens zwischen lokalen Politikern und diversen Versprechen im Wahlkampf der CDU. Ha, man warnt vor einem Experimenttierfeld und macht genau das, nur eben mit anderen Mitteln? Ein Milliardengrab, angetrieben durch Wunschvorstellungen und lokaler Profilierungssucht.

@e_ding: über die Zerrissenheit der Partei sind wir uns sicherlich einig. Mir ging es in der Antwort aber schon darum, die jeweilige individuelle Schuld, die ja hier auch von anderen verteilt oder eben nicht verteilt wird aus meiner Sicht darzustellen. Mein Beitrag war jetzt nicht unbedingt auf dich gemünzt.
 
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Es ist aber naheliegend, da ich dies ins Gespräch brachte. ;) Übrigens kann man nicht unbedingt sagen, dass die Abweichler nicht bekannt waren. Steinmeier, Steinbrück und einigen weiteren Parteioberen waren wohl schon seit Juni darüber informiert, dass es 4 Abweichler in der Hessen-SPD gab. So geheim kann das ganze also nicht gewesen sein. Steinbrück war auch keineswegs überrascht oder empört über dieses Ergebnis und war der MEinung, dass dieses Ergebnis die SPD weniger belaste, als wenn Scheer und Ypsilanti chaotisch regiert hätten. Wirkt auf mich nicht so, als wäre er dem Ergebnis abgeneigt und schon gar nicht davon überrascht. Auch in der Hessen-SPD selber gab es viele, die von Rot-Rot-Grün nichts wissen wollten. Warum sie dan Ypsilanti trotzdem die Stimme gaben wundert mich dann schon.

Also je mehr darüber bekannt wird, desto weniger glaube ich, dass das alles wirklich so überraschend war für viele SPDler. Umso mehr erhärtet sich der VErdacht, dass Ypsilanti die Warnzeichen nicht sehen wollte.
 
Achso und seit Juni hat sich keine Gelegenheit gefunden das abzuwürgen? Einerseits sagst du die Abweichler hatten Angst, dass man herausfindet wer sie sind, andererseits wussten ja eh alle, wer es ist und warum und wieso? Ja was denn nun?

Wie gesagt, was ist daran moralischer zu warten, dass die eigentlich beabsichtigte Abwahl von Koch ausgerechnet vom Spitzenkandidaten abgeblasen wird? Sorry, wenn weder die Bundespartei, noch die Abweichler die Eier in der Hose habe und die Duldung schlicht offen ablehnen, dann ist das nicht Schuld der Anderen. Keiner der Gesinnungsgenossen wollte sich die Finger schmutzig machen. Es ging nur darum seinen Posten zu verteidigen, ob als Bundesvorsitzender oder als Landtagsabgeordneter. Von Gewissen keine Spur.

Nein, die Bundespartei wollte sehen, ob es klappt, aber bloß nicht öffentlich Stellung nehmen. Der rechte Flügel will Ypsilanti ohnehin loswerden, aber ohne wie Beck abserviert zu werden. Und wer in der Bundespartei derzeit am Ruder sitzt brauche ich wohl nicht erläutern.

Die liebe SPD und das sagte ich schon, ist ein intriganter Sauhaufen und macht sich nachhaltig unwählbar. Das ist das Erbe der Schröderianer. Die Partei wusste erst nicht wie ihr geschieht und nachdem Schröder weg war, hatte man ein politisches Erbe, dass weder der Wählern, noch ein Großteil der Partei haben wollte. Und doch setzen sich ausgerechnet immer wieder die durch, die sich als Erfüllungsgehilfen der CDU andienen und letztendlich nur noch eine Schattierung des Konservativen darstellen.

Auch die Grünen sind auf den besten weg dahin. Vier konservative Parteien braucht aber kein Mensch. Aber gut man ist froh jede Chance auf andere Machtoptionen verschenkt zu haben, also wird man nun Juniorpartner der CDU oder der exPDS im Osten. Viel Spaß dabei.
 
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nanana lieber Mutant, ich habe nie gesagt, dass alle es wussten, sondern einige in der Parteispitze. Ob das so stimmt, sei mal dahingestellt. Ich habe das nur so aus den Medien vernommen. zudem warum sollen sie sich einmischen und sich damit hineinziehen lassen. Ich kann die Haltung durchaus nachvollziehen. Einerseits gibt man ihnen damit Chancen. Hätte Ypsilanti ohne dieses Gezerre gewonnen, hätte man damit sicherlich in der SPD Spitze leben können. Aber warum sollte die SPD-Spitze die Suppe auslöffeln, die sich die HEssen-Spd eingebrockt hat? Ich verstehe auch nicht, wieso du Ypsilanti dermaßen verteidigst, wenn die SPD eh ein Sauhaufen ist. Sind wir uns ja mal einige. Weder Ypsilanti noch die Abweichler noch die Spitze hat sich hier mir Ruhm bekleckert. Jeder auf seine Art und Weise. Was mich nur an deiner Argumentation stört ist, dass die die geheime Wahl so sehr kritisierst. Es ändert nichts an den Tatsachen. Zumal zumindest bei Frau Metzger seit März die Ablehnung öffentlich bekannt ist. Es hat einfach nichts mit Eier in der Hose zu tun, wenn soetwas so spät offengelgt wird. oder auch gar nicht. Dabei ist es unerheblich ob nun tatsächlich gewissensbisse dazu führen oder persönliche Motive. Perösnliche Motive haben auch eine Ypsilanti dazu verleitet, sich gegen die Spitze zu stellen und gegen viele Hessen-SPDler und sogar gegen viele Wähler. diese gnadelose Abwahl von Koch nahm religiöse Züge an. Koch mag kein Sympathieträger sein, aber so schlimm, wie er auch von dir dargestellt wird, ist er nicht. Ich meine, klammert er sich mit allen Mitteln an die Macht oder ist es nicht vorallem der Opposition zu verdanken, dass er vermutlich weiterhin Chef bleibt? Nachdem was hier wieder abgezogen wurde hab ich Koch allemal lieber im Amt, als dass die SPD regiert. Ich bin mir übrigens sicher, dass Ypsilanti den Weg trotzdem bis zu Abstimmung gegangen wäre, ob die Abweichler das nun im Vorraus gesagt hätten oder nicht.

Und ob die Grünen nun mit der CDU zusammenarbeiten wird man sehen. Noch sind KErnpunkte wie der Flughafenausbau Streitthema. Und nach dieser schlappe der SPD wird wohl Schwarz/Gelb auch ohne die Grünen ausreichend Stimmen erhalten.
 
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