Kollektivschuld und deutscher Patriotismus

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Bist du stolz auf Deutschland?


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Cool Master schrieb:
Bin ich stolz auf Deutschland? Aber sowas von mal abgesehen von so manchen Politikern die vergessen haben wer sie gewählt hat. Und vorallem Made in Germany ist doch was wert!

Wenn ich das so lese, geht bei mir der Stolz verloren. Deine Schreibweise, wenn wirklich Made in Germany, ist nix wert.

Da ist sie unsere Kollektivschuld, das wird unsere Zukunft kaputt machen, wir sind nicht mehr in der Lage der Jugend die einfachsten Dinge, wie eine einigermaßen ordentliche Rechtschreibung, beizubringen.

"Die Leistung des Schülers ist ein Spiegelbild der Leistung des Lehrers." Quelle unbekannt

Nun Ihr Philosophen macht was draus.:D

Gruß
OMa
 
@e-ding:
Ich find's lustig, wenn jemand, der im sonnigen Deutschland sitzt, das System in China beurteilen können will.
:D

Schonmal versucht, dort ein Startup auf die Beine zu stellen?
Die haben dort immernoch das gute alte sozialistische Wirtschafssystem - nicht umsonst sind Hong Kong sowie der Süden Sonder-Wirtschafts-Zonen mit autonomer Verwaltungsstrukur,
was hier im Westen häufig falsch verstanden wird in der Art, dass man denkt, die hätten die Marktwirtschaft eingeführt. - Ausschließlich in Chinas südlicher Küstenregion gibt es das aber!

Außerdem sind sie bigott und doppelmoralisch. Schön Geld von den Unternehmen einkassieren, aber ansonsten politisch nichts verändern wollen. Das ist China heute!
Und glaub mir - Tiananmen ist näher als Du denkst - leider!
Auch heute noch würde soetwas stattfinden, wenn eine Großdemo offen gegen die Parteiführung
demonstrieren würde. Und Tibet - sorry, aber hast Du mal auf die Karte geschaut, wie groß Tibet ist? Das ist nicht mal eben so unwichtig, wie das Saarland. Tibeter leben mittlerweile und durch die chinesische Vertreibungspolitik in ganz China.

Du hast auch Folgendes geschrieben:

"Offene Gewalt gegenüber Minderheiten aufgrund von Lokalpatriotismus oder ethnischer Herkunft ist in China durch den Staat nicht vorhanden. Die "Partei" schaltet sich in der Regel nur ein, wenn eigene Interessen gefährdet sind. Dabei geht sie technokratisch vor aber mit Sicherheit nicht aufgrund von Herkunft oder ethnischer Zugehörigkeit. Der Partei ist es egal, ob es sich um einen Han oder einen Tibeter handelt. Sie hat kein Interesse daran, eine heterogene brodelnde Masse zu verwalten."

Genau das ist eben falsch, denn es gibt definitiv Gewalt von Seiten des Staates gegen Minderheiten, ob sie nun tibetisch oder z.B. muslemisch (Turkvölker im Norden) sind.
Da wird ganz massivst auf z.B. freie Berufswahl, Lebensmittelpunkt, Schulwahl etc. eingewirkt,
was nicht gewalttätig sein soll? Das ist Gewalt gegen die Freiheit der Menschen!

Viele, die nicht zur Ethnie der Han gehören, werden im Berufs- und Privatleben benachteiligt.
Auch das ist China 2010. Ich bin gerade seit gestern wieder in NRW und noch immer fasziniert / verwirrt vom so vielseitigen wie widersprüchlichen China im dritten Jahrtausend...
Ergänzung ()

PS.
Das Geld für Chinas Rüstungsprojekte und Weltraumprogramm kommt übrigens auch aus den steuerrechtlich autarken Provinzen im Süden. Der Süden finanziert somit die Unterdrückung
des einfachen Volkes in anderen Regionen mit Hilfe der größten Armee der Welt.
Es stimmt, das ist totalitär.

