Der ganze Wiki-Artikel ist ein Beweis, wie problematisch Patriotismus ist. Die Verwandtschaft mit dem Nationalismus ist nicht zu verkennen. Wie ich schon sagte, ist es schon paradox, dass ein Mehr von Gutem (Patriotismus) in etwas Schlechtes (Nationalismus) umschlägt. Anders herum wird ein Schuh draus: Patriotismus und Nationalismus kann man gar nicht trennen, im Grunde unterscheiden sie sich gar nicht voneinander, sondern sie sind die notwendige Ideologie zu der Verfasstheit der Menschen in ökonomisch-politischen Einheiten, Nationen und Staaten. Ihre Sprache, Bräuche, etc. sind in sich kein Grund für Staaten, sondern anders herum: die Staaten definieren sich immer ihre Nation und sagen es ihr, worin sie besteht und was sie zu tun hat. Wenn die Staaten schon etwas dafür vorfinden um so besser. Es geht aber auch ohne, siehe USA. Es tut kein Wunder, dass die Begriffe der Nation und des Patriotismus zusammen mit dem Kapitalismus entstanden sind. Die kapitalistisch wirtschaftende Staaten sind in ihrer Konkurrenz um die Sicherheit der Ressourcen und der Gewinne auf ihr dienendes Volk angewiesen. Das lässt sich natürlich nicht realisieren ohne Trennung von Inländer und Ausländer. Der Patriotismus ist daher schon die Antwort des Volkes zu dem Ruf der Regierenden: "Tut etwas für eures Land" - sei es in den Krieg ziehen oder den Gürtel enger schnallen.
Der Satz von Rau legt Zeugnis davon ab: "Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet."
Die Behauptung wirft ein Paar Fragen auf:
1. Zwischen Patriot und Nationalist wird so etwas wie ein Gegensatz konstruiert, dabei schließen sich die zwei Teile nicht vollständig aus: Jeder Patriot kann dazu Nationalist sein und umgekehrt.
2. Die Liebe zum Vaterland ist nicht frei von Eifersucht, Enttäuschung und Entdeckung des Verrats in den eigenen Reihen, also lässt den Weg frei für alles Negative, was man im erhabenen Gefühl ausgeschlossen wissen will.
3. Überhaupt: Woher kommt jetzt die Verachtung der anderen in diese schöne Welt, wenn alle so unschuldig ihr Vaterland lieben? Wie kommt es, dass dieses liebefähiges Wesen auf einmal andere hassen und verachtet? Wenn ich diese Frau liebe, verachte ich doch nicht einen anderen, der seine Frau auch liebt. Von Liebe kann hier keine Rede sein. Wo Verachtung ins Spiel kommt, geht es um Konkurrenz, um Sich-Behaupten und Gewinnen.
Ein Patriot soll demzufolge sein Vaterland lieben, also dem dienen. Daher ist der Patriot immer als Diener und Untertan begriffen. Nationalist soll er eben nicht sein, die Sorgen mit den anderen 'Vaterländern' soll er seiner Obrigkeit überlassen. Sie weißt besser damit umzugehen, gemäß den ökonomischen und politischen Ziele, die ihre kapitalistische Wirtschaft und ihre Macht in der Welt voranbringen.
Der Satz von Rau legt Zeugnis davon ab: "Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet."
Die Behauptung wirft ein Paar Fragen auf:
1. Zwischen Patriot und Nationalist wird so etwas wie ein Gegensatz konstruiert, dabei schließen sich die zwei Teile nicht vollständig aus: Jeder Patriot kann dazu Nationalist sein und umgekehrt.
2. Die Liebe zum Vaterland ist nicht frei von Eifersucht, Enttäuschung und Entdeckung des Verrats in den eigenen Reihen, also lässt den Weg frei für alles Negative, was man im erhabenen Gefühl ausgeschlossen wissen will.
3. Überhaupt: Woher kommt jetzt die Verachtung der anderen in diese schöne Welt, wenn alle so unschuldig ihr Vaterland lieben? Wie kommt es, dass dieses liebefähiges Wesen auf einmal andere hassen und verachtet? Wenn ich diese Frau liebe, verachte ich doch nicht einen anderen, der seine Frau auch liebt. Von Liebe kann hier keine Rede sein. Wo Verachtung ins Spiel kommt, geht es um Konkurrenz, um Sich-Behaupten und Gewinnen.
Ein Patriot soll demzufolge sein Vaterland lieben, also dem dienen. Daher ist der Patriot immer als Diener und Untertan begriffen. Nationalist soll er eben nicht sein, die Sorgen mit den anderen 'Vaterländern' soll er seiner Obrigkeit überlassen. Sie weißt besser damit umzugehen, gemäß den ökonomischen und politischen Ziele, die ihre kapitalistische Wirtschaft und ihre Macht in der Welt voranbringen.
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