Kann ein US Shop das Versandrisiko auf mich "abwälzen"?

PiPaPa

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Ich habe vor einigen Tagen beim Auzentech.com Store in den USA ein HTPC Gehäuse bestellt, da es dieses im Grunde nur dort zu erwerben ist.

Nun habe ich eine Email von Auzentech bekommen.
We usually do not deliver such as a computer case to foreign country due to concerning of fragile items.

If you are still want to receive your order, you should be responsible for any damage during the delivery.

You should consider of your order AVC S-7 once again and let us know your final decision.

If you have decide to cancel or order, we will do the proper action accordingly.

Erstmal frage ich mich warum sie dann überhaupt weltweiten Versand anbieten. Dann hört es sich für mich so an das ich die Verantwortung für mögliche Schäden auf dem Versandweg übernehmen soll.
In Deutschland kann zumindestens ein gewerblicher Händler das Versandrisiko nicht auf mich abwälzen. Wie verhält es sich denn jetzt in dem Fall?
Im Falle eines Schadens müsste ich doch so oder so mich an das Versandunternehmen (UPS) wenden, aber Auzentech wird das kleine Ding ja nicht in Butterbrotpapier einwickeln hoffe ich.
 
Mal ein kleines Gedankenspiel:

Es könnten zwei Rechtsordnungen zur Anwendung kommen - deutsches sowie amerikanisches Recht.

Sollte deutsches Recht einschlägig sein, willst du dann dem Amerikaner erklären, dass er sich doch bitte ans BGB zu halten hat? Entweder du tust es, dann wird er vermutlich einseitig die Bestellung stornieren oder du lässt es, dann müsstest du im Zweifelsfalle dein Recht vor Gericht erstreiten.

Sollte amerikanisches Recht einschlägig sein, bräuchtest du ebenso einen Anwalt, der sehr bewandert im dortigen Recht ist, und sei es nur, um dir zu erklären, wie das dort mit dem Gefahrübergang funktioniert und inwiefern vertragliche Abweichungen möglich sind.

Dazu kommt noch, dass man vertraglich bestimmen kann, welches Recht anwendbar sind - in den T&Cs deines Händlers steht dazu ganz sicher was, und ich verwette meinen Schönfelder, dass es nicht das deutsche Recht ist. Nach deutschem Recht ist zwar fraglich, ob du auf diese Weise den Verbraucherschutz wirksam umgehen kannst, aber then again - willst du das durchsetzen, musst du im Zweifel klagen.

Lange Rede kurzer Sinn: die Rechtslage ist für deine Frage vollkommen egal, denn selbst wenn du recht hättest, würdest du es kaum durchsetzen wollen. Also frage dich einfach, ob du UPS vertraust oder nicht und triff auf der Grundlage deine Entscheidung.
 
Denke mal wenn beim Versand was passiert, bleibst du auf dem Schaden sitzen. Musst du selbst wissen in welcher Größenordnung der Wert der Sendung rangiert, und ob du das Risiko einzugehen bereit bist.

P.S.: Komisches Englisch spricht der Verfasser dieser Mail.
 
FidelZastro schrieb:
Mal ein kleines Gedankenspiel:

Es könnten zwei Rechtsordnungen zur Anwendung kommen - deutsches sowie amerikanisches Recht.

Und genau darum ging es mir ;)
In Deutschland kann auch kein Händler über seine AGBs sich über das Gesetz hinwegsetzen und einfach das Versandrisiko auf den Kunden abwälzen.
Frage ist also ob es im amerikanischen Recht auch solche Regelungen gibt die klar besagen ala "Der Verkäufer trägt das Versandrisiko, es darf nicht auf den Kunden übertragen werden" o.ä.
Ebenso kann ich mir nicht vorstellen das ein US Shop sich demnach über geltendes US Recht hinwegsetzen kann und sagen "Weil das Paket ne weite Strecke zurücklegt, und es kaputt gehen kann, übernimmst du die Haftung".

Es wäre so oder so UPS der Ansprechpartner, aber nungut, danke für die Hilfe, auch an fabig.
 
Die amerikanische Rechtslandschaft ist deutlich unübersichtlicher als die deutsche. Es gibt weniger Bundesrecht, dafür mehr individualstaatliche Regelungen, außerdem haben wir dort - mit Ausnahme von Louisiana - ohnehin ein Common Law System, in dem Richterrecht einen viel höheren Stellenwert hat. Ich habe mich mit Englischem Vertragsrecht mal ein wenig auseinander gesetzt, gerade genug, um mir sicher zu sein, dass es mich viele Stunden meines Lebens kosten würde, diese simple Frage zu recherchieren.