Hoffen wir nur, dass sich eines Tages etwas ändern wird. Aber das kann nur von innen heraus geschehen. Vom Inneren der Partei aus, denn China ist unempfindlich gegenüber Reformern aus dem Westen, die ihnen sagen wollen, wie sie ihr Land zu regieren haben.
Da haben sich schon Blair, Clinton und zuletzt Frollein Merkel ne blutige Nase geholt.
Sogar zur Olympiade im eigenen Land hat man ja keine Zugeständnisse gemacht - und das vor den verschlossenen Augen der gesamten Weltpresse. Gott, ich reg mich wieder auf, und das
vor dem Wochenende.
Sorry.
 
chancaine schrieb:
@e-ding:
Ich find's lustig, wenn jemand, der im sonnigen Deutschland sitzt, das System in China beurteilen können will.
:D

Öhm, nö! Ich habe u.a. in China studiert, gearbeitet und meine Diplomarbeit hat sich mit Deutsch-Chinesischen Joint-Ventures beschäftigt. Ach ja, und meine Schwiegereltern sind auch Chinesen. ;) So simpel wie Du es darstellst, ist die Sache bei weitem nicht.

chancaine schrieb:
was hier im Westen häufig falsch verstanden wird in der Art, dass man denkt, die hätten die Marktwirtschaft eingeführt. - Ausschließlich in Chinas südlicher Küstenregion gibt es das aber!

Von Marktwirtschaft spricht niemand, wohl aber von Freiräumen, die es ermöglichen, kaptalistisch zu wirtschaften. Dass die chinesische Regierung das ganze reguliert ist unbestritten, ideologische Gründe hat das jedoch nicht. Wer in China "westliche" Rechtssicherheit erwartet, wird natürlich enttäuscht. Das ist allerdings keine Überraschung und auch nicht bigott, sondern vorhersehbar.


chancaine schrieb:
Genau das ist eben falsch, denn es gibt definitiv Gewalt von Seiten des Staates gegen Minderheiten, ob sie nun tibetisch oder z.B. muslemisch (Turkvölker im Norden) sind.

Wir müssen uns nicht darüber unterhalten, dass China ein repressiver Staat ist. Dennoch geht es der chinesischen Regierung nicht um die Unterdrückung von Minderheiten. Es geht ihr um die Durchsetzung ihrer Interessen aber auch um Stabilität. Wenn Tibeter bzw. Uiguren diese Stabilität gefährden, wird natürlich eingegriffen. Ihre Herkunft ist dabei allerdings unerheblich.
Es ist schwierig zu verstehen. Minderheiten werden dort vielfach gefördert, sind dabei aber unfreier, als der "Normalchinese".

Du hast aber recht, wenn du auf den inneren Lokalpatriotismus, bzw. die Benachteiligung von Minderheiten durch die Han hinweisst. Da geht es aber auch noch abstruser. Ich habe Shanghaier kennengelernt, die alle Nichtshanghaier mit Abscheu betrachtet haben.
Sie haben mir gesagt, sie seien stolz, Shanghai ren zu sein.

Womit wir wieder beim Thema wären. Worauf begründet sich dieser Stolz? Darauf, in einer durch die chinesische Regierung geförderten Sonderzone geboren worden zu sein und damit finanziell besser dazustehen, als jemand aus Chengdu?

MFG
 
Zitat: "Wir müssen uns nicht darüber unterhalten, dass China ein repressiver Staat ist."

Dass ein Staat repressiv ist, erregt heute die Gemüter, bloß weil die Repression für die westliche Vorstellung antiquiert ist. Sonst ist sie schon effizient und produktiv, wenn es darum geht - wie im Fall China - gegenüber die Konkurrenten aufzuholen. Die westliche Länder haben sie auch nicht gerade verschmäht, als sie dem kapitalistischen Reichtum verschrieben haben. Und beseitigt haben sie die Repression, weil sie nicht mehr produktiv und notwendig war - da herrschte schon Ruhe in der Kiste und alle haben ihren Platz anerkannt. Genau so wird China auch verfahren.

Zitat: "Womit wir wieder beim Thema wären. Worauf begründet sich dieser Stolz?"

