Reparatur-Tool von Salvation hat falsche Festplatte gelöscht. Datenrettung möglich?

Ralfioni

Ensign
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Hallo,

ich habe an meinen PC eine uralte 2,5 GB PATA-Festplatte angeschlossen, von der ich weiß, dass sie ein paar defekte Sektoren hat. Da es mir bei meiner 400 GB SATA-Systemplatte gelang defekte Sektoren mit dem Herstellertool von Samsung auszublenden bzw. zu reparieren, wollte ich selbiges mit der Uraltplatte machen. Da ich mit dem Tool von Western-Digital keinen Erfolg hatte, durchsuchte ich die Ultimate Boot CD nach passenden Tools und bin dabei auf Salvation HDD Scan and Repair 3.0 gestossen.

Das Tool bot mir in keinem Menüpunkt eine Auswahlmöglichkeit bezüglich der Festplatte an, obwohl sowohl meine 400GB-Systemplatte (SATA) als auch die 2,5GB-Uralt-Platte angeschlossen war. Im Scan-Menü wurden jedoch die Daten der WD-Platte angezeigt (Name, Kapazität etc.). Insofern ging ich davon aus, dass das Program den SATA-Controller schlicht nicht erkennt oder ignoriert. Die beiden Scans der alten Platte (Default + Advanced Scan) betstätigten die fehlerhaften Sektoren an der korrekten Stelle. Daher wählte ich im Anschluss die Option Fast Restoration, die wiederum keine Auswahlmöglichkeiten bzgl. der Festplatten ermöglichte. Nach Abschluss der Restoration wollte ich neu booten. Natürlich wurde nicht die WD-Platte "restored", sondern meine Systemplatte.

Wie kann so etwas nur passieren? Was zum Teufel ist das für ein behindertes Tool? Laut Disk-Editor wurde meine Systemplatte komplett genullt, die Daten auf der WD-Platte sind hingegen nach wie vor intakt (die hätten gelöscht werden können).

Ich vermute meine Daten sind nicht mehr zu retten, oder? Ich habe so eine Wut in mir. Das letzte Backup ist mehrere Wochen alt. Kennt jemand "Salvation"? Sind die behindert im Kopf?

Gruß
Ralf
 
Wem seine Daten lieb und teuer sind, wird immer umsichtig bei derartigen Aktionen sein. Bei Operationen am 'offenen Herzen' kann immer was passieren, dann hängt mal lieber die Geräte ab, die keinen Schaden nehmen sollen. Ein vollständiger Sektor-Test kann immer nur einen Schreib- und Lesevorgang beinhalten, man könnte natürlich zunächst die vorhandenen daten lesen, den Sektor definiert beschreiben und hinterher die ursprünglichen Daten wieder schreiben. Bei einem zerstörerischen Test wird i.d.R. immer vorher nachgefragt, evtl. hast Du es übersehen.

Wenn Du jetzt nur noch Nullen ermittelst, ist der Inhalt sicher verloren.

Def. Sektoren kann man übrigens auch mit chkdsk <LW>: /r austragen lassen.
 
Mueli schrieb:
Wem seine Daten lieb und teuer sind, wird immer umsichtig bei derartigen Aktionen sein. Bei Operationen am 'offenen Herzen' kann immer was passieren, dann hängt mal lieber die Geräte ab, die keinen Schaden nehmen sollen. Ein vollständiger Sektor-Test kann immer nur einen Schreib- und Lesevorgang beinhalten, man könnte natürlich zunächst die vorhandenen daten lesen, den Sektor definiert beschreiben und hinterher die ursprünglichen Daten wieder schreiben. Bei einem zerstörerischen Test wird i.d.R. immer vorher nachgefragt, evtl. hast Du es übersehen.

Da hast Du natürlich Recht, aber ich habe leider nicht damit gerechnet, dass ein Programm, das nur meine PATA-Platte erkennt und scannt, anschliessend meine SATA-Platte "repariert" bzw. nullt. Ich habe schon oft mit derartigen Tools hantiert und wurde grundsätzlich dazu aufgefordert die zu bearbeitende Festplatte auszuwählen. Das war hier nicht der Fall. Siehe OP.

Mueli schrieb:
Wenn Du jetzt nur noch Nullen ermittelst, ist der Inhalt sicher verloren.

Leider. Auch wenn ich 95% der Daten gesichert hatte, wird es Tage dauern, das System wieder herzurichten. :(

Mueli schrieb:
Def. Sektoren kann man übrigens auch mit chkdsk <LW>: /r austragen lassen.


Das dachte ich eigentlich auch und hatte das einige Male mit meiner 400-GB-SATA-Platte probiert. Aber erst als ich die Festplatte mit dem Samsung-Tool scannte wurden die 9 fehlerhaften Sektoren ausgeklammert. Wie ist das zu erklären?

