Was tun gegen Alkohol in der Familie?

Odium

Captain
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Hallo zusammen

In meiner Familie gibt es einen Fall von Alkoholsucht. Zum Schutz der Integrität dieser Person (es ist immer noch ein Tabu-Thema), wollte ich hier noch sehr allgemein auf das Thema eingehen. Wenn jemand eine Idee hat, bitte nicht im Stil von "tut mir Leid".
Denn ich muss zugeben, dass ich das Ganze inzwischen sehr rational angehe, weil es schon fast ein Teil meiner Selbst geworden ist (das ganze dauert nun schon 20 Jahre)

Meine Kernfrage ist simpel. Alkoholabhängigkeit ist gesellschaftlich gesehen ein unglaublich großes Problem, aber dem steht der kontrollierte Verzehr gegenüber, der von vielen geschätzt und rituell betrieben wird. Letzteres ist zwar wie vieles im Leben schädlich, aber eigenverantwortliches Handeln und sollte daher besser nicht mit Alkoholsucht vermischt werden. Ich sage das, weil mir in der Vergangenheit immer wieder spaßige Anmerkungen in die Richtung um die Ohren flogen, wenn ich die Krankheit ansprach.

Also, das Thema ist Tabu-Thema. Daher hab ich auch länger überlegt, das überhaupt in einem Computer-Forum anzusprechen. Aber es sollte überall gepostet werden, weil sich das Prob durch alle Altergenerationen und Charaktere zieht.

Wie schon gesagt, läuft es in der Familie ab, quasi im engsten Familienkreis. Man sieht das Problem, erkennt die Ursachen nicht, die Person lehnt fremde Hilfe (Therapie, psychologische Betreuung) vollends ab. Dennoch ist es nicht durchgehend: Die Fälle, in denen die Sucht wieder ihren Tribut fordert, treten etwa in regelmäßigen Abständen von 3-6 Monaten auf.
So, was tun? Ich habe schon alles gehört von
  • Nichts. Du kannst nichts tun. Das muss jeder mit sich selbst innerlich klarmachen.
  • Reden, versuchen das Problem (notfalls mit Drohungen und Lügen) ausfindig zu machen und dann knallhart darauf ansprechen.
  • Ignorieren
und auch schon andere Kommentare, die aber hilflos waren.

Deswegen frage ich euch. Stellt euch vor, ihr habt so einen Fall und es würde euch auch seelisch fertig machen. Was würdet ihr tun? Wie würdet ihr reagieren? Wenn ihr das schon kennt, wie reagiert ihr, was tut ihr?

Mit Dank,
Odium
 
In meiner Familie (meiner Frau) gibt es das gleiche Problem.
So lange es die Person nicht einsieht kann man leider nicht viel machen.
Ich bin so ziemlich der Einzige der direkt (knallhart) darauf anspricht.
Natürlich wird das von keinem gerne gehört, aber meiner Meinung nach noch immer besser als schweigen.

Als Angehöriger kann man aber auch zu den entsprechenden Beratungsstellen gehen.
Dort bekommt man professionelle Hilfe, wie man mit dem Thema am besten im Familien- und Freundeskreis umgeht.
 
Wie Phil schon sagte, gibts für Angehörige auch extra Beratungsstellen.

Der 1. Schritt muss sein dass es die betroffene Person selbst einsieht.
Wie man dass genau schafft kann man glaube ich so nicht sagen.
Immer wieder mit ihm/ihr reden.
Notfalls vielleicht auch mal Filmen wie er/sie sich ohne Sinn betrinkt und es ihm zeigen.
Vielleicht läutet es dann mal.

Aber wenns die Person nicht selbst einsieht wird jede Therapie fehlschlagen.
 
Tja das stellt euch vor... brauche ich nicht. Habe selbst mehrfach solche Fälle erlebt.
Das ganz big Problem ist, dass wie du schon gesagt hast, der Alkohol eine gesellschaftlich akzeptierte Droge mit einem extremen suchtpotential ist.
Ich selber habe durch persönliche Erfahrungen im Umfeld nen Problem mit meiner Einstellung zu Alkohol, so dass mir von einigen schon vorgeworfen wurde ich wäre zu negativ eingestellt, zu pingelig etc.

