Welche Kraft wirkt in einer Zentrifuge?

Alpenbruder

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Hi,

ich versteh das allles irgendwie nicht. In einer Zentrifuge soll angeblich ja eine Zentrifugalkraft wirken, jedoch ist diese nur bei beschleunigten System bzw. des involvierten Körpers messbar oder nicht? Eigentlich müsste man doch als Außenstehender nur von der Zentripetalkraft sprechen?
Warum gibt es dann unterschiedlichen Formeln um die Kräfte zu berechen? Wieso muss ich die Zentrifugalkraft berechnen? Ich hab den gleichen physikalischen Sachverhalt auch als Beobachter?

danke im Vorraus für die Antworten, bitte helft mir.
 
Die Zentripetalkraft ist die Kraft, die die Gläser in der Kreisbahn hält. Alle ungleichförmigen Bewegungen haben eine Beschleunigung und somit eine Zentripetalkraft, durch die die ungleichförmige Bewegung überhaupt zustande kommmen kann.

Die Zentrifugalkraft ist wie du schon richtig sagst, nur in eine Scheinkraft, die es nur in einem Nicht-Inertial-System gibt und somit das 3. Newton'sche Axiom erfüllt.
 
Da in Zentrifugen die einzelnen Teilchen nicht gehalten werden, gibts da keine Zentripetalkraft sondern nur Zentrifugalkraft
 
@ staubtuch: welche Kraft, wenn nicht die Zentripetalkraft, hält die Teilchen dann auf einer Kreisbahn?
 
Alpenbruder schrieb:
Warum gibt es dann unterschiedlichen Formeln um die Kräfte zu berechen?

Es sind dieselbe Formel für Zentripetal- und Zentrifugalkraft.

Alpenbruder schrieb:
Wieso muss ich die Zentrifugalkraft berechnen? Ich hab den gleichen physikalischen Sachverhalt auch als Beobachter?

Es ist egal, ob du Zentripetal- oder die Zentrifugalkraft berechnest, beide sind gleich groß (da gleiche Formel).
Als ruhender Beobachter siehst du nur die Zentripetalkraft, als Beobachter im beschleunigten System beide Kräfte (die sich gegenseitig aufheben).
 
In der Folge Big Bang Theory 1x03: The Fuzzy Boots Corollary - Erregungsfaktor: Null
hebt ja Leonard, um Penny zu beeindrucken, eine Olive mit einen Glas hoch. Penny sagt Zentrifugalkraft, Leonard sagt eigentlich Zentripetal kraft.
Irgendwie ist mein Schul-Wissen zu lang her aber wird die Olive nicht durch die Fliehkraft an den Rand des Glases gedrückt und dadurch ist es möglich sie anzuheben ohne anzufassen?

Bei den "Zentri" Kräften habe ich es so verstanden das die "fugal" nach außen geht (da ja fuga lateinisch Fliehen heißt) und die petal (die Radialkraft) nach innen geht. Unser Sonnensystem wird ja dann von Zentripetalkraft und Gravitation zusammengehalten.

Ich bitte um Aufklärung.
(Und das alles nur weil ich nochmal TheBigBangTheory gucke. Nun interessieren mich Kräfte und ihre Gegenkräfte)
 
Ich bin kein Physiker, versuche aber trotzdem mal das zu erklären (falls jemand mit meinen Auführungen nicht einverstanden sein kann, bitte schreibt mir das - ich lerne gerne dazu).

Zentrifugalkraft ist für mich gleichbedeutend mit Bewegungsenergie - die ist im allgemeinen Linear.
Im Fall der Olive im Glas, würde die Zentrifugalkraft auf Grund der ins System eingebrachten Bewegungsenergie dafür sorgen, dass die Olive sich annähernd linear entfernt (von ihrer ursprünglichen Lage). Das Glas repräsentiert hier die Zentripetalkraft, und ist ein denkbar schlechtes Beispiel.

