Tauglichkeitsprüfungen für Politiker

mschrak

Commander
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Sep. 2009
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Hallo zusammen,

ich wollte mal fragen, was Ihr so ganz allgemein von Tauglichkeits- / Zugangstests für Politiker haltet.

Anlass ist dieser Artikel hier:
http://www.handelsblatt.com/meinung...e-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html

Ich könnte mir das ganze als Basismodul mit
- Rechtskunde / Grundgesetz
- Allgemeinbildung

sowie fachspezifische Zusatzmodule, sobald der einzelne Politiker in einer "Expertengruppe" teilnimmt, vorstellen.

Was haltet Ihr davon?
 
Intelligenztest würde reichen.

Korrektur:
... und Ermittlung der Schamgrenze.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich halte nicht das Geringste von "Tauglichkeitsprüfungen für Politiker".

Politische Bildung beim Wähler, über das heute zugestandene MAß hinaus, wäre m.E. deutlich angebrachter !

MfG
 
Die Tauglichkeitsprüfung gibt es bereits und heißt 'Wahl'. Wenn das Volk meint ein Politker sei unfähig wird er nicht gewählt, so ist Demokratie. Der Wähler muss tauglich sein.
 
es ist weniger die schulische tauglichkeit, vielmehr die politischen ansichten, die zu verärgerung führen. aber solange die mehrheit die politische richtung für richtig erachtet, wird sie gewählt und muss von allen als mehrheitsbeschluss akzeptiert werden.

in bestimmten schlüsselpositionen in querschnittsämtern (also ohne direkte außenwirkung) würde ich mir aber statt gewählter politiker ausgebildete fachkräfte in festeinstellung wünschen. den finanzminister würde ich z. b. durch einen top-manager ersätzen wollen, der unser enormes haushaltsdefizit nach betriebswirtschaftlichen grundsätzen eindämmen müsste.
gerade hier wird durch wahlgeschenke etc. imho viel schaden angerichtet. wenn ein überparteilicher manager sagt "das sind die steuereinnahmen. so viel geld habt ihr, seht zu wie ihr es sinnvoll einsetzt. mehr gibts nicht." weil geldgeschenke kommen beim wähler immer gut an und wir haben schon tausende von milliarden (keine übertreibung!) an schulden und trotz rekordsteuereinnahmen liegen wir auch dieses jahr wieder milliardenschwer in den miesen. daran sieht man doch, dass das verhältnis einnahmen/ausgaben nicht stimmen kann. aber kürzungen kosten wählerstimmen. ohne druck läuft da gar nix. und ein rettungsschirm, unter den deutschland passt, kann ganz europa nicht stämmen. aber noch können wir die nächsten wahlperioden schulden machen. bis zum bankrott haben wir ja noch viele milliarden luft. -.-
das ist der nachteil an der demokratie: niemand ist bereit unpopuläre entscheidungen zu treffen, weils wählerstimmen kosten würde.
aber grundsätzlich hat fu manchu recht: die regierung ist nur so gut wie die personen, die von uns allen gewählt werden. und wenn wir uns mit dem versprechen von steuersenkungen ködern lassen, ist das unserer eigenen dummheit zuzuschreiben.
 
Lübke schrieb:
...den finanzminister würde ich z. b. durch einen top-manager ersätzen wollen, der unser enormes haushaltsdefizit nach betriebswirtschaftlichen grundsätzen eindämmen müsste.....

Das wäre aber keine Demokratie mehr. Es geht ja gerade darum, das die Haushalte von den Parteien aufgestellt werden, damit demokratische Willensbildung stattfindet und nicht ein kühl rechnender Manager den Staat gewinnbringend/auf Null führt. Die Parteien entscheiden über Kürzungen im Sozialen Bereich oder Militär, im Schulischen Bereich oder beim Verkehr usw.

Ein Manager würde eiskalt rechnen das Soziale Ausgaben wenig bringen und diese kürzen, Militär lohnt sich vielleicht (weil man die Rüstungsgüter auch verkaufen kann oder die Armee billiges Öl verteidigt) und wird verstärkt usw. Das wäre aber keine Mehrheitsentscheidung mehr auf Basis einer politischen Wahl.

Klar wäre mit einem Manager der Haushalt evtl ausgeglichen, aber der soziale Frieden im Land zerrüttet.
 
