Schmerzensgeldforderung nach Suizid

Compute

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Hallo Leute,

Ich habe heute gelesen, dass ein Lokführer Schmerzensgeld von den Eltern eines jungen Mannes fordert, der sich 2009 das Leben genommen hat.

Den Artikel dazu findet ihr hier: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,776813,00.html

Mich würde nun interessieren, was Ihr so davon haltet.

Hat man als Lokführer Anspruch auf Schmerzensgeld in solch einem Fall?

Ich bin der Meinung, dass es zum Berufsrisiko eines Lokführers gehört. Es ist ja nicht erst seit gestern bekannt, dass sich Menschen auf diese Art und Weise das Leben nehmen. Außerdem denke Ich, kann man von Angehörigen nicht verlangen, dass sie für den Suizid gerade stehen. Mein Gerechtigkeitsempfinden sagt mir, dass es falsch ist.
 
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Also was können die Eltern dafür das sich ihr Sohn vor die Gleise wirft.

Die sind schon gestraft genug.

Geld geile Leute
 
ich finde er sollte es bekommen. ich möchte nicht in seiner haut stecken. nen menschen zu überfahren ist sicher nicht das, was ein lokführer machen will. und das der jetzt vll seinen job nicht mehr ausüben will kann ich gut verstehen.
berufsrisiko? so ein schwachsinn. nur weil einer, der meint er wolle nicht mehr leben, andere da mit reinziehen muss, kann der, der unschuldig dazukommt, ja nicht auch noch das risiko tragen.
 
Je nach dem ist es meiner Meinung nach schon gerechtfertigt, er muss ja auch den Psychologen und und und bezahlen, dazu kommt noch dass er ggf. Arbeitsunfähig ist.

Inwiefern dafür die Eltern haften bzw. dann zahlen müssen müsste man nen Anwalt fragen, bin da überfragt wie weit und in welchen Fällen das ne Verletzung der Aufsichtspflicht wäre.
Oder ob da ggf. noch mehr rein zählt.

Zum Berufsrisiko, zu seinem Beruf gehört es nicht jemandem um zu fahren oder so, also meiner Meinung nach ist es in keiner Weiße für ihn vorherzusehen. Somit ist es auch kein Berufsrisiko.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja... aufjedenfall finde ich es sehr pietätlos solch eine Forderung zu stellen.
Ob dies nun Berufsrisiko ist.. naja.. steht ja auch so unten im Artikel und hat sich in deiner Meinung gefestigt, dennoch wird es keinem Lokführer so in der Art gesagt.

Dieser spezielle Fall riecht nach Geldmacherei. Ich habe bei der DB AG von Lokführern gehört die einen solchen Fall direkt erlebt haben und nicht erst von einem Wildschwein ausgingen und den Job nichtmehr ausführen konnte.
Dieser Lokführer hat sich nur 2 Wochen Urlaub gegönnt mit der Frau und will nun Geld damit machen. Kein Trauma und nichts festgestellt.
Jemand den das wirklich direkt betrifft und niderschlägt, den würde ein Psychologie auch länger aus dem Beruf nehmen in dem man immer wieder von solch einer Situation ausgehen muss.

Tschüß!



btw. Eltern haften doch nicht für suicidende Kinder, merkwürdig!
 
konkretor schrieb:
Also was können die Eltern dafür das sich ihr Sohn vor die Gleise wirft.

Die sind schon gestraft genug.

Geld geile Leute

Ihr wisst gar nicht das manche danach durch ein Trauma den Beruf aufgeben müssen weil sich so ein Idiot auf die Gleise legt.

Nur die Eltern zu verklagen ist grenzwertig
 
Man kann sich auch umbringen ohne andere mit reinzuziehen... Kann den Lokführer sehr gut verstehen, ist doch das gleiche wie ein kleines Kind, das auf die Straße läuft und plattgefahren wird. Stellt euch mal vor ihr seid das. Glaubt ihr ihr überwindet das so ohne weiteres? Nein.
 
Ja aber seine Eltern kann man nicht dafür haftbar machen. Mit welchem Recht denn? Wenn der Lokführer schon berufsunfähig ist oder darunter leidet, dann sollten die Bahn oder eine Berufsgenossenschaft zahlen, aber nicht die Eltern. Immerhin war der Sohn ja 20 Jahre alt und damit erwachsen. Daher kann es keine Verletzung der Aufsichtspflicht sein. Ich sehe einfach keine Rechtsgrundlage für solch eine Forderung.

In dem Artikel ist auch von einem Urteil die Rede, das einen Witwer zur Zahlung von 9000€ Schmerzensgeld verurteilt hat. Da frage Ich mich auch, womit das begründet wird.

Und dass Suizide nicht zum "Berufsrisiko" eines Lokführers zählen, kann mir keiner weismachen. Wie in dem Artikel schon erwähnt wird, erlebt jeder Lokführer statistisch gesehen 3 Personenschäden in seinem Berufsleben.

Und was ist mit den ganzen Polizisten, Rettungssanitätern, usw.? Ich meine okay, die erleben das noch viel öfter, aber für die ist es auch nicht einfach.
 
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Ungerechte Welt:

Einerseits ein armer Lokführer, andererseits Arme Eltern.

