Ist das nicht der Brief der Künstler, die zu der VG-Wort gehören? Bin gerade zu faul alle zu prüfen, aber ich meine da einen entsprechenden news-Beitrag zu gelesen zu haben. Die VG-Wort ist ja das Schriftpendant zu dem was die GEMA für den Ton ist...
qHil
"Übrigens bin ich nicht dafür, dass Künstler ihrer Rechte beraubt werden, allerdings sollten die sich an folgendes halten: Ganz oder gar nicht. "
Genauso funktioniert derzeit das Urheberrecht. Entweder der Erschaffer tritt alle Rechte an einen Verlag ab, oder er kann bleiben wo der Pfeffer wächst. Leider lassen sich von derartigen Klauseln offensichtlich sehr viele Schaffende einschüchtern ~ vielleicht auch, weil sie von digitaler Vermarktung keine Ahnung haben, oder es für zu aufwändig halten.
Kleines Beispiel aus meiner Familie...
Mein Stiefvater ist Pensionär (ehemals Musikschullehrer [Klarinette, Saxophon, Querflöte) und produziert als Hobby Jazzmusik und ab und an nen Lehrbuch oder schreibt kleine Stücke. Die Hefte wird jeder Musiker der lernt wohl in ihrer Form kennen. Die liegen für alle möglichen instrumente in den entsprechenden Fachgeschäften. Für jedes verkaufte Exemplar bekommt er knapp über einen Euro (iirc) - war auf jeden Fall nicht viel, gemessen an den Verkaufszahlen und der eingesetzten Arbeit.
Nun hat einer seiner Verleger 2 seiner Bücher/Hefte über den großen Teich in die USA vermarktet und er (mein Stiefvater) bekommt ab und an auch positive Response via mail (die ich dann für ihn übersetzen darf, bzw die Antwort für ihn). Das allein macht ihn so stolz auf seine Arbeit, dass er dem Verleger, der ihm für die Vermarktung dieser zwei Werke noch nicht 1 Cent ausgezahlt hat, nichtmal verklagen will wegen Vertragsbruch. *jaja.. facepalm* Er hat einfach Angst davor, dass sein Werk bei einer Klage in der Versenkung verschwinden würde und niemand mehr etwas davon mitbekommt oder er bei der großen Lobby der Verleger den schlechten Ruf eines Störenfrieds bekommt und er keinen Ersatz finden könnte.
tldr - Mein Stiefvater macht Musik aus Hobby, könnte aber sicher nicht davon leben, wenn er keine Pension bekommen würde. Zudem wird er von seinen Verlegern geknebelt.
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Da finde ich den Ansatz der Grünen, das Urheberrecht nur an die Verlage zu vermieten, wesentlich sinnvoller. D.h. dass der Verleger sich darauf verlassen muss, dass der Künstler ein Album eben nicht plötzlich kostenlos einem Vermarktungsraum zur Verfügung stellt. Rein logisch würde der Künstler sich damit ja auch selbst ins eigene Fleisch schneiden. Wenn er das aber trotzdem macht, ist das die Sache des Künstlers.
Klar würden die Verleger dann ein wesentlich höheres Risiko tragen, dafür aber könnte ein Künstler einem Chor auch mal die Noten zu einem seiner Stücke so zuschicken, anstatt sich erst mit einem Verlag rumärgern zu müssen, der auf Stur stellt, obwohl die Noten nicht im Programm - die CD dafür aber schon - sind...