Bei dem einen Fall habe ich und andere ne ganze weile dagegen angekämpft, hat aber nix geholfen, da derjenige nen Beruf hatte, bei dem er zwängsläufig mit alkohol in kontakt kommt. wir haben ihn nach langer zeit(mehrere jahre) ich sage mal abgeschoben, da man diesen menschen nicht helfen kann wenn sie nicht wollen. diese person hat sich die gesamte intelligenz weggesoffen, ob wohl sie es zwischenzeitlich schonmal geschafft hatte. eins kann man sich merken: eine alkoholiker der trocken ist, darf nie wieder alkohol anfassen, sonst wird er sofort rückfällig!
Bei der anderen person ist es so, dass sie zum engeren familienkreis gehört und durch einen familiären schock schon zeit ner ganzen weile trocken ist. und auch die phasen trocken überstanden hat, in denen sie sonst wieder rückfällig wird. mal hoffen es bleibt ne weile so.
So lange man die person nicht aufgeben möchte, sollte man ihr auf jeden fall klar die meinung sagen und auch zeigen, was einem missfällt. während der "säuferphase" ablehnung und während der trockenen phase.

Und das wichtigste: egal was passiert, man darf sich selbst nicht kaputt machen lassen.

gegrüßt
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja, wenn das mit der Person schon 20 Jahre so geht, ist es extrem schwer da überhaupt noch was in die Wege zu leiten. Typischer Quartals-Säufer.
Es gibt da ja verschieden Klassen, Pegeltrinker usw.

Ich denke man sollte es bei jeder Gelegenheit wo es sinn macht ansprechen, und keinesfalls so tun als wäre alles normal, denn das versucht derjenige sich ja selbst einzureden. Ich würde dir auch raten dich mal um professionelle Hilfe zu bemühen. Erst einmal für dich, damit du weißt wie du damit umgehen kannst, bzw. solltest.

Solche gut gemeinten Tips wie sie hier jetzt sicher kommen, und auch schon gekommen sind helfen da ganz sicher nicht weiter, wenn das schon so lange geht.

Solche Themen sind meiner Ansicht nach zu komplex um sie in diesem Rahmen hier zu diskutieren, vor allem auch weil du ja verständlicherweise nicht die ganzen Details auftischen kannst, und willst. Daher --> Professionelle Hilfe. Frag mal bei der örtlichen Drogenberatung nach, die können dir zumindest sagen wo du (und vielleicht auch andere passiv betroffene) sich hinwenden können.
 
Nach meiner Erfahrung (gab es auch in meiner Familie), kann man da in der Familie kaum etwas tun, um wirkungsvoll dagegen vorzugehen, den Alkoholabhängige lügen sich was in die eigene Tasche, machen andere für ihre Probleme verantwortlich und so weiter. Es kann nie schaden, mit der Person zu reden (in nüchternem Zustand), auch wenn es, wie gesagt, nicht viel bringt (ist eben besser als schewigen und die Person sich selbst zu überlassen). Im Regelfall ist es wohl so, das du es der Person noch so deutlich sagen kannst, sie wird es nicht akzeptieren. Meist ist es wirklich so, das es die Person von sich aus einsehen muß (wenn sie sozial immer weiter abrutscht usw.). Redet mit der Person, versucht sie besonnen darauf aufmerksam zu machen und zu einer Therapie zu bewegen (auch wenn ihr gegen eine Wand redet) und wenn es zu arg wird gibt es, soweit ich weiß, die Möglichkeit der Zwangseinweisung.

Wenn man selber direkt betroffen ist und sehr eng mit der Person zu tun hat (bspw. die eigene Mutter), dann sollte man versuchen, Abstand zu der Person zu gewinnen bpsw. durch Auszug falls möglich. Dies muß ja nicht bedeuten, das man die Person ignoriert.
 
Ohne Einsicht des Betroffenen kann man nichts machen, und diese Einsicht ihm zugänglich zu machen ist ein schwieriger, oft unmöglicher Weg. In meiner Verwandtschaft gab es auch ein Alkoholproblem, doch nach mehreren Rückschlägen hat es die Person bis heute geschafft, trocken zu bleiben.

