London in Flammen

@ Exar_Kun

...ich weiß nicht, wird man nicht (auch) zum Verlierer wenn man faul, dumm und asozial ist ?
Ein klassisches Henne-Ei-Problem !
 
KL0k schrieb:
http://www.youtube.com/watch?v=6Gex_ya4-Oo

wenn ich sowas sehe, bekomm ich als zuschauer frust, weil solchen typen die hände abgehackt werden sollten...
frust gegen das establishment, okay, das is das eine... aber sowas?..
Ich hätte nicht gesagt dass ich sowas je sagen würde, aber solche Menschen gehören auf der Stelle erschossen. Das ist nur noch Geilheit auf Geld ohne Arbeit, ohne jegliche Moral und bar jeden Mitgefühls.
 
Ich bin durchaus für angebrachte Proteste, aber so ein Verhalten geht einfach nicht.
Exar_Kun schrieb:
Und warum gibt es junge Menschen, die so etwas tun, die Spass haben an der Randale?
Weil sie schlicht und ergreifend dumm sind und nichts besseres zu tun haben? Ich brauch mir nur das erste der drei Videos von SheepShaver anzusehen, um zu begreifen, dass das eigentliche Ziel anscheinend einfach mal das blinde Wüten und Toben zu sein scheint.

"It's the government's fault, I don't know...Conservatives, I don't know ...whoever, who is, I don't know"

Bitte was? Warum seid ihr dort und randaliert?

Ah, ich glaub ich hab die Antwort doch noch richtig rausgehört:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ganz ehrlich gesagt, noch weiß ich bestimmte Konstallationen nicht zu werten.

"typischer" Westeuropäer, Verlierer der Gesellschaft, Randalierer ?
Es paßt nicht ! ... es reicht in verschiedenster Hinsicht als Erklärungsversuch nicht aus!

Weniger irritieren mich dabei die Bilder der letzten Beiträge; auch in der französischen Revolution wird so manche goldene Tabakdose quasi nebenbei den Besitzer gewechselt haben.

Ich meine durchaus, daß da mehr zu erwarten ist.
Griechenland, Irland, Spanien, Italien, Entwicklungen in den USA, wir erinnern die Aufstände "Randalierender" in den Pariser Vorstädten - jetzt London und darüber hinaus !
In Ungarn sind Arbeitslager im Gespräch und uns droht Vollbeschäftigung ! (unsere Abstellgleise klammere ich erst einmal aus !)

Ja sicher, die Mentalität des Deutschen gleicht eher der von Schafen, es ist nützliches Getier !
... aber auch Schafe kennen Grenzen - die Hörner können verdammt weh tun.

Die Haltungsbedingungenwerden wohl entscheidend sein (?).

MfG.
 
Wiggum schrieb:
@ Exar_Kun

...ich weiß nicht, wird man nicht (auch) zum Verlierer wenn man faul, dumm und asozial ist ?
Ein klassisches Henne-Ei-Problem !

Ich sehe die grundsätzlichen Ursachen dafür in unserer kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung angelegt. Eine wettbewerbsbasierendes System führt letztlich zu einer ungleichen Verteilung der (begrenzten) Ressourcen, da es in dem Wettbewerb naturgemäß nicht nur Gewinner, sondern zwangsläufig auch Verlierer geben wird. Darum ist es mir viel zu einfach zu sagen, dass es nur an jedem Einzelnen liegt. In einerr oberflächlichen Betrachtung ist es natürlich richtig, dass es sich hierbei um gewaltbereiten Pöbel handelt, der Spass am Krawall hat. Diejenigen, die dort auf die Straße gehen, üben damit sicherlich keine differenzierte Systemkritik aus. Dennoch sind diese Vorkommnisse - oder anders gesagt, dass es überhaupt solche gewaltbereiten Verlierer gibt - als ein Symptom einer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu verstehen, die enorme Ungleichheiten produziert.

Hier ist ein Artikel, der einige Ursachen der dieser Krawalle meiner Meinung gut skizziert:
http://www.faz.net/artikel/C30350/o...ende-der-aufstand-der-verlierer-30482326.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist doch alles Blödsinn, wenn das die Antwort auf die kapitalistische Gesellschaft ist müssten folglich auch andere Staaten davon betroffen sein.
Es gibt ganz klare Gründe warum die Briten so ausflippen.
Bei den Franzosen ist es im übrigen sehr ähnlich.
Es ist auch die Ghetto bildung man schiebt die Unterschicht in die Randgebiete und überlässt sie sich selber.
Nebenbei kürzt man dann noch an allen Ecken um den Bankern das Geld hinter her zu schmeissen.