Eine Kreisbewegung (oder annähernde Kreisbewegung, wie bspw. unsere eliptischen Planeten-Umlaufbahnen) kommen erst durch das Zusammenspiel BEIDER Kräfte zustande. Die Bewegungsenergie wäre sonst nicht in eine Kreisbahn zu lenken.

Du kannst es sogar selbst ausprobieren (errechnen):
Erhöst du künstlich die Zentrifugalkraft, ohne gleichzeitige anpassung der Zentripetalkraft, dann wird aus einer Kreisbewegung eine Spirale nach aussen. Erhöst du ebenso einseitig die Zentripetalkraft, passiert das gleiche nach innen. Erst wenn sich beide Kräfte aufheben, bekommt man eine stabile Kreisbewegung.
Auf unser Sonnensystem übertragen: Wäre die Erde ein bisschen schneller, würde sie sich von der Sonne entfernen, wäre sie langsamer, würde sie im Sonnensystem "nach innen" wandern. Beides wäre für uns (und alles Leben auf der Erde) nicht sonderlich gesund.

Auf technische Gerätschaften, wie eine Zentrifuge lässt sich das allerdings nur schwer übertragen. Denn dort wird die Zentripetalkraft nur simuliert. Eben durch eine feste Verankerung an einem Mittelpunkt und durch materielle Begrenzungen - zusammen bilden diese beiden den Ersatz für die zentrale Masse, von der eine übermächtige Gravitation und damit Zentripetalkraft ausgeht, die, gesetzt den Fall, sie entspricht der eingebrachten Bewegungsenergie, einen Körper von einer linearen Bahn auf eine Runde zwingt.
Löse die Verankerung einer laufenden Zentrifuge, und du wirst sehen, dass es da tatsächlich nur eine Zentrifugalkraft gibt.
Und genau das macht die Olive im Glas zu einem guten Beispiel - nicht für die Funktionsweise bzw. Wechselwirkungen ausgeglichener Planetensysteme, aber für die Funktionsweise einer Zentrifuge.
Ein Gewicht am Faden tuts aber auch. In Diesem Fall gibt es ebenalls keine echte Zentrifpetalkraft, nur einen Faden, der sie symbolisiert und veranschaulicht.

Alles was wir auf der Erde nachbauen können, muss die Zentripetalkraft künstlich herstellen. In diesen Modellen nach einer tatsächlich existieren Kraft dieser Art zu suchen, halte ich jedoch für eigentlich unsinnig. Es sind Modelle, die zeigen, wie z.B. unser Sonnensystem funktioniert, oder eben Apparate die uns helfen, schwere von leichten Stoffen zu trennen.

PS:
Das, was die "Gläser" auf einer Kreisbahn hält, ist die Scheibe in der sie hängen. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch ich bin kein Physiker, aber man kann doch nicht sagen, Energie sei "linear", Energie ist schließlich eine skalare Größe, eine Richtung hat die nicht. Ebensowenig ist die Zentripetalkraft, die ein Gewicht am Faden auf einer Kreisbahn hält "unecht", es ist schlicht so, das die Seilkraft in diesem Fall die Zentripetalkraft ist.
In einem von außen beobachteten (festen) System, in dem eine Kreisbewegung(!) auftritt, ist auch nur eine Zentripetalkraft wirkend, es gibt dort keine Zentrifugalkraft, nur die eine Kraft, die kontinuierlich die Bewegungsrichtung des kreisenden Objekts ändert und auf die Kreisbahn zwingt. Würde nämlich keine Kraft angreifen, oder die Summer der Kräfte Null ergeben, so würde der Körper seine Bewegungsrichtung nicht ändern und stur linear (hier haben wir's) weiter fliegen.
Was im konkreten Fall auf die Olive im Glas wirkt, ist nun die Kraft, die durch die Hand auf das Glas und durch dieses auf die Olive ausgewirkt wird. Dadurch, dss man das Glas entsprechend bewegt, wirkt immer eine Kraft vom Glas radial, also senkrecht zur Bewegungsrichtung, auf die Olive. Diese Kraft fungiert gleichzeitig als Zentripetalkraft, da sie die Olive auf eine Kreisbahn zwingt.

