• ComputerBase erhält eine Provision für Käufe über eBay-Links.

Schaumstoffsicken reparieren - T&A Criterion TMR 160

Vossten

Commander
Registriert
Juni 2012
Beiträge
2.346
Wie im Titel ersichtlich, hätte ich da Fragen bzgl. dieser Lautsprecher.

Momentan benutzt mein Vater die T&A und ich ein Pärchen Arcus TS 450. Die sind natürlich kaum vergleichbar, theoretisch hätte ich aber Platz für beide.
Mein Vater hat jetzt realisiert, dass die Schaumstoffsicken, nach nunmehr 20 Jahren +/- 5 ihren Geist aufgegeben haben, wohlmöglich auch unter Einwirkung unserer Katzen.
Er würde gerne die Arcus haben und bietet mir im Tausch die T&A an - Was würde so eine Sickenreperatur kosten bzw. kann man die auch alleine bewerkstelligen?
Hat wenig Sinn, 300€ oder so für eine Reperatur auszugeben, wenn ich dafür die gerade neu gekauften Arcus wieder wegschicken muss und quasi wieder am Anfang stehe.

Dann: Kann ich da jetzt quasi während der Reperatur Gummisicken benutzen oder ist es quasi "fest", dass dieses Pärchen Lautsprecher Schaumstoffsicken haben muss?

Vielen Dank schonmal.
 
Ein fall fürs HiFi-Forum.de. Dort wird dir mit Sicherheit geholfen. Ist in deinem fall das bessere Forum
 
Statt Schaumstoff ist Katzenleder sehr geeignet, außerdem wäre das nur gerecht.

Ich habe das mal mit RFT-Lautsprechern machen lassen und dabei zugesehen. Die meist schwarzen Sicken zerfallen im Sonnenlicht nach wenigen Jahren. Des war eine Firma in Leipzig in der Markkranstädter Straße in Leipzig-Plagwitz, die Lautsprecherboxen tischlert.

Der Chef hatte einen ganzen Stapel dieser Sicken als Originalrestposten und berechnete mir 5€ je Sicke + 20€ Arbeit, wenn ich mich recht erinnere.

Er überlegte damals, sich eine Form zu fertigen und diese Sicken selber nachzubauen, weil die Nachfrage recht stabil war. Das könnte bedeuten, dass auch für Deine Lautsprecher Sicken als Nachbau verfügbar sind, falls sich ein Spezialist damit auskennt.
Die Membran wird über die Sicke, den Verstärker und dem Volumen in der Box gedämpft. Das Material der Sike ist also zweitrangig, hauptsache es hat die gleichen Dämpfungseigenschaften. Ich erwische im Auto auch immer Lautsprecher, die erstmal 5 Minuten laufen müssen, bis der Klang gut wird, das führe ich auf ein schlechtes Material zurück.

Die Arbeit war sehr einfach. Er entfernte das runde schwarze Teil in der Mitte der Membran (nicht beschädigen, wird am Ende wieder aufgeklebt). Darunter befindet sich der Magnet und die Tauchspule im Tauchspalt. Jetzt kann man ggf. die Tauchtiefe messen oder markieren (sollte sich bei der Montage aber nicht ändern, wenn die Sicke passt.

Dann kann man die alte Sicke entfernen, bzw. abschaben. Wenn die Sicke entfernt ist, kann man die Membran aus dem Spalt heben und speziell die Unterkante auf Schäden durch zu hohe Pegel prüfen. VORSICHT! Wenn die beiden Zuführungslitzen nicht ohnehin beschädigt sind, sollte man starke Beanspruchung vermeiden.

Jetzt der Trick: Der Spezialist hatte speziell für diese Lautsprecher ein Pappröhrchen gebastelt, was er nun in das Loch der Membran in den Tauchspalt neben die Tauchspule steckte, über den Magnetkern. Dieses Röhrchen (er nannte es Kaliber) kalibrierte die Tauchspule exakt mittig und gerade um den Magnetkern herum und hielt die ansonsten freie Membran in einer festen Position.
Anschließend konnte er die neue Sicke verkleben. Ich weiß nicht mehr welchen Klebstoff er verwendete, aber wenn ich mich recht erinnere, dauerte die Trocknung 30 Minuten. Da man diesen ja nach ein paar jahren wieder entfernen muß, war es wohl sowas gummiartiges, was aber nicht in die Fasern einzieht und auch den Schaumstoff der Sicke nicht angreift.

Nachdem der Kleber trocken ist, kann man das Pappröhrchen herausziehen und die Membran sollte tadellos schwingen. Das Loch wird wieder mit der Abdeckung zugeklebt (nochmal 30 Minuten warten).

Fertig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben