Suche: Konzept für einen digitalen Familientresor oder "Wie behalte ich Daten ewig?"

friede

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Hallo liebe Leute,

ich hoffe, dass mein erster Post in diesem Forum nicht zu vermessen ist. Auch die Forensuche habe ich nicht sonderlich angestrengt, da ich mit meinem Anliegen doch sehr individuelle Zwecke verfolge. Es geht um folgendes:

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Gedanken, eine Art Familientresor zu installieren. Eine Möglichkeit, ausgewählte Bilder/Videos/Zeitdokumente zu sichern und zu archivieren. Ich selbst stehe erst am Anfang meines eigenen Familienlebens und meine 4 Geschwister werden noch folgen, schaut man weiter wird die Familie noch um einiges größer.

Meine Frage ist nun, welches Setup das beste ist, um die Daten jeder Familie (Familienbriefe, Bilder und Videos von wichtigen Ereignissen, Familientreffen etc.) zu bewahren. Die Daten sollen noch in 50 ... 100 Jahren verfügbar sein. Ein Systemwechsel wird da sicherlich zwingend sein aber ein Controller-Ausfall eines RAID-5 soll dann auch kein unweigerlicher Datenverlust bedeuten.

Was würde sich eurer Meinung nach empfehlen? 1:1-Kopien des Archivs? Raid 5? DVD-Sammlung? Ich lege keinen Wert auf unmittelbare Verfügbarkeit der Daten oder große externe Zugangsmöglichkeiten, nur sicher und möglichst komfortabel zu verwalten sollen sie sein.

Zuletzt stellt sich mir noch die Frage der Archivierungsart. Welches Betriebssystem bietet sich hier besonders an? Welches Dateisystem ist am geeignetsten?


Es ist ein reines Gedankenspiel mit der Option auf Realisierung. Ich würde mich freuen eure Gedanken zu lesen.

Mit freundlichen Grüßen,
der Friede :)
 
alle daten mindestens zweimal an verschiedenen orten auf externen festplatten aufbewahren.
die externen alle 2-3 jahre neu beschreiben, um die magnet-datenspuren aufzufrischen.
eine dritte kopie der daten evtl noch auf dem privat-rechner für den schnellen zugriff.
die speichermedien müssen sowieso jedes jahrzehnt(?) gewechselt werden, um die daten auch noch mit der aktuellsten technik auslesen zu können.
 
sprich lieber "kurzzyklig" halten um damit dem Stand der Technik zu weit hinterherzuhinken? Vorteil: Günstige Technik, Nachteil: hoher Pflegeaufwand

Was spricht eurer Meinung für/gegen Bandsysteme, bspw. Quantum Trava40?
 
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Willkommen auf CB!!

Meine Strategie für meine Bilder:

1:1 Kopien auf: Hauptrechner (schneller Zugriff) + HTPC (schnelle Sicherung)
Wird nachts per Robocopy synchronisiert und die Rechner danach wieder schlafen gelegt.
1 externe bei Bekannten untergebracht (~ca. 25km Entfernung)
1 Satz BluRays mit dem kompletten Archiv, ebenfalls bei Bekannten (ca. 20km Entfernung)
Zwischenzeitlich hatte ich noch ein Archiv bei Strato, allerdings verschlüsselt. Dieses wurde gekündigt, da in der neuen Wohnung der Upload seeehr arm ist.... :/

Die BluRays lagern dort ungefähr 1 Jahr, dann werden sie gegen eine aktuelle Version ausgetauscht.
Die externe wird (je nach Datenaufkommen) 1x im Monat oder 1x im Quartal aufgefrischt.

Betriebssystem habe ich komplett unbeachtet gelassen, da kein eigenständiger Sicherungsserver eingesetzt wird.
Dateisystem habe ich ebenfalls nicht beachtet, da NTFS noch ein paar Jahre lesbar sein wird und alle anderen Dateisysteme zuviele Probleme mit sich bringen würden (OS-Wechsel, etc.).
RAID benutze ich ebenfalls nicht, da ich nicht auf eine hohe Verfügbarkeit angewiesen bin. Die Daten sind immer im schlimmsten Fall in einer halben Stunde wieder bei mir und ich bin sicher vor Kontroller-Ausfällen. Ausserdems schützt ein RAID nicht vor Fehlern in den Dateien (Viren, versehentliches Löschen, etc.).

MfG
 
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Mein momentanes Backup:
Alles Daten liegen auf einem NAS mit Raid 1. Jeden Sonntag Sicherung auf einen zweiten Nas im Keller. Alle wirklich wichtigen Daten werden unregelmäßig zusätzlich noch auf eine externe gesichert. Hat minimalen Pflegeaufwand und ist trotzdem ziemlich sicher.
 
Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass du jetzt ein Medium findest, das in 20 oder mehr Jahren noch problemlos auslesbar ist.
Überleg dir einfach mal die Entwicklung in den letzten 20 Jahren. Heute könntest du mit viel Glück noch 1,44MB Disketten auslesen, wenn du ausschließlich darauf archiviert hättest.

Insofern sind kurze Zyklen deutlich besser und sicherer. Was das Medium angeht, gibt es hier ja schon einige Ideen - ich persönlich würde vermutlich ein Backup auf mehreren Festplatten bevorzugen, optische Medien haben ja auch eine Tendenz, von heute auf morgen nicht mehr zu funktionieren und sind weniger flexibel.
Und wenn du dann einen zentralen Ort für diese Festplatten hast (Server, NAS, Schrank, ...) kannst du die eben alle paar Jahre mal auf eine neue Platte (mit vielfacher Kapazität) überspielen.

Bandsysteme halte ich für zu unpraktisch und für deutlich zu teuer, aber ich kenne mich da auch nciht besonders gut aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die beste Backup-Lösung hängt zweifelsohne vom benötigten Speicherplatz ab. Was du dir unter deinem Familientresor vorstellst, da können wir bisher nur raten. Mit einer konkreten Zahl an GB/TB könnten wir dir nicht nur praktische Beispiele zeigen sondern auch die Kosten dafür schätzen.

Auch wenn ich TotalEclipse zu 100% zustimmen muss - in 50 oder 100 Jahren wirst du ganz bestimmt kein mit CD/DVD/BR kompatibles optisches Laufwerk mehr besitzen, genausowenig wird es dann noch USB- oder SATA-kompatible Anschlüsse geben - so wäre die Investition in die weiter oben genannte M-Disc ja nicht so teuer. Nehmen wir mal an, dass du 20GB an Daten doppelt sichern möchtest und an zwei unterschiedlichen Orten lagern wirst: das kostet nur unwesentlich mehr als 50 Euro. (je 5 Medien zu 4,7GB entsprechen 23,5GB; 10 Medien kosten ab 31 Euro, den kompatiblen Brenner gibt es ab rund 20 Euro)

Rechnest du hingegen mit mehreren hundert GB oder sogar mehreren TB an Daten, dann fallen einige Backup-Methoden ganz weg. Flash/SSD - auch wenn man dank Phasenwechselspeicher in den nächsten Jahren die Aussicht auf länger haltbare Medien haben wird - besitzt eine zu geringe Kapazität und einen zu hohen Preis, optische Medien haben eine zu geringe Kapazität (selbst von 50GB BluRays benötigt man 20 Stück zu zirka 4 Euro pro Stück).

Meiner Meinung nach bringt die Sicherung auf Bänder nur dann etwas, wenn du eine optimale Lagerung (am besten Klima-kontrolliert: kühl & trocken) sicherstellen kannst. Ist das nicht möglich, dann kannst du genauso gut eine herkömmliche Festplatte in den Schrank legen.

Von Online-Cloud-Backups halte ich übrigens nicht sehr viel für langfristige Sicherungen, alleine schon aus dem Grund, weil es erst sehr kurzfristige Erfahrungen damit gibt. Zudem sind die Daten dort nur so sicher, wie der Anbieter seine Server vor unerlaubten Zugriffen schützen kann - und gerade das kann man selbst weder kontrollieren noch beeinflussen. Zweitens sind wirklich vertrauenswürdige Dienste nicht billig - für 500GB bis 1TB muss man von 100+ Euro im Monat ausgehen. Drittens ist das Breitband in Europa noch nicht fortgeschritten genug, um große Datenmengen in beide Richtungen angenehm transferieren zu können. Wenn du trotzdem auf Cloud-Backups setzen möchtest, würde ich dir Amazon S3 Glacier empfehlen, weil dieser Dienst auf die Langzeitspeicherung mit seltenen Wiederherstellungen ausgelegt ist, vergleichsweise günstig erhältlich ist und man trotzdem einen Datenspeicher von einem bekannten und bewährten Unternehmen erhält.
 
Es werden wohl 2 externe Festplatten, die an 2 verschiedenen Orten gelagert werden und alle paar Jahre gewechselt werden (deswegen starte ich vielleicht gar nicht erst mit 2TB-Platten sondern nehme immer die Platten mit der besten Preis/Leistung um allein schon durch das steigende Datenvolumen gezwungen zu sein, neue Festplatten zu kaufen). Zusätzlich dazu gibt es in größeren Abständen ein DVD/Bluray-Backup.

Es könnten schon pro Jahr mehrere dutzend GB entstehen wenn ich an 1080p H.264-Videos denke.

Ganz nebenbei denke ich, dass eine Abwärtskompatibilität immer gegeben ist. Es ist z.B. immer noch einfach eine 2,5"-Diskette auszulesen, das Laufwerk muss man zwar kaufen, aber arm macht es einen nicht.
 
Noch ein paar Tipps zur Langzeitspeicherung auf Festplatten:
- Festplatten sollten auch im ausgeschalteten Zustand wie ein Karton roher Eier behandelt werden
- sie sollten nicht jahrelang unbenutzt gelagert werden
- der Zustand der Platte und die Fehlerfreiheit der Aufzeichnung sollte regelmäßig überwacht werden.
(alle paar Monate mal ein Read-Scan der gesamten Oberfläche und Langzeitbeobachtung der SMART-Werte, lässt sich kostenfrei mit der Trial-Version von HD Sentinel bewerkstelligen, wenn man bei Rechnerwechsel die historischen Daten mitnimmt)
 

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