Ladegerät in Steckdose gesteckt - Großer Funken - Sicherung raus

Nachtion

Cadet 2nd Year
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Hey, kurze Frage, weil bei Google tausende verschiedene Aussagen kommen und ich euch einfach am meisten vertraue.

Wir haben bei uns an der Uni seit dieser Woche nen "League of Legends"-Hochschulsportkurs in einem der Computerräume von der Universität. Ich habe zum Zocken mein ca. 1,5 Jahre alten Lenovo Ideapad 310 mitgebracht und habe beim Anschließen des Ladegeräts die Sicherungen des Raumes rausgehauen, einen sehr großen Blitzfunken verursacht, diese Metallpickel des Ladegeräts angekokelt (zumindest einen) und infolge dessen die Hochfahr- und Anmeldebemühungen (alter Unirechner, 15~ Minuten) hinaus gezögert. Ziemlich Peinlich.

Ich habe dazu ein paar Lern-/Wissensfragen.


1. Muss man zuerst das Ladegerät in den Laptop stecken bevor man es in die Steckdose packt? Dieses Gerücht kursiert ja immer mal im Alltagsgespräch herum und ich frage mich ob das wirklich stimmt. Ich stecke aus Faulheit immer erst das Ladegerät in die Steckdose und dann schließe ich es an den Laptop an.

2. Das Ladegerät hat immer schon beim Einstecken kleine Standardfunken verursacht aber trotzdem normal funktioniert. Woran könnte es gelegen haben, dass auf einmal alles schrott ging? Im Raum war es sehr warm und feucht, der Raum wirkte eher aus nem älteren Baujahr.

3. Wie kann ich am besten verhindern, dass ich nächste Woche mit nem neuen Ladegerät nicht das gleiche noch einmal mache? Andere konnten ihre Ladegeräte auch anschließen? Ich weiß auf jedenfall, dass ich eine andere Steckdose nutzen sollte (?).

4. https://www.amazon.de/gp/product/B0746GYVTQ/ref=oh_aui_detailpage_o00_s00?ie=UTF8&psc=1

Ich habe mir das Ladegerät geholt weil es noch recht günstig waren (wtf die kosten ja zum Teil 60 Euro) und Amazon Prime ja das schnell liefert. Sollte ich stornieren oder ist das okay?
 
Muss man zuerst das Ladegerät in den Laptop stecken bevor man es in die Steckdose packt?
Nein. Das ist völlig egal.

Woran könnte es gelegen haben, dass auf einmal alles schrott ging?
Das Ladegerät war wohl einfach defekt (Das Ladegerät hat immer schon beim Einstecken kleine Standardfunken verursacht).

Wie kann ich am besten verhindern, dass ich nächste Woche mit nem neuen Ladegerät nicht das gleiche noch einmal mache?
Indem du dir ein neues kaufst, die größte Sicherheit hast du wenn du dir das originale nochmal kaufst.

Sollte ich stornieren oder ist das okay?
Es sieht auf den ersten Blick OK aus.
 
hmm, eigentlich sollte die it der uni nicht schlampig mit den steckdosen sein, jedenfalls nicht deine schuld wenn dein netzteil vorher in ordnung war.

ich weiß nur das in manchen bedienungsanleitungen steht man soll zuerst das ladegerät mit dem computer verbinden und dann erst in die dose. so kann zumindest am rechner kein lichtbogen entstehen der dann was kaputt macht aber igentlich sollten die geräte so konstruiert sein das auch im sowas nicht wirklich passieren kann.

dieses billigscheiß ding würde ich echt nicht haben wollen. kann mir nicht vorstellen das sowas lange hält und dann nicht noch mehr kaputt macht.

hatte mit meinem alten notebook auch öfter probleme, allerdings beim ausziehen. da hab ich manchmal einen gewischt bekommen. sehr unangenehme erfahrung. allerdings ist da nie was kaputt gegangen und das seit acht jahren.

pauschal würde ich sagen besorg dir ein hochwertiges ladegerät und such dir einen anderen raum, ein neueres gebäuse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein kurzes Knacken oder Knistern beim Einstecken ist nicht schlimm, aber wenn ein Lichtbogen entsteht, ein Kontakt anschmort oder die Sicherung fliegt, dann war mit dem Netzteil etwas nicht in Ordnung. So etwas darf nicht passieren. Ob du das Netzteil erst mit dem Laptop verbindest oder mit der Steckdose ist egal. Wenn du eine Reihenfolge beachten müsstest, wäre das ganz sicher nicht in der EU zulässig ;)
Von PC Netzteilen kennt man das vielleicht, wenn man genau im Peak der Phase das Kabel einsteckt, dass man ein kurzes klacken hört. Das muss ein Netzteil aber abkönnen.
 
