Harold Valorum
Cadet 4th Year
- Registriert
- Juli 2009
- Beiträge
- 80
Hiho,
ehe man sich entscheidet sollte man sich überlegen, was der Bundespräsident ist und sein soll.
Einerseits ist er das Gewissen des Landes, der Mahner und derjenige, der den Regierenden auf die Finger sehen soll - ich finde es sehr befremdlich, wie große Teile der Politikerschaft Köhler dafür kritisiert haben, er hätte sich "populistisch" mit der Politikerschelte auf die Seite des Volkes gestellt. Vielleicht sollten sich "die da oben" einfach mal in der Wirklichkeit umsehen ... denn Köhler hat das gesagt, was die Mehrheit des Volkes denkt. Das Volk vertraut der Politik nicht mehr. Das ist eines der Kernprobleme unsere Landes.
Andererseits ist der Bundespräsident eine Art "Staatsnotar" und faktisch der oberste Beamte Deutschlands. Er unterschreibt die Gesetze - er muss sie genehmigen, meiner Meinung nach ist das ein sehr sehr mächtiges Werkzeug. Allerdings fehlt ihm jegliche Gestaltungsmacht, was diesen Posten meiner Meinung nach für alle unattraktiv macht, die noch irgendwas verändern wollen.
Auch muss man bedenken, dass das Amt des Bundespräsidenten das Ende der Laufbahn ist. Nach der Amtszeit *kann* man nichts anderes mehr tun als sich ins Private zurückzuziehen, seine Memorien schreiben und sich ab und an klug zu Wort zu melden. Keinesfalls aber kann man wieder in die poltische Arena zurückkehren oder gar in die Wirtschaft gehen.
Betrachtet man das alles, scheiden viele Kandidaten aus.
Wulff will irgendwann Bundeskanzler werden und ist zu jung fürs Altenteil. Rüttgers wird eher ins Kabinett kommen oder gar Ministerpräsident bleiben. Steinbrück ist ebenfalls noch nicht soweit, seine politische Karriere zu beenden.
Von der Leyen ist ebenfalls zu jung für ein Karriereende, noch dazu will sie noch etwas gestalten und nicht nur abnicken. Im Gegensatz zur hier herrschenden Meinung halte ich sie für kompetent, eloquent und durchaus fähig, an entscheidender Stelle politische Verantwortung zu tragen. Freilich, manche ihrer Vorstellungen oder Vorstöße sind bedenklich, sogar abzulehnen. Aber ich gestehe ihr zu, falsche Ansichten zu haben oder Fehler zu machen. Mir sind polarisierende Politiker lieber, die sich auch mal deftig irren, als jene die sich aalglatt überall durchlavieren und sich auf nichts festlegen. Sie muss weiter in der aktiven Politik bleiben, da nutzt sie unserem Land mehr.
Schäuble wäre eigentlich in vielerlei Hinsicht die "Idealbesetzung" (allerdings eine, die ich mir nun garnich wünsche), weil das Amt seine Karriere krönen würde. Aber auf Grund seiner gesundheitlichen Verfassung scheidet er aus. Ähnliches gilt für Stoiber, auch der ist im Grunde ein idealer Kandidat für den Posten, wird aber keine Mehrheit finden. Das ist auch ganz gut so, denn missverständliche Reden sind da vorprogrammiert.
Käßmann würde mir zusagen: ehrlich, charismatisch und mit festen Werten. Eine Frau der das Volk vertraut.
Lammert ist derjenige, der meiner Meinung nach die größten Chancen aus dieser Liste hat. Er erfüllt alle oben aufgezeigten Voraussetzungen, genießt Vertrauen und ist noch irgendwo angeeckt. Auch scheint er mir - im positiven Sinne! - gut geeignet für die Stelle des obersten Staatsbeamten. Auf ihn wird es wahrscheinlich hinauslaufen und ich wäre damit zufrieden.
Joschka würde - trotz allem - auch einen guten Bundespräsidenten abgeben. Der Lebensweg dieses Mannes und seine Wandlungen sind bemerkenswert, er hat rhetorisches Talent und ist im Volk angesehen. Allerdings hat er sich manchmal nicht unter Kontrolle. ^^
Von und zu Guttenberg wäre ein sehr guter Bundespräsident - in 25 Jahren. Bis dahin muss er im laufenden politischen Betrieb noch einiges bewegen.
Persönlich wünsche ich mir, dass man einen Kandidaten von außerhalb des poltischen Betriebes, allenfalls noch einen Politiker im Ruhestand. Der Bundespräsident ist das Verfassungsorgan, dem das Volk am meisten vertraut und das sein Ohr am nächsten am Volk hat. Diese Chance, wieder politische Glaubwürdigkeit zu erlangen, sollte sich die Politik nicht entgehen lassen. Wenn jetzt die große Rochade kommt und von der Leyen Bundespräsidentin wird, damit Rüttgers ihren Platz im Kabinett einnehmen kann um damit die Koalition in NRW zu ermöglichen, fällt das noch vorhandene Restvertrauen in den Keller.
