Horrende Stornogebühren bei Hotelbuchung

John Reese

Lt. Commander
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März 2008
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1.371
Moin zusammen,

ich habe vor vor einigen Wochen über booking.com zwei Hotelzimmer für ein bevorstehendes Konzert in einer deutschen Großstadt reserviert, welches nun leider abgesagt wurde.

Leider bietet das Hotel gemäß deren Richtlinie nur bis 2 Wochen vor Reiseantritt eine kostenfreie Stornierung (diese Frist ist knapp verstrichen), danach sind 90% der Gesamtkosten fällig. Ich habe den Betreiber bereits gefragt, ob in diesem Fall kulanterweise eine günstigere Storno in Betracht kommt, die er verneint hat.

Leider habe ich keine Rechtsschutzversicherung, ansonsten hätte ich schon einen Anwalt gefragt, daher die Frage:

Ist das so rechtens? Schließlich könnte das Hotel doch bis Reisebeginn die Zimmer erneut vergeben haben und würde dann 190% Geld einnehmen?

Danke (und ich hab leider auch keine Reiserücktrittsversicherung). Habs aber schonmal als Lehrgeld verbucht.
 
Es gibt hier verschiedene Prüfungsmöglichkeiten, eventuell auch gegen den Konzertanbieter.

Alles recht komplex und für einen Laien aus meiner Sicht nicht vernünftig durchfechtbar.

Das Übliche kann man natürlich probieren, z. B. Leerstand bzw. Ausbuchung nachzuweisen. Oder aber aber man besucht die Stadt einfach und macht sich einen schönen Tag. :)
 
Danke für die schnelle Antwort Idon.

Ich hab die Stornierung jetzt schon ausgelöst und ehrlich gesagt kommt nach Köln fahren und einen schönen Tag machen nicht in Frage :)

Es geht hier um ~400€, ich befürchte wirtschaftlich würde es sich nicht lohnen einen Anwalt zu kontaktieren?
 
Also: Ich persönlich finde 90% bei knapp 2 Wochen extrem viel, insbesondere der Sprung von 0% auf 90%. Die Rechtslage im Detail kenne ich nicht, da ich in anderen Gebieten unterwegs bin; der § 651h BGB ist jedoch recht neu und es könnte sein, dass prozentuale Staffelungen grundsätzlich unzulässig wären - beurteilen kann ich das, wie gesagt, jedoch nicht.

Hast du schon beim Hotel angerufen? Eventuell mit dem Hotelmanager gesprochen? Dir vielleicht die 90% Stornogebühren detailliert und nachvollziehbar aufschlüsseln lassen?


Ob's dir einen Anwalt wert ist weiß ich nicht; hängt vielleicht auch davon ab, wie sich das Hotel auf Ansprache § 651h BGB und Kostenaufschlüsselung verhält. Du kannst ja mal selbst prüfen, in wie weit dir das (vor allem die Fragestellung bzw. der Eröffnungsthread selbst) hilft: https://www.juraforum.de/forum/t/hotelkosten-als-vergebliche-aufwendung.521393/ Wenn es dir keinen Anwalt wert ist: Ich würde vermutlich am Abend des eigentlichen Konzerns bzw. der geplatzten Übernachtung mit einem Zeugen gemeinsam das Hotel anrufen und nach einem Zimmer für sofort in der ursprünglichen Kategorie fragen.


Um welches Konzert geht es denn? Ist es eine große Hotelkette, ideal mit vielen Sternen?
 
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Da hätte eine Selbstvermarktung dieses Hotelzimmers in Köln sicherlich finanziell mehr eingebracht. Nur so als Anregung für Andere in gleicher Situation!
 
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Vielleicht war der Fehler über booking.com zu buchen?
viele Hotels haben ja eine eigene Webseite... falls das Hotel eine haben sollte, würde ich dir mal besuchen und gucken was bei Storno da anfällt
 
Man kann beim buchen selber entscheiden, welche Stornobedingungen man eingeht. Geht man nur nach dem Preis, bekommt man eben solche Bedingungen. Was kann das Hotel dafür, dass Dein Reisegrund weg fällt.
 