Man muss auf der Erde eine Zentripetalkraft nicht "künstlich herstellen", es ist nunmal halt so, dass die Zentripetalkraft keine elementare Kraft wie z.B. die Gravitation ist, in einem bewegten (kreisenden) System muss halt irgend eine Kraft auftreten (sei es eine Gravitationskraft oder eine Seilkraft oder meinetwegen auch eine Normalkraft von einer Zentrifugenwand), die in diesem System als Zentripetalkraft wirkt und eben ständig die Bewegungsrichtung ändert.

Betrachtet man nun ein mitgedrehtes System, so merkt man eben nur, dass man nach außen gedrückt wird, was eigentlich nur bedeutet, dass der Körper z.B. im untersten Punkt vom Kreis sich eben in einer Linie weiterbewegen würde, wegen seiner Trägheit. Er tut es aber nicht, weil eine Zentripetalkraft auf ihn wirkt und ihn in die Kreisbewegung zwingt.
Da das System sich aber schon mitdreht, sieht man das dann als Zentrifugalkraft nach aussen.
Ob Zentripetal- oder Zentrifugalkraft ist letztendlich das selbe, es kommt halt auf die Betrachtungsweise an.
 
Jaja Zentripetal vs. -fugal :D immer wieder lustig :D
Am einfachsten finde ich folgende Erklärung:
Wenn man einem Objekt einen Schubs gibt, dann bewegt es sich ohne weitere Einwirkungen von Aussen immer gerade aus. Will ich also, dass sich etwas im Kreis dreht, muss ich es immer von aussen in diese Kreisbahn "drücken", konkret also zum Drehzentrum hin -> Zentripetalkraft. "Drücken" bedeutet eine Kraft aufbringen, eine Kraft aufbringen bedeutet Masse beschleunigen...
Wurde weiter oben schon korrekt erklärt, klingt aber korrekt halt etwas kompliziert :)
 
220px-Zentrifugalkraft.svg.png

Deshalb finde ich solche Bildchen hilfreich (Q)
 
noch einfacher gesagt: Du schleuderst einen Ball an einer Schnur um dich herum, so wie beim Hammerwerfen zum Beispiel.

Du brauchst Kraft, damit dir der Hammer nicht wegfliegt beim Drehen. Das ist die Zentripetalkraft.

Die Kraft die dir den Hammer aus der Hand reißen möchte und nach außen wirkt, nennt sich Zentrifugalkraft

Solange du den Hammer also nicht loslässt, erfährt er sowohl eine Kraft infolge der Drehbewegung nach außen (Zentrifug.) und gleichzeitig eine Kraft nach Innen (Du versuchst ihn ja an dich heranzuziehen (Zentripetalkraft)). Daraus resultiert ein Kräftegleichgewicht und der Hammer verlässt die Kreisbahn nicht.

Der Hammer fliegt im übrigen nur weg, wenn du loslässt, weil die Komponente die nach Innen wirkt wegfällt.

Ich hoffe das war jetzt eindeutig :D

Gruß
 
Kingfisher OK schrieb:
Ich hoffe das war jetzt eindeutig :D

Ja das ist eindeutig, und ich will mehr eindeutige Kräftebeispiele;)
(Am liebsten wären mir alle, falls mein Sohn mal fragen sollte.)


Aber dennoch sehe ich beim Beispiel Glas in Olive die Zentripetal kraft nicht. Aber um es mal zu vergrößern, wäre es ja das selbe wie die Motorräder in den Steilwandkreis.