Stolz sind nur die freien Menschen. Ein Sklave ist nie Stolz, worauf den auch? Aber der freie Mensch in seiner ökonomischen Freiheit, mehr zu verdienen, weißt sich einig mit seinem aufstrebenden Land. Das ist schon sein patriotischer Beitrag, den er bei dem anderen vermisst, und darauf ist er stolz.
 
Zuletzt bearbeitet:
@e-ding:

Okay, in den meisten Punkten sind wir nicht weit auseinandern,
allerdings kann ich nicht meine gesamte China-Zeit in drei vier
Zeilen packen und daraus entsteht eben der Eindruck der Ver-
einfachung. Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass die
Situation wesentlich komplexer ist.
Wobei in China zu studieren und dort zu arbeiten schon zwei
Paar Schuhe sind, vor allem der Ort, an dem man sich befindet
prägt das Bild, das man von der Gesellschaft / Wirtschaft hat.
Das ist dann aber eben der typische Unterschied zwischen Theorie
und Praxis, der uns unterschiedliche Blickwinkel auf ein und das
gleiche Land ermöglicht. Schön, dass Du zu denen gehörst, die
das Land "live" erleben können und nicht ihre Meinung von Dokus
haben!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß nicht, warum ich auf andere Menschen, eingegrenzt durch künstlich gesetzte Grenzen irgendeine Art von "Stolz" haben oder entwickeln sollte. Gerade in Zeiten der Globalisierung doch reichlich veraltete Denkweise...
 
barista schrieb:
@Blooby

Das Schlagende an unserem Thema (Patriotismus, Nationalismus, nein! Chauvinismus habe ich nicht vergessen) ist gerade was sie gemeinsam haben und nicht was sie unterscheidet - oder jeder für sich hinein phantasiert. Deswegen verpasst du schon das Wesentliche und deine Überlegungen haben keinen Kern.

Es gehört genauso zum Thema, dass die Begriffe unterschieden werden müssen, und nicht nur, wie du schon sagst, dass sie etwas gemeinsam haben. Hierbei hast du aber trotzdem den Chauvinismus nicht erwähnt, was gerade gut zu deiner Unterstellung "verpassen" passt.
Noch zum Thema Phantasie.

http://de.wikipedia.org/wiki/Chauvinismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Patriotismus

barista schrieb:
Weil es so wichtig ist, zwei Worte über den Vergleich und seine Logik. Wenn man Dinge vergleicht, ist das Gemeinsame wichtig und nicht die Unterschiede. Das verhält sich nämlich so, dass man die Unterschiede nicht herausarbeiten kann, so lange man das Gemeinsame nicht besitzt. Sagt man: 'Die Rübe ist viel schöner als die klassische Musik', da merkt jeder, dass die zwei Dinge nichts Gemeinsames haben, deswegen kann man genau so gut 'Die Rübe ist viel runder als die klassische Musik' - das ist kein Vergleich.
Man kann auch anders vorgehen: Man beschreibt beide Sachen nebeneinander und konstruiert deren Merkmale als Unterschiede. Damit erfährt man aber nichts über die zwei Sachen. Genau so geht es in deinem Beitrag: Du behauptest etwas über die Unterschiede der Begriffe (oder was du dafür hältst), entdeckst Macken und Vorzüge (schlimmste Form, Aversion, achten, hassen muss, verachtet ganz offen) also nimmst eine moralische und funktionale Sortierung der Dinge. Du weißt aber immer noch nicht, woher sie eigentlich kommen, wie sie bestimmt sind. Am Ende beschwerst du dich noch dazu, dass die Unterschiede mit der Zeit verwischt werden: "Das Problem mit diesen Definitionen ist, dass sie nach und nach vereinfacht werden (wie die unnötige Rechtschreibreform), und somit die deutliche Trennung der Definitionen verschwimmen bzw. vereint werden."
Die Sorge habe ich nicht. Wenn die Menschen hier ein funktionales Interesse an den Unterschieden hat, erfinden sie sie ganz schnell. Die subjektive, moralische Sortierung der Welt ist den Menschen in der kapitalistische Gesellschaft ihre zweite Natur und ist in der freien Meinung praktisch ohne Grenzen. Das objektive Wissen überlässt man getrost der Naturwissenschaften. Die können ja nie ideologisch werden.

