Damit hab ich mich in letzter Zeit beschäftigt. Versuch
ProjectX, das ist eines der wenigen kostenlosen Programme, das nach der Bearbeitung weiter perfekt synchrone Wiedergabe erreicht. Da du vermutlich nicht reencodieren und auch nicht mit Avisynth oder Muxern herumspielen willst, solltest du hier richtig sein. Leider basiert es auf Java, also benötigst du noch eine aktuelle Runtime.
Es gibt zwei grundlegende Probleme beim Bearbeiten von MPEG-TS aus einem DVB-Datenstrom, die vom Programm berücksichtigt werden müssen, was aber die wenigsten tun.
Zum einen ist die Anordnung der Pakete im DVB-Datenstrom wichtig. Die Muxer auf Senderseite senden gern die Tonspuren vorweg und gleich einen ganzen Haufen Samples am Stück. Das kann mittels mitgesendeter Timecodes korrigiert werden, aber die meisten Programme schmeißen diese einfach Weg. Ergebnis: der Ton wird vor dem Bild abgespielt. Bei einem Receiver bemerkt man vielleicht, dass beim Umschalten der Ton bereits abgespielt wird, während das Bild noch schwarz ist.
Dann handelt es sich prinzipiell um einen fehleranfälligen Übertragungkanal, d.h. dein gespeicherter Datenstrom wird über kurz oder lang unkorrigierbare Fehler aufweisen. Das trifft insbesondere den Ton sehr hart, da selbst 5.1 AC3-Spuren mit weniger als 10% der Bitrate des Videostroms kodiert werden. Tritt ein Fehler im Videostrom auf, wird ein Bild unvollständig übertragen und es gibt Klötzchen. In den allermeisten Fällen ist es aber zu einem großen Teil korrekt angekommen und wird dargestellt. Anders ist es beim Ton, denn hier gehen gleich mehrere Samples verloren, d.h. es fehlen einfach ein paar Millisekunden. Wird das beim Bearbeiten nicht mit Hilfe der erwähnten Timecodes korrigiert verschiebt sich der Ton wieder vor das Bild. Eine Aufzeichnung via Satellit kann so bei schlechtem Wetter in einer Stunde durchaus eine halbe Sekunde auseinanderlaufen - das fällt sogar dem Laien sofort auf, wenn Personen aufgehört haben zu reden, aber noch den Mund bewegen.