Schmerzensgeldforderung nach Suizid

Ganzir - auch für dich - les dir noch mal die entsprechenden Threads bzgl. dem Erben durch - das hat rein gar nichts mit Sippenaftung zu tun...
Ansprüche können nun mal vererbt werden :) Ist bei unbezahlten Rechnungen doch genau so..
 
Ich bin kein Jurist.
Ist das wirklich so, dass man mit Übernahme des Erbes uneingeschränkt alle möglichen Haftungen eingeht?
Schon klar, dass eine mit dem Vermögen verbundene Steuerschuld auf jeden Fall zu begleichen ist. Aber im hier vorliegenden Fall hat die Forderung nichts mit dem Vermögen zu tun, sondern mit der Person. (oder bin ich hier komplett auf dem Holzweg unterwegs - kann nämlich gut sein)
 
Auch Forderungen und Verbindlichkeiten können grundsätzlich vererbt werden -
hatte letztens erst nen beispielfall -
eine frau bricht im urlaub zusammen (letzter winkel der welt), ein flugzeug wird herbei gerufen, die frau ist schon tot als das Flugzeug kommt - Die Betreiberfirma des Flugzeugs stellt die Rechnung über den Flug den Erben der Frau - deren Eltern in Rechnung - legalerweise, welche zur zahlung verpflichtet sind.
(Der Sachverhalt zielte eigentlich auf GoA ab, aber das ist in diesem Fall ja vernachlässigbar)
 
Es geht hier aber gar nicht um Sippenhaftung oder Verletzung einer Aufsichtspflicht ...
 
Wieso kommen hier ständig Leute auf Sippenhaftung oder dergleichen?
Bei der Sippenhaftung handelt es sich um einen Begriff, der hauptsächlich in unserer dunklen Vergangenheit Thema war.
Allerdings nicht mehr heutzutage.
In der Schweiz/Österreich kann es anders aussehen.
Und eine bitte an einige Personen hier:
Postet einfach nicht, wenn ihr lediglich über jur. Halbwissen verfügt.
Den Fall mit dem Lokführer wird hier niemand befriedigend beantworten können, weil niemand den kompletten Sachverhalt kennt.
Der Anspruch auf SchE könnte tatsächlich entstanden sein.
Ich vermute, dass der Anwalt des Lokführers sich im Rahmen des § 823 I BGB auf einen sog. Schockschaden beruft. Die Beurteilung dieser ist allerdings höchst umstritten.
 
florian. schrieb:
Genau für solche fälle gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherungen.

hätte sich der Lokführer eventuell anschaffen sollen....

Kostet bei ner ordentlichen Versicherung bei nur 1500 Euro, 130-180 Euro im Monat für nen Lokführer. Also ICH bin nicht bereit soviel geld dafür auszugeben. Da spare ich mir das doch liegber selber an. Blöd wenn ich morgen BU werde, aber okay. Außerdem würde die Versicherung sich das Geld dann ebenfalls von den Eltern wiederholen.

Es gab schon genug Klagen von Triebfahrzeigführern gegen die Verwandten . Ein paar tausend Euro kahmen immer bei raus. Von daher, ICH würde es auch tun. Pech den Eltern gegenüber, hätten sie mehr auf ihre Gören aufgepasst, wäre sowas nicht passiert. Passiert ja nun tag täglich inzwischen das Kinder in den Gleisen spielen müssen. Auch wenn es hier nicht der fall war und der Kerl 20 war. Jemand mit nem ordentlichen sozialen Umfeld würde sicherlich nicht an Selbstmord denken.
 