- Harry
ehe man sich entscheidet sollte man sich überlegen, was der Bundespräsident ist und sein soll.
Einerseits ist er das Gewissen des Landes, der Mahner und derjenige, der den Regierenden auf die Finger sehen soll - ich finde es sehr befremdlich, wie große Teile der Politikerschaft Köhler dafür kritisiert haben, er hätte sich "populistisch" mit der Politikerschelte auf die Seite des Volkes gestellt. Vielleicht sollten sich "die da oben" einfach mal in der Wirklichkeit umsehen ... denn Köhler hat das gesagt, was die Mehrheit des Volkes denkt. Das Volk vertraut der Politik nicht mehr. Das ist eines der Kernprobleme unsere Landes.
Andererseits ist der Bundespräsident eine Art "Staatsnotar" und faktisch der oberste Beamte Deutschlands. Er unterschreibt die Gesetze - er muss sie genehmigen, meiner Meinung nach ist das ein sehr sehr mächtiges Werkzeug. Allerdings fehlt ihm jegliche Gestaltungsmacht, was diesen Posten meiner Meinung nach für alle unattraktiv macht, die noch irgendwas verändern wollen.
Auch muss man bedenken, dass das Amt des Bundespräsidenten das Ende der Laufbahn ist. Nach der Amtszeit *kann* man nichts anderes mehr tun als sich ins Private zurückzuziehen, seine Memorien schreiben und sich ab und an klug zu Wort zu melden. Keinesfalls aber kann man wieder in die poltische Arena zurückkehren oder gar in die Wirtschaft gehen.
Betrachtet man das alles, scheiden viele Kandidaten aus.
Wulff will irgendwann Bundeskanzler werden und ist zu jung fürs Altenteil. Rüttgers wird eher ins Kabinett kommen oder gar Ministerpräsident bleiben. Steinbrück ist ebenfalls noch nicht soweit, seine politische Karriere zu beenden.
Von der Leyen ist ebenfalls zu jung für ein Karriereende, noch dazu will sie noch etwas gestalten und nicht nur abnicken. Im Gegensatz zur hier herrschenden Meinung halte ich sie für kompetent, eloquent und durchaus fähig, an entscheidender Stelle politische Verantwortung zu tragen. Freilich, manche ihrer Vorstellungen oder Vorstöße sind bedenklich, sogar abzulehnen. Aber ich gestehe ihr zu, falsche Ansichten zu haben oder Fehler zu machen. Mir sind polarisierende Politiker lieber, die sich auch mal deftig irren, als jene die sich aalglatt überall durchlavieren und sich auf nichts festlegen. Sie muss weiter in der aktiven Politik bleiben, da nutzt sie unserem Land mehr.
Schäuble wäre eigentlich in vielerlei Hinsicht die "Idealbesetzung" (allerdings eine, die ich mir nun garnich wünsche), weil das Amt seine Karriere krönen würde. Aber auf Grund seiner gesundheitlichen Verfassung scheidet er aus. Ähnliches gilt für Stoiber, auch der ist im Grunde ein idealer Kandidat für den Posten, wird aber keine Mehrheit finden. Das ist auch ganz gut so, denn missverständliche Reden sind da vorprogrammiert.
Käßmann würde mir zusagen: ehrlich, charismatisch und mit festen Werten. Eine Frau der das Volk vertraut.
Lammert ist derjenige, der meiner Meinung nach die größten Chancen aus dieser Liste hat. Er erfüllt alle oben aufgezeigten Voraussetzungen, genießt Vertrauen und ist noch irgendwo angeeckt. Auch scheint er mir - im positiven Sinne! - gut geeignet für die Stelle des obersten Staatsbeamten. Auf ihn wird es wahrscheinlich hinauslaufen und ich wäre damit zufrieden.
Joschka würde - trotz allem - auch einen guten Bundespräsidenten abgeben. Der Lebensweg dieses Mannes und seine Wandlungen sind bemerkenswert, er hat rhetorisches Talent und ist im Volk angesehen. Allerdings hat er sich manchmal nicht unter Kontrolle. ^^
Von und zu Guttenberg wäre ein sehr guter Bundespräsident - in 25 Jahren. Bis dahin muss er im laufenden politischen Betrieb noch einiges bewegen.
Persönlich wünsche ich mir, dass man einen Kandidaten von außerhalb des poltischen Betriebes, allenfalls noch einen Politiker im Ruhestand. Der Bundespräsident ist das Verfassungsorgan, dem das Volk am meisten vertraut und das sein Ohr am nächsten am Volk hat. Diese Chance, wieder politische Glaubwürdigkeit zu erlangen, sollte sich die Politik nicht entgehen lassen. Wenn jetzt die große Rochade kommt und von der Leyen Bundespräsidentin wird, damit Rüttgers ihren Platz im Kabinett einnehmen kann um damit die Koalition in NRW zu ermöglichen, fällt das noch vorhandene Restvertrauen in den Keller.
- Harry