Unterschiede der SSDs mit verschiedenen Kapazitäten (250/256)

Bloostix

Lieutenant
Registriert
Sep. 2007
Beiträge
742
Hallo Miteinander

Leider bin ich wohl zu dumm zum Googlen, da ich ziemlich sicher bin, dass das sicher schon irgendwo diskutiert wurde.

Weiss jemand von Euch, warum es SSDs mit verschiedenen Kapazitäten gibt? an was liegt das? Beispiele sind die Kapazitätsgrössen 240/250/256 bzw. 480/500/512GB.

Ist das Marketingrelevant oder gibt es da Gründe technischer Natur? (verwendeter Controller, verbaute Chips etc.)

Wäre Cool, wenn mich da jemand aufklären könnte :) Meine nämlich, vor Jahren mal etwas darüber gelesen zu haben, dass das am Controller liegt, konkret weiss ich aber nichts mehr.

So Long
 
liegt am Aufbau des jeweils verwendeten Speichers (und damit indirekt natürlich auch am Controller)
 
Meistens ist es so dass der tatsächlich verbaute Speicher gleich groß ist und zwar die nächst größere 2er Potenz in GiB (also auch einen 256GB SSD hat mit 256GiB mehr Speicher verbaut als tatsächlich zugänglich ist). Das was zu dieser Menge "fehlt" wird als interne Reserve genutzt, die fällt je nach Controller und Firmware unterschiedlich groß aus.

Manche SSDs haben aber auch tatsächlich recht "krumme" Werte verbaut, das hängt dann mit der Anzahl an Kanälen des Controllers zusammen.
 
Besten Dank für die schnellen Antworten.

Könntet Ihr das an einem Beispiel ausführen? also eine 256GB SSD hat beispielsweise 16 128Gbit Chips verbaut und eine 250GB nutzt x viele XYZ GBit Chips?

sorry, bin da echt nicht so auf der Höhe...

Besten Dank :)

EDIT: @Spiderman: Danke für das Video, da wird einem das Overprovisioning sehr gut erklärt, aber warum jetzt SSDs mit 408/500/512GB verkauft werden schneidet er zwar an, erklärt es allerdings nicht wirklich.
 
Zuletzt bearbeitet:
das is von Modell zu Modell unterschiedlich, entweder es ist einfach durch die Multi Cell Struktur mehr oder weniger Speicher nutzbar oder es wird einfach nen Teil freigehalten um defekte Speicherzellen auszugleichen im Laufe der Zeit damit das Ding nicht sofort auf den Müll wandern muss wenn eine Zelle stirbt (was unausweichlich ist)
 
Sowohl die 256er als auch die 250er haben 16 128GiBit Chips verbaut (= Gesamtkapazität 256GiB). Erstere hat dann 18,9GB und die zweite 24,9GB an Overprovisioning.

Wie das bei einer MX300 mit ihren 275GB ist müsste man mal nachforschen...
 
Janz schrieb:
liegt am Aufbau des jeweils verwendeten Speichers
Normalerweise nicht, außer der hat eine ungewöhnliche Diesize wie die TLC 3D NAND der ersten Generation von IMFT mit ihren 384Gbit pro Die.
Janz schrieb:
(und damit indirekt natürlich auch am Controller)
Es liegt eigentlich nur am Controller, der bestimmt wie viel der Gesamtkapazität der User Nutzen kann und wie viel er für OP oder auch einen festen Pseudo-SLC Schreibcache verwendet.

Bloostix schrieb:
also eine 256GB SSD hat beispielsweise 16 128Gbit Chips verbaut und eine 250GB nutzt x viele XYZ GBit Chips?
Mit 250GB gibt es z.B. die Samsung 850 Evo und die Crucial MX500, beide haben NANDs mit 256Gbit pro Die, es ist eben anderes als Janz geschrieben hat der Controller und nur in seltenen Ausnahmen wie der Crucial MX300 mal das NAND welches über die Nutzkapazität bestimmt.

Bloostix schrieb:
warum jetzt SSDs mit 408/500/512GB verkauft werden schneidet er zwar an, erklärt es allerdings nicht wirklich.
480GB haben nicht unbedingt mehr OP, gerade wenn es welche mit TLC NAND sind, wird der Rest meist für den Pseudo-SLC Schreibcache benutzt.
Ergänzung ()

Jesterfox schrieb:
Sowohl die 256er als auch die 250er haben 16 128GiBit Chips verbaut (= Gesamtkapazität 256GiB). Erstere hat dann 18,9GB und die zweite 24,9GB an Overprovisioning.
Richtig, denn die NAND Kapazität ist immer in GiB angeben und immer mindestens so groß wie die Nutzkapazität in GB, daher hat jede SSD immer mehr NAND- als Nutzkapazität, was leider oft falsch dargestellt wird. Wohl auch, weil Overprovisioning nicht scharf definiert ist, einige verstehen darunter den Unterschied zwischen der Kapazität der verbauten NANDs und der Nutzkapazität, die wie gesaht immer vorhanden ist und andere nur wie viel mehr der Hersteller noch auf diesen immer vorhandenen Unterschied draufgelegt hat. Nach der zweiten Definition hat eine SSD mit 512GiB (also 512*1024^3 Byte) NAND und 512GB (also 512*1000^3 Byte) Nutzkapazität dann kein Overprovisioning, sondern erst wenn noch weniger als diese 512GB genutzt werden.

Jesterfox schrieb:
Wie das bei einer MX300 mit ihren 275GB ist müsste man mal nachforschen...
Deren NAND hat 384 Gigabit pro Die. Als MLC hat es die üblichen 256Gigabit pro Die, wenn es als TLC genutzt wird, also mit 3 Bits pro Zelle statt 2 bei MLC, denn kommt eben der krumme Wert dabei raus. Bei der Samsung 850 Pro gab es dies auch, aber deren 32 Layer V-NAND hat als TLC 128 Gibit Diesize und dann als MLC eben nur 86GBit, eben zweidrittel davon.
 
@Bartorn: Vielen Dank für Deinen Kommentar, mir ist bewusst, dass man über Google alles findet, richtige stichwörter vorausgesetzt. Dein verlinktes Paper geht allerdings nur auf die allgemeine Funktionsweise einer SSD ein und nicht warum verschiedene Kapazitäten vertrieben werden. Leider also am Thema vorbei.

@Holt: das hört sich sehr informativ an und auch verständlich, vielen Dank. Diese Theorie leite ich nun aus deinen Antworten ab: bei 250GB SSDs steht mehr Speicherplatz für Overprovisioning zur Verfügung, ergo ist das doch besser als wenn man 256SSDs hat. Warum sind denn aber bei Samsung bspw. die 250GB die Consumer Varianten (günstiger) und die 256GB die Pro Varianten? Das müsste dan doch umgekehrt sein oder nicht?

Vielen Dank nochmals!
 
Für den Nutzer ist es besser mehr Kapazität nutzen zu können, für den Controller ist es besser mehr Overprovisioning zu haben. Der Unterschied in der Kapazität bei den Samsung SSDs ist aber, dass die Evos eben TLC NAND haben und daher einen Pseudo-SLC Cache, der zumindest teilweise in einem festen Bereich sitzt, also in einem Teil der NANDs die immer nur mit einem Bit pro Zelle beschrieben werden, daher auch der Begriff Pseudo-SLC. Dafür geht natürlich ein Teil der Kapazität verloren, ohne das er die normale Funktion von Overprovisioning erfüllen würde, man kann diese Bereiche der Pseudo-SLC Schreibcaches deshalb auch nicht wirklich zum Overprovisioning zählen. Die Samsung Pro SSDs haben MLC NAND und keinen Pseudo-SLC Schreibcache, daher kann man dort mehr Kapazität nutzen und hat das gleiche oder sogar mehr Overprovisioning.
 
Top besten Dank Holt :) Jetzt verstehe ich (glaube ich zumindest) das Thema so, dass es für mich Sinn ergibt :D

Schönen Abend noch!

So Long
 
Zurück
Oben