Einhörnchen schrieb:
Der von der verlinkte Artikel ist äußerst interessant. Ist zwar zunächst vom DGB, die Zahlen selbst sind aber vom DIW und damit einem renommierten Institut. Nur kann ich an diesen Zahlen nichts schlechtes finden:
Es geht um die Verteilung. Die ist eindeutig nicht von oben nach unten, wie gerne behauptet wird ,sondern genau in die andere Richtung.
- Das Nettovermögen gesamt beträgt wohl 3.017.000.000.000 EUR
- 8.000.000 Bundesbürger (oberes Zehntel) verfügen über 61 % davon
Einhörnchen schrieb:
[*]D.h. 72.000.000 Bundesbürger haben immer noch ein Durchschnittsvermögen von 16.500 EUR
Falsch, denn knapp 50% haben im Schnitt gar kein Vermögen.
Einhörnchen schrieb:
Immobilien, Autos, Entertainment usw. sind in dieser Summe nicht berücksichtigt. Das alles kommt noch dazu!
Meinst du wirklich dann ändert sich etwas?
Einhörnchen schrieb:
Natürlich wäre eine gleichmäßigere Verteilung wünschenswerter, aber woran will man das festmachen?
Es ging um Gerechtigkeit. In einem Land kann es leider nicht gerecht zugehen, wo die Kinder der oberen 10% wesentlich besser starten. Ich glaube es war Barnecke der meinte, dass er es unfair findet wenn seine Kinder bei einem 100 m lauf bei 90 Metern starten. Deshalb wollte er nichts vererben.
Einhörnchen schrieb:
einen höheren Marktwert der Leistung bestraft.
Das ist es ja. Von der Einkommensschicht von der wir sprechen kommen wir langsam in den Bereich, wo man keine Leistung mehr bringen muss. Oder ist es eine Leistung Bundesschatzbriefe zu kaufen und von den Zinsen zu leben.
Einhörnchen schrieb:
Dass der Staat kein besserer Unternehmer ist sieht man an KfW und den Landesbanken. Das Konzept, dass ein Unternehmer für sein Handeln verantwortlich ist (und im Erfolgsfall auch am meisten davon profitiert) halte ich da für besser. Auch wenn ich mir mit haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaften nach wie vor schwer tu.
Privat ist aber auch nicht immer so toll, oder GM, die Deutsche Bank, HRE, Lehmann Brothers.
Einhörnchen schrieb:
Mindeslöhne einführen?, wie es Linke und SPD fordern? Deutschland ist kein Niedriglohnland, selbst internationale Befürworter von Mindeslöhnen wie Bill Clinton halten das in D für unangebracht.
Komisch, dass die USA einen Mindestlohn haben, ebenso UK, Frankreich und ettliche andere europäische Länder. Die sind gut gefahren damit.
Einhörnchen schrieb:
Außerdem: Wen treffen Mindeslöhne denn? Doch nicht die oberen 10 % aus der verlinkten Statistik! Die machen mehren ihr Geld eher am Kapitalmarkt oder durch Investitionen als durch die Ausbeutung von Arbeitern (die meisten Unternehmer, zumindest hier in B-W, sind deutlich besser als ihr ruf).
Hast du dir schon mal überlegt woher das Geld am Kapitalmarkt letztendlich kommt? Aus der Realwirtschaft und den Gewinnen der Unternehmen. Also hat eine bessere Bezahlung durchaus ein Einfluss auf die Verteilung.
Einhörnchen schrieb:
Wenn die Angestellte im Restaurant plötzlich 10 statt 5 EUR verdient geh ich im Monat halt nicht mehr jedes Wochenende sondern nur 1x dort essen, die Preise sind mir dann zu teuer. Und ich bin da sicher nicht der einzige.
Dafür kann die Angestellte mal essen gehen. Ich sehe das Problem nicht.
Einhörnchen schrieb:
Versteh mich bitte nicht falsch, ich finde schon, dass man an Lösungen arbeiten muss, halte aber Methoden wie Enteignung & Verstaatlichung (wie es die hier zur Diskussion stehende Partei fordert) für den falschen Weg.
Bei Roosevelt war es in den 30er Jahren eine Lösung:
"Der Spitzen-Einkommensteuersatz (derzeit nur 35 Prozent) stieg in der ersten Amtszeit Roosevelts auf 63 und in der zweiten auf 79 Prozent. Als die Vereinigten Staaten Mitte der fünfziger Jahre vor den Ausgaben des Kalten Krieges standen, stieg er auf 91 Prozent."
"Die durchschnittliche Bundessteuer auf Unternehmensgewinne stieg von weniger als 14 Prozent im Jahr 1929 auf über 45 Prozent im Jahr 1955."
"Der Spitzen-Erbschaftsteuersatz stieg von 20 auf 45, dann auf 60, später auf 70 und schließlich auf 77 Prozent. Auch dies führte dazu, dass die Konzentration des Vermögensbesitzes erheblich nachließ: Die reichsten 0,1 Prozent der Amerikaner verfügten 1929 über mehr als 20 Prozent der Vermögen des Landes, Mitte der fünfziger Jahre dagegen nur noch über etwa 10 Prozent."
http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/new_deal_-_krugman.htm
Und auch damals war Amerika ein urkapitalistisches Land. Das Geld wurde investiert. Es geht also. Ob es der richtige Weg ist und ob der New Deal oder der Krieg Amerika von der Rezession befreit hat, darüber lässt sich streiten. Es steht im Grundgesetz, dass Eigentum verpflichtet. Das wäre ein Weg.
Einhörnchen schrieb:
Ohne jetzt die CDU unterstützen zu wollen: Einige von deren Politiker haben mehrmals die Vervielfachung des Kinderfreibetrags bei der Einkommenssteuer vorgeschlagen. Das ist IMO eine geeignete Maßnahme, denn Arbeit wird dann belohnt und diejeingen die etwas für die Gesellschaft tun werden entlastet. Vorschläge dieser Art sind meiner Meinung nach deutlich sinnvoller als den alten Klassenkampf auf "Das Kapital" wieder loszutreten.
Es zahlen aber gerade die unteren Einkommensschichten keine Steuern. Warum nicht einfach das Kindergeld erhöhen?