Weißt du denn die Gründe, warum er/sie Alkohol im Übermaß konsumiert? Das wäre ein Anfang, irgendwie an das Problem heranzugehen.
 
Heidiho...

In meiner Familie ist es auch so. Meine Ma hängt seit meiner Geburt vor 24 Jahren an der Flasche. Teilweise mit unterbrechungen...
Zahlreiche Entgiftungen haben teilweise ihre Wirkung getan (zumindestens für ein paar Monate).
Das Problem dieser Menschen liegt im Kopf. Solche Menschen MÜSSEN sich in Psychantrische Behandlung geben. Das sind oft sehr schwierig zu definierende Probleme über die sich die Betroffenen nicht mal im klaren sind das sie sie belasten.
Manchmal hilft bei einigen wenigen auch ein ausschlag gebendes Ereigniss, wie zB Unfall oder starke körperliche Probleme.
Die ganze Sache ist echt verdammt schwierig zu handeln. Mein Vater hat meine Mutter deswegen schon verlassen, weil er den Stress nach fast 20 Jahren nicht mehr gewachsen war. Und ich halt es auch net mehr lange aus. Aber zum Glück hält sich meine Ma in letzter Zeit recht gut.
Und leider kann man auch kein Profil von solchen Leuten erstellen, da sie alle unterschiedlich sind und alle aus den verschiedensten Gründen trinken.
Für eventuelle Lösungsvorschläge oder Themendiskusionen bitte ne PM an mich schicken.
Wäre interesant sich mit anderen "Betroffenen" darüber zu unterhalten.

Greets

Chinamann
 
Das ist aber ein sehr schwieriges Thema.

Wie sieht denn die Sache aus? Kommt da auch Agressivität vor? Ist die Person eine Gefahr für sich selbst?

Ich denke, man sollte die Sache knallhart angehen. Ich habe beruflich sehr oft mit Alkoholabhängigen zutun. Das ist manchmal schon recht krass, was da abgeht in Sachen Alkohol. Vom Alki, dem man das nicht zutrauen würde, bishin zur totalen Verwahrlosung in Form von Messis. Sehr oft werden diese Personen dann in die Psychatrie eingewiesen, teilweise mit Erfolg - teilweise nicht. Was aber meistens zu beobachten ist, dass sich die Leute wohlfühlen in ihrer misslichen Lage. Da hilft dann nur die direkte Konfrontation. Man muss der Person eben klar machen, dass es so nicht weitergehen kann und dass vor allem das Umfeld sehr unter der Sucht desjenigen leidet, hierüber sind die sich die Meisten nämlich gar nicht bewusst. Aber vor allem sollte man professionielle Hilfe in Anspruch nehmen. Die AAs und auch jede andere Suchthilfe geben gerne Ratschläge, die wissen vor allem, wie man die Sache richtig angehen kann, schließlich haben sie ja die Erfahrung.
In ganz krassen Fällen besteht auch die Möglichkeit eine richterliche Verfügung zur Einweisung in eine Psychatrie erwirken (das geht schneller als man denkt), hier besteht dann die Möglichkeit die betreffende Person auch mit Polizeigewalt und gegen ihren Willen in die Psychatrie einzuweisen.
Sehr viele Leute sehen dann ein, wie es um sie steht, diese Einsicht habe ich schon oft erlebt, natürlich ist es auch so, dass sich andere Leute massiv zur Wehr setzen.

Ich denke, du solltest dich, wie bereits oben beschrieben, zunächst mit professionellen Suchthilfen in Verbindung setzen und das weitere Vorgehen mit den Besprechen.

:)
 
Das Ende vom Lied ist, dass nun eine einwöchige Entgiftung in der Klinik fast zu Ende ist. Danach folgt ein Gespräch mit dem Hausarzt, der dann entweder eine ambulante (günstige, geringe Aussicht auf Erfolg) oder stationäre (teuer, mehrwöchig) Therapie anordnet. Dabei rückt man dem Alkoholiker mithilfe von Gesprächen von Fachpersonal zu Leibe und versucht die Ursache des Problems herauszufinden.
Die Erfolgsaussichten sind in der Regel gering und auch in meinem Fall nehme ich nicht an, dass ich denjenigen danach als geheilt ansehen kann.