nicht falsch verstehen: die parteien stellen ja den haushalt auf und legen steuern fest etc. aber der finanzminister sollte kontrollieren, dass der haushalt ausgeglichen ist und kein missbrauch betrieben wird. es ist eigentlich gesetzlich geregelt, dass die einnahmen und ausgaben deckungsgleich zu sein haben. jedoch gibt es ausnahmeregelungen die bis zum erbrechen missbraucht werden. wann war denn das letzte mal unser haushalt ausgeglichen? in welchem jahr haben wir keine schulden trotz immer weiter steigender steuern und somit einnahmen gemacht? ausgeben macht wähler glücklich, einnehmen verstimmt die wähler, so einfach ist das. wenn ich den wählern mehr gebe als nehme, ist das gut für die nächsten wahlen. dass das ganze auf pump geschieht und der wähler auf kurz oder lang dafür die zeche zu zahlen hat, muss er ja nicht wissen.
wenn wir die kohle, die wir für schuldzinsen ausgeben in die renten stecken würden, wäre das rentenproblem gelöst ohne den arbeiter weiter schröpfen zu müssen.
Ein Manager würde eiskalt rechnen das Soziale Ausgaben wenig bringen und diese kürzen,...
das ist gar nicht die aufgabe des finanzministers. was der staat z. b. für soziales oder militär oder bildung oder was weis ich machen will, entscheidet die regierung.
es gibt aktuell drei lösungsmöglichkeiten:
höhere steuern (wählerschädlich)
niedrigere ausgaben (wählerschädlich)
auf pump langfristig zu lasten des steuerzahlers (nicht wählerschädlich)
natürlich nimmt jede partei, die regiert option 3 und fährt den karren tiefer und tiefer in den dreck.
wenn aber ein parteiloser das ganze überwacht und aufpasst, dass das verhältnis gesetzeskonform bleibt, bleiben nur noch optionen 1 und 2. wenn du jetzt sagst das ist schlecht für die harz4 empfänger oder die steuerzahler, hast du das system nicht verstanden. was wir bezahlen, das bekommen wir auch. zahlen wir ein vermögen für soziales, können wir dafür ohne arbeit in saus und braus leben, schonen wir den geldbeutel des arbeiters, muss er nach verlust seiner arbeit auch mit enstprechend wenig zufrieden sein. aber wir können nicht mehr ausgeben als wir einnehmen. natürlich ärgert es die leute, wenn sie weniger geld bekommen oder mehr abgeben müssen. am liebsten würde jeder harz4 empfänger 10.000,- € im monat kassieren und jeder arbeitnehmer 0,- € steuern bezahlen und trotzdem alle annehmlichkeiten vom staat (straßen, schulen, schwimmbäder, feuerwehr, etc. pp.) bekommen. aber das ist völliger humbug. es geht nicht. ein vernünftiges maß zu finden ist eigentlich die aufgabe unserer regierung. nur wenn ihnen keiner auf die finger schaut, beschenken sie die wähler lieber mit geld, dass nicht da ist und die wähler im nachhinein mit vielen zinsen zurückzahlen müssen. der wähler sieht nur die geldgeschenke und freut sich.

Klar wäre mit einem Manager der Haushalt evtl ausgeglichen, aber der soziale Frieden im Land zerrüttet.
klar, das sieht man ja in griechenland und anderswo. arbeiten bis 65? weniger als 100% rente? so wie die armseeligen deutschen? sozialer friede dahin. die frage ist, sind die ansprüche realistisch? was wird wohl der griechische arbeitslose sagen, wenn er sieht was ein deutscher harz4 empfänger so alles bekommt? (ich bring griechenland jetzt als vergleich, weil die schon da sind wo wir auf dauer landen werden wenn nichts passiert) sozial ist, wo beide seiten mit leben können. das ausbluten des staates ist höchst asozial, auch wenn im moment noch alle ihren profit davon haben, aber wehe die schuldengrenze ist erreicht. dann wirst du sehen, was aus deinem sozialen frieden wird... steuern massiv rauf, sozialleistungen massiv runter und bezahlen für die unvernunft und gier der vergangenen jahrzehnte und alles mit zins und zinseszins abstottern. imho sehr kurzsichtig
 
Zuletzt bearbeitet:
Fu Manchu schrieb:
Wenn das Volk meint ein Politker sei unfähig wird er nicht gewählt,

dazu müsste man das Volk mal zum Denken bewegen... mach dir mal den Spaß und frag alteingesessene CDU-/SPD-/egalwas-Wähler, warum sie den Kandidaten oder die Pertei wählen oder nicht wählen.

Ich hab vor einigen Jahren mal ne Umfrage (4 Landkreise) gemacht und die häufigste Antwort war: "Wir haben immer so gewählt" - da braucht man sich nicht wundern.

Abgesehen davon, dass die parlamentarische Demokratie ein Witz ist: man wählt jemanden, der jemanden wählt, der jemanden wählt, ... diejenigen, die schlussendlich Entscheidungen treffen können und sollen, werden also von Leuten beurteilt, die nichtmal derjenige kennt, den man als Wähler gewählt hat ;)

Andererseits will ich auch keine Volksabstimmungen, solange ein Großteil der Wahlberechtigten aus Dschungelcamp-Fans und "Yo Alder"-Assis besteht.

Ich wäre ja für das Modell der attischen Demokratie. Dann müssten sich diese Leute mal nach denen richten, die was können und nicht umgekehrt. Aber das kann man ja nicht machen, man muss ja Rücksicht nehmen... -.-
 
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