Warum haben die USA nicht die gleichen Probleme mit dem Dollar?

@te
du vergleichst einen souveränen staat, bestehend aus bundesstaaten (usa, oder auch GER, AT und wasweissich wieviele andere) mit einem staatenbund, bestehend aus souveränen staaten (europa bzw die eurozone, GUS, ...). dass da einiges verwirrend erscheinen muss ist ganz logisch. google mal nach den unterschieden, dann wirds klarer...

es wirkt sich ja auch nicht auf das britische pfund aus, wenn irgendein shire wirtschaftliche probleme hat. es hat sich auch nicht auf die d-mark ausgewirkt, wenn hamburg schulden hatte. du vergleichst völlig unterschiedliche ebenen miteinander - daher die "unlogik"...
 
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Es ist so wie DugDanger es in Post #10 dieses Threads formuliert hat.

Die USA sind eine Einheit, Europa wäre es gerne.

Der innerdeutsche Länderfinanzausgleich war und ist nie ein Problem gewesen, NRW hat sich nicht darüber beschwert für Bayern zahlen zu müssen und jetzt beschwert sich Bayern nich darüber, für Bremen zahlen zu müssen.

Sprich die Einheit ist den Gliedstaaten in diesem Fall mehr Wert als die vermeidung der Nachteile, welche evtl. aus einer solchen Einheit für eben diese Gliedstaaten resultieren können.

Was Europa angeht, so verstehen sich die Deutschen eben in erster Line als Deutsche und die Franzosen als Franzosen usw. usf. und eben erst in zweiter Linie als Europäer.

Ein Problem, was die USA nicht hat.
 
Das ist doch auch Quatsch, wir zahlen doch seit Jahren Milliarden in die EU und wir haben stark von den Schulden der anderen profitiert deswegen hat auch keiner was gesagt.
Den mit dem geliehenem Geld wurden Deutsche Produkte gekauft.

Das was jetzt nachgeholt wird war schon lange überfällig, und die aktuellen Regelungen sind immer noch zu lasch.
Und trotzdem waren sie schwer durch zu kriegen.
Das ganze läuft auch viel zu langsam ab, das liegt aber daran das keiner zurückstecken will und somit kämpfen alle um jeden Meter.

In Griechenland hatte niemand die Eier das System zu ändern, es wäre das politische aus gewesen.


Die Krise ist somit ein Arschtritt für gute Veränderungen.

In den USA sieht das gerade ganz anders aus.
 
Das Staaten in den USA nicht Pleite gehen können weil sie Hilfe von anderen Staaten bekommen.

Und in Europa stehen sehr wohl die starken für die schwächeren ein, das ist doch das aktuelle Problem.
Ohne die EU hätte Griechenland sich nie im Leben so viel Geld leihen können.
 
wir haben stark von den Schulden der anderen profitiert
Immer dieses "Wir", ich und viele andere haben nicht profitiert. Genauso wie in Aufschwüngen der "kleine Mann" nicht profitiert.
Btw. die Briten durcken ja auch fleißig Pfund und haben keine Leitwährung (ja die Inflation ist ein wenig gestiegen).
 
Ich denke auch, dass mittlerweile amerikanische und englische Banken so stark gegen den Euro gewettet haben, dass wenn der Euro hält, die Banken durch die verlorenen Wetten am Geldmarkt pleite sind.
Das wird wohl auch einer der Gründe sein, warum England nichts gegen die Banken unternimmt und die USA es auch gern sehen würden, wenn der Euro bricht. Das wäre so oder so eine Aufwertung des Dollars!
Die dadurch entstehenden Probleme werden US-typisch nicht bedacht.
Aber egal, selbst wenn der Euro hält und die weltweiten Banken sich dennoch halten können, wird es doch eine weltweite Krise geben, weil die USA nicht in der Lage ist die diversen Krisen im eigenen Land in den Griff zu bekommen.
Es ist ja nicht nur so, dass die USA verschuldet ist, dass Volk ist auch verschuldet!
Wir sehen ja gerade sehr gut, dass in Europa (außer England) überall versucht wird, die Probleme in den Griff zu bekommen - in den USA wird Geld gedruckt, was die Krise über kurz oder lang vergrößern wird.
Die nächste republikanische Regierung wird wieder prassen und dann gehts halt mit Speed in die nächste Krise!
 
Ich denke, es liegt an Folgendem:

Bei den USA sind sich alle Investoren verdammt sicher, dass die FED den Staat nicht pleitegehen lassen wird (Ben Bernankes Einstellung ist offensichtlich!). Im Gegensatz dazu könnten die Investoren auch in europäische Staaten investieren, wo aber die Gefahr besteht, dass diese pleitegehen (wie Griechenland).