Wenn ich auf klar definierte Begriffe berufe, kann ich wohl kaum irgendetwas behaupten, oder? Dein sogenannter Äpfel-Birne-Vergleich ist hierbei als nichtig zu erklären.
Man kann nicht einfach sagen, dass dies eine Entdeckung ist, wenn die Begriffe schon uralt sind. Wenn man den Hintergrund dieser Definition versteht (Latein ist hierbei ganz hilfreich), dann gibt es hier nichts zu entdecken oder zu erfinden, denn es ist dann als klarer Begriff deklariert, der sich nie ändern wird (Ausnahmen sind gegeben).
Meine Beschwerde ist berechtigt, da diese Reform zuviel vereinfacht hat, und ich werde weiterhin darauf beharren. Du magst es anders sehen, und du hast das Recht diese Meinung zu haben.
Zu deinem letzten Absatz kann ich nur dazu sagen, dass du hoffentlich weißt, weshalb dann Esperanto gescheitert ist.

MFG
 
ich mag auch was dazu sagen :D also erstmal: man sollte die sache mit dem holocaust auf keinen fall vergessen, hitler war das größte Ars************* der erde ,einfach en verbrecher, und er war österreicher gell ;) , aber ganz ehrlich ich finde wir sollten trotzdem stolz auf unser land sein, wir sind das weltweit angesehntste land überhaupt, wir haben eine der größten volkswirtschaften, wir sind ein inzwischen eigentlich friedvolles land und schlagen uns nichtmehr alle paar jahre mit unsern nachbarn, un außerdem ist mehr oder weniger durch deutschland der kalte krieg beendet worden, indem das land die beste möglichkeit zur wiedervereinigung genutzt hat. un weltmeister werden wir au noch :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Lustige ist nur:
Deutschland ist ja beliebt, das würde ich auch sagen. Aber viele Leute haben Probleme mit ihrer nationalen Identität, dh. sie sind nicht stolz auf das Land oder hätten ein Problem, das Wort Stolz mit Deutschland zu verbinden.

Die Bürger von weit weniger beliebten Ländern wie USA, Korea, was weiß ich haben garantiert weit weniger Probleme mit vielleicht sogar exzessivem Nationalismus, egal wie man das im Ausland auch aufnehmen würde.

Schon seltsam, ne? Die Länder die es sich eigentlich verkneifen sollten, geben Gas in Sachen Patriotismus und "wir", die wir seit 45 eigentlich viel Humanitäre Busse geleistet haben, sind so kompliziert und komplexbehaftet, wie kein anderes Land.
Wäre es anders, dann wäre diese Diskussion hier schon lange beendet, weil alle dem TE widersprochen hätte. Das ist imho ein Phänomen, das einfach mal festegestellt werden kann, ohne Wertung.

Ein besseres Beispiel, als USA wäre vielleicht Russland. Die Russen sind ein sehr stolzes und patriotisches (in Teilen auch nationalistisches) Volk bzw. Land. Es werden fast alle negativen Dinge aus der Zeit des CCCP verdrängt bzw sogar umgedeutet und positiviert.
Kritische Stimmen werden als unpatriotisch geblockt.
Und das nicht erst seit der Ermordung von Frau Politkovskaja, die ja von Putin höchstpersönlich als Dreckschleuder diffamiert wurde.
Dass das Fremd-Bild Russlands im benachbarten Ausland sehr gespalten ist, hat man auch an dem sehr emotional geführten Wahlkampf im Nachbarland Ukraine gesehen, wo die westlichen das Schreckgespenst der Russen an die Wand gemalt haben und die Pro-Russland Fraktion der Gruppe um Timoshchenko Unpatriotisches Gedankengut vorgeworfen wurde.