Das Fahren innen an der lotrechten Wand ist physikalisch möglich, weil die Fliehkraft beim Fahren in der Trommel vom Schwerpunkt (Fahrzeug samt Fahrer) radial nach außen weist und die Reifen an die Wand drückt und ab einer bestimmten Geschwindigkeit (je nach Durchmesser der Bahn und Reibungskoeffizient (Reifen zu Holzbahn) ca. 40-60 km/h) so groß im Vergleich zur Schwerkraft wird, dass dank Haftreibungskraft (quer zur Fahrtrichtung) ein Befahren der Wandung in einer dem Kräfteparallelogramm entsprechender Schräglage erlaubt, ohne in Richtung der Erdschwere herunterzurutschen.
Q

Von daher hatte Penny doch mehr Recht als Leonard ?

Aber das mit den Kräftebeispielen war erst gemeint.

Hammer werfen = Man hält fest und zeigt mit der eigenen Muskelkraft die Zentripetalkraft, lässt man los sieht man die Zentrifugalkraft. Gefolgt von der Gravitation wenn der Hammer wieder den Boden näher kommt. Wenn man schlecht zielt und was trifft sieht man die kinetische Energie die zB eine Scheibe einschlägt. Ist das nicht auch wieder eine Kraft, oder wird das nur als kinetische Energie bezeichnet?

Ich weiß ihr habt es schwer mit mir, aber ich hatte mit den Realschulabschluss ein "sehr gut" bei Physik. Aber das Alter halt:heul: Und ich denke, wenn ich bei meinen Sohn so rein schaue, wäre das heute nur noch ne 3.
 
Herrmann schrieb:
Wenn man schlecht zielt und was trifft sieht man die kinetische Energie die zB eine Scheibe einschlägt. Ist das nicht auch wieder eine Kraft, oder wird das nur als kinetische Energie bezeichnet?

Nein.
Energie ist Energie. Nicht Kraft.

Kraft ist Masse mal Beschleunigung --> F = m * a


Kinetische Energie ist 0.5 * Masse * Geschwindigkeit zum Quadrat --> 1/2 * m*v²

Bestes Beispiel du schlägst mit dem Fuß gegen den Ball:
Je schneller der Fuß beschleunigt wird bei gleicher Masse, desto größer wird die Kraft.
Je größer die Masse bei gleicher Beschleunigung ist, desto größer die Kraft.
(--> Lineares System)

Bei der Energie spielt die Masse nur eine "Nebenrolle". Diese wird ja eben halbiert.


Anders erklärt:
Eine Enerige hat ein Körper. Eine Kraft wirkt auf einen Körper.
Man könnte es auch über die Relativitätstheorie erklären, aber das erspare ich dir :D
 
MurphsValentine schrieb:
Nein.
Energie ist Energie. Nicht Kraft.
Aber ist die Bewegung im Kreis nicht auch eine Energie? Und wenn diese mehr wird, hat sie gegen die Zentripetalkraft Chancen. Im falle des Sonnensystems wäre ja dann die Erde auf der Flucht.

MurphsValentine schrieb:
Man könnte es auch über die Relativitätstheorie erklären, aber das erspare ich dir :D
Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit ins Quadrat. Jaja das kenne ich ja noch. Aber mehr von der ganzen Theorie auch nicht.
Auch bezweifle ich das nichts schneller als das Licht sein soll. Nur weil wir es derzeit nicht kennen. Raumkrümmung mithilfe von Gravitation kann ich mir da schon eher vorstellen.
 
Kraft ist eine mechanische Größe (gemessen in Newton). Um die Position eines Gegenstandes zu verändern, musst du Kraft aufwenden, um entgegengerichtete Kräfte (Reibung, Schwerkraft) zu überwinden.
Energie ist etwas ganz anderes. Energie ist eine Art Potenzial. Du brauchst Energie, um Kraft aufbringen zu können.

Vielleicht erklärt es sich so besser?

