Künstler schreiben offenen Brief für das Urheberrecht

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Slobad

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http://www.wir-sind-die-urheber.de/

Nun haben sich auch die Künstler für eine Stärkung des Urheberrechts ausgesprochen.
Einfach mal lesen, man sollte ja schließlich alle Argumente und Seiten anhören :)

P.S.
Ist keine Stellungnahme von mir ;)
 
Die palavern genau wie alle anderen am Thema vorbei. Warum muss man so tun, als wäre brutalste Durchsetzung des Urheberrechts durch fast schon faschistoide Verwertungsgesellschaften der einzige Weg, als Künstler nicht zu verhungern?
Evtl. sollten die mal über den Tellerrand gucken... bzw. über den Heckspoiler ihres 7er.

Trent Reznor (Nine Inch Nails) hat einige seiner letzten Alben gratis als FLAC zum Download angeboten. Pleite geht er deshalb nicht, die Alben haben sich trotzdem gut verkauft und die Konzerte sind eh ausverkauft.
Die Wallerts (Berliner Humppa - Kombo) stellen all ihre Alben auf ihrer Webseite und bei Last.fm als mp3 zum Download, trotzdem verkaufen sie Alben & Konzerttickets.

Das waren jetzt einfach mal 2 wild herausgegriffene Beispiele aus völlig gegensätzlichen Stufen der Berühmtheit.

Andere Bands sind bei Labels, die kein Problem mit kostenloser Promo haben. Nimm nur Napalm Records. Die haben n Youtube-Channel, da kannste dich Stunde um Stunde mit feinstem Gemoshe zudröhnen. Dann haste wie der mal Sony BMG und so ein Gesocks, bei denen du bloß das GEMA-Sperrschild siehst.... Merken die nicht, dass nichts besser ist als kostenlose Werbung?
Hat man über eine frei verwendbare Hörprobe einen Fan gewonnen? Dann wird er sich das Album trotzdem kaufen oder zum Konzert kommen. Hat es dem Kunden nicht gefallen? Dann kann es dir egal sein, ob er das Album runter lädt, er kauft es eh nicht und kommt auch nicht zu deinem Gig.
 
Jahrelang hat keiner was gesagt - jetzt, wo das Ganze ein wenig in die Öffentlichkeit dringt, melden sich auch Leute zu Wort, die keine Sau kennt. Warum? Marketing. Jedenfalls glauben sie es. Ich habe die Liste der Namen zwar nur 3x überflogen, aber 95% der Namen sind mir unbekannt.
Abgesehen davon ist die Aussage von denen ja nun auch nicht das Gelbe vom Ei. Einfach mal irgendeinen Nonsens abgeben und ein gutes Gefühl dabei haben.

Übrigens bin ich nicht dafür, dass Künstler ihrer Rechte beraubt werden, allerdings sollten die sich an folgendes halten: Ganz oder gar nicht.
 
Glaube ich nicht. Die Bekanntesten, die mir aufgefallen sind, sind Mario Adorf und Michael Mittermeier - habe die Liste allerdings auch nicht komplett gelesen. Scheinen aber auch viele Buch-Autoren dabei zu sein (habe einige ge'google'd) ... aber ich lese nicht viel ;)
 
Ist das nicht der Brief der Künstler, die zu der VG-Wort gehören? Bin gerade zu faul alle zu prüfen, aber ich meine da einen entsprechenden news-Beitrag zu gelesen zu haben. Die VG-Wort ist ja das Schriftpendant zu dem was die GEMA für den Ton ist...

qHil
"Übrigens bin ich nicht dafür, dass Künstler ihrer Rechte beraubt werden, allerdings sollten die sich an folgendes halten: Ganz oder gar nicht. "
Genauso funktioniert derzeit das Urheberrecht. Entweder der Erschaffer tritt alle Rechte an einen Verlag ab, oder er kann bleiben wo der Pfeffer wächst. Leider lassen sich von derartigen Klauseln offensichtlich sehr viele Schaffende einschüchtern ~ vielleicht auch, weil sie von digitaler Vermarktung keine Ahnung haben, oder es für zu aufwändig halten.
Kleines Beispiel aus meiner Familie...
Mein Stiefvater ist Pensionär (ehemals Musikschullehrer [Klarinette, Saxophon, Querflöte) und produziert als Hobby Jazzmusik und ab und an nen Lehrbuch oder schreibt kleine Stücke. Die Hefte wird jeder Musiker der lernt wohl in ihrer Form kennen. Die liegen für alle möglichen instrumente in den entsprechenden Fachgeschäften. Für jedes verkaufte Exemplar bekommt er knapp über einen Euro (iirc) - war auf jeden Fall nicht viel, gemessen an den Verkaufszahlen und der eingesetzten Arbeit.
Nun hat einer seiner Verleger 2 seiner Bücher/Hefte über den großen Teich in die USA vermarktet und er (mein Stiefvater) bekommt ab und an auch positive Response via mail (die ich dann für ihn übersetzen darf, bzw die Antwort für ihn). Das allein macht ihn so stolz auf seine Arbeit, dass er dem Verleger, der ihm für die Vermarktung dieser zwei Werke noch nicht 1 Cent ausgezahlt hat, nichtmal verklagen will wegen Vertragsbruch. *jaja.. facepalm* Er hat einfach Angst davor, dass sein Werk bei einer Klage in der Versenkung verschwinden würde und niemand mehr etwas davon mitbekommt oder er bei der großen Lobby der Verleger den schlechten Ruf eines Störenfrieds bekommt und er keinen Ersatz finden könnte.

tldr - Mein Stiefvater macht Musik aus Hobby, könnte aber sicher nicht davon leben, wenn er keine Pension bekommen würde. Zudem wird er von seinen Verlegern geknebelt.

~
Da finde ich den Ansatz der Grünen, das Urheberrecht nur an die Verlage zu vermieten, wesentlich sinnvoller. D.h. dass der Verleger sich darauf verlassen muss, dass der Künstler ein Album eben nicht plötzlich kostenlos einem Vermarktungsraum zur Verfügung stellt. Rein logisch würde der Künstler sich damit ja auch selbst ins eigene Fleisch schneiden. Wenn er das aber trotzdem macht, ist das die Sache des Künstlers.
Klar würden die Verleger dann ein wesentlich höheres Risiko tragen, dafür aber könnte ein Künstler einem Chor auch mal die Noten zu einem seiner Stücke so zuschicken, anstatt sich erst mit einem Verlag rumärgern zu müssen, der auf Stur stellt, obwohl die Noten nicht im Programm - die CD dafür aber schon - sind...
 
Besonders frech finde ich die Forderung der Drehbuchautoren, die für das ZDF und andere öffentlich-rechtliche Schreiben. Diese Pappnasen werden mit den Geldern aus den TV-Gebühren bezahlt und haben ihr Geld bereits enthalten. Die Zuschauer haben alle Rechte an diesen Sendungen, und die Zuschauer sind dank der allgemeinen GEZ praktisch alle Bürger dieses Landes.
 
Es sind nicht viele, aber es gibt noch einige, die zu recht keine GEZ-Gebühren zahlen - die gehören nicht zu deinen "alle". ;)
Abgesehen davon hast du Recht. Diese Autoren haben bereits ihr Geld erhalten.
Ebenso wie eigentlich an Universitäten angestellte Wissenschaftler bereits ihr Geld für Publikationen erhalten haben, ihre Arbeit aber dennoch sehr teuer als Fachliteratur verkaufen...
 
qHiL schrieb:
Glaube ich nicht. Die Bekanntesten, die mir aufgefallen sind, sind Mario Adorf und Michael Mittermeier - habe die Liste allerdings auch nicht komplett gelesen. Scheinen aber auch viele Buch-Autoren dabei zu sein (habe einige ge'google'd) ... aber ich lese nicht viel ;)
Charlotte Roche is mir als erstes aufgefallen. Nicht, dass die mit ihren 2 Schmuddel-Romanen wirklich schützenswerte Weltliteratur geschaffen hätte... die hätt mit Viva untergehen sollen.

Ich les recht viel, aber trotzdem kenn ich da sogut wie niemanden... Liegt aber auch daran, dass meine Lieblingsautoren aus den Staaten oder UK kommen und/oder schon unter der Erde sind.

Cestus schrieb:
Ist das nicht der Brief der Künstler, die zu der VG-Wort gehören?
Hm, nicht unbedingt. Beim Überfliegen ist mir Till Lindemann aufgefallen, Frontmann von Rammstein.
 
Wie seht ihr das bei lebenden Autoren? Sollen deren Bücher frei verfügbar sein? Kostenlos und freier Zugriff im Internet? Oder nach welcher Zeit sollte ein Buch frei sein?

IMO: selbständige Buch-Autoren sollten ihre Werke schützen dürfen und auch die Verwertung steuern, solange sie nicht im Auftrag einer Behörde, einer Uni/FH oder den öffentlich-rechtlichen Arbeiten.
 
Es sagt doch keiner, dass alles immer gratis sein soll. Es geht eher darum, dass elektronische Verbreitungswege entweder komplett geblockt oder zumindest bis zur Nutzlosigkeit behindert werden.
Was nutzt mir z.B. so ein E-Book, dass ich nur auf meinem Account lesen kann? Ein Buch 1.0 kann ich problemlos meinen Kumpels ausleihen.

Bei Büchern ist es eh so eine Sache: Wird hier exzessiv online raubkopiert? Ist das überhaupt ein Medium, dass für so etwas anfällig ist? Niemand liest "mal eben" einen Wälzer wie z.B. The Stand online durch und entscheidet dann, dass es ein tolles Buch ist und er es kaufen müsste. Bei einer CD hingegen... ich hör mir sehr viel Kram über Webradio, last.fm und Youtube an. Wenn mir der Sound gefällt mündet das oftmals in einem Trip zum nächsten Mediamarkt, Müller (hat die deutlich bessere Metal-Abteilung, auch gutes Underground-Zeugs) oder Szene-Plattenladen. Wenn mir der Sound nicht gefällt, dann würd ich die CD so oder so nicht kaufen. Bei einem Buch wird diese Differenzierung deutlich schwerer. Wie oft liest man den Kram am Ende?
Ich halte es nicht für praktisch, Musik, Videos und Bücher gleich zu behandeln.
 
Also erstens ist die Threaderöffnung mal extrem mau.
Wir wollen keine Threaderöffnungen, die einfach nur Websites/Artikel verlinken.

Und zweitens gibt es in diesem Forum sicher schon an die hundert andere Threads, die sich mit der Urheberrechtsdebatte auseinander setzen, in die man die Links auch hätte posten können.

Beim nächsten Mal bitte die PuG-Regeln beachten.

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