Es ist zum einen das viel zu lasche Eingreifen der Polizei welches die Randalierer zu weiteren Taten motiviert.
Heute sind es 100 morgen sind es 1000 und nur weil es kaum Konsequenzen gibt.
Jetzt stockt man in London ordentlich auf und die Randallierer nutzen die Situation und machen andere Städte unsicher.
Die Menschen denken nicht nach, und darin sind Engländer teilweise besonders gut.
Ich sehe mir immer mal wieder gerne BBC Sendungen an, sich über das Auge betrinken war eine der letzten Sendungen.
 
Acrylium schrieb:
Das ist nur noch Geilheit auf Geld ohne Arbeit, ohne jegliche Moral und bar jeden Mitgefühls.

Wilkommen in der Welt der Banken.

Nach ersten, zaghaften Konjunkturprogrammen schnitten die USA und Grossbritannien die Ausgaben bald zurück – für die bankrotten Banken gab es Geld, für Arbeitslose, Kranke, bankrotte Hausbesitzer nicht mehr. Obwohl diese das Geld sofort wieder ausgegeben hätten. Budgets wurden gestrichen; in England entliess die neue Regierung des Konservativen David Cameron demonstrativ hunderttausende Beamte. Die Folgen waren schrecklich. In beiden Ländern stieg die Arbeitslosigkeit auf 11 Prozent. Wirkliche Armut, wirkliche Angst, wirklicher Zorn. In den USA leben heute 42 Millionen Leute von Essensmarken. In Grossbritannien rutschte gleich die gesamte Wirtschaft in die Rezession.

http://bazonline.ch/ausland/amerika/Der-rechte-Abschied-von-der-Politik/story/22710602

In D kann ich mir das noch nicht vorstellen. Hier geht es uns vergleichweise immer noch sehr gut. Aber wenn es in Italine und Frankreich beginnt wird Deutschland nicht mehr weit sein.
 
Exar_Kun schrieb:
Ich sehe die grundsätzlichen Ursachen dafür in unserer kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung angelegt. Eine wettbewerbsbasierendes System führt letztlich zu einer ungleichen Verteilung der (begrenzten) Ressourcen, da es in dem Wettbewerb naturgemäß nicht nur Gewinner, sondern zwangsläufig auch Verlierer geben wird.

Und wieso streben diese "Verlierer", die sicherlich selbst garnichts dafür können das sie eben solche sind, nicht danach zu "Gewinnern" zu werden ?
Diese Subjekte sind einfach faul, dumm und/oder bildungsresistent. Die streben nach garnichts, die wollen alles geschenkt !
Was, die bauen uns kein neues Jugendzentrum ?
Was, ich kann ohne Schulabschluss nicht Anwalt werden ?
Was, die bauen uns kein Tonstudio damit wir uns auf unsere Karriere als Rapper vorbereiten können ?

Diese Leute stellen nur Forderungen ohne auch nur den Ansatz von Leistungsbereitschaft zu zeigen. Ein vollkommen asoziales Verhalten das durch die auf Gleichmacherei abzielende lethargische Politik verstärkt wird.
Ein Staat in dem es weder Zusammenhalt noch Stolz gibt und Kriminelle nichts zu befürchten haben (da sie ja nur Autos anzünden weil man ihnen kein Tonstudio vor die Nase gestellt hat).
Ich weiß echt nicht wer schlimmer ist, der randalierende Abschaum oder diejenigen die reflexartig versuchen dieses Verhalten zu relativieren oder mit irgendeiner Kapitalismuskritik zu verknüpfen...

Wer ernsthaft glaubt das hier Arbeiter gegen die kapitalistische Wirtschaftsordnung kämpfen der sollte langsam wirklich aufwachen !

Years of liberal dogma have spawned a generation of amoral, uneducated, welfare dependent, brutalised youngsters:
http://www.dailymail.co.uk/debate/a...gma-spawned-generation-brutalised-youths.html
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
"Was, die bauen uns kein neues Jugendzentrum ?
Was, ich kann ohne Schulabschluss nicht Anwalt werden ?
Was, die bauen uns kein Tonstudio damit wir uns auf unsere Karriere als Rapper vorbereiten können ?"

Das erste und das dritte gab es in Tottenham und es wurde abgefackelt..
 