Bei der Bewegung im Kreis wirken mehrere Kräfte aufeinander. Damit diese Kräfte aber auf einander wirken können bzw. damit diese Kräfte überhaupt entstehen brauchst du erstmal Energie. Ist das verständlicher?



Herrmann schrieb:
Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit ins Quadrat. Jaja das kenne ich ja noch. Aber mehr von der ganzen Theorie auch nicht.
Auch bezweifle ich das nichts schneller als das Licht sein soll. Nur weil wir es derzeit nicht kennen. Raumkrümmung mithilfe von Gravitation kann ich mir da schon eher vorstellen.

Ja das stimmt so.
Aber das ist nur ein kleiner Teil der Relativitätstheorie.
Die ist so umfassend und komplex.. nunja lassen wir es.

Ich glaube, dass es nichts schnelleres als das Licht gibt.
Schlichtweg, weil man sich immer noch nicht einig ist, ob Licht jetzt aus Teilchen besteht oder nur aus Energie. Oder aus beidem.
Würde es etwas schnelleres als Licht geben, so hätte es meiner Meinung nach schon irgendwelche Indizien dafür gegeben.
Es ist z. B. nicht möglich im Cern ein Bleiatom nicht schneller als 99,99% der Lichtgeschwindigkeit zu bekommen.
Wäre die Lichtgeschwindigkeit nicht das absolute, so hätten wir sie, denke ich, schon geknackt.
 
Daraus resultiert ein Kräftegleichgewicht und der Hammer verlässt die Kreisbahn nicht.
Und das gilt eben nur im mitgedrejten System, betrachtet man im mitgedrehten System das Seil, so bewegt dieses sich nicht, es muss also Kräftegkeichgewicht herrschen.
Betrachtet man das System aber von außen, indem man z.B. von oben drauf guckt, so sieht man, das tatsächlich nur eine Kraft nach innen wirkt, würde Kräftegleichgewicht herrschen, so würde der Hammer ja seine Bewegungsrichtung nicht ändern, und diese ist immer linear. Ein Kreis ist keine Richtung, um auf einem Kreis entgegen dem Uhrzeigersinn zu bleiben, muss der Körper ständig eine Linkskurve machen. Dafür sorgt die Kraft nach innen.
Im mitgedrehten System allerdings wird die gerade Linie zum Kreis. Eine Kreisbahn bedeutet dort also keine Änderung der Bewegung, ergo muss dort Kräftegleichgewicht herrschen, was man dadurch sieht, dass nun die Trägheit des Körpers sich als Zentrifugalkraft nach außen bemerkbar macht.

Aber ist die Bewegung im Kreis nicht auch eine Energie.
Ja, die Rotationsenergie. Sie ist letztlich auch nur eine Form der Bewegungsenergie. Du kannst entweder die Bewegungsenergie des Körpers über 1/2 mv² ausrechnen, oder auch die Rotationsenergie über 1/2 Iω².
Das Ergebnis ist gleich (vorausgesetzt der Körper macht keine zusätzliche translatorische Bewegung).
Wichtig ist hierbei auch, dass die Kraft, die den Körper auf einer Kreisbahn hält immer senkrecht zu seiner Bewegung wirkt und daher seine Energie nicht ändert.

Und wenn diese mehr wird, hat sie gegen die Zentripetalkraft Chancen. Im falle des Sonnensystems wäre ja dann die Erde auf der Flucht.

Ja und nein, das ist von dir halt eine seltsame Formulierung. Tatsächlich ist es ja so, dass der Orbiot der Erde sich vergrößern würde, würde man ihr Energie zuführen.
Anschaulicher ist das im System Erde - Satellit.
Je weiter du den Satelliten von der Erde entfernen willst, desto mehr Energie benötigst du dafür. (Dafür steigt dann mit der Entfernung von der Erde, also einem größeren Orbit das Gravitationspotential des Satelliten, was auch das Paradoxon erklärt, weshalb der Satellit auf einem höheren Orbit, in den also mehr Energie gesteckt wurde, sich langsamer bewegt).

Solange die Energie nicht beständig anwächst, ist der Körper noch nciht auf der Flucht, sondern es stellt sich ein Orbit in der Höhe ein, wie der Körper Energie hat.

Klar hängen Energien und Kräfte zusammen, wirkt eine Kraft auf einen Körper, so ändert dies im Allgemeinen seine Energie (es sei denn, die Kraft wirkt senkrecht zur Bewegungsrichtung).
 
Die Zentrifugalkraft ist eine Sogenannte Trägheits-/Scheinkraft. Solche Kräfte treten in beschleunigten Systemen, also Nicht-Inertialsystemen auf.
Nach dem 2. Newtonschen Axiom, wird ein Körper in Richtung der wirkenden Kraft beschleunigt und nach dem 1. Newtonschen Axiom ändert sich ohne Kraft weder Richtung, noch Geschwindigkeit.
Damit ein Körper also auf einer Kreisbahn verbleibt, muss er, da die Richtung sich stetig ändert, beschleunigt werden.
Nun ist, da der Körper beschleunigt wird, nach dem zweiten Newtonschen Axiom die Kraft die diese Beschleunigung hervorruft grade die Zentripetalkraft. Eine auf den Körper entgegenwirkende Zentrifugalkraft gibt es nicht, da sonst keine Beschleunigung zustande käme, weil sich beide Kräfte anulieren würden.
Die Zentrifugalkraft wirkt nur, wenn man das Bezugssystem in den sich drehenden Körper legt. So wirkt es nämlich für den sich in diesem befindlichen Beobachter, als würde es sich gradlinig bewegen und eine Kraft würde in zu einer Seite (für außenstehenden Beobachter Kreisaußenseite) drücken. Dabei ist es aber keine von außen auf ihn wirkende Kraft, sondern nur seine eigene Trägheit; das natürliche „Bestreben“ jeglicher Masse sich gradlinig zu bewegen.

Das dritte Newtonsche Axiom findet übrigens auch Anwendung: Nach diesem gibt es zu einer Kraft immer eine gleich große Gegenkraft. Diese Gegenkraft wird aber in diesem Fall nicht auf den Rotierenden Körper ausgeübt, sondern von diesem Köper an der Befestigung ausgeübt. Beide kreisen nämlich um einen gemeinsamen Masseschwerpunkt, weshalb die Befestigung auch Beschleunigt wird. Da aber die Masse des rotierenden Körpers meist viel geringer ist, als die der Befestigung ist dies in der Regel zu vernachlässigen.
Diese Kraft auf die Befestigung existiert nicht, wenn der rotierende Körper rotationssymmetrisch ist, da er so die Zentripetalkraft auf sich selber ausübt.

@MurphsValentine
Nein, es muss keine Kraft aufgewendet werden, um die Position eines Gegenstands zu verändern (1. newtonsche Axiom). Wenn er sich schon bewegt, bewegt er sich immer gleich weiter, es sei denn es wirkt eine äußere Kraft.
Und selbst, wenn eine äußere Kraft wirkt, kann man den Gegenstand immer noch beliebig senkrecht zu dieser verschieben ohne Kraft oder Energie aufwenden zu müssen.

Nein, es muss keine Energie aufgewandt werden um Kraft auszuüben. Beispiel: Rotation.

Man ist sich einig woraus Licht besteht: Energie, genauso wie alles. Und es verhält sich, je nach Sachverhalt wie Teilchen oder Welle.

Überlichtgeschwindigkeit ist, solange die Relativitätstheorie nicht widerlegt wurde, als unmöglich anzusehen. Eine Physikalische Theorie gilt solange, bis eine bessere gefunden und/oder die alte widerlegt wurde. Nicht widerlegbare Theorien aufzustellen ist deshalb nicht valide.

@Herrmann:
Warum zweifelst du es an? Weißt du etwa etwas, was die große Mehrheit der Physiker nicht weiß?
Aus dem Sachverhalt, dass Licht für jeden Betrachter, unabhängig von seiner eigenen Geschwindigkeit, gleich schnell ist, ist dies einfach die (bis jetzt) einzige logische Schlussfolgerung.
 
Zuletzt bearbeitet:
MurphsValentine schrieb:
Ich glaube, dass es nichts schnelleres als das Licht gibt.
Schlichtweg, weil man sich immer noch nicht einig ist, ob Licht jetzt aus Teilchen besteht oder nur aus Energie. Oder aus beidem.

Wenn ich mir die Formel E = m*c² so anschaue, ist es sogar egal, was Licht ist. Ich bekomme es zwar nicht mehr ganz zusammen (dafür ist mein Mathestudium schon zu lange her), aber soweit ich weiß impliziert diese Formel einfach, dass die Energie, die nötig wäre, um eine Masse auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen gegen unendlich geht.
Und das bedeutet, dass es sogar für das letzte promill bis zur Lichtgeschwindigkeit notwendig wäre, unendlich viel zusätzliche energie in das Beschleunigungssystem einzubringen.

Oder liege ich damit jetzt ganz falsch?
Wie gesagt, bin kein Physiker sondern habe "nur" Mathe studiert und interessiere mich ein bisschen für Astronomie.

Übrigens bewundere ich bisweilen die Ästhetik in Einsteins Formel.

Das finde ich ähnlich zauberhaft, wie dieses Monstrum:

e^(i*π)+1=0
(i - bezeichnet dabei die "imaginäre Einheit", für die gilt i² = -1, π steht für die Kreiszahl "pi", und e dürfte hinlänglich als euler'sche Zahl bekannt sein).
Seit ich das zum ersten mal gesehen habe, frage ich mich, warum da gerade 0 bei rauskommt, wenn man diese drei hochkommplexen Zahlen in dieser Weise miteinander verrechnet.
Aber momentan bin ich mir nichtmal sicher, ob die Formel so korrekt ist.
Falls jemand da was genaueres hat -> PN an mich.
 
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Du hast nur recht damit, dass E=mc^2 die Nichterreichbarkeit der Lichtgeschwindigkeit impliziert, wenn m die relativistische Masse (Lorentzfaktor mal Ruhemasse) ist, welche mit v->c gegen unendlich konvergiert und mit v>c nicht Reell ist, weshalb diese Funktion offensichtlich auch für v->c divergieren muss muss, bzw. mit v>c zu einer Singularität (richtiger Begriff?) im Rellen führt.

Und du hast Recht. Quantenphysik tut bei der Schlussvolgerung der speziellen Relativitätstheorie, dass es nichts geben kann, was schneller als Licht ist nichts zur Sache. Wichtig ist nur, dass Licht für jeden Betrachter unabhängig von der eigenen Geschwindigkeit gleich schnell ist.
 
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Auch wenns ein wenig offtopic ist.
DerOlf schrieb:
Das finde ich ähnlich zauberhaft, wie dieses Monstrum:

e^(i*π)+1=0
(i - bezeichnet dabei die "imaginäre Einheit", für die gilt i² = -1, π steht für die Kreiszahl "pi", und e dürfte hinlänglich als euler'sche Zahl bekannt sein).
Seit ich das zum ersten mal gesehen habe, frage ich mich, warum da gerade 0 bei rauskommt, wenn man diese drei hochkommplexen Zahlen in dieser Weise miteinander verrechnet.
Aber momentan bin ich mir nichtmal sicher, ob die Formel so korrekt ist.
Falls jemand da was genaueres hat -> PN an mich.

Die Formel ist korrekt. e^(iπ) ist -1. Aber ganz ehrlich: Du hast Mathematik studiert und weißt nicht warum das so ist? Das folgt direkt aus der Reihendarstellung von e^x, sin(x) und cos(x): http://www.texpaste.com/n/mte6mso8
 
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