Neubau: Elektriker empfiehlt "Homeway" als Vernetzung im Haus. Sinnvoll?

SimonK91

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Hallo Forum,

mein Dad baut um, im Zuge dessen wurde uns von einem Elektriker Homeway empfohlen, wodurch Netzwerk- und SAT Verbindungen über eine Zentrale gesteuert werden und mit Universal Modulen an jeglichen Stellen im Hause beliebig empfangbar sein sollen.

Im ersten Moment klang die Idee ganz gut, im zweiten Moment würde ich ihm persönlich davon abraten, da zwischen Fritzbox und Netzwerkausgang in den jeweiligen Zimmern zum einen noch eine Homeway Zentrale steckt (und zwar kein Stück Hardware sondern mit Software, Tracking, Statistik, quasi eine zweite Fritzbox) und alle Kabel (also zb auch Koax für SAT) immer nebeneinander in die Räume gelegt werden).

Mir ist unter dem Strich wichtig, dass das perfekte Signal, so verlust und pingfrei bzw störungsfrei wie Möglich am TV, PC, etc. ankommt. V.a. Wenn man in 10 Jahren über LAN Fernsehen schaut, und da etwas zwischenfunkt, wäre es ärgerlich.

Habe ich also mit meiner ersten Vermutung recht, dass Homeway absolut unnötig ist und nur zu problemen führen kann? Oder ist meine sorge dann doch eher unberechtigt, weil es der Stabilität des Netzes nichts ausmacht, wenn da 2-3 Steckverbindungen mehr liegen? In dem Falle wäre Homeway natürlich ganz praktisch.

Bin dankbar für jeden Gedanken / Erfahrung.
 
Überallhin Kabelkanäle verlegen, erstmal ein CAT7 rein und fertig.
 
Was wäre denn der Vorteil von Homeway? Als ich angefangen hab zu lesen, dachte ich halt, man muss nur ein Kabel in jeden Raum legen statt 2, aber später schreibst du ja, dass LAN und Koax in alle Räume verlegt werden müssen. Da sehe ich dann einfach gar keinen Vorteil mehr.
 
Habe hier in meiner Neubauwohnung auch ein integriertes Heimnetzwerk und bin bisher begeistert. Kann eigentlich keine nennenswerten Verluste an Geschwindigkeit oder Latenz feststellen. Meine 250 MBit (danke an UPC Cablecom an dieser Stelle) kommen voll an meinem Rechner an.

Weiß leider nicht wie der Name meiner Heimvernetzung genau lautet, jedoch bin ich mir doch recht sicher, dass es eine reine Hardwarelösung ist (evtl. mal informieren was es für andere Lösungen so auf dem Markt noch gibt).

Auch wenn ich dir zu Homeway nichts sagen kann, ein Heimnetzwerk würde ich auf jeden Fall beim Neubau anraten!
 
Was wäre denn der Vorteil von Homeway?

Der Vorteil ist, der Elektriker kann teure und proprietäre Zentralen und Endgeräte verkaufen.
 
Darf man fragen warum CAT7?
Es gibt keine Consumer-Hardware mit passenden Anschlüssen...
Und mit CAT 6 kann man locker 10 GBaseT betreiben.
 
Autokiller677 schrieb:
Was wäre denn der Vorteil von Homeway? Als ich angefangen hab zu lesen, dachte ich halt, man muss nur ein Kabel in jeden Raum legen statt 2, aber später schreibst du ja, dass LAN und Koax in alle Räume verlegt werden müssen. Da sehe ich dann einfach gar keinen Vorteil mehr.

Es ist quasi überall ein Universalkabel von Homeway hingelegt, in dem Ethernet und Sat übertragen werden können. In den jeweiligen Räumen gibt es dann quasi so eine Art Steckdosenbuchse, wo man modular entscheiden kann, ob man nun 1x Netzwerk und 1x Sat, oder 2x Netzwerk oder 2x Sat braucht etc. Die Module in den Räumen könnte man dann beliebig immer austauschen. Aber allein die Tatsache dass dann der SAT und LAN Kabel in einem Kabel quasi integriert ist, betrachte ich etwas kritisch hinsichtlich perfekte Abschirmung (vielleicht aber ja auch total unbegründet, daher das Thema hier).
 