@wiggum
Ich sehe schon, du hast wenig verstanden von dem was ich sagen wollte. In deinem Verständnis bietet unsere Gesellschaft-/Wirtschaftsordnung also die Möglichkeit, dass es nur Gewinner gibt, wenn sich alle nur genügend anstrengen würden.
Ich behaupte das Gegenteil. Selbst wenn sich alle mehr anstrengen sollten statt "faul und bildungsresistent" zu sein, würden die systemimmanent angelegten Mechanismen in einem Zwangswettbewerb dazu führen, dass es weiterhin eine Gruppe von Verlierern gibt, dann allerdings auf höherem Bildungsniveau. Es bleibt einfach dabei: es gibt einen Wettbewerb um endliche Ressourcen, und in einem Wettbewerb gibt es immer Verlierer.

Auf einer anderen Ebene vollzieht sich das doch auch gut sichtbar, nämlich am Verfall des Hauptschulabschlusses. Was vor 20-30 Jahren noch völlig ausreichend für ein solides Berufsleben war, gilt heute als Eintrittskarte für das Prekariat. Der Wettbewerb hat sich verschärft und damit hat sich auch die Grenze zwischen Gewinner- und Verliererschichten nach oben verschoben. Trotzdem gibt es nachwievor Verlierer, nur verlieren diese heute auf höherem (Bildungs-)Niveau als vor 20-30 Jahren.

Ich habe übrigens nie behauptet, dass diese Leute mit ihren Krawallen fundierte und pointierte Systemkritik üben wollen. Es sind schlichtweg Asoziale und Kriminelle, die da randalieren und aufgestauten Frust rauslassen. Aber das es überhaupt soweit kommt, dass große Bevölkerungsschichten auf dieses Niveau abrutschen, ist aus gesellschaftlichen Blickwinkel nur systembedingt zu erklären. Daher sind mir hier manche Betrachtungen und Schuldzuweisungen einfach zu oberflächlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Exar_Kun schrieb:
Ich behaupte das Gegenteil. Selbst wenn sich alle mehr anstrengen sollten statt "faul und bildungsresistent" zu sein, würden die systemimmanent angelegten Mechanismen in einem Zwangswettbewerb dazu führen, das es weiterhin eine Gruppe von Verlierern gibt, dann allerdings auf höherem Bildungsniveau. Es bleibt einfach dabei: es gibt einen Wettbewerb um endliche Ressourcen, und in einem Wettbewerb gibt es immer Verlierer.

Solange es aber in diesem System den Verlieren immer noch besser geht als den Gewinnern in jedem anderen System, nehme ich das gerne in kauf. Und das ist sowohl in UK als auch in Deutschland der Fall.

Auf einer anderen Ebene vollzieht sich das doch auch gut sichtbar, nämlich am Verfall des Hauptschulabschlusses. Was vor 20-30 Jahren noch völlig ausreichend für ein solides Berufsleben war, gilt heute als Eintrittskarte für das Prekariat.

Dabei solltest du aber nicht vergessen, dass der Hauptschulabschluss der heutigen Zeit nichtmehr mit dem von vor 20-30 Jahren zu vergleichen ist. Damals war das Niveau auf den Hauptschulen wesentlich höher.
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese Subjekte sind einfach faul, dumm und/oder bildungsresistent. Die streben nach garnichts, die wollen alles geschenkt !
Ich weiß nicht aus welcher arroganten Selbstgefälligkeit du zu diesem Schluss kommst -.- Schau dir mal die Studiengebühren in England an, wie soll den ein armer, wenn er auch noch so gut ist, das finanzieren? Und in keinem anderen Land in Europa hängt der Bildungserfolg in einem solchen Maße von der sozialen Herkunft ab, als ausgerechnet bei uns in Deutschland. Sollte man vielleicht mal darüber nachdenken.
Was, die bauen uns kein neues Jugendzentrum ?
Was, ich kann ohne Schulabschluss nicht Anwalt werden ?
Was, die bauen uns kein Tonstudio damit wir uns auf unsere Karriere als Rapper vorbereiten können ?
Toll, irgendwelche Klischees aus den rechtsgerichteten Boulevardzeitungen zu zitieren...

