Wie definiert man Armut

@|MELVIN| die Staatsschulden kommen von sinnlosen Ausgaben für allen möglichen Zeugs, eher weniger von Arbeitslosen, selbst bei Vollbeschäftigung schaffen die es immernoch mehr auszugeben als Sie Einnamen haben.

Ich Finde es auch komisch wenn alle umziehen sollen, die sollten wohl die Firmen besser verteilen in Dresden hatt es ja auch geklappt, man muss nur Anreitze für die Firmen schaffen und schon muss man keine 800Kilometer umziehen was ich auch nicht machen würde, meine Frau allerdings hatte das schon.

Es ist aber respektabel wenn du sowas gemacht hast.

Aber das wird hier alles zu OT hatt mit dem eigentlichen thema nichts zu tun
 
drago-museweni schrieb:
@|MELVIN| die Staatsschulden kommen bestimmt nicht nur, von den Arbeitslosen sondern eher zum gröstenTeil von sinnlosen Ausgaben für allen möglichen Zeugs.

Bundeshaushalt 2012:
Gesamtausgaben: 304 Mrd €
Ausgaben für Arbeit und Soziales: 126 Mrd € (mit Abstand größter Block vor Verteidigung mit 31 Mrd. €)

Sinnlose Ausgaben gibt es sicherlich in allen Bereichen des Bundeshaushaltes, der Etat für Arbeit und Soziales ist aber mit riesigem Abstand am größten, daher besteht hier auch am meisten Einsparpotenzial und daher ist auch ein Großteil der Staatsverschuldung auf diese Ausgaben zurückzuführen (wenn man sie gleichmäßig auf alle Ausgaben verteilt).

drago-museweni schrieb:
Ich Finde es auch komisch wenn alle umziehen sollen, die sollten wohl die Firmen besser verteilen in Dresden hatt es ja auch geklappt, man muss nur Anreitze für die Firmen schaffen und schon muss man keine 800Kilometer umziehen was ich auch nicht machen würde, meine Frau allerdings hatte das schon.

Wie soll das gehen? Wie soll man wirtschaftliche Strukturen, die sich über Jahrzehnte ausgebildet haben, verändern? Da kannst du soviel Anreize schaffen wie du willst, die mittelständischen und oftmals familiengeführten Betriebe, die beispielsweise in Süddeutschland Unmengen Arbeitsplätze bieten, werden sicher nicht nach Brandenburg oder Mecklenburg Vorpommern ziehen. Gleichmacherei hat noch nie funktioniert, eine Gesellschaft braucht Unterschiede (sowohl geografischer als auch sozialer Art), die zu Anreizen und Wettbewerb führen. Warum sollen solide wirtschaftende und wettbewerbsfähige Betriebe "bestraft" werden, indem potenzielle Konkurrenten in strukturschwachen Regionen möglicherweise finanzielle Hilfen vom Staat erhalten?!
 
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Ich hab grundsätzlich mit deiner Argumentation das Problem, dass du dich gerade in diesen Zeiten für die sogenannten "Stärkeren" einsetzt. Die Schere zwischen Arm und Reich ist in den letzten ca. 15 Jahren deutlich auseinander gedriftet. Die Reichen wurden und werden immer reicher, und die Armen werden immer ärmer. Die Sozialausgaben sind schon deutlich gekürzt worden. Gleichzeitig hat man die Abgaben von eher reichen Menschen reduziert. Und dann kommst du auch noch daher und sprichst dich dafür aus, dass die Sozialausgaben immernoch zu hoch seien, und dass potentielle Arbeitnehmer noch flexibler werden sollen, nur um dem Markt gerecht zu werden. Da stimmt m.A.n. etwas nicht.

Dazu passt dann auch folgende Aussage von dir:
Warum sollen solide wirtschaftende und wettbewerbsfähige Betriebe "bestraft" werden, indem potenzielle Konkurrenten in strukturschwachen Regionen möglicherweise finanzielle Hilfen vom Staat erhalten?!

Denn genauso könnte man auch fragen: Warum sollen potentielle Arbeitnehmer mit einem Zwangsumzug "bestraft" werden?

Da du den Nebenkriegsschauplatz eröffnet hast, fänd ich es gut, wenn du auch den Bogen zurück zum topic schlagen würdest.
Wie würdest du denn den Begriff "Armut" definieren?
 
andiac schrieb:
Wie würdest du denn den Begriff "Armut" definieren?