Wo würden die Investoren also ihr Geld anlegen, wenn sie wüssten, dass sie entweder 95%-100% wieder sehen wie in den USA (Inflationsgefahr) oder nur entweder 50% oder 100% in den europäischen Staaten: Natürlich ganz klar in den USA.

Ein weiterer Grund ist die aktuelle Furcht vor dem Zusammenbruch: Aktien will niemand haben, bei Gold spekuliert man darauf, dass man einen dummen findet, der mehr zahlt als man selbst und Gold- und Immobilienpreise sind schon recht hoch. Europäische Anleihen will aufgrund des Ausfallrisikos niemand haben. Also schieben die großen Investmentfonds ihr Geld in US-Anleihen, die in der Krise bisher immer (auch aufgrund des Weltwährungsstatus' des Dollars) als sichere Anlage gegolten haben. Höhere Nachfrage nach Anleihen lässt den Kurs steigen bzw. die Rendite sinken. Ergo können sich die USA zu einem niedrigen Zinssatz verschulden und solange man immer noch von INvestoren Geld bekommt und damit die Kreditwürdigkeit nicht angezweifelt wird, besteht keine Gefahr der Staatspleite.

Anders in Europa, wo die Investoren jetzt schon Angst um ihr Geld haben (Angst vor Kreditausfall), ihr Geld abziehen, dadurch der Kurs der Anleihen sinkt bzw. die Rendite steigt. Dadurch haben es die Staaten schwerer, neue Kredite zu vernünftigen Bedinungen aufzunehmen und geraten weiter in diese Spirale, welche nur die Zentralbank bekämpfen kann - was sie aber nicht macht...
 
Die Frage de TE lautete, warum es sich nicht so krass auf den Dollar auswirkt wenn einzelne Bundestaaten wirtschaftliche Probleme haben. Auf die Frage ob die USA bzw. einzele Bundesstaaten pleite gehen können, habe ich nie ein Antwort zu geben beabsichtigt.
 
Inzersdorfer schrieb:
Zu den Staatsschulden, genauer wer die Anleihen der USA kauft, ein Telepolis Artikel von Ende 2009, aber immer noch aktuell.
[...]
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31798/1.html

Danke, das war interessant zu lesen. Klingt in der Tat nach einem Ponzi-Scheme.

Wirft für mich aber die Frage auf, warum die EZB hier in Europa nicht auch verstärkt Anleihen von Euroländern kauft. Kann mir kaum vorstellen dass man da aus moralischen Gründen drauf verzichtet.

Und warum haben die USA keine wirklich schlimme Inflation, wenn dort die FED in großem Umfang mit selbstgedrucktem Geld amerikanische Anleihen kauft?

/edit

Okay, habe jetzt mal noch die restlichen Beiträge gelsen (Sorry, bissl im Stress derzeit).

Also die EZB darf offenbar gar nicht, was die FED macht (laut Beitrag von Topflappen). Dies hat man also so geregelt, damit die EZB die Stabilität nicht gefährden kann, richtig?

Hmm, interessant.

Also derzeit ginge es uns besser, wenn wir es machen würden bzw. könnten wie die USA, die aber davon abhängig ist, dass z.B. China sie nicht fallen lässt?

/edit2

Wobei: Wir sind doch jetzt totz allem auch abhängig von z.B. China. Dass die eben unsere Anleihen kaufen. Also viel gewonnen haben wir da auch nicht, oder?
 
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knabba schrieb:
Immer dieses "Wir", ich und viele andere haben nicht profitiert. Genauso wie in Aufschwüngen der "kleine Mann" nicht profitiert.
Btw. die Briten durcken ja auch fleißig Pfund und haben keine Leitwährung (ja die Inflation ist ein wenig gestiegen).

Wir sind wir Deutschen die als bestes Land aus der WWK herausgekommen sind, und seit einiger Zeit das Exportstärkste Land der Welt sind.
Wir haben von der Krise überhaupt nicht viel mitbekommen ausser Kurzarbeit und Gehaltsverzicht die der kleine Mann auf sich genommen hat.
In Amerika haben viele ihren Job und ihr Haus verloren und sind im Obdachlose Camps gelandet.
Die Amerikanische Wirtschaft hat wie kein zweiter unter dieser Krise gelitten.
Selbst die Chinesen haben grosse Probleme durch die Krise.

Natürlich werden jetzt einige Fehler gemacht, aber im groben und ganzen mussten die jetzigen Reformen irgendwann kommen.
Jetzt kommen sie eben mit Hilfe der Wallstreet und Ratingriesen.
Mann versucht in der EU schon seit Jahren die anderen zum sparen zu bringen, Griechenland hat auch einige Zeit lang geschönte und getrickste Bilanzen vorgelegt.