Diese Leute stellen nur Forderungen ohne auch nur den Ansatz von Leistungsbereitschaft zu zeigen. Ein vollkommen asoziales Verhalten das durch die auf Gleichmacherei abzielende lethargische Politik verstärkt wird.
Sprichst du nun von den asozialen Leuten, die diese Krise verursacht haben, die ihr Geld ohne irgendwelche ethischen Prinzipien investieren, auf Lebensmittel spekulieren und Anteile an Firmen haben, die dafür sorgen, das die Hälfte der Weltbevölkerung von weniger als 2$ pro Tag lebt?
Ein Staat in dem es weder Zusammenhalt noch Stolz gibt und Kriminelle nichts zu befürchten haben (da sie ja nur Autos anzünden weil man ihnen kein Tonstudio vor die Nase gestellt hat).
Ja, das tolle Klischee der Rapper, die durch das Viertel laufen, super Sache, so eine Weltanschauung, nur wird man damit der Komplexität der Realität doch nicht gerecht.
Ich weiß echt nicht wer schlimmer ist, der randalierende Abschaum oder diejenigen die reflexartig versuchen dieses Verhalten zu relativieren oder mit irgendeiner Kapitalismuskritik zu verknüpfen...
Eher erschreckend, wie viele Leute reflexartig die oberflächlichen Schlagzeilen der rechten Boulevardmedien zitieren, ohne sich die Mühe zu machen, unter die Oberlfläche zu schauen...


"Liberal dogma", das erinnert mich an einen bestimmten US-Fernsehsender, der Rest irgendwie auch...

Vielleicht sollte man doch mal anfangen, selbständig zu denken.


Zu Thema Medien und "Liberal dogma" auch: http://blogs.alternet.org/speakeasy/2011/07/27/what-rupert-murdoch-means-for-you-personally/
 
JohnnyBerlin schrieb:
"typischer" Westeuropäer, Verlierer der Gesellschaft, Randalierer ?
Es paßt nicht ! ... es reicht in verschiedenster Hinsicht als Erklärungsversuch nicht aus!

Wie wäre es mit den alternativlosen Sparmodellen, die angebracht sind um Finanzinstitute zu retten? Auch in England gibt es ein Auseinanderdriften der Gesellschaft und gerade London ist dafür ein hübsches Beispiel. Auf der einen Seite Multikulti und viele osteuropäische Wanderarbeiter, auf der anderen wird Casino gespielt. Natürlich verliert dabei eine Generation, egal welchen Ursprungs, aber dort sind Leute denen wahrscheinlich auch eine "Chancengesellschaft" vorgepredigt wurde, die es überhaupt nicht gibt.

JohnnyBerlin schrieb:
Ich meine durchaus, daß da mehr zu erwarten ist.
Griechenland, Irland, Spanien, Italien, Entwicklungen in den USA, wir erinnern die Aufstände "Randalierender" in den Pariser Vorstädten - jetzt London und darüber hinaus !

Selbst in Israel gärt es, ebenso in Russland, dem arabischen Raum, eigentlich überall, außer großflächig in Asien. Muss man aus all den Protesten, mögen sie friedlich oder gewaltätig sein, nicht schließen, dass etwas am modernen globalen Wettbewerb, und der aufgrund dessen erfolgten Ausrichtung vieler Staaten, grundlegend falsch ist? Egal ob Diktatur oder Demokratie, die politische Ausrichtung spielt deswegen kaum mehr eine Rolle, weil sie die Probleme selbst übergreifend erschaffen hat. Komischerweise geht es dabei immer um ein vernünftiges Maß an Sicherheit, echter gelebter Demokratie und Wohlstand. Um zu erkennen, dass auch in Europa die Eliten völlig versagt haben, braucht man keine Verschwörungstheorien, es sollte in den vergangenen Jahren, nach all den Ereignissen, jedem Bürger bewusst geworden sein.

Deutschland spielt bei all dem eine Sonderrolle, zum einen wegen der vorgezogenen Reformerei, dem noch immer vorhandenen produzierendem Mittelstand, der Tendenz lieber junge Praktikanten einzustellen und ältere Arbeitnehmer zu entlassen, die wohl kaum noch gewaltbereit sind und natürlich einer ausgeprägten Trägheit in der Bevölkerung. Bei uns wird es erst krachen, wenn es wirklich einmal wieder wirtschaftlich richtig bergab geht, so richtig geschah das in den vergangenen Jahren überhaupt nicht. Allerdings hat sich im Bildungsbürgertum bereits Widerstand formiert, zumindest gegen eine Art der Politik und Beeinflussung durch die Medien, die in der Tat auf 68er Idealen beruht, allerdings wirklich etwas Grundlegendes ändern will. Sollte uns das vor Ausschreitungen bewahren, kann man es als Erfolg werten.
 
