Wie definiert man Armut

Sherman123

Fleet Admiral
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Die Uno nennt eine klare Größe: Wer weniger als 1.25$ pro Tag zur Verfügung hat gilt als arm.

Wie bewertet man diese Größe? Es gibt doch auch Menschen, die kein monetäres Einkommen haben und trotzdem nicht arm sind. Zig Millionen Menschen sind auch ohne einen Cent vergleichsweise reicher als Menschen in Österreich oder Deutschland mit 3€ pro Tag.

Wie berechnet die Uno diese Zahl? Wie könnte man Armut besser messe?
 
Mag sein, dass irgendwer meint, Armut berechnen zu können.

Jedoch schätzt jeder Mensch seine Umstände anders ein, somit ist Armut wohl subjektiv.
 
1,25$ bedeutet ja nciht zwangsweise, 1,25$ in der hosentasche zu haben. der wert der zur verfügung stehenden güter oder des zur verfügung stehenden fremdeinkommens (bei kindern) zählt hier ja ebenfalls rein. es wird halt nur in einer monetären größe gemessen um eine vergleichbarkeit zu wahren
 
wie du richtig sagst: Uno = weniger als 1$/Tag. Die EU-Defiition wird erfüllt, wenn weniger als 60% des Medianeinkommens vorhanden sind. Dabei ist natürlich noch relative Armut von der Armut zu unterscheiden bei der jeder um sein tägliches Überleben kämpfen muss. blub blub blub. besuch ne vorlesung in der uni :)
 
Jedoch schätzt jeder Mensch seine Umstände anders ein, somit ist Armut wohl subjektiv.
Ja, ich möchte jetzt nicht mit der Maslowschen Bedürfnispyramide anfangen.:)

Die Uno meint, sie wisse genau wieviele Menschen weltweit in Armut leben und ich frage mich eben wie diese Zahl berechnet wird.

Ka aber vielleicht wäre es besser, wenn man Armut in Kalorien/Tag misst....
 
Sherman123 schrieb:
Ka aber vielleicht wäre es besser, wenn man Armut in Kalorien/Tag misst....

das ist noch schwieriger zu messen als $/tag :-)
 
das ist noch schwieriger zu messen als $/tag :-)
Halb Afrika hat überhaupt kein Einkommen --> keine Datenlage. Wenn ich die Kalorien pro Tag auswerte, kann das nicht so falsch sein.

EDIT: Obwohl Kalorien pro Tag ist auch wieder eine schwer vergleichbare Größe: Setzt man einen US-Amerikaner auf 1300 Kalorien, fällt er dir nach 2 Wochen tot um; ein vergleichbarer Nigerianer lebt davon wahrscheinlich gut. (oder???)
 
das sind eh nur hochrechnungen, egal welche bezugsgröße gewählt wird.

und nein ich denke nicht das sich ein amerikaner evolutionär schon so von nem afrikaner unterscheidet :-)
 
Ich glaube das hat eher mit Größe, Gewicht, Stoffwechsel zu tun, und wie willst du den Stoffwechsel wirklich berechnen? Der eine braucht vielleicht mit selber Größe und Gewicht mehr Kalorien als jemand anders. Daher ist das kaum berechenbar.

Auch bei Geld sehe ich das anders. Armut bedeutet für mich: Keine Bleibe und keine Ernährung also keine sichere Existenz. Selbst wenn jemand der arm ist 500€ findet wird er damit nur einen bestimmten Zeitraum davon überleben können, danach fällt er wieder in die Armut zurück.

Und wenn mans so nimmt sind die Ureinwohner ja die richtigen Armen. Immerhin beteiligen die sich nicht am "wirtschaftlichen, modernen" Zeitalter des Geldes sondern gehen jagen und sammeln, pflanzen und nomadisch weiterziehen. Arm sind die damit noch lange nicht.

PS: Ich finde allerdings, dass dieses Topic sehr gut ist und mal wieder ein wenig Diskussionsbedarf einbringt. Sehr gut!
 