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Man kann ja darüber suchen aber buchen würde Ich da nie.
Wir haben immer direkt gebucht das war jedesmal deutlich billiger und so nen quatsch wie hochrende Stornogebühren gabs auch nie.
 
SpookyFBI schrieb:
viele Hotels haben ja eine eigene Webseite... falls das Hotel eine haben sollte, würde ich dir mal besuchen und gucken was bei Storno da anfällt

Beim Hotel selbst gibt es die selben Konditionen, einschl. der selben Zimmerpreise.

BlubbsDE schrieb:
Man kann beim buchen selber entscheiden, welche Stornobedingungen man eingeht.
Du meinst, man kann ein Hotel mit entsprechenden Konditionen wählen.

BlubbsDE schrieb:
Was kann das Hotel dafür, dass Dein Reisegrund weg fällt.
Ich habe auch kein Problem damit, dass das Hotel einen Teil der Kosten erhält. Aber 90% ist imho sehr viel.

Idon schrieb:
Um welches Konzert geht es denn? Ist es eine große Hotelkette, ideal mit vielen Sternen?
Lana Del Rey, sollte am 03.03. in Köln stattfinden. Hotelkette ist Motel One.
 
John Reese schrieb:
Du meinst, man kann ein Hotel mit entsprechenden Konditionen wählen.

Kommt drauf an. Auch beim gleichen Hotel gibt es uU unterschiedliche Storno Bedingungen. Und grundsätzlich kann kann als Kunde eben die Bedingungen einsehen und selbst entscheiden.
 
Buche selbst sehr regelmassig Hotels im Inland (meist Flughafen) und Ausland und das über booking.
Bei größeren Ketten hast du eigentlich immer die Wahl gegen Aufpreis pro Nacht bessere Storno Bedingungen zu bekommen.
Einzelne Hotels haben tatsächlich die Angewohnheit teils komische Storno Bedingungen zu haben. 2 Wochen 90% ist mir persönlich nur bei Pauschalreisen über den Weg gelaufen :x


Edit:
Wobei gerade eben bei einer kleinen Kette in Spanien letztens erst auch folgendes buchen konnte: Storno 100%. 10€ mehr pro Nacht Storno bis Anreisetag 12:00 for free 😅
 
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Die Option gibt & gab es bei dem Hotel tatsächlich nicht:

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Also bleibt mir letztlich nur übrig, wie Idon das bereits vorgeschlagen hat, am Anreisetag mich zu informieren, ob noch Zimmer (in meiner Kategorie) frei sind und wenn nein darauf zu pochen, dass sie die Gebühren erlassen. Oder aber die Gebühren aufschlüsseln lassen, allerdings weiß ich nicht, ob sie mir da Auskunft geben müssen.

Ansonsten müsste ich einen Anwalt einschalten, wenn ich auf mein Recht "bestehe".
 
Probiere das mit der Aufschlüsselung doch bitte sehr zeitnah und dann berichte hier.
 
Gibt keine einheitliche Rechtsprechung. 90% wirkt aber bisschen viel.
 
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Wieso hast du in dem Hotel ein Zimmer gebucht wenn dir die Stornogebühren zu hoch sind?

@Andreas_ Eine Buchung ist keine Reservierung, ich war zu letzt relativ viel im Motel One und es wurde immer ein Zimmer für Sonntags reserviert, aber eben nicht gebucht.
 
Es gibt seit 2018 den § 651h BGB. Deine Links sind veraltet.

Der TE sollte jetzt machen, was vorgeschlagen wurde. :)
 
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Okay, werde ich morgen machen. Aber was, wenn sie mir entweder die Gebühren detailliert aufschlüsseln können, oder es nicht tun können?

Letztlich läuft es doch so oder so darauf hinaus, dass ich mir einen Anwalt nehmen müsste um mein Recht durchsetzen zu können, nicht?
 
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