Es gab schon genug Klagen von Triebfahrzeigführern gegen die Verwandten . Ein paar tausend Euro kahmen immer bei raus. Von daher, ICH würde es auch tun. Pech den Eltern gegenüber, hätten sie mehr auf ihre Gören aufgepasst, wäre sowas nicht passiert. Passiert ja nun tag täglich inzwischen das Kinder in den Gleisen spielen müssen. Auch wenn es hier nicht der fall war und der Kerl 20 war. Jemand mit nem ordentlichen sozialen Umfeld würde sicherlich nicht an Selbstmord denken.
Für so einen beschränkten Horizont muss man sich schämen. Ich habe noch nie von so einer Klage gehört (das muss nichts heißen - aber als "häufig" würde ich dann solche Klagen auch nicht bezeichnen)
Selbstmord passiert in den besten und den schlechtesten Familien - quer durch alle sozialen Schichten. Es gibt genauso pathologischen Gründe (z.B. angeborener Serotonin Mangel) wie auch ein Umfeld, dass nicht wahrhaben will, dass es Probleme gibt und tausende weitere Gründe. Manche wirft eine vergeigte Mathe-Schularbeit schon aus der Bahn - trotz tollen Freunden, gutem Elternhaus, usw. (leider habe ich soetwas erlebt - da hat sich der Kopf einfach 100% auf das bestehen dieser Schularbeit eingeschossen und dann kam alles andere und es fehlte plötzliche die geistige Flexibilität, um mit dieser Situation umgehen zu können)

Für mich würde eine BU übrigens unter 30€ im Monat kosten. (gut, ich bin mit 24 Jahren noch jung)
Dann gibt es immer noch die staatliche BU. (aber was hat die BU mit einer Schmerzensgeldforderung zu tun)


Von daher, ICH würde es auch tun. Pech den Eltern gegenüber, hätten sie mehr auf ihre Gören aufgepasst, wäre sowas nicht passiert.
Warum sollte dir mit dieser Argumentation ein Schmerzensgeld zustehen? Oder gehts dir nur ums Geld und suchst wo es nur geht den eigenen Vorteil - ein Schelm wer böses denkt!


Der Lokführer soll sich zusammenreißen und arbeiten gehen. Das ist ja schließlich lächerlich was der abzieht. Er hätte es menschnemöglich nicht verhindern können.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Sherman123: Du bist also TF und bei dir kostet es nur 30 Euro im Monat für 1500 Euro BU Rente? Das glaube ich dir nicht. Bin auch 24 Jahre alt und müßte 130-180 Euro zahlen, pro Monat!!!

Ja es würde mir nur ums Geld gehen. Nur weil du noch nie von einer Klage gehört hast(kommt halt nicht so oft in den Medien), passiert es nicht häufig? Es passiert definitiv häufig und die TF´s Gewinnen in sicherlich 80 % der Fälle. Die anderen 20 % sind ein Vergleich, da springen aber immernoch 1000-3000 Euro raus. Und ja, nochmal, es würde mir nur ums Geld gehen! Ob du das nun toll findest oder nicht ist mir egal. Mein Schaden, sei es nur weil ich ein 2 Wochen krank war ist hoch genug um mir das Geld von anderen wieder zu holen. Denn einfach so lassen sie dich nicht wieder auf den Zug. Und wenn du dann nur erstmal ins Büro gehst wo ich allerdings auch Verdienstausfall habe da meine Zulagen wegfallen. Soll ich jetzt mit trauern und dennen einfach mein Geld schenken, nur weil ich so Sozial bin? Nö, kannste vergessen.
 
Der Lokführer soll sich zusammenreißen und arbeiten gehen. Das ist ja schließlich lächerlich was der abzieht. Er hätte es menschnemöglich nicht verhindern können.

Wie viele hast du denn schon über den Haufen gefahren das du dir da Urteile erlauben kannst?
 
Zuletzt bearbeitet:
Sherman123 schrieb:
Für so einen beschränkten Horizont muss man sich schämen.

... [bla bla bla] ...

Der Lokführer soll sich zusammenreißen und arbeiten gehen. Das ist ja schließlich lächerlich was der abzieht.

Merkste was? Wahrscheinlich nicht...
 
Wie viele hast du denn schon über den Haufen gefahren das du dir da Urteile erlauben kannst?
Sorry, aber wenn ich mit Anfang Zwanzig den Entschluss fasse, Lokführer zu werden, dann beschäftige ich mich auch mit der Möglichkeit, dass ich mal jemanden über den Haufen fahre. Der Herr Zugführer wird ja wohl schon vom einen oder anderen Kollegen gehört haben, dass soetwas bei der in Deutschland üblichen Selbstmordrate hin und wieder vorkommt.