Es würde mich überraschen, wenn hier jemand eine korrekte, nachvollziehbare Antwort aus dem Ärmel schüttelt. Aber auch freuen, man lernt ja gern :)
 
Ebenso kann ich mir nicht vorstellen das ein US Shop sich demnach über geltendes US Recht hinwegsetzen kann und sagen "Weil das Paket ne weite Strecke zurücklegt, und es kaputt gehen kann, übernimmst du die Haftung".
Und wenn dem nicht so ist und du liegst mit deiner Vermutung richtig, kannst du auch nichts daran ändern.:rolleyes:

PS: UPS ist bei Transportschäden dein Ansprechpartner.
 
Sherman123 schrieb:
Und wenn dem nicht so ist und du liegst mit deiner Vermutung richtig, kannst du auch nichts daran ändern.:rolleyes:

Es geht doch auch mehr darum zu erfahren wie seriös der Shop nun handelt. Wenn ein Shop schon versucht sich über eventuell geltendes Recht hinwegzusetzen, kann ich mir dann auch gleich die Bestellung sparen.
Aber da diese Frage offenbar nicht ganz so einfach zu klären ist und UPS sehr auf Kundenzufriedenheit bedacht ist und einen spitzen Service hat, versuche ich einfach mein "Glück" (da bei mir noch kein einziges Paket kaputt ankam).
 
Nur mal so am Rande....
UPS ist bei Transportschäden dein Ansprechpartner

Ansprechpartner ja, Haftung nur, wenn der Versender die Ware auch so eingepackt hat, dass sie heile ankommen kann!

Generell würde ich eher UPS sowas anvertrauen als irngendeinem anderen - hat schon einen Grund, warum DELL auch per UPS verschickt - zumindest bis vor kurzem........

Da wir seit Jahren mit UPS versenden, kann ich Dir sagen, dass ich praktisch keinen Bruch reklamieren muss (2x in 10 Jahren bei 1-2 K Paketen / Jahr)! Liegt aber eher daran, das wir die Ware auch gut verpacken! Da kenn ich diverse schlechte Beispiele!
Wenn der Versender nicht auf den Versand in das Ausland eingerichtet ist, würde ich auch mal vermuten, dass er eher dünne, unbrauchbare Kartons verwendet - kann natürlich sein, dass er soviel Verstand hat, und mehrere für Deine Sendung nimmt!?!
 
Also ich hatte eben auch noch nie Probleme mit UPS und auch mit keinem US Shop.

Da es sich um den offiziellen Auzentech Onlinestore handelt gehe ich mal davon aus das dieser in der Lage ist die Sachen auch vernünftig zu verpacken, denn Auzentech hat ja auch einen Ruf zu verlieren.
Ich hatte da auch schon eine Auzentech Soundkarte bestellt und die kam auch ordentlich verpackt an. Und die werden ja mindestens die selben Verpackungen nehmen wie fürs Inland und da geht es ja auch bei UPS per Luftfracht innerhalb der USA herum, zumin bei den Expresssendungen.
Aus den Reviews zum Gehäuse habe ich auch gesehen das die Verpackung auch so vernünftig ist und der Hersteller hat das weitere Zubehör praktisch und sicher im Gehäuse verstaut, so das da auch nichts herumfliegen sollte. :)

Danke für die Antworten, hab ihnen jetzt geschrieben das sie mir das Gehäuse dennoch schicken sollen.:)
 
http://pages.ebay.de/rechtsportal/gewerbliche_vk_8.html
http://www.kaufenmitverstand.de/recht/recht.php
Was kann ich tun, wenn die Ware beim Versand verloren gegangen oder beschädigt ist?

Wenn Sie die Ware bei einem privaten Anbieter gekauft haben, tragen grundsätzlich Sie als Käufer das Versandrisiko. Der Verkäufer muss jedoch nachweisen, dass er den Artikel tatsächlich verschickt hat. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie deshalb beim Kauf
von einem privaten Anbieter immer eine versicherte Versandart wählen. Hier stehen Ihnen dann gegebenenfalls Ansprüche gegen das Transportunternehmen zu.

Wenn Sie die Ware als Verbraucher bei einem gewerblichen Anbieter gekauft haben, trägt immer der Verkäufer das Versandrisiko und muss bei Verlust oder Beschädigung der Ware den Kaufpreis erstatten oder erneut liefern. Sollte er dazu nicht bereit sein, lassen Sie sich
rechtlich beraten und setzen Sie ggf. die Rückerstattung des Kaufbetrags auf diesem Wege durch.
und was ist das dann? Deine Regelung trifft auf den Verkauf zwischen zwei privaten Personen zu und nicht zwischen einem Gewerbetreibenden und einem Privaten.
 
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