Jetzt gab es ja sogar Tumulte im ukrainischen Parlament, weil einige einen Pro-Russland-Kurs
auf keinen Fall wollten. Die Russen selbst haben aber kein Problem mit dem teilweise recht
negativen Fremd-Bild, das im Ausland gezeichnet wird. Hier in Deutschland ist man jedoch meiner Auffassung nach schon sehr daran interessiert, ein gutes Image der BRD ins Ausland
zu transportieren und alles zu tun, um negative Tendenzen zu unterbinden.

Ich frage mich jetzt nur, ob das jetzt etwas pathologisch-Krankhaftes ist unbedingt beliebt sein zu wollen nach dem Strauss-Motto: "Everbody's darling is everybody's Depp" oder ob es einfach modern, gut und zeitgemäß ist, sich einfach mal des Fremd-Bildes Deutschlands bewusst zu werden und es positiv zu beeinflussen.
Ergänzung ()

PS.

Ich meine, wir haben ja eine besondere Verantwortung wegen dem Mist des Herrn H. und allem, was dadurch für Europa und die Welt an Shit passiert ist.
 
wieso soll man stolz auf ein Land sein?

Man kann bestimmte Taten von Menschen toll finden, aber gleich so pauschal mit der Rasenmäher Methode STOLZ auf ein ganzes LAND sein?

Problem ist doch die Undifferenziertheit. Man brauch ja gar nicht weiter diskutieren, man ist ja Stolz - aufs ganze Land.

Ein Kritikpunkt an der ganzen Sache wurde schon mehrmals angesprochen; die enge Verknüpfung zwischen Patriotismus und Nationalismus.

Wenn ich Stolz auf Deutschland bin nehme ich nicht nur eine Aufwertung des "eigenen" Landes vor, sondern auch eine relative Abwertung aller anderen.

Da ich freiwillig hier Lebe fallen mir bestimmt viele schöne Dinge an meiner Umgebung ein. Natur, Menschen, die "Gepflogenheiten", die Vertrautheit usw...
Wären solche differenzierten Einzelbeispiele nicht aufschlussreicher als der plumpe "STOLZ" Begriff - aufs ganze LAND.
 
Naja, deutsch sein gehört ja zu Deiner Identität. Das kannst Du nicht freiwillig bestimmen oder ändern.
Auch das Annehmen einer anderen Nationalität wird das Aufwachsen und die Werte, die man in seinem
Heimatland erfahren hat, nicht auslöschen können. Und auf die Heimat darf man ruhig stolz sein.
Natürlich wertet man etwas gegenüber den anderen ab und das ist auch völlig in Ordnung, denn man
grenzt sich einfach ab gegenüber etwas anderen. Das tun schon Einzeller durch die Zellmembran ;-)
 
deutsch sein gehört halt zu deiner Identität

auf die Heimat darf man ruhig stolz sein

man grenzt sich halt ab, ist auch völlig in Ordnung



Merkst du nicht, dass du eine Floskel nach der anderen raushaust ;)
Klar kann man das alles irgendwie tuen, nur, macht es Sinn? welchen Sinn macht es?

nochmal, ich bin nicht "Stolz" auf meine Heimat, ich finde einige Dinge, die die Mitmenschen in meiner Umgebung tuen oder getan haben richtig.
Wäre ich generell auf meine "Heimat" "Stolz", dann würde dies auch Taten und Menschen miteinbeziehen die ich nicht so gut finde; den "Guten" würde ich damit unrecht tun, hätte sie ja mit allen anderen in einen Topf geschmissen.

Das tun schon Einzeller...


Ja, die hochentwickelten Einzeller sollten wir als Maasstab heranziehen, wenn die's machen kann es ja gar nicht falsch sein ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu sagen ist, dass du etwas für "dein Land" empfindest, weder weißt du was, noch wieso, noch kannst du es irgendwie begründen.
Wenn du das dann noch zur Diskussion stellst ist doch klar das man mal nachfragt.
Deine Antworten zeigen eher, dass du deinen "Stolz" noch nie hinterfragt hast.
 