Nachtion schrieb:
4. https://www.amazon.de/gp/product/B0746GYVTQ/ref=oh_aui_detailpage_o00_s00?ie=UTF8&psc=1

Ich habe mir das Ladegerät geholt weil es noch recht günstig waren (wtf die kosten ja zum Teil 60 Euro) und Amazon Prime ja das schnell liefert. Sollte ich stornieren oder ist das okay?

Ich würde keine China-Direktimporte kaufen:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Vorsicht-Stromschlag-Amazon-kontrolliert-seinen-Marktplatz-nicht-streng-genug-3303559.html
 
1. Muss man zuerst das Ladegerät in den Laptop stecken bevor man es in die Steckdose packt? Dieses Gerücht kursiert ja immer mal im Alltagsgespräch herum und ich frage mich ob das wirklich stimmt. Ich stecke aus Faulheit immer erst das Ladegerät in die Steckdose und dann schließe ich es an den Laptop an.

Ist egal! weil dabei immer siehe antwort 2

2. Das Ladegerät hat immer schon beim Einstecken kleine Standardfunken verursacht aber trotzdem normal funktioniert. Woran könnte es gelegen haben, dass auf einmal alles schrott ging? Im Raum war es sehr warm und feucht, der Raum wirkte eher aus nem älteren Baujahr.

grobe erklärung warums funkt, der Ladekondensator im Netzteil lädt und entlädt sich jeweils sich nach 5 Tau (tau ist eine Zeitkonstante und das produkt aus Innenwiderstand und Kapazität des Kondensators). Im "Einschaltmoment" (einstecken des Netzeils) zieht der Kondensator maximalen Strom, der Stromfluss nimmt dann über Zeit kontinuierlich ab. Das gleiche beim entladen, aber anders rum. Schau dir mal die Lade- und Entladekurven eines Kondensators an.
Beim Berühren der Kontakte ist für eine kurze Zeit der vollständige Kontakt noch nicht hergestellt, das resultiert in einem erhöhten Übergangswiderstand, was den Stromfluss punktuell kanalisiert und das Funken begünstigt. Schlimm ist das aber (in dem Fall!!!) nicht. Erst wenn Kontakte wegschmoren wirds doof. Dann löst aber im normalfall schon der Sicherungsautomat im Verteiler aus, weil dann hast du einen richtigen Kurzschluss mit viel mehr Strom, als der Kondensator zieht. Und das hattest du ja dann auch. Netzteil oder Kaltegeräteleitung defekt! (Isolationsfehler in der Kaltgeräteleitung zB)


3. Wie kann ich am besten verhindern, dass ich nächste Woche mit nem neuen Ladegerät nicht das gleiche noch einmal mache? Andere konnten ihre Ladegeräte auch anschließen? Ich weiß auf jedenfall, dass ich eine andere Steckdose nutzen sollte (?).

Gar nicht, aber dafür sind Sicherungsautomaten da, um im Fehlerfall eines Verbrauchers eben gemäß ihrer Charakterisitk auszuzlösen. DGUV V3 Prüfung durch eine Elektrofachkraft oder befähigte Person mit entsprechenden Mess- und Prüfmitteln dürfte äußerst dünn ausfallen, da das NT wahrscheinlich Schutzklasse II mit schutzkleinspannung (<50V DC) sekundärseitig ist. Sicht- und Funktionsprüfung, wenn es da schon versagt brauch man die Kaltgeräteleitung schon gar nicht mehr auf Isolationsschäden messen.



4. https://www.amazon.de/gp/product/B07...?ie=UTF8&psc=1

Ich habe mir das Ladegerät geholt weil es noch recht günstig waren (wtf die kosten ja zum Teil 60 Euro) und Amazon Prime ja das schnell liefert. Sollte ich stornieren oder ist das okay?

Ich hab in meinem Laptop nen billigen Akku drin, der funktioniert besser als der kaputte originale.
Nichtsdestotrotz sollten die Leistungsdaten mindestens dem original Netzteil entsprechen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Gedanke, mit dem zuerst Einstecken : damit das Gerät selbst keinen Schaden nimmt, sondern ggf. nur das Netzteil. Muß jeder selbst entscheiden ob es funktioniert oder nicht.

Beim Netzteil : Anderes Kaltgeräte-Kabel probieren

Was passiert, wenn das Netzteil an eine Steckdosenleiste gesteckt wird & diese Steckdosenleiste danach an die Steckdose?

Wenn wieder => defekt & tauschen
 
Also genau aus dem Grund, das solche Vorfälle möglich sind, rate ich dazu, erst das Netzteil in die Steckdose einzustecken und dann erst am Endgerät.
 
Hey, vielen Dank für eure Hilfe und Antworten. Sehr informativ!