Ich kenne auch keinen Gerüstbauer, der seinen Arbeitgeber auf Schmerzensgeld klagt, weil es seinen Kollegen (selbstverschuldet) vom Gerüst gewürfelt hat - und dieser das seelische Leid nicht packt.
Oder kennst du einen Waldarbeiter, der die österreichischen Bundesforste auf Schmerzensgeld klagt, weil sein Buddy von einem 8t Baum erschlagen wurde. (und Forstarbeiter ist noch immer wesentlich gefährlicher als die meisten anderen Berufe) (oder sollte man gleich die Angehörigen klagen?)

Merkste was? Wahrscheinlich nicht...
Nein, auf das eine Ereignis kann man sich jahrzehntelang vorbereiten, es wird mit Sicherheit in der Ausbildung durchgesprochen und man hat im Anschluss Kollegen, denen soetwas auch schon passiert ist und mit denen man sich austauschen kann. Die Eltern haben nicht schon seit 20 Jahren gewusst, dass ihr Kind Selbstmord begehen wird. Die mentale Vorlaufzeit war imho nicht vorhanden.

Das ist der Punkt der mich wirklich aufregt. Der Lokführer weiß genau was Sache ist und gibt jetzt vor aus allen Wolken gefallen zu sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oder kennst du einen Waldarbeiter, der die österreichischen Bundesforste auf Schmerzensgeld klagt, weil sein Buddy von einem 8t Baum erschlagen wurde. (und Forstarbeiter ist noch immer wesentlich gefährlicher als die meisten anderen Berufe) (oder sollte man gleich die Angehörigen klagen?)

Wirklich ein interessanter Vergleich. In dem Falle aber, müsste der Holzfäller rufen: "BAUM FÄLLT!" und in dem Moment rennt ein 20 jähriger aus dem Busch unter den abknickenden, fallenden Baum und genau unten drunter laufen. Und da soll dann der Holzfäller die Eltern des Toten verklagen, weil er dem Holzfäller ein seelisches Leid angetan hat?

Das ist der Punkt der mich wirklich aufregt. Der Lokführer weiß genau was Sache ist und gibt jetzt vor aus allen Wolken gefallen zu sein.

Nein noch nichtmals. Der Punkt, der wirklich aufregt ist, dass er "nur" 2 Wochen beurlaubt wurde, und Aufgrund der seelischen Strapazen, die er ja mit der Klage seiner Frau tatsächlich gehabt hat, nicht längerfristig krank geschrieben und therapiert wurde. Nicht damit nachher der Zugfahrer zu einem Selbstmörder wird, weil er mit der Situation nicht umgehen kann....
 
Nun gut. Wie geht die Sache eigentlich weiter?
Muss jetzt erstmal ein psychologisches Gutachten erstellt werden, das offenlegt, dass der Lokführer tatsächlich seelische Schmerzen im Zuge des "Unfalls" erlitten hat? Oder geht man bei so einem vermeintlich offensichtlichen Fall davon immer aus?

Der Punkt, der wirklich aufregt ist, dass er "nur" 2 Wochen beurlaubt wurde, und Aufgrund der seelischen Strapazen, die er ja mit der Klage seiner Frau tatsächlich gehabt hat, nicht längerfristig krank geschrieben und therapiert wurde.
Ja, die Bahn darf sich nicht der Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern entziehen. In Schulungen hätte dieses Thema immer wieder Mal durchgesprochen werden müssen, sodass die Betroffenen lernen damit umzugehen. (wenn dies nicht sowieso gemacht wird)

Naja, auf ein Urteil bin ich mal gespannt.
 
Je nach dem wie stark psychischen Folgen für den Lokführersind, ist es angebracht und korrekt, dass er Schmerzensgeld fordert. So makaber es sein mag, aber das ist das Gesetz.
 
konkretor schrieb:
Bitte?

Mein Großvater war bei der Deutschen Bahn Zugführer und hat einen Selbstmörder mitgenommen. Ich habe ihn leider nie kennengelernt, doch was mir erzählt wurde ist schrecklich...
Seit diesem Vorfall hatte mein Großvater Angstzustände, konnte nachts nicht schlafen, Schweißattacken, sobald er im Lokstand war wurde ihm schlecht, immer das Bild des Opfers vor Augen und er war später ein gebrochener Mann - was ihn möglicherweise das Leben kostete.
Er war ein komplett anderer Mensch geworden laut meiner Oma und meiner Mutter und hatte bis zu seinem Ableben Schuldgefühle.