Habe ich bereits in Post #27 getan. Der Unterschied zwischen einem Arbeitslosen, der mit einem Umzug "bestraft" wird und einem Unternehmer, der durch die Subventionierung potenzieller Konkurrenten "bestraft" wird ist der, dass das Unternehmen für sich selbst sorgt und über Steuern zur Finanzierung der Gemeinschaft beiträgt, der Arbeistlose aber auf Kosten der Gemeinschaft lebt. Ich gehe mit deiner Argumentation absolut konform, wenn der Arbeitslose für sich selber sorgt, wenn ihn aber die Gemeinschaft finanziert muss die Gemeinschaft im Gegenzug auch (zumutbare) Entbehrungen verlangen dürfen. Und ein größerer Umzug ist für den allergrößten Teil aller Arbeitslosen zumutbar. Auch ich bin dafür, dass sich die Schere zwischen den Starken und Schwachen schließt, aber nicht indem man die Starken schwächer macht, sondern die Schwachen stärker. Und auf diesem Weg ist die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit immer der erste und wichtigste Schritt, auch wenn es möglicherweise nicht der Traumjob ist und der ein oder andere zu diesem Schritt erstmal einen "Anstoß" benötigt.
 
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|MELVIN| schrieb:
Bundeshaushalt 2012:
Gesamtausgaben: 304 Mrd €
Ausgaben für Arbeit und Soziales: 126 Mrd € (mit Abstand größter Block vor Verteidigung mit 31 Mrd. €)

Sinnlose Ausgaben gibt es sicherlich in allen Bereichen des Bundeshaushaltes, der Etat für Arbeit und Soziales ist aber mit riesigem Abstand am größten, daher besteht hier auch am meisten Einsparpotenzial und daher ist auch ein Großteil der Staatsverschuldung auf diese Ausgaben zurückzuführen (wenn man sie gleichmäßig auf alle Ausgaben verteilt).

Bei den Zahlen geht es nur um Zuschüsse, die über den Bundeshaushalt geleistet werden. Davon fließt allerdings der Löwenanteil als Zuschuss in die Rentenkasse und nicht in die Finanzierung der Erwerbslosigkeit. Sozialausgaben sind übrigens nie sinnlos, sondern grundsätzlich sinnvoll und auch zwingend nötig, um die Nebenwirkungen der kapitalistischen Produktionsweise abzufedern und Menschen in Notlagen ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Der gesamte Sozialstaat hatte 2009 einen Umfang von ca. 750 Mrd. Euro. Davon sind allerdings mindestens 550 Mrd. in Rente und Gesundheit geflossen, was wiederum weitestgehend über Beiträge finanziert wird. Die Anteile, die für Arbeitslosigkeit ausgegeben werden, machen nur ein kleinen Bruchteil ( < 10 %) aus.

Die Staatsverschuldung in Deutschland hat diese ungeheuren Dimensionen sicherlich nicht durch Sozialausgaben, bzw. durch Ausgaben für Arbeitslosigkeit (worauf du vermutlich abzielst) angenommen. Ursachen sind vor allem der Aufbau Ost und die Finanzkrise.

|MELVIN| schrieb:
Meinem Arbeitgeber fällt es sehr schwer, freie Stellen für Hilfsarbeiter zu besetzen (dafür muss man wirklich nicht viel können und besonders anstrengend ist es auch nicht...), und das trotz einer Entlohnung die ein gutes Stück über den Mindestlohnforderungen diverser Gewerkschaften liegt. Einziges Manko: Schichtarbeit. Da kann ich mir kaum vorstellen, dass wir zig Mio Arbeitslose haben, die angeblich alle unbedingt arbeiten wollen.
Sicherlich gibt es auch solche Fälle. Doch vermute ich, dass du dich in einer strukturstarken Gegend mit geringer Arbeitslosenquote aufhälst, vermutlich irgendwo im Süden. Würde dein Chef solche Arbeitsplätze anderswo anbieten, z.B. im Osten, würde er mit Sicherheit Abnehmer dafür finden. Durch das Strukturgefälle lassen sich solche Aussagen also nicht verallgemeinern.
 