@dug
Ich denke Leute (jetzt mal unabhängig von chancaine), die diese Art Stolz empfinden, wollen ihn auch gar nicht hinterfragen. Er ist für sie natürliche Gegebenheit.
Stolz, vor allem Nationalstolz, ist in Wirklichkeit immer auch irgendwo eine Projektionsfläche der eigenen hohen Ideale, die man von sich und von seinem Land (oder Gesellschaftsform ;) ) halt so mitschleppt.
Und natürlich will man nicht an die heiligen Kühe mit der Ratio herangehen.
Man würde, bei Aufdeckung der Sinnlosigkeit darin, sich selbst den bisher als sicher und fest gegalubten Boden des eigenen Selbstverständnisses unter den Füßen wegziehen. Wer kann das schon wollen? :)
 
Stolz kann man sicherlich auf die technischen Errungenschaften und viele Schriftsteller sein.

Beschämend finde ich hingegen die politische Kultur.
 
...auch die sogenannten großen wie Goethe, Siemens, Bohr u.A. waren Menschen und ich denke auch sie hatten wie ich finde berechtigte Gegner:

Goethe hat viel Mist verzapft: Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, und stieg den Frauen auffallend hinterher.
Bohr hatte er das Giftgas erfunden?
Siemens hat es den Daheimgebliebenen z.B. "abgenommen" Wäsche zu waschen, jetzt schwitzen sie nutzlos in Fitnesstudios, und alte Strukturen, wie Bauernhöfe, stehen vor der pleite.
 
Zuletzt bearbeitet: (Nach noch neueren Erkenntnissen ... muss das lesen.)
ohne jetzt den ganzen thread durchgelesen zu haben, mal ein paar anmerkungen von mir.
ich werde jetzt nicht alles komplett ausformulieren,das thema oder besser die themen sind doch ein wenig komplex.
erstmal zur kollektivschuld:
irgendwer schrieb weiter oben was von "der sache mit dem holocaust und hitler war ein ....loch"
diese darstellung ist leider die typische in dieser gesellschaft, man gibt sich kritisch gegenüber "der sache da" und verkennt die wahren ursachen.
der holocaust ist nicht das resultat von hitler oder den nazis, er ist das resultat der deutschen, die deutschen haben im antisemitischen wahn die juden gedemütigt, bespuckt, angegriffen, vertrieben und getötet, lange vor hitler. die nsdap hat den völkischen willen nur zur staatsdoktrin erhoben und damit die allumfassende vernichtung ermöglicht. spätestens hier wäre eine distanzierung nötig gewesen, aber die deutsche normalbevölkerung wirkte kräftig mit, nochnichtmal bomber harris vermochte es den willen zur barbarei zu brechen

zum nationalismus: nationalismus, patriotismus oder was auch immer ist grundsätzlich schlecht, er dient der bildung eines kollektivs, der abgrenzung nach außen der homogenisierung nach innen und dem permanentem zwang seine nützlichkeit für das kollektiv unter beweis stellen zu müssen.
insbesondere der deutsche ist aber besonders gefährlich. während sich der amerikanische z.b. auf die revolution beziehen kann ist der deutsche nicht ohne auschwitz denkbar. der antisemitismus ist mit der kapitulation nazideutschlands nicht einfach verschwunden, er lebte und lebt in den köpfen der menschen weiter. auch heute noch haben 65% aller deutschen ein problem mit israel

des weiteren ist festzuhalten das die bürgerliche nation notwendigerweise das moment der ausgrenzung is sich trägt. das ist ganz kurz, auf den beständigen selbstverwertungszwang und die triebunterdrückung, die der kapitalismus mit sich bringt, zurückzuführen. außerdem darauf, das man seine nützlichkeit ständig beweisen muss. das resultiert in der konstruktion eines antivolkes, die für das eigene leiden verantwortlich gemacht werden, bzw. den nachgesagt wird, sie würden permanent "dem deuschen volk" schaden. das kann alle möglichen menschen treffen, ausländer, arbeitslose, manager, kinderschänder, politiker und jetzt aktuell, die griechen.

insofern sollte sich jeder positive bezug auf die nation, insbesondere deutschland und ausgenommen israel verbieten

hab jetzt bestimmt die hälfte vergessen, aber egal vlt. fällt mir später noch was ein
 