Ich möchte zwar an dieser Stelle nicht wichtigtuerisch auftreten, aber mich hat das die letzten Jahre doch sehr ergriffen und daher:
Viele von uns fangen schon früh an mit dem Kram und einige können es kontrollieren, andere sind nicht so stark. Ich kenne kaum eine Krankheit bei der man so schnell Zuneigungen, Freundschaft, Arbeit und jegliche Selbstachtung verlieren kann, wie bei der Alkoholsucht.
Und ich glaube, wenn es junge Leute gibt, von denen man weiß, dass sie jedes Wochenende und vielleicht sogar schon dazwischen ihren Kick bis kurz vor der Besinnungslosigkeit brauchen, dann tut es bestimmt nicht weh, wenn man diejenigen in 1-2 Sätzen mal darauf aufmerksam macht. Ich hätte es früher gerne getan, aber nu ist's zu spät :-/
 
Mein Opa ist auch Alkoholiker. Er ist aber nicht so das er sich immer voll die Kante gibt, sondern er brauch nur ein paar Schluck jeden Tag. Ohne gehts bei ihm nicht. Frueher war's nur ganz schlimm. Aber die Familie passt da schon sehr auf das es nicht eskaliert. Trocken war er immer mal wieder. Aber los wird er das nicht.

Er hat auch nicht wirklich den willen dazu. Nur gut das es nicht so exzessiv ist, so das er die kontrolle ueber sich verliert oder massive leberschaeden davon tragen wuerde.

Wichtig ist nur darauf zu achten das man Alkohol in der Gegenwart eines Alkoholikers nicht mal erwaehnt. Es gibt nix schlimmeres fuer so einen Menschen wenn man im Restaurant sitzt und vor ihm ein Glas Wein trinkt.
 
Odium schrieb:
Ich kenne kaum eine Krankheit bei der man so schnell Zuneigungen, Freundschaft, Arbeit und jegliche Selbstachtung verlieren kann, wie bei der Alkoholsucht.
Und ich glaube, wenn es junge Leute gibt, von denen man weiß, dass sie jedes Wochenende und vielleicht sogar schon dazwischen ihren Kick bis kurz vor der Besinnungslosigkeit brauchen, dann tut es bestimmt nicht weh, wenn man diejenigen in 1-2 Sätzen mal darauf aufmerksam macht. Ich hätte es früher gerne getan, aber nu ist's zu spät :-/

Das hast du wirklich gut beobachtet. Viele Menschen wissen leider nicht mal, dass bei ihnen der Alkoholismus schon ausgebrochen ist, weil der Konsum von Alkohol in unserer Gesellschaft kaum in Frage gestellt wird. Jeder, der mal an ner Tüte gezogen hat, wird gleich als drogenabhängig und kriminell dargestellt, gerade meistens von den Leuten, die ihren Alkoholkonsum kaum kontrollieren können, weil ihnen nicht bewusst ist, dass sie selbst eine Droge zu sich nehmen. Ich persönlich sehe Alkohol in einer Reihe mit Hasch, Ecstasy und ähnlichen Drogen. Natürlich trinke ich gern mal ein Jever oder auch zwei, aber ich werde dass niemals morgens um neun machen.

Jetzt muss ich doch "tut mir leid" sagen, weil ich leider genauso wenig darüber weiß, wie man so ein Problem in den Griff bekommt. Aber du solltest dich davon nicht unterkriegen lassen, manchen Menschen kann man einfach nicht helfen, so sehr man auch will. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das sehr deprimierend sein kann, aber dadurch dass du dich schlecht fühlst ist ja auch niemandem geholfen. Ich wollte dir echt nicht zu nahe treten, aber so einen Thread macht man ja nicht auf, weil man davon emotional distanziert ist, sondern gerade weil einem das an die Nieren geht.
 
