HappyMutant
Fleet Admiral
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DugDanger schrieb:Zum generellen Vorwurf, der Bundespräsident sei nur "Abnicker". Soviel ich weiß, hat Köhler einige Gesetze nicht unterschrieben und wurde später vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. Auch die vorgänger Präsidenten haben diese Aufgaben immer wahrgenommen.
Er ist verpflichtet diese auf Verfassungsmäßigkeit zu prüfen. Wenn sie das aber sind, muss er sie auch unterzeichnen. Zugegeben, es waren Dinger dabei, die waren so offensichtlich, dass dort eine Unterschrift fehl am Platze gewesen wäre, aber das passt auch bei unterschrieben Gesetzen. So wie bei jedem Vertrag sollte der Unterzeichner natürlich das durchlesen (oder lassen), bevor er dafür bürgt. Aber es ist eine repräsentative Pflicht (vielleicht die wichtigste), keine tatsächliche Macht. Wenn die Parlamentarier ihre Pflicht tun würden, wäre nicht mal das notwendig.
Ich will nicht den Bundespräsidenten als Institution kleiner reden, als er ist. Ich halte nur seine Wahl direkt durch das Volk nicht für sinnvoll, weil er keine Politik macht und keine machen sollte. Aber so wie diese Wahl ist sie immer auch politisch aufgeladen und führt zu Versprechungen, die so niemals eingehalten werden können. Davon ab hätte bei einer Siegchance die SPD Gauck erst gar nicht aufgestellt. Das konservative Triumvirat Bild, FAZ, Spiegel hat diesen Kandidaten gepusht, weil sie ein Ende der Koalition, einen Skandal sehen wollen und eine Politik im Sinne eines Kandidaten Gauck, die im Grunde die von Merkel und Wulff, Koch und Rüttgers ist (bzw. das was man sich von ihnen erhofft hatte), mit leichten Anleihen der großen Koalition. Diese Politik ist konservativ, teils neo-liberal.
Für die Linke würde eine solche Wahl nichts bringen. Klar bringt das die Koalition an den Rand des Scheiterns, aber die Basis wäre etwas, was zu einer großen Koalition führt und zwar eine die Merkel und Schröder fortsetzt. Genau dagegen steht aber ja die Linke. Es wäre also vielleicht ein Sieg gegen Merkel, aber möglicherweise ein Phyrrussieg.
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