Diese Subjekte sind einfach faul, dumm und/oder bildungsresistent. Die streben nach garnichts, die wollen alles geschenkt !

klar... fleißige und gebildete Menschen begehen keine Verbrechen.

Bildung schützt auf keinem Fall vor Verbrechen, Gier, Hass, Gewalt, Rücksichtslosigkeit usw. diese Symptome sind in jeder Bildungsschicht vorhanden.

Gerade der Geldwahn und das Wirtschaftswachstum um jeden Preis zerstört immer mehr die Lebensgrundlagen der "einfachen" Bevölkerung. Diese können aber nicht einfach in eine andere Gegend ziehen die noch nicht zerstört, vergiftet und verseucht ist.

Zum Thread:
Diese Zustände sind genauso in Deutschland möglich, alles nur eine Frage der Zeit. Mit jeden Tag in dem das soziale Ungleichgewicht größer wird kommen wir diesen Zustand unaufhaltsam näher. Dabei ist nicht entscheidend wie gutmütig die Deutschen ist sondern der immer größer werdende Ausländeranteil und das immer größer werdende Gefälle zwischen Arm und Reich wird schließlich auch hier das Fass zum überlaufen bringen.
 
@ Exar_Kun & Badday (und einige andere)

Ich bewundere eure Gelassenheit und Ausdauer bei dem Thema und den unmöglichen Aussagen von ein paar scheinbar Unverbesserlichen.
Es ist doch so: Nicht jeder Mensch kann große Zusammenhänge erkennen und deuten. Manche wollen das auch garnicht, weil die Welt in schwarz und weiß viel einfacher ist. So kann man nämlich geistig Kind bleiben und braucht sich keinen Kopf um die Welt um einen herum zu machen. Es gibt ein paar Sündenböcke (vornehmlich natürlich die, die eh schon am Boden liegen) und fertig.

Natürlich sind die Ursachen für die ganzen Unruhen in vielen Ländern zurzeit in Politik und Wirtschaftssystem zu suchen. Wo denn sonst bitteschön?

Das Problem in England ist nur, dass die Beteiligten ihrer Wut blind freien Lauf lassen und sie nicht gebündelt auf die wahren Übeltäter/Ursachen richten.

Sollte es in Deutschland soweit kommen, hoffe ich, dass wir schlauer sind. Noch haben wir Zeit, das Thema angemessen zu besprechen und die Kräfte in die richtige Richtung zu lenken.
 
andiac schrieb:
Das Problem in England ist nur, dass die Beteiligten ihrer Wut blind freien Lauf lassen und sie nicht gebündelt auf die wahren Übeltäter/Ursachen richten.

Und wer wäre das bitteschön? Nein, eine Sündenbocksuche greift eindeutig zu kurz. Die Ursache für die Verarmung der Massen und die wachsende soziale Ungleichheit ist vielmehr systeminmmanent.
 
andiac schrieb:
Sollte es in Deutschland soweit kommen, hoffe ich, dass wir schlauer sind. Noch haben wir Zeit, das Thema angemessen zu besprechen und die Kräfte in die richtige Richtung zu lenken.


Ja das hoffe ich auch, aber irgendwie redet bis Heute keiner von den Ursachen.


Ich denke und das sage ich immer wieder, das die Ursachen in unserem Weltweiten Wirtschaftssystem in der "GLOBALISIERUNG" zu suchen sind.

Das ständige streben nach Wachstum und die Geldgier der Wirtschaft hat uns Bürger in diese Lage gebracht.

Wenn ich mir die Karte der Weltverschuldung anschaue sieht man doch das die Industrie Nationen eigentlich alle das gleiche Problem haben. SO VIEL MIES HAT DIE WELT


Ihn fehlt die Einnahme Quelle (Steuern) aber gleichzeitig haben sie per Gesetz auch teure Verpflichtungen (Sozial-Ausgaben).

Das kommt halt davon wenn man alles nun in Billig Lohnländern Produzieren lässt, dann hat man hier die Arbeitslosen oder wie in den letzten Jahren die stark gewachsene Gruppe von Niedriglohner oder Leiharbeiter. Und wenn man Pech hat zahlen diese Konzerne ihre Steuern auch noch im Ausland. Mit der Konsequenz das unsere Staaten weniger Einnahmen haben aber Gleichzeitig auch mehr Ausgaben haben weil die Sozialausgaben steigen.