hallo leute,

habe auch ein riesenproblem mit meinem Lebenspartner. Er ist Alkoholiker, d.h. er konsumiert in regelmäßigen Abständen min. 4 Tage in der Woche durchgehend und dann macht er 3 tage Pause. Weiss nicht was ich machen soll, da ich bald ein Kind von ihm erwarte. Wir wohnen zusammen und bin momentan finanziell von ihm abhängig, da ich momentan nicht arbeiten kann solange die Kleine noch nicht da ist. Es ist grauenvoll. Das Problem ist, dass die Eltern von ihm das auch nicht wahrhaben wollen; die geben ihm ständig Geld. Er ist arbeitslos u. hat auch keine Motivation zu arbeiten. Würde sagen, habe ziemlich das große Los gezogen.. trotzdem liebe ich ihn, warum? Denn wenn er nüchtern ist, ist er ein ganz anderer Mensch.. Aber ändert er sich noch? Wieviel Hoffnung darf ich noch haben? was kann ich tun außer abhauen?
 
Du solltest ihn entscheiden lassen!
Zuerst suchst du dir eine Unterkunft (Kirche, karitative Einrichtungen - Frauenhaus), vor allem auch damit du (und der Embryo) dich auf auf die bevorstehende Geburt vorbereiten kannst.
Wenn er dich und das Kind sehen möchte oder weiter zusammenleben möchte, dann nur unter folgenden Bedingungen.
Er nimmt an einer Therapie teil, bzw. anonyme Alkoholiker.
Er sucht sich eine Beschäftigung. Langeweile und Demotivation sind ein guter Nährboden für Alkohol

Erst wenn er sich dazu durchringen kann zeigt er Verantwortung für "seine Familie", für dich und dem Kind.
Wenn nicht wirst du und das Kind seinen Launen ausgesetzt sein und arbeitest für seine Alkoholsucht.
Überlege ob du dir und dem Kind diese Zukunft antun möchtest. Hoffnung ohne Aktion gibt es nicht und das weißt du im Prinzip doch jetzt schon.
Er mag dich lieben, aber die Liebe ist nicht stark genug. Er muß zeigen ob ihm etwas an euch liegt, auch zeitlich. Breche die "Trennung" nicht zu früh ab. Du mußt jetzt handeln. Je früher um so besser.
 
Ich habe es mir abgewöhnt Mitleid mit Alkoholikern zu haben.
Es ist ein Luxus den ich mir nicht leisten will.
Am Ende macht man sich dadurch nur selber fertig.
Besonders wenn es die eigene Familie betrifft.
Ich hab das fast 10 Jahre hautnah miterlebt.
Mitgefühl und Verständnis hingegen sollte man allerdings aufbringen.
Und schon dass kann - angesichts der charakterlichen Veränderungen vieler Trinker -
verdammt schwerfallen. Sind ja doch immer die Kinder und Lebenspartner die vor allem dadurch erhebliche Probleme haben.
Das Einzige was bleibt, den Betroffenen zu einer Therapie bewegen.
Mehr Möglichkeiten sehe ich da nicht.
cu
 
wieviel konsumiert er denn während der 4 tage die er "trinkend verbringt" ?
 
Wieviel er genau trinkt ist doch eigentlich wurst.
Tatsache ist, dass alle Versuche und Versprechen zwecklos sind solange die betreffende Person nicht eingesehen hat, dass sie suchtkrank ist.
Wenn man also diese Person im gewohnte Umfeld weiter bestehen läßt (Freundin, Freunde, Wohnung, Geld von den Eltern usw), dann ist der anreiz nicht besonders groß sich zu ändern oder man fällt dadurch auch immer wieder in seine mittlerweile gewohnte Verhaltensweise zurück und trinkt weiter.

Du mußt auf jedenfall auch seine Eltern auf deine Seite ziehen und ihnen klar machen, dass es so mit ihm nicht weiter geht. Das bringt nigs wenn du ausziehst, also die böse bist, und er von seinen Eltern noch weiterhin unterstützung erhält. Ein Suchtkranker welcher noch nicht erkannt hat, dass er suchtkrank ist, wird die schuld überall anders suchen nur nicht bei sich selbst. In diesem Zustand kann du ihm nicht helfen und verschlimmerst durch deine Unterstützung die Lage nur.

Alkoholsucht ist eine sehr schwere Sucht. Einen Heroinabhängigen kann man leichter heilen. Ohne proffesionelle Hilfe ist das nicht zu schaffen. Glaube auf jedenfall keine von ihm gemachten Versprechen, dass er sich ändern will wenn er gleichzeitig alle Angebote zu einer Therapie ausschlägt. Sowas geht immer nach hinten los, weil er sich dadurch überhaupt nicht mit seiner Sucht auseinandersetzt kann.
 
Oh oh...

Das klingt nicht gut.
Bei meiner Ma haben wir nach Jahren den wahren Grund, Depressionen, gefunden.
Und das ist auch genau der Knackpunkt.
Solche Leute wissen meistens nicht mal, warum sie trinken.
Das heraus zu finden kann mitunter, wie bei mir, Jahre dauern (hier waren es 30!).

Dazu kommt noch die Frage, wie lange es schon so geht.
Wenn zu viel Gewohnheit auch noch dabei ist, wird es noch schwieriger.

Ich sehe hier Zwei Möglichkeiten:

1. Sieh zu, dass du alleine klar kommst, egal wie scheiße es wird und egal wie weh es tut.

2. Richte dich auf viele Ungewisse Jahre ein, die dich verdammt viel Kraft kosten werden
und auch dem Kind nicht gut tun werden. Dann kannst du versuchen um seine Gesundheit
zu kämpfen. Aber der Preis wird mit sehr hoher Wahrscheinlich verdammt hoch sein.
Fast mein ganzes Leben lang konnte ich den Spaß mit machen und war oft genug am Ende
meiner Kräfte. Und ehrlich gesagt, weiß ich aus Erfahrung von anderen Kollegen, dass das
finden der Ursache mehr als ein Glücksfall ist. Sprich du wirst nie die Gewissheit haben
können, dass es endgültig vorbei ist. Meine Ma muss jetzt starke Tabletten nehmen und ist
an manchen Tagen genau so durch den Wind und wirkt total angeschlagen wie damals.
Es hat mich viel Zeit und Überwindung gekostet, zu akzeptieren und zu verstehen, dass es
aber die Tabletten sind. Aber trotzdem wird mir immer wieder schlecht, wenn ich es mit
bekomme, weil bei mir sofort der Verdacht entsteht, es ist wieder so weit.


Zu der Sachen mit den Eltern:

Die wollen es nie wahr haben. War bei meinen Großeltern genau so.
Die sind fast immer viel zu gut gläubig in solche Sachen.
"Das wird schon wieder" ... und so Sprüche kommen dann.
Wenn sie es ernsthaft nicht akzeptieren wollen, braucht man da erst gar nicht weiter machen.
Damit geht auch meistens leider ein starker Einfluss flöten.
Wenn sie ihn noch Geld geben und ihn so gesehen unterstützen, ist es genau dass, was man hier nicht tun sollte.
Es gibt der Person in ihrer Situation Recht.
Und das macht jeder, der seine Situation so akzeptiert und toleriert; auch du, wenn du nichts dagegen unternimmst.
Das ist das Schlimmste was man machen kann.
Es muss gezeigt werden: Du machst was falsch, wir unterstützen dich nicht in der Sache.
Hilfe, wenn die Person sich bessern will, ist auf jeden Fall wichtig und richtig.
Aber auch nur solange, wie es nicht geheuchelt ist, was viele auch tun um ein wenig Ruhe in die Angelegenheit zu bringen.
Die Entziehungskuren und Maßnahmen von meiner Ma, kann kein Mensch mehr zählen.
Das waren alles Ausflüchte um die Wogen zu glätten.

Hinzu kommen aber noch das weitere Umfeld wie Freunde und Bekannte.
Peinlich wirds, wenn die ein immer wieder drauf ansprechen.
Interessant wird es, wenn man die Wahrheit sagt...
Denn dann wenden sich die meisten ab, anstatt zu helfen.
Ich stand letzten Endes komplett alleine da und musste die Sache lösen.
Bei mir war es aber auch der letzte Versuch. Nach so vielen Jahren, geht ein die Puste immer schneller aus.