Soweit ich das sehe, ist das nur ein Kabel, welches Netzwerkkabel, Koaxialkabel und Telefonkabel in einem ist und für das ganze nur eine tiefe Unterputzdose gebraucht wird.
Somit eig. nur für den Elektriker vorteilhaft , für dich eher weniger, da in 10 Jahren RJ 45 vermutlich eh nicht mehr gibt und der Nachfolger bereits Standart ist. Ich würde getrennt verlegen, dann kannst du später leichter umrüsten, evtl sogar Netzwerkdosen mit tauschbarem Aufsatz damit man beim Wechsel der Schnittstelle nicht neu verdrahten muss (kostet allerdings mehr).

Investiere das Geld lieber in ein ordentliches Schalterprogramm (vll. sogar mit intergrierter Kindersicherung)
10 mA Fi, zusätzliche Leerrohre für den Fall der Fälle, etc
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann würde ich einfach gegenrechnen, ob die Ersparnis für ein paar Meter Kabel nicht direkt wieder von der tollen Hardware aufgefressen wird.

Zudem braucht man ja auch schonmal mehr als 1x Netzwerk und 1x Sat in einem Raum, z.B. einmal Telefon, einmal Netzwerk und einmal Sat oder so.

Grundsätzlich würde ich auch zu "altmodischer" Verkabelung raten. 2-3 mal Netzwerk pro Zimmer, 2x Sat dazu und fertig ists für die Ewigkeit.
 
@ Autokiller677

So ein klein wenig weniger reicht sicher auch ... oder muss man auf dem Klo auch noch ein Telefon installieren ?
 
Wenn der Handwerker etwas empfiehlt, oder gar der Satz "das macht man heute so" fällt, ist höchste Alarmstufe angesagt. ;)

Auch in 20 Jahren wirst du für normales Netzwerk oder TV bei Hinz und Kunz neue Kabel/Dosen usw. usw. bekommen...für Homeway...naja vielleicht auch...
Aber ich seh da wenig Inovation in dem System...buntes Marketing auf der Webseite.
 
Der Elektriker argumentiert natürlich erstens, dass es bequem und zukunftssicher ist, da auch Homeway in Leerrohren gelegt wird und die Module am Ende in Zukunft austauschbar sein sollen. (Muss man nur hoffen dass es den Schuppen dann noch gibt :freak: ). Angeblich soll die ganze geschichte halt nicht so viel kosten, und die Tatsache dass alles in einem Kabel liegt wäre durchaus nicht schlecht. Aber ehrlich gesagt sehe ich einfach den Vorteil nicht, Leerrohre müssen eh gelegt werden...
 
Wir haben ein Fertighaus vor 2 Jahren gebaut auch mit Homeway. Das Netzwerk Kabel ist ein CAT7 Kabel und wäre 10Gbit fähig wenns schon die Hardware geben würde.
Da gibts aber keine Homeway Basis wie du geschrieben hast zumindest nicht bei mir. Das ist nur ein Verteiler der die SAT und Netzwerkkabel splittet. Danach kannst du ganz normal an deinen Router anschließen.

Netzwerkgeschwindigkeit bei 1Gbit ist bei mir super keine Verbindungsabbrüche oder sowas und die Qualität des SAT Signals hat bisher auch keinen Anlass zur Beanstandung gegeben. Ich hab immer so 95% Signalqualität laut meinem VU+ Receiver.

Der Vorteil ist halt dass man einfach je nachdem welche Dose man setzt analoges Telefon, Netzwerk, oder ISDN Anschlüsse je Dose auswählen kann.
Worauf man achten muss ist aber dass wenn man eine Dose als GBIT Netzwerkdose verwendet dann kann man diese nicht mehr für Telefon verwenden. Also auf die Anzahl der Dosen im Raum achten je nachdem was man braucht.
SAT und Netzwerkkabel sind aber getrennt also da keine Angst wegen der Schirmung. Nur Netzwerk und Telefonkabel sind bei 100Mbit Netzwerk in einem gemeinsamen Kabel.
 
Lankabel in jedem Raum ist gut und reicht. Man sollte sich nichts aufschwatzen lassen !