Somit ist die Aktuelle Krise sehr gut für Europa um mal reinen Tisch zu machen und ordentliche Mechanismen durch zu bringen die so etwas verhindern.
Vor allem aber Kontrollinstanzen zu installieren.
Das war sonst unmöglich da sich jedes Land davor gesperrt hat.
Der Ausschluss der Briten war auch längst überfällig, ich hoffe sie werden endgültig aus der EU ausgeschlossen.
Ich hoffe es wird auch eine Besteuerung auf Finanztransaktionen durchgesetzt, mit den Briten undenkbar.
Aber ein klares Signal an die Welt den bisher sträuben man sich vor diesen wichtigen Schritt.

Die USA nutzt diese Chancen bei weitem nicht dort wird an versprechen festgehalten die man vor der letzten Wahl gegeben hat, dies ist absolut Utopisch.
Man stelle sich vor so etwas wäre in Europa passiert, die Ratingriesen hätten über all ein Minus dran geklebt.
Es wird ganz klar mit zweierlei Mass gemessen und das zum Gunsten der Amerikaner.
Zum einen lenkt man von der eigenen Krise ab und zum anderen macht man den Euro als Investition unsicher und schürt die Angst das er bald zusammenbricht.
 
stark von den Schulden der anderen profitiert deswegen hat auch keiner was gesagt
Es war nicht die Rede von wwk. Und ob das Schuldenmachen der anderen Staaten dazu verholfen hat, dass Deutschland sich relativ schnell erholen konnte bleibt zu beweisen. Und wenn es so ist, dass Deutschland so abhängig ist, davon dass die anderen Staaten Schulden machen müssen, dann gute Nacht.

Wir sind wir Deutschen die als bestes Land aus der WWK herausgekommen sind
Soweit ich mich erinnere haben etliche Staaten wie die Türkei z.B. nichtmal einen BIB-Rückgang gehabt deshalb---->falsch

In Amerika haben viele ihren Job.....
Systembedingt^^, das kann man nicht mit Deutschland vergleichen
 
@ buzz89

Ich sehe es zwar auch durchaus kritisch, dass in Britannien und den USA nur relativ wenig hergestellt und stattdessen sehr viel mit Geld jongliert wird. (Okay, die Briten sind mir in Wahrheit egal. Ich hätte aber gerne dass in den USA wieder verstärkt hochwertige Dinge hergestellt werden, annäherend wie in Deutschland aber etwas günstiger. Weil es die USA m.E. besser machen würde, denn sich zu sehr auf eine Sache zu versteifen halte ich für unamerikanisch, das steht den USA nicht gut.)

Andererseits bin ich aber auch eher kritisch, was für Maßnahmen man verwenden will, um die Wirtschaft vermeintlich zu stabilisieren bzw. "die Banken zu zügeln". Meine Erfahrung sagt mir, dass "gut gemeint" noch lange nicht das gleiche wie "gut gemacht" ist. Aber irgendwas sollte man schon machen, das sehe ich auch so.
Denke da aber weniger an die Erschaffung bürokratischer Monster, sondern an Haftbarkeit und die Zerstückelung von allem was "too big to fail" ist, damit der Kapitalismus auch dort die jenigen aussterben lässt, die zu blöde sind zu wirtschaften, ohne dass dadurch die gesamte (Welt-)Wirtschaft den Bach runter geht. Denn Bankenrettungen wo die Gesamtheit für Fehler zahlt und Gewinne privatisiert werden haben nichts mit dem zutun, was ich unter "Kapitalismus" verstehe.

Was die Rating-Agenturen angeht sehe ich bisher aber nach wie vor nicht ein, dass hier eine Art Verschwörung im Gange sei. Ich halte das gar nicht für so unfair, was die bewerten. Und ich bin mir nicht so sicher, ob wir AAA verdienen, wenn Kalifornien nur noch A- hat (und zeitweise BBB hatte). Mag sein dass sie die USA als ganzes im Vergleich zur gesamten EU besser bewerten, aber hier schreiben doch auch einige selbst dass es unwahrscheinlicher ist, dass die USA den Bach runter gehen, wegen der FED und China und dem besseren Zusammenhalt etc.
Also wo ist da nun die Ungerechtigkeit? Wenn ich mir die Lage in Deutschland ansehe, wo wir pro Kopf mehr Schuledenhaben als die Griechen und unsere Geburtenrate usw. dann würde ich da ein AA+ statt AAA nicht wirklich ungerecht finden.
 