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|MELVIN| schrieb:
Bundeshaushalt 2012:
Gesamtausgaben: 304 Mrd €
Ausgaben für Arbeit und Soziales: 126 Mrd € (mit Abstand größter Block vor Verteidigung mit 31 Mrd. €)
Sinnlose Ausgaben gibt es sicherlich in allen Bereichen des Bundeshaushaltes, der Etat für Arbeit und Soziales ist aber mit riesigem Abstand am größten, daher besteht hier auch am meisten Einsparpotenzial und daher ist auch ein Großteil der Staatsverschuldung auf diese Ausgaben zurückzuführen (wenn man sie gleichmäßig auf alle Ausgaben verteilt).

Da sieht man mal wieder welche Halbwahrheiten hier verbreitet werden.

Richtig ist: Der Haushalt Arbeit und Soziales umfasst 126 Mrd €

Verschleiert wird: 80 Mrd € werden davon als Zuschuss zur Rentenkasse benutzt, die aufgrund des vor ca 2 Jahrzenten aufgekündigten Generationenvertrages völlig unterfinanziert ist.

Verschleiert wird: 31 Mrd € werden in die Landesverteidigung gesteckt und keiner weiss genau was mit dem Geld gemacht wird. Unsere Soldaten in Afghanistan klagen immer noch über unzureichende Ausrüstung.

Fakt ist:

Wir haben kein Ausgabeproblem, wir haben ein Einnahmeproblem. D. h. das Steuervolumen ist zu gering. Überdurchschnittliche Entlastung der Politik für eines kleines Klientels haben zur Unterfinanzierung geführt.
Jetzt wo unsere Wirtschaft brummt fahren wir im Haushalt immer noch minus. Absolut verantwortungslos m. E. nach wird die Zukunft Deutschlands von gewissen Kreisen aufs Spiel gesetzt und der Staat ausgeplündert.
Spätere Generationen werden auf unsere Generation mit Verachtung herab blicken.
Die Falschentscheider und Profiteure von heute werden dann ihr Schäfchen im trockenen halten und spürbare Kürzungen bzw. Erhöhungen in allen Bereichen fordern.
 
Exar_Kun schrieb:
Sicherlich gibt es auch solche Fälle. Doch vermute ich, dass du dich in einer strukturstarken Gegend mit geringer Arbeitslosenquote aufhälst, vermutlich irgendwo im Süden. Würde dein Chef solche Arbeitsplätze anderswo anbieten, z.B. im Osten, würde er mit Sicherheit Abnehmer dafür finden. Durch das Strukturgefälle lassen sich solche Aussagen also nicht verallgemeinern.

Und was schlägst du als Lösung in einem solchen Fall vor? Dass der Arbeitnehmer im strukturstarken Gebiet seine freien Stellen nicht besetzt und die Arbeitslosen im strukturschwachen Gebiet weiter auf Kosten der Gemeinschaft leben? Dass der Arbeitgeber "umzieht"? Oder dass der Arbeitnehmer umzieht? Von diesen drei möglichen Lösungen kommt doch nur letzteres in Frage.

@achnu
Richtig, ein Großteil dieser 126 Mrd. gehen als Zuschuss in die Rentenversicherung. Dieser Zuschuss ließe sich durch eine größere Erwerbsbeteiligungsquote der Bevölkerung zurückführen, da die Beitragseinnahmen der Rentenversicherung dadurch steigen würden. Vor diesem Hintergrund ist es doch umso richtiger, dass man von gesunden, jungen Arbeitslosen erwartet, für eine Erwerbstätigkeit einen größeren Umzug in kauf zu nehmen, bevor man anfängt irgendwelche Steuern zu erhöhen. Wir haben in der Tat ein Einnahmeproblem, aber nicht weil irgendwelche Klientels überdurchschnittlich entlastet wurden (die Mehrwertsteuersenkung für Hotels nehme ich hier ausdrücklich aus), sondern weil in Deutschland das Verhältnis von Beitrags-/Steuerzahlern und Leistungsempfängern aus dem Lot geraten ist. Wenn immer weniger immer mehr von ihrem Lohn abdrücken müssen und gleichzeitig freie Stellen unbesetzt bleiben weil ein Umzug als unzumutbar eingestuft wird verschärft das die Spaltung der Gesellschaft nur.
 
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