Die defekten Sektoren von der alten 2,5-GB-Platte kriege ich dagegen mit keinem Tool ausradiert. Ging das mit den damaligen Platten noch nicht?
 
Sector Sparing gibt es seit Ur-Zeiten bei Festplatten, also z.B. schon schon bei ST506 Drives. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da einige 2.5" Disks ausgenommen hat.
Hattest Du mit dem Diskmon denn mal eine String-Suche auf der Disk durchgeführt oder nur Stichproben gemacht?
 
Mueli schrieb:
Sector Sparing gibt es seit Ur-Zeiten bei Festplatten, also z.B. schon schon bei ST506 Drives. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da einige 2.5" Disks ausgenommen hat.

Ich meine 2,5 Gigabyte-Festplatte (anno 1996) und nicht 2,5 Zoll-Festplatte... ;-)

Mueli schrieb:
Hattest Du mit dem Diskmon denn mal eine String-Suche auf der Disk durchgeführt oder nur Stichproben gemacht?

Was meinst Du jetzt? Die ungewollt gelöschte Platte oder die defekte Platte? Erstere war bis auf den Bootsektor komplett genullt. Hab mit dem PTS Diskmonitor auf der UltimatebootCD die Platte komplett von Anfang bis Ende durchgeschaut (Scrollbalken hoch/runter). Die defekte Platte habe ich nicht mit dem Diskmon angeschaut. Wozu auch? Dass es defekte Sektoren gibt bestätigt mir so ziemlich jedes Programm. Ein Sektor ist sogar so krass beschädigt, dass - sobald ein Tool darauf zum lesen/schreiben (?) zugreift - die Festplatte in einer Endlosschleife hängen bleibt und nicht mehr reagiert.
 
ST506 Drives hatten 10, 20 und dergl. MB, dann sollten Gb Drives es allemal können und dann ist es auch egal ob 2.5" oder GB;)
Ich meinte schon die fälschlicherweise gelöschte Disk, aber das hattest Du ja nun bereits beantwortet.
 
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Noch mal zu der alten Platte: Ist das Ausklammern von Sektoren manchmal einfach nicht möglich, oder was mache ich falsch?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hier kam nur das Tool Firmware Repairer in der Freeware-Version von Salvation Data zum Einsatz.
Sector Repairer ist normal teuer.
Ansonsten zum Reparieren von bad sectors war es eher spinrite oder hdd repairer mit dem Versuch einer Diagnose ob diese wieder freigegeben werden können.
Diese Tools sind ohne Datenverlust und können unter Umständen funktionieren (bei soft bads).
Datenrettungssoftware kann keine überschriebenen Daten wiederherstellen.
Ein Nullen der gesamten Festplatte, wäre wohl schon über ein Diagnosetool der Festplatte möglich?
Wenn die Daten überschrieben sind, helfen nur Datenrettungsfirmen, die Hardware haben um Daten bis ca.7 faches überschreiben wiederherzustellen, oder wenn öfters überschrieben noch teuere Hardware, bei der die Signale in den Randbereichen der Sektoren gelesen wird.

Viele Grüße

Fiona
 
Was das sparen von Sektoren angeht ist mir nur der Umstand bekannt, dass sich Block 0 (CHS 0 0 0) meines Wissens nicht sparen läßt. Hatte diesen Fehler bereits einmal und das sogar hier bei mir zu Hause bei meiner Tochter, der PC ließ sich nicht mehr neu installieren (der Boot mit dem maroden Windows ging sogar noch), weil der besagte Sektor nicht geschrieben werden konnte. Das IBM-Tool DFT brachte bei der Diagnose auch einen entsprechenden Fehler.
Was die Fehlfunktion von Software angeht, ist es so, dass man es durchaus um Bugs in dem Tool handeln kann, aber auch die Firmware kann einen Fehler haben, die sowas verursachen könnte (bei Konsumerprodukten wird gerade bei Festplatten kaum Support in dieser Hinsicht geleistet - im prof. IT-Umfeld sieht es da ganz anders aus, hier habe ich bei einzelnen Disks teilweise mehrfach Firmware updaten müssen und das sogar in Form von EPROMs, weil es Flash Speicher ja noch nicht allzulange gibt).
Dann sollte man bedenken, dass eine Fehlbedienung von derartigen Tools schon dadurch zustande kommen kann, wenn man etwas überhastet die Tastatur (fehl)bedient, indem man Tasten u.U. nicht richtig trifft und gleichzeitig zwei Tasten trifft oder auch eine Taste prellt, der Tastaturbuffer merkt sich alles!

Letzten Endes weiß man nicht was wirklich die Ursache war.
 
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