Ich denke da sollte weder die eine noch die andere Partei auch noch Ansprüche zur Geltung bringen. Da kann man nicht sagen wen es schlimmer getroffen hat.
 
Ich finde, wenn sich jemand umbringen will (was eh schon absolut bescheuert ist) dann soll er oder sie das bitte für sich machen. Wenn andere damit reingezogen werden, müssen die ihr Leben damit weiterleben. Ich habe kein Verständnis für Selbstmörder und kann insofern die Schmerzensgeldforderung verstehen.

Berufsrisiko? Du bist ja nicht bei Trost!
 
Sorry, Berufsrisiko? Aber bei dieser Meinung wird mir schlecht.

Schmerzenzgeld gegenüber den Eltern ist allerdings auch Quatsch
 
Habe vor geraumer Zeit eine Reportage über einen solchen Fall gesehen und ganz ehrlich:
ICH wünsche keinem Lokführer solch eine Erfahrung. Unabhängig, ob es zum "Berufsrisiko" gehört oder vllt. auch nicht.
Es gibt unterschiedl. Typen von Lokführern: Einem Teil ist das schon mal passiert und setzt sich trotzdem wieder in das Führerhaus ihrer Lok. Der andere Teil kann aufgrund psych. Probleme diesen Beruf nicht mehr ausüben...

Ich bin auch nicht der Meinung, dass das zum Berufsrisiko gehört. Denn auf einen zerfetzten Körper, der aufgrund des Fahrtwindes langsam an der Windschutzscheibe links und rechts vorbeischmiert, kann niemand vorbereitet werden.

Dafür Schmerzensgeld zu verlangen find ich nun auch ein bisschen übertrieben - vielleicht tut's ja auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung (natürlich im Vorfeld abgeschlossen)?
 
Ich kenne einen Zugführer, und sein Zug scheint besonders "beliebt" zu sein,
es kam schon mehrmals vor dass eine Notbremsung nicht mehr gereicht hat,
und er war danach jedes mal völlig fertig. Geklagt hat er nie, den psychischen Druck bekommt er aber jedes mal voll ab.

Ich meine den Versuch Schmerzensgeld zu erhalten kann man schon gelten lassen.
 
Das mit dem Berufsrisiko ist in der Tat Schwachsinn.

Ich bin auch der Meinung, dass endlich mal was getan werden muss, damit sich nicht so viele in der Öffentlichkeit umbringen. Denkt doch mal an die armen Fußgänger, die die zerfetzten Leichen unter den Hochbrücken finden, vor allem, wenn die noch auf Poller oder Zäune aufschlagen.

Wenn sich jemand umbringen möchte, dann bitte gerne in der eigenen Wohnung ohne viel Dreck, aber nicht so.
 
Die durchschnittliche Meinung ist denk ich klar. Mir tun Lokführer auch Leid die solche Situationen durchstehen mussten. Menschen die Suizid begehen mögen ihre Gründe dafür haben, doch wie bereits mehrfach gesagt finde auch ich es unerhört damit Dritte zu belasten und zwar außerordentlich!
Schmerzensgeldklage an Verwandte gerichtet? Dafür sehe ich weder die Rechtfertigung noch Rechtsgrundlage.
 
pyrol schrieb:
Ich finde, wenn sich jemand umbringen will (was eh schon absolut bescheuert ist) dann soll er oder sie das bitte für sich machen. Wenn andere damit reingezogen werden, müssen die ihr Leben damit weiterleben.

Wie kann der Selbstmörder nur so pietätlos sein, und andere Menschen in seine Tat mit einbeziehen?:evillol:

Mal ehrlich, der Selbstmörder hat in dem Moment wo er sich umbringen will, ganz andere Sorgen.
 
Was soll den das? Die Eltern verklagen weil ihr volljähriger (!) Sohn sich auf die Gleise gelegt hat? Wobei nicht mal gesichert ist, dass es Suizid war, sondern auch ein Unfall gewesen sein könnte?
Sicher ist es traumatisch, wenn man ohne Chance es zu verhindern jemanden totfährt, aber wenn Transnet sagt jeder Lokführer überfährt im Schnitt (!) drei Suizidenten, dann kann man da schon von einem Berufsrisiko sprechen, denke ich. Dem Lokführer würd ich nichtmal die Gier vorwerfen, eher der Ehefrau, zumal er ja selbst gesagt hat, dass er den Scheiß nicht nochmal durchkauen will.
Ich studiere Medizin, da sehe ich einen wahren Geldregen auf mich zukommen, wenn ich jedesmal die Anghörigen verklage nachdem jemand gestorben ist oder sich suizidiert hat, obwohl ich kunstgerecht behandelt habe. Leute gibts...
 
Bei Berufsunfähigkeit müsste die Berufsgenossenschaft doch einspringen. Kann jawohl kein Unterschied sein ob mir eine Fräsmaschine den Arm abreisst oder ich als Lokführer nach so einem Vorfall nicht mehr fahren kann.
 
Der Tote sollte vielleicht für die Kosten für den Psychologen aufkommen, wenn er sich schon vor die Bahn schmeißt. Die Eltern zu verklagen, find ich aber auch sehr bescheuert...
 
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