Man muss die Kaufkraft miteinander vergleichen.
In Ägypten kostet ein Brot beispielsweise (wenn man Euro in ägyptische Pfund umrechnet) deutlich weniger.
Jemand der hier Arm ist, wäre in den Dritte-Welt-Ländern wohlmöglich reich, wenn er dort etwas benötigtes, dass es hier gibt verkauft.
 
Hi,

nicht längst jeder Amerikaner ist fett auch wenn im Bezug auf die Gesamtbevölkerung gesehen es sich wohl um die fettesten Menschen im Schnitt handelt, wart ihr mal da und habt ein bisschen Amerika gesehen?

Ich schon und im Schnitt sind die nicht dünner oder fetter als wir zumindest subjektiv...

Auch wenn ich dort extrem fette Menschen gesehen habe aber die laufen mir in Deutschland auch über den Weg.

Jemand der pro Tag nur 1,25$ hat kann nur arm sein, wo lebt diese Person und was ißt sie?...


Gruß X23
 
Kalorienangabe macht genausowenig Sinn, weil es nichts über die Qualität und Ausgewogenheit der Nahrung spricht. Und große Nahrungsmenge helfen dir auch nicht viel wenn du keinen Zugang zu sauberem Trinkswasser hast. Klar eine monetäre Angabe sit genausowenig sinnvoll. Das wird doch nur gemacht damit irgendwelche Behörden mit Zahlen jonglieren können.
Nehmen wir ein Eingeborenendorf an das ohne Geld lebt und kaum eine medizinische Versorgung hat (deren "Naturheilkünste" halt. Sie sind Selbstversorger und haben eine eher geringe Lebenswewartung. Ich würde diese Lebensbedingungen nie als Armut bezeichnen, auch wenn die keinen Cent in der Tasche haben, deren Hütten nichts Wert sind und die Nahrung größtenteils durch sammeln und jagen herbeigeschafft wird.
 
Die Uno gehört zu den Institutionen der "westlichen Welt". Somit ist es doch klar, daß sie "Armut" oder "Reichtum" nur mit materiellen Werten definieren. Es gibt Menschen in als sehr arm bezeichneten Ländern, die Leben auf dem Land und sie fühlen sich sehr glücklich, obwohl ihr Haus nicht mehr als eine Holzhütte ist (gesehen in einer Doku über die Definition von "Glück").
 
Wiki schrieb:
Armut bezeichnet primär den Mangel[1] an lebenswichtigen Gütern (beispielsweise Nahrung, Obdach, Kleidung)
Dem hinzuzufügen wäre wohl vA noch medizinische Versorgung.

Für mich definiert sich Armut ganz einfach: Wenn es nicht möglich ist, sich in seinem Umfeld mit notwendigen Gütern (wozu auch Wohnraum zählt) & Dienstleistungen zu versorgen.
Dabei ist es irrelevant, über wieviel Vermögen man absolut verfügt.

Hartz4 in DE stellt genau diese Bedürfnisse sicher! Arbeitslosengeld hält hingegen die Kaufkraft im wirtschaftlichen Interesse noch etwas aufrecht, damit Arbeitslosigkeit nicht unmittelbar wirtschaftliche Auswirken hat.

Die absolute Grenze von wegen mit 1,25$ ist mMn nur einer der vielen Beweise für die Unfähigkeit der UNO...

MfG, Thomas
 
HighTech-Freak schrieb:
Dem hinzuzufügen wäre wohl vA noch medizinische Versorgung.

Für mich definiert sich Armut ganz einfach: Wenn es nicht möglich ist, sich in seinem Umfeld mit notwendigen Gütern (wozu auch Wohnraum zählt) & Dienstleistungen zu versorgen.
Dabei ist es irrelevant, über wieviel Vermögen man absolut verfügt.

Hartz4 in DE stellt genau diese Bedürfnisse sicher! Arbeitslosengeld hält hingegen die Kaufkraft im wirtschaftlichen Interesse noch etwas aufrecht, damit Arbeitslosigkeit nicht unmittelbar wirtschaftliche Auswirken hat.

Die absolute Grenze von wegen mit 1,25$ ist mMn nur einer der vielen Beweise für die Unfähigkeit der UNO...