Ein Happy End gibt es bei solchen Geschichten meistens nicht.
Den Preis den meine Ma jetzt zahlen muss, ist auch verdammt hoch, weil der Körper das nicht lange mit macht.
Trotz aller Aufwände, der ganzen Wut und Verzweiflung, bin ich aber nach wie vor froh, dass wir es geschafft haben.
Ich darf teilweise nur nicht mehr an den weiten Weg bis hier hin denken.

Ob man sich das selber antun möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Bei mir spielten noch ein paar andere Faktoren mit, weshalb ich weiter gemacht habe.
 
Also ich kenne es auch, aus einem engeren Familienkreis. Und da kann ich nur sagen:
mach es wie phil vorschlägt.

@Darick
Du machst dich trotzdem fertig. Das was man einsehen muss ist, dass es keine zufriedenstellende Lösung gibt. Es gibt hier kein gewinnen oder kein weiterkommen. Man hat in jedem Fall mit irgendwas zu kämpfen. Demjenigen ist ja auch eine Therapie egal. Das Argument "naja, ich trinke eben. Ist doch egal." bleibt. Die Leute bekommst du auch nicht zur Einsicht.

@Haudrauff
Der Suchtkranke bekommt aber immer nen Tätschelchen von seinen Eltern. Als ob man da als Freundin/Frau gegen die Schwiegereltern reden kann. Die versuchen das auf ihre Weise zu verkraften indem sie es entweder tollerieren oder akzeptieren. Die sind aber auch nicht mehr den ganzen Tag mit ihm zusammen.
Hier ist ja zum einen die Sucht ansich schlimm, das Problem aber ist ja nicht die Sucht, sondern dass diese Menschen nicht einsehen, dass sie verändert sind, dass es ihnen in einer Linie völlig egal ist was mit der Umwelt um sie herum passiert. "Kann ja nicht so schlimm sein." Diesen Kreis zu durchbrechen schafft man entweder nur durch eine radikale Lösung, oder aber diese Menschen bleiben so, zerstören aber mit dem Verhalten Andere. Das wird sich auch niemals ändern. Selbst wenn man zu einer Therapie geht, wunderbar, fühlt man sich nur bestätigt und bekommt dieselben Aussagen wie hier. Aber reden nützt bei diesen Menschen dann nichts. Und das einzige was dann noch geschädigt wird, ist das eigene Weltbild/Wertegefühl weil man sich nutzlos und verloren fühlt. Du hast halt keine Macht gegenüber dem Lebenspartner o.ä. und das deprimiert dann noch zusätzlich.

Da ein Kind in die Welt zu setzen, wo das, ich sag mal, Lebensbild schon ansich gestört ist halte ich für falsch. Es wird nur Streitereien geben und wieso sollte der Trinker nicht sein trinken ausbreiten?

Ich finde phils Vorschlag ist zwar der radikale und kompromissloseste, er ist aber auch der einzig Richtige. Durch reden verändert man keinen Menschen, und wenn er seine Trinksucht steigert weil man ausgezogen ist, und das als Vorwand nimmt, so hätte er später in der Beziehung/Ehe immer weiter gemacht. ("das Kind hat ja soviel geschrieen", "du bist immer so müde", "du kümmerst dich ja nur um das kind", ....) Und da wächst der Frust und auch das Kind wird dann in so etwas reingeboren und muss sich das, auch wieder krass, Elend der eigenen Eltern ansehen und ihm wird auch irgendwann bewusst wie unglücklich sie sind. Warum dann nicht selber zum Trinker werden (überzogen).
 
So gut die Meinung von phil. gemeint ist, es kann auf diese Weise auch nach hinten losgehen wenn man gleich andere, außenstehende Personen involviert!

Ich würde zuerst das Gespräch mit der Person suchen, dann brauch man sich hinterher auch nicht vorwerfen zu lassen, dass man es gar nicht versucht hat! Ausnahme, wenn der Partner gewalttätig oder cholerisch ist!

Das Thema ist heikel und ich glaube auch nicht, dass es eine Lösung für alle gibt. Der eine springt auf x an, der andere auf y der dritte auf gar nichts!
 
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