Selbst Wlan hat gewaltige Sprünge macht. Wenn ich vor 8-10 Jahren nichtmal durch eine Wand funken konnte habe ich nun auch 50 Meter vom Haus in der Garage wunderbaren Empfang. Die Verbindung ist zusätzlich auch stabiler geworden.
Neuere "Netzwerkgeräte" wie Drucker und Handys und Tablets haben garkeinen Lananschluss, und auch viele Notebooks verzichten drauf.
Wlan ist also eh Pflicht.
 
Ich würde jeweils Cat7 Simplex und ein gutes Koax-Kabel verlegen, ist am Ende das gleiche wie so ein teures Homeway-Kabel.
Und man hat die selben Möglichkeiten.
Ich mußte diesen Homeway-Müll selbst mal verbauen, auf Kundenwunsch. Ganz ehrlich, hätte es am liebsten im nächsten Container entsorgt.
Viel zu teuer und echt besch.... bei der Installation. Ich würde davon nur abraten.
 
Zum Kabellegen extra an die Kasse bitten...dann doch lieber ein Gerät daß die Singale per WLAN verteilt an alle Räume...
 
Lehrrohre/Kabelkanäle in jeden Raum ziehen, dann Koax überall dahin, wo ein TV gebraucht wird. Überall dahin, wo Lan gebraucht wird ein entsprechendes hin. RJ45 Anschlüsse & Lankabel kann man auch für Telefon problemlos nutzen. An einer zentralen Stelle im Haus setzt man dann ein Patchpanel und hintendran Switch/Router/Telefon. Fertig ist der Lack. Einfache, saubere Lösung, preislich nicht besonders teuer (100m LAN ca. 65€, 12er Patchpanel ca. 25€, dazu noch paar Unterputz LAN Dosen).
Cat6 reicht aus, da der RJ45 kein Cat7 kann, Cat7 Kabel kann man legen um später um zu steigen, es ist blos fraglich wann da ein sinnvoll verfügbarer neuer Standard kommt.
Ein proprietäres System würde ich für sowas einfaches nicht ins Haus holen, das kostet nur unnötig und macht unnötigen Ärger, wenn mal was nicht klappt.
 
Wir haben Homeway im (Schwörer) Haus. Das modulare System ist super. Und der Support von Homeway wirklich gut. Kostet halt mehr als non modulare Systeme.
Und als Schrott würde ich nun gar nicht bezeichnen nach 7 Jahren Nutzung.
 
Irgendwie sehe ich keinen Vorteil an der Homewaylösung. Problematisch an solchen proprietären Systemen ist, dass man unter Umständen keine Dienste nutzen kann, die über das verlegte Homeway kabel hinausgehen. Wenn man zb ganz normal Cat6-Kabel in jedes Zimmer legt + Leerrohre, dann kann man am Patchfeld zentral entscheiden was am Ende rauskommen soll. Braucht man mehr Adern oder einfach weitere Kabel, zieht man sie durchs Leerrohr.
Homeway gibt es in 10 Jahren vielleicht gar nicht mehr.......
 
Peterkem schrieb:
Wir haben Homeway im (Schwörer) Haus. Das modulare System ist super. Und der Support von Homeway wirklich gut. Kostet halt mehr als non modulare Systeme.
Und als Schrott würde ich nun gar nicht bezeichnen nach 7 Jahren Nutzung.

Nur steht eben der Nutzen nicht im Verhältnis zu den Kosten. LAN Kabel + Koax Kabel in jeden Raum legen kommt günstiger, kann das Gleiche und man hat mehr Auswahl bei den Herstellern, daher nicht nur einen, der guten Support kann, sondern mehrere. Denn das Homeway kann schließlich auch nicht mehr als Telefon, TV & LAN Signal transportieren. Und welche Modularität denn, die ich bei einem System mit Lehrroheren, LAN & Koax nicht auch hätte?
Koax & RJ45 LAN sind auch erprobte Systeme, die zuverlässig ihren Dienst tun, Millionenfach, Weltweit.

Für mich stimmt einfach der Kosten zu Nutzen Faktor nicht, der eine Bindung an ein einzelnes Spezialsystem rechtfertigt.
 
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