MfG, Thomas


Du, ich kenne viele Personen die Hartz4 beziehen und das Geld reicht hinten und vorne nicht oder grad so zum Leben.
Neue Kleidungsstücke oder etwas zum naschen etc ist da nicht drinnen.

Man sollte die Merl und einige anderen "Politikern" mal in solche Familen stecken und die Rolle der Mutter tauschen!
Dann werden sie schon sehen wie "gut" die ganzen Familien die Hartz4 beziehen es haben!

Finds einfach nur schei*e... und dann millarden für andere Länder wobei wir auch noch ein haufen obdachlose haben. (jetzt mal von den abgesehen die das unglück oder den absturz sich selbst zuzurechnen haben aber trotzdem..... das wünscht man keinem!)

Schöne regierung haben wir.... top!

Es haben immer mehr Familien das Problem das das Geld am Monatsende einfach nichtmehr reicht... wie auch.. alles wird teurer und das Geld was man bekommt wird auch immer weniger - Was soll man da machen?

Und nicht alle Hartz4 empfänger sind Opfer die keine Lust zu arbeiten haben und nur den ganzen Tag auf der faulen haut liegen!!!!!!!!
Aber leider werden die ja alle so abgestempelt - Traurig.

Das geht einfach alles nurnoch den bach mit uns runter, bin mal gespannt wann es knallt....
 
Armut kann man nicht definieren, aber irgendwie muss mans ja versuchen um vergleichen zu können.
 
In den einzelnen Staaten sind doch die Armutsgrenzen festgelegt.
Bei uns z.B mit ca. 800€ Netto im Monat(Einzelperson im Haushalt)
Bis auf diese Grenze ist man z.B Pfändbar, Privatkonkurs, Alimente usw.
 
Wie bewertet man diese Größe? Es gibt doch auch Menschen, die kein monetäres Einkommen haben und trotzdem nicht arm sind.

die UNO misst armut anhand des einkommens. du musst bedenken, dass armut ≠ unglücklich ist. es wird uns zwar eingeredet, dass reich = glücklich ist, aber arm und reich beschreiben ebenso materialistische, wie ethische/philosophische zustände.

der UNO gehts aber nur ums monetäre glück. philosophisches glück interessiert sie nicht, lässt sich ja auch nicht in zahlen ausdrücken.

Wenn es nicht möglich ist, sich in seinem Umfeld mit notwendigen Gütern (wozu auch Wohnraum zählt) & Dienstleistungen zu versorgen. Dabei ist es irrelevant, über wieviel Vermögen man absolut verfügt.

klingt gut finde ich, aber ich würde die notwendigen güter durch überlebenswichtige mittel austauschen, oder soziale kontakte/bindungen hinzufügen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Killerphil51
Bitte zum Thema, sonst geht der Thread hier nach hinten los.

Es ist aber doch nicht zu vergleichen mit Menschen, die auf der Straßen oder in Slums leben und kein Geld für Essen haben oder? Man verhungert hier in D-Land nicht. Ich weiss, es ist kein leichtes Leben, aber es ist ein Leben. In anderen Ländern hast du gar keine Sozialeinrichtungen und Hilfen, kein Geld und keine Bleibe, da stirbst du leider.

@HighTech-Freak
"Dem hinzuzufügen wäre wohl vA noch medizinische Versorgung."

Das finde ich gut, sind aber ansich doch nur Nebenaspekte der Armut oder? Das sind doch schon politisch und soziale Strukturen eines Landes, die ansich nichts über Lebensumstände aussagen? Vielleicht ist dort die "normale medizinische Versorgung" so wie wir sie hier kennen noch nichtmals gegeben. Aber schränkt das die Leute ein? Ist das Leben qualitativ schlechter weil Menschen weniger Geld oder medizinische Versorgung haben? Das sind Aspekte die man nicht so mit Ja und Nein beantworten kann. Natürlich sind hier Diagnosen dann wahrscheinlich effizienter. Vielleicht gibt es aber auch Länder, in denen man nicht 6 Wochen auf einen Arzttermin warten muss oder als Privatpatient früher drangenommen wird. Es kann also sowohl wo anders schlechter, als auch besser sein.
 
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