Michael Moore hat die Frage auch schon NIKE gestellt, warum Produziert ihr eure Schuhe nicht dort wo sie Verkauft werden sollen. Also in Nordamerika mit Nordamerikaner für Nordamerikaner , in Europa mit Europäern (z.B Griechen) für Europäer.


Das Gleichgewicht ist aus den Fugen geraten, und was noch schlimmer ist das die Breite Masse, jetzt auch noch für die Fehler dieser Finanzwelt, einstehen muss.


Was wir brauchen ist eine andere Weltwirtschaft die die verschiedenen Binnenmärkte schützt und Stärkt. China muss nicht die Weltfabrik sein um sich Entwickeln zu können. Die haben eigentlich schon die Zutaten für ein Wirtschaftliche Wachstum ihren Eigenen Markt mit 1,4 Milliarden Menschen ( Das sind Doppelt soviele wie USA und Europa zusammen). Das ist eigentlich eine Reine Wachstumsmaschinerie. Deutschland war ja auch nicht sofort Exportweltmeister sondern der Wiederaufbau Deutschlands und der daraus folgende Wohlstand war das Fundament für unsere heutige Wirtschaftsleistung.


Mich haben diese Ausschreitungen nicht überrascht, man kann es doch überall sehen das es in Europa brodelt Griechenland, Frankreich, Spanien, Italien selbst im Reichen Israel. Überall Demonstrieren Junge Menschen für eine Perspektive.


Aber keiner der Politiker redet darüber

In der Griechenland-Kriese reden die nur von Rettungspaketen und Sparprogrammen, aber kein Wort wie Griechenland schwarze Zahlen schreiben sollen. Wie und mit was sollen die denn ihren Schuldenberg abbauen. KEIN WORT DAZU :freak:
 
Was passiert wenn man bei Sozialen Einrichtungen am meisten spart - wovon vor allem der Soziale Frieden, nennen wir es den großen "Rand" der Gesellschaft betroffen ist?
Gleichzeitig den Preis für Bildung nach oben schraubt? Denn genau das wurde seit Monaten in England getrieben.
Das ist eine gefährliche Mischung denn man greift damit den Sozialen Frieden an und wenn man zu viel angegriffen hat, dann ist es mit ein Grund (ob allein kann ich nicht beurteilen) das es genau zu solchen Krawallen kommt.
London ist außerdem mit die die teuerste Region weltweit und außerdem gepaart noch mit dramatischen entgegengesetzten Lebenswelten - das es sich da zu erst entlädt überrascht mich kein bisschen.

Einige der Krawallisten sehe ich als Opfer, nicht als Dumm, von Natur aus Gewalttätig oder dergleichen denn jeden Tag wird man mit Werbung über materiellen Status bombadiert. Die Frage ist was ist man als bloßer Mensch gerade in unteren Schichten?
Die Wirtschaft fährt auf einfache Lämmer und Schäfer ab, nur hat diese Vergessen das immer mehr gar nicht die Möglichkeit haben noch an Statussymbolen und der Gesellschaft teilhaben zu können. Die Finanzinstute werden mit Milliarden unterstützt, Geldpressen werden angeworfen um weiter die Finanzwelten mit Geld zu fluten, gleichzeitig werden die Verluste auf die Allgemeinheit abgewälzt und die Allgemeinheit muss sparen weil man auf einmal merkt dass das Defizit dramatisch ist. Nach der Ursache dafür wird nicht gefragt, es sind jedoch NICHT die Sozialausgaben.
Man muss einfach festhalten das sich die Finanzinstute dreist an der Allgemeinheit bedient haben und noch bedienen ohne das Sie dafür irgendwie einen finanziellen Beitrag zur Stabilisierung der Lage leisten müssen oder belangt werden. Die Mittel der einfachen Bürger sind begrenzt, in einer materiellen Gesellschaft bedient er sich zur Not mit Gewalt - auch das geschieht in London.
Ebenfalls schwingt in London wie auch in Syrien und co der selbe Tenor mit, der Frust über die Politik wo man kein Mitbestimmungsrecht mehr hat.
Der berühmteste gesprochene Satz bei den Krawallen ist wohl folgender:
Is rioting the correct way to express your discontent?
"Yes," said the young man. "You wouldn't be talking to me now if we didn't riot, would you?"


Übrigens das es anders geht das blenden vor allem unsere Politiker und Medien aus und dieses Thema wird so richtig totgeschwiegen: Island.
 
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