Zuletzt bearbeitet:
"jeder positive bezug auf die nation, insbesondere deutschland"
Also wenn Du das so siehst, dann wandere doch aus!
Ich habe in der Tat einen positiven Bezug zu Deutschland und lasse mich von niemandem in die rechte oder braune Ecke drängen! Auch Deine Ausführungen zum Antisemitismus sind volksverhetzend! In Deutschland leben heute sicherlich nicht 65 % Antisemiten und israelkritische Meinungen zu haben, gehört zur grundgesetzlichen Meinungsfreiheit, von der man schon mal etwas gehört haben sollte!!!!
Israel-kritisch zu sein, ist kein Antisemitismus, sondern eine völlig normale persönliche Ansicht, wie die Außenpolitik von Bush jr. scheixxx zu finden.
Und so kann man das Verhalten der israelischen Armee gegen palästinensische Zivilisten auch finden, ohne direkt ein halber Nazi zu sein. Auch wir moderne Deutsche dürfen uns zu diesem Thema eine Meinung leisten, finde ich. Geschichte ist Geschichte und heute ist heute. Außerdem: Jemanden auszugrenzen oder zu benachteiligen, weil er jüdischen Glaubens ist, DAS ist Antisemitismus!

Außerdem hat sicherlich nicht das gesamte deutsche Volk während des dritten Reiches antisemitisch gehandelt, oder warst Du dabei gewesen?!? Andere mit Dreck bewerfen in einer Zeit, in der jeder seine Meinung sagen und sich objektiv informieren kann ist billig und selbstgerecht.

Zur Zeit der Nazis wurden Medien gleichgeschaltet und eine freie Informationsbeschaffung sehr schwer.
Außerdem wurden Menschen durch Blockwarte kontrolliert und die böse Partei hatte ganze paramilitärische Trupps, die politische Gegner auf offener Straße zusammengeschlagen hat. So wurde ein Klima aus Angst und Terror gegenüber Hitler-feindichen Meinungen geschaffen, nachdem die Partei etwas an der Macht war.
An die Macht selbst gelangte sie - danke an Wiki - auch durch das Umfallen der Bürgerlichen Parteien, allen voran von Papen und nicht durch einen kanalisierten und in Parteien gelenkten Antisemitismus, wie Du es meinst.

Antisemitismus ist für eine bestimmte geschichtliche Periode sehr verbreitet in ganz Europa, sogar in den Siegerländern Frankreich, Großbritannien und ganz extrem der damaligen UDSSR und bestimmt nicht nur in Deutschland, wo es allerdings pervertierte. Auch in der UDSSR wurden sehr viele Juden verfolgt, vertrieben und getötet unter Stalin (siehe Fiddler on a roof) - das soll keine Ablenkung von deutscher Schuld sein, sondern zeigen, dass deutsch=Judenhasser eben sehr sehr eindimensional und zu kurz gegriffen ist.

Die meisten Menschen damals haben auch nicht anti-jüdisch sondern pro Arbeit gewählt, was allgemein bekannt ist. Einen Antisemitismus-Charakter in Deutschland von heute zu behaupten, halte ich für eine Beleidigung von Millionen von toleranten Menschen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mich ja auch schon lange nicht mehr gemeldet, aber ich finde das "Israel-Argument" auch sehr polemisch. Man kann doch einen Staat kritisieren. Ich finde z.B. die politische Situation in Italien oder im Vatikan auch nicht toll, genauso wie in Israel. Das hat ja nichts damit zu tun, dass dort der jüdische Glauben weit verbreitet ist. Abgesehen davon, haben bestimmt in mehreren Ländern ein paar Leute Probleme mit der israelischen Politik. ( da muss man auch wieder differenzieren zwischen dem Staat Israel und dessen politischen Handelns)
Sind diese ganzen Menschen deswegen alles Antisemiten? Ich denke kaum.
Des weiteren denke ich schon, dass man auf Deutschland stolz sein kann. Unser Land hat viel erreicht. Schaut Euch nur mal das Gesundheitssystem an. Davon können andere Länder (z.B. die USA oder auch England) nur träumen. Aber
 
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