Ahhh.. So wird ein Schuh draus!
Die "sehr dünne(n) Kupferdrähte" nennen sich Litze. Das ist aber EINE Ader, das heißt das gesamte Geflecht dieser Drähtchen überträgt genau EINE Information. Letztendlich ist das nix anderes als ein dicker