Es sind nicht nur die Eltern oder der Selbstmörder das Opfer, nein der Zugführer ist hier auch Opfer. Es gibt bei sowas nur Verlierer.

Hat irgendjemand bei Robert Enke auch nur eine Sekunde mal an den Zugführer gedacht? Nein, alle heulten wegen eines Fußballspielers herum, während der Zugführer sein gesamtes Leben lang solch eine Last mit sich herumtragen muss, einen Menschen umgebracht zu haben, und er keinerlei Chance hatte, es wurde ihm keine Wahl gelassen, außer Bremsen, Augen zu machen konnte er nichts machen.

Und der Zugführer verklagt jetzt auch nur die Eltern weil deren Versicherung nicht bezahlen will., da muss man sich fragen wer hier der eigentliche Geldgeile ist.

Sherman123 schrieb:
In Schulungen hätte dieses Thema immer wieder Mal durchgesprochen werden müssen, sodass die Betroffenen lernen damit umzugehen. (wenn dies nicht sowieso gemacht wird)
:freak: Als ob eine Schulung einen Menschen auf sowas vorbereiten könnte.

Der Lokführer soll sich zusammenreißen und arbeiten gehen. Das ist ja schließlich lächerlich was der abzieht.
Ohne Worte
"Hi Schatz, wie war es denn auf der Arbeit?"
"Ach ganz okay, ich hab heut nur einen Selbstmörder mit dem Zug überrollt, das übliche, was gibt es denn zu essen?"

Glaubst du ernsthaft das jemand einfach so weiterleben kann, ohen Schuldgefühle zu haben? Aber wenn man nie in einer solchen Situation war ist es einfach sowas zu sagen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, nen "Zugführer" kann in 90 % der Fälle sowieso keinen umbringen, da er ja nicht den Zug fährt. Außer ihm wurde die Aufgabe als Zugführer übertragen und er ist Triebfahrzeugführer und Zugführer in einem wie bei der S-Bahn.

Allerdings wage ich zu bezweifeln das dein Großvater Zugführer und Triebfahrzeugführer in einem war, da es das so lange noch nicht gibt und früher immer nen Zugführer dabei war.
 
PiPaPa schrieb:
Er war ein komplett anderer Mensch geworden laut meiner Oma und meiner Mutter und hatte bis zu seinem Ableben Schuldgefühle.

Dann hatte er aber genau wie der Selbstmörder vorher schon einen leichten "knick".

Ein normaler Mensch übersteht so was, woran er rational gesehen keine Schuld trägt, ohne Probleme. Natürlich beschäftigt einen das die erste Zeit, aber irgendwann sollte es besser werden...
 
Ich weiß nicht - Jeder Autofahrer weiß dass er unverschuldet einen Unfall (mit-)verursachen kann, aber das ändert doch nichts daran, dass es sicherlich viele nicht verarbeiten werden können, wenn man dann doch das Kind überfährt. (Auch wenn es irrational ist dieses "Was wäre wenn ich.." bleibt doch trotzdem..)
 
Der sollte sich mal was schämen ! Die Eltern von dem Jungen machen schon genug mit. Sowas ist einfach abscheulich. Dem geht es nur ums Geld. Warum sitzt er denn wieder in ner Lok ?
 
Prom07 schrieb:
Ich weiß nicht - Jeder Autofahrer weiß dass er unverschuldet einen Unfall (mit-)verursachen kann, aber das ändert doch nichts daran, dass es sicherlich viele nicht verarbeiten werden können, wenn man dann doch das Kind überfährt. (Auch wenn es irrational ist dieses "Was wäre wenn ich.." bleibt doch trotzdem..)

Rechtlich gesehen muss sogar jeder damit rechnen, der den Motor anlässt und losfährt, dass er dabei andere verletzt oder tötet. Man nimmt es in Kauf, es ist Risiko des Handelns. Bei einem Triebwagenführer wird es nicht anders sein, ebenso bei Piloten usw.. vermutlich wird sogar ein Kapitän eines Schiffes damit rechnen müssen, dass ihm ein Passagier auf See verloren geht (nicht selten durch Suizid).
 
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