Ich schau mal ob ich eure Ideen zur Überprüfung umsetzen werde oder obs mir zu riskant ist, nochmal ne Sicherung rauszuhauen. Dadurch dass einer der Anschlüsse eh "angeschmolzen" zu sein scheint, zumindest sich verfärbt hat, glaube ich nicht, dass es Sinn macht, das Netzteil halten zu wollen.

Ich werde auf jedenfall nächste Woche im Raum n anderes Steckdosenpaar wählen :D
 
Sicherungsautomat und RCD sind zwei paar Schuhe. Das eine ist Leitungsschutz und prinzipiell auch Geräteschutz, das andere Personenschutz. Das eine löst bei zu viel Strom direkt bzw über Zeit aus (Auslösecharakteristik), das andere bei fehlerhaftem Stromzu- und rückfluß, also wenn der zum Verbraucher über Außenleiter (L bzw Phase) nicht mehr über den Neutralleiter zurückfließt, denn dann geht der RCD davon aus, dass jemand gerade an einem Gerät hängt, und mit seinem Körper den Strom auf Erde ableitet. Die Sicherung dreht bis man tot ist übrigens Däumchen, denn die macht erst bei 16 Ampere regulärem Stromflusses über L-N dicht, und das dauert zu lange. RCD für Hausinstallationen besitzen einen Bemessungsfehlerstrom von 30 mA.
Bei einem Laptopnetzteil Schutzklasse II ist das uninteressant da schutzisoliertes Gehäuse und wie erwähnt Schutzkleinspannung DC auf der Sekundärseite, außer das Kaltgerätekabel wäre kaputt.
Im Kaltergerätekabel befindet sich noch der Schutzleiter, der ergänzend mit RCD und Sicherungsautomat auch für den Personenschutz zuträglich ist.

Und wenn dein Netzteil kaputt ist, ist es vollkommen in Ordnung, wenn eine Sicherung fliegt. Mit einem funktionierendem passiert das ja nicht, außer man hat an einem Stromkreis 3 1500W Staubsauger, 7 Haarföhns, 4 Heizlüfter etc mit 70 Meter Mehrfachsteckdosen verteilt.....mal überspitzt ausgedrückt.

Also wenn du schon was vorschalten willst, dann sowas:

https://www.amazon.de/Brennenstuhl-...ywords=steckdosenleiste+mit+sicherungsautomat

Da sei aber noch der Begriff Selektivität in den Raum geworfen. Der Begriff zählt für Über- und Fehlerstromschutzeinrichtungen. Es kann sein, dass bei gleichen Charakteristiken die Sicherungseinrichtung, die vom Verbraucher weiter enternt ist, als erstes auslöst.

Hatte so im Kosovo mehrmals bei der DGUV V3 (damals glaub noch BGV A2) den Inst-Bereich abgeschossen, weil die RCD in den 25-Meter-AutoKo90-Antennenträgern nicht schneller ausgelöst haben, als der RCD im 60 Meter entfernten Instandsetzungszelt.
 
Zuletzt bearbeitet:
durp schrieb:
Und wenn dein Netzteil kaputt ist, ist es vollkommen in Ordnung, wenn eine Sicherung fliegt.

Vernünftige Konstruktionen haben eingebaute Schmelzsicherungen mit viel niedrigeren Auslöseströmen, die Haussicherung sollte höchstens bei einem Kabelschaden mit Kurzschluss rausfliegen. Dieser Noname-Chinaschrott hat überhaupt keine Schutzklasse:

https://www.youtube.com/watch?v=wi-b9k-0KfE

Es hat schon seinen Grund, warum die Originalteile teurer sind. Wenn schon Nachbau, dann wenigens einen, für den ein deutscher Importeur seinen Kopf hinhalten muss. Bei Netzteilen mit "Verkauf und Versand durch Amazon" muss Amazon haften, wenn das Ding einen Brand oder Personenschaden verursacht. Da besteht wenigstens die Hoffnung, dass die Prüfzeichen echt sind.

Bei "Verkauf durch Chinafix Ltd. und Versand durch Amazon" haftet der Importeur - und das ist der Käufer.
 
Brauchst mir von Chinaschrott nix erzählen, in Afghanistan konntest du 5-fach Schuko-Steckerleisten mit 15 Meter Leitung und ohne PE-Kontakten kaufen, muss mal gucken ob ich ein Bild hier hab. Und ich hatte auch mal ein Netzteil, was die Haussicherung auslösen ließ, vorher hats aber noch die Anschlussbuchse am Laptop zerschmolzen, weil der Anschlussstecker der Sekundärseite glühend heiß wurde. War ein Medion Laptop

Strom ist schon ne verrückte Sache und hält sich auch gerne mal nicht an Normen......
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