Die USA (Regierung) hat keine Probleme, weil sie keine Notenbank hat. Die ist privat und sagt der Regierung was sie zu machen hat.
 
Das klingt fast so, als wäre ein private Notenbank etwas grundsätzlich schlechtes. Es hat schon seinen Grund, dass die FED privat ist. Es gibt Länder das ist die Notenbank in Staatshand und wird politisch instrumentalisiert. Ob das besser wäre sei oder ist sei mal dahingestellt.
 
Athlonscout schrieb:
Siehe dir hierzu mal die Stellungnahmen eines unabhängigen Insiders (Dirk Müller) bei Maybrit Illner an: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1513988/Merkel%252C-Macht-und-Maerkte#/beitrag/video/1513988/Merkel%2C-Macht-und-Maerkte.

Ich weiss nicht ob ich Zeit habe, mir nun die gesamte Sendung anzusehen. Aber gleich am Anfang impliziert der Mann, dass die US-Ratingagenturen "darüber entscheiden" würden, wer Geld bekommt und zu welchem Zinssatz. Und schon da kann ich nur mit dem Kopf schütteln, denn das entscheiden die Märkte. Mag sein dass die in großem Maße dem Glauben schenken, was die Agenturen sagen. Aber warum tun sie das denn? Sorry, aber wenn die Agenturen nur Unsinn erzählen würden, warum gibt es dann keine europäischen Agenturen die "korrekter" oder "realistischer" bewerten, und der der Markt dann schon aus Profitgründen mehr Glauben schenkt?

/edit

Interessant dass er gerade noch sagt, dass US-Gesetze verlangen, dass man sich dort raten lassen muss, um an den US-Kapitalmarkt zu kommen. Und das deshalb eine europäische Agentur kaum Sinn hätte, weil die vielleicht nicht dafür zugelassen würde.
Ja da frage ich mich, warum machen wir es denn nicht auch so? Wir sind gut 400mio statt gut 300mio Leute in Europa im Vergleich mit den USA. Und obwohl mir persönlich die USA aus diversen(!) Gründen lieber sind als Europa, so frage ich mich da doch: Sind wir denn wirtschaftlich tatsächlich soviel unwichtiger? Ist unser Kapitalmarkt soviel uninteressanter, dass sich hier niemand von einer europäischen Agentur raten lassen würde, um an unseren Markt zu kommen? Das kann doch wohl nicht sein, das ist mir schleierhaft.

/OT:

Ich habe übrigens (in Kalifornien) gute Bekannte, die Teil der Amerikaner sind, die die FED ansich für Teufelszeug halten und abgeschafft haben wollen. Daher finde ich das Thema FED auch sehr interessant. Ich verstehe zwar nicht wirklich, was eine Abschaffung für Auswirkungen hätte, aber nach dem was ich bisher weiss halte ich eine (kurz- oder mittelfristge) Abschaffung irgendwie für... verrückt?
 
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Colonel Decker schrieb:
Ist unser Kapitalmarkt soviel uninteressanter, dass sich hier niemand von einer europäischen Agentur raten lassen würde, um an unseren Markt zu kommen? Das kann doch wohl nicht sein, das ist mir schleierhaft.

Du darfst nicht außer Acht lassen, dass Kapital kein Nationalgefühl, somit also auch keine Grenzen kennt.
Die großen Institutionellen Investoren (Banken, Versicherungen, Fonds...) handeln ihr (oder besser gesagt unser;)) Geld da, wo sie möglichst wenig staatliche Regulierung erwartet.
Da die Finanzmärkte bspw in den USA (aber auch in GB) weniger reguliert (liberaler:freak:) sind als in der EU sind diese Kapitalmärkte deutlich größer.
 
@ Athlonscout

Und warum machen wir es dann nicht wie die Amerikaner und lassen die (verstärkte) Regulierung sein?
Versteh mich nicht falsch, das soll nicht heissen dass man "die Banken" machen lassen soll was sie wollen!
Aber würde man sich darauf beschränken, das "too big too fail" Problem zu beseitigen, könnte man doch sicher eine Lösung gemeinsam mit den USA finden. Denn ich weiss aus erster Hand (übrigens von Bekannten die - hierzulande verhasste - US-Republikaner sind) dass es jede Menge Konservative in den USA gibt, die strikt gegen Bankenrettungen bzw. gegen "zu große" Banken sind.
Und auch in der letzten Krise haben die USA schon deutlich mehr Banken pleite gehen lassen als hier in Europa. Was man hier im Endeffekt sogar kritisiert hat, ich z.B. aber gut und richtig fand.
 
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