Wie stellst du dir sowas vor?
Das ist ne gute Frage, die ich jetzt so einfach natürlich leider auch nicht beantworten kann.
Mir ging es hauptsächlich darum, zu zeigen, dass eben keine Chancengleichheit herrscht. Wenn man einen besser bezahlten Job hat als ein anderer, kann man nicht einfach sagen "ich streng mich halt mehr an (u.ä.), deshalb hab ich auch mehr verdient". Die Gründe dafür, dass der eine höher qualifiziert ist und der andere niedriger, sind sehr vielschichtig. Deshalb finde ich das System, in dem wir leben, grundsätzlich bescheiden. Weil es eben sehr ungerecht ist.
Hauptsächlich finde ich aber die sehr häufig sehr großen Lohnunterschiede als besonders kritisch. Faire Löhne finden wir m.A.n. nur, wenn die Unterschiede nicht mehr so hoch sind wie sie es heute sind.Ich glaube, dann würde es auch kaum Diskussionen zum Thema "fairer Lohn" geben. Es kann einfach nicht sein, dass einer ein vielfaches von dem bekommt, was ein anderer bekommt. Denn beide gehen täglich stundenlang arbeiten. Es kann mir keiner erzählen, dass es Menschen gibt, die sich 10-100mal soviel anstrengen müssen wie ein Geringverdiener. So hohe Lohnunterschiede gibt es aber trotzdem. Auch mit der ggf. höheren Verantwortung ist das nicht in jeder Höhe zu rechtfertigen.
Jede über Kapitalfluss geregelte Wirtschaft würde eher heute als morgen einbrechen wenn der Lohn darüber verhandelt würde.
Du hast natürlich recht, wenn du sagst, dass die Unternehmensgewinne mitentschiedend für die Lohnhöhe der Angestellten sind. Deshalb kann man einen Arbeitgeber nur schwer für gerechte Löhne verantwortlich machen. Hier "müssen" wir uns ggf. über ein anderes Wirtschaftssystem unterhalten.
Allerdings kann man auch im Kapitalismus einen Mindestlohn einführen. Und man kann auch die Gewinne ausgewogener und "gerechter" auf ALLE Angestellten verteilen. Ein paar Spielräume gibt es also. Und wenn sie staatlich geregelt werden müssen.