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Cadet 4th Year
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- Mai 2007
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Ich möchte begründen und zur Diskussion stellen, warum ich so radikal gegen die derzeit diskutierten Frauenquoten bin:
Der Unterschied zwischen Demokratie und kollektivistischen Ideologien ist Freiheit/Chancengleichheit auf der einen Seite und Unfreiheit/Ergebnisgleichheit auf der anderen Seite. Bzw.: Grundrechte für das Individuum versus Kollektivrechte.
Das deutsche Grundgesetz sieht beispielsweise Individualrechte vor, die der Menschenwürde entspringen und eine Lehre aus der Nazizeit darstellen. Sie sollen sicherstellen, dass der Staat an bestimmten Stellen neutral bleibt statt willkürlich Einzelne zu diskriminieren, um das Kollektiv besserzustellen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.
Daher meine ich:
- Die Quote ist ein deutlicher Verstoß gegen das grundgesetzliche Diskriminierungsverbot, das ausdrücklich auch eine Bevorzugung per Gesetz aufgrund des Geschlechts ausschließt. Niemand darf vom Staat oder aufgrund eines staatlichen Gesetzes bevorzugt oder benachteiligt werden - niemand. (Art. 3 (3) + Art. 1 (3))
- Sie ist auch ein gravierender Einschnitt in die Vertragsfreiheit und verletzt das Recht auf Eigentum.
- Sie ist unbegründet, weil nur die Tatsache, dass an irgendeiner Stelle eine statistische Abweichung herrscht, noch lange keine Quote folgt. Es sind keine wissenschaftlichen Belege für eine angebliche Männerverschwörung vorhanden. Es liegen noch nicht mal Statistiken vor, wieviele Frauen sich überhaupt für Vorstandsposten oder Aufsichtsratmandate bewerben. Ohne einen Vergleich Frauenpool/Männerpool kann noch nicht mal begründet werden, dass zu wenig Frauen entsprechende Posten innehaben.
- Sie ist willkürlich. Warum keine Quote für Migranten, Schwule oder Behinderte? Warum keine Quote für Soldaten, Bauarbeiter oder andere Jobs?
- Sie ist unpraktikabel. Beispiel SPD: Mind. 40% Quote für die Geschlechter ist bei einem (oft anzutreffenden) dreiköpfigen Vorstand nicht erfüllbar. Bitte nachrechnen!
- Sie ist pauschal und daher ungerecht. Wenn bei manchen Studiengängen, z.B. technischen, gerade mal 15% der Frauen dort einen Abschluss finden (trotz umfangreicher Frauenförderung seit Jahrzehnten, Girlsdays in Unis, Werbekampagnen...), wieso sollen dann Frauen in diesem Bereich mit 30, 40 oder 50% zwangsweise vertreten sein?
- Sie birgt wie in Norwegen die Gefahr, dass eine kleine Gruppe von Frauen über Geschicke von Unternehmen entscheiden, in dutzenden Aufsichtsräten sitzt, von deren sorgfältiger Kontrolle viele Arbeitsplätze hängen. Dort führte die Einführung der Frauenquote zu einem Einbruch bei Unternehmenswerten von 17%, so eine wissenschaftliche Studie der Universität Michigan (Ahern und Dittmar, 2007). Eine weitere Folge ist, dass Unternehmen ihre Rechtsform ändern, weil sie nur so geeignete Kandidaten wählen dürfen. Zudem baut sie zusätzlich Bürokratie und Kontrolle auf, etwas, das in Deutschland schon im Übermaß vorhanden ist.
- Ihre rein ökonomische Nützlichkeit wird wissenschaftlich auch in anderen Studien angezweifelt: In ihrer Studie von 2008 fanden Ryan und Haslam (ähnlich auch Lee und James 2007) keinen Zusammenhang zwischen der Ernennung von Frauen in Verwaltungsräte und dem Bilanz-Erfolgs eines Unternehmens. Es wurde aber eine signifikante negative Korrelation mit dem Kursverlauf der zugehörigen Aktie festgestellt. Es gibt keine einzige Studie weltweit, die selbst bei behaupteter, positiver Korrelation eine Kausalität feststellen kann, also einen Beleg, dass tatsächlich das Merkmal "Frau" im Vorstand zu besseren Unternehmensergebnissen führt.
Einige sind so konsequent und haben das Problem im Punkt 4 meiner obigen Argumentation erkannt. Unvollständiger Auflistung der Quoten-Forderungen und wo sie aufgestellt wurden:
- Frauenquote Führungsjobs (SPD+Grüne+Linke, Teile der CDU/CSU, EU-Kommisarin Reding), speziell für Medien (Anne Will, Ines Pohl & Co.)
- Frauenquote Azubis (Teile der CSU)
- Migrantenquote (Grüne, SPD)
- Altenquote (SPD)
- Wahllistenquote (SPÖ+Grüne in Österreich, Grüne in Deutschland)
- Katholiken-, Ossi- und Hautfarbenquoten (Leitartikel Frankfurter Rundschau, indirekt auch taz)
- Mütterquote, Teilzeitarbeitsquote für Männer (Tagesspiegel)
Die zwangsweise oder durch Druck und Nötigung zustande gekommende "freiwillige" Quote ist meiner Meinung nach für jeden freiheitsliebenden und aufgeklärten Demokraten ein absolutes No-Go. Für Staatsanbeter hingegen ein Einfallstor, Stück für Stück Entscheidungsrechte in unserer Gesellschaft einzuschränken - für eine Gesellschaft vom Reißbrett und eine bevormundende Ideologie der Gleichmacherei.
Der Unterschied zwischen Demokratie und kollektivistischen Ideologien ist Freiheit/Chancengleichheit auf der einen Seite und Unfreiheit/Ergebnisgleichheit auf der anderen Seite. Bzw.: Grundrechte für das Individuum versus Kollektivrechte.
Das deutsche Grundgesetz sieht beispielsweise Individualrechte vor, die der Menschenwürde entspringen und eine Lehre aus der Nazizeit darstellen. Sie sollen sicherstellen, dass der Staat an bestimmten Stellen neutral bleibt statt willkürlich Einzelne zu diskriminieren, um das Kollektiv besserzustellen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.
Daher meine ich:
- Die Quote ist ein deutlicher Verstoß gegen das grundgesetzliche Diskriminierungsverbot, das ausdrücklich auch eine Bevorzugung per Gesetz aufgrund des Geschlechts ausschließt. Niemand darf vom Staat oder aufgrund eines staatlichen Gesetzes bevorzugt oder benachteiligt werden - niemand. (Art. 3 (3) + Art. 1 (3))
- Sie ist auch ein gravierender Einschnitt in die Vertragsfreiheit und verletzt das Recht auf Eigentum.
- Sie ist unbegründet, weil nur die Tatsache, dass an irgendeiner Stelle eine statistische Abweichung herrscht, noch lange keine Quote folgt. Es sind keine wissenschaftlichen Belege für eine angebliche Männerverschwörung vorhanden. Es liegen noch nicht mal Statistiken vor, wieviele Frauen sich überhaupt für Vorstandsposten oder Aufsichtsratmandate bewerben. Ohne einen Vergleich Frauenpool/Männerpool kann noch nicht mal begründet werden, dass zu wenig Frauen entsprechende Posten innehaben.
- Sie ist willkürlich. Warum keine Quote für Migranten, Schwule oder Behinderte? Warum keine Quote für Soldaten, Bauarbeiter oder andere Jobs?
- Sie ist unpraktikabel. Beispiel SPD: Mind. 40% Quote für die Geschlechter ist bei einem (oft anzutreffenden) dreiköpfigen Vorstand nicht erfüllbar. Bitte nachrechnen!
- Sie ist pauschal und daher ungerecht. Wenn bei manchen Studiengängen, z.B. technischen, gerade mal 15% der Frauen dort einen Abschluss finden (trotz umfangreicher Frauenförderung seit Jahrzehnten, Girlsdays in Unis, Werbekampagnen...), wieso sollen dann Frauen in diesem Bereich mit 30, 40 oder 50% zwangsweise vertreten sein?
- Sie birgt wie in Norwegen die Gefahr, dass eine kleine Gruppe von Frauen über Geschicke von Unternehmen entscheiden, in dutzenden Aufsichtsräten sitzt, von deren sorgfältiger Kontrolle viele Arbeitsplätze hängen. Dort führte die Einführung der Frauenquote zu einem Einbruch bei Unternehmenswerten von 17%, so eine wissenschaftliche Studie der Universität Michigan (Ahern und Dittmar, 2007). Eine weitere Folge ist, dass Unternehmen ihre Rechtsform ändern, weil sie nur so geeignete Kandidaten wählen dürfen. Zudem baut sie zusätzlich Bürokratie und Kontrolle auf, etwas, das in Deutschland schon im Übermaß vorhanden ist.
- Ihre rein ökonomische Nützlichkeit wird wissenschaftlich auch in anderen Studien angezweifelt: In ihrer Studie von 2008 fanden Ryan und Haslam (ähnlich auch Lee und James 2007) keinen Zusammenhang zwischen der Ernennung von Frauen in Verwaltungsräte und dem Bilanz-Erfolgs eines Unternehmens. Es wurde aber eine signifikante negative Korrelation mit dem Kursverlauf der zugehörigen Aktie festgestellt. Es gibt keine einzige Studie weltweit, die selbst bei behaupteter, positiver Korrelation eine Kausalität feststellen kann, also einen Beleg, dass tatsächlich das Merkmal "Frau" im Vorstand zu besseren Unternehmensergebnissen führt.
Einige sind so konsequent und haben das Problem im Punkt 4 meiner obigen Argumentation erkannt. Unvollständiger Auflistung der Quoten-Forderungen und wo sie aufgestellt wurden:
- Frauenquote Führungsjobs (SPD+Grüne+Linke, Teile der CDU/CSU, EU-Kommisarin Reding), speziell für Medien (Anne Will, Ines Pohl & Co.)
- Frauenquote Azubis (Teile der CSU)
- Migrantenquote (Grüne, SPD)
- Altenquote (SPD)
- Wahllistenquote (SPÖ+Grüne in Österreich, Grüne in Deutschland)
- Katholiken-, Ossi- und Hautfarbenquoten (Leitartikel Frankfurter Rundschau, indirekt auch taz)
- Mütterquote, Teilzeitarbeitsquote für Männer (Tagesspiegel)
Die zwangsweise oder durch Druck und Nötigung zustande gekommende "freiwillige" Quote ist meiner Meinung nach für jeden freiheitsliebenden und aufgeklärten Demokraten ein absolutes No-Go. Für Staatsanbeter hingegen ein Einfallstor, Stück für Stück Entscheidungsrechte in unserer Gesellschaft einzuschränken - für eine Gesellschaft vom Reißbrett und eine bevormundende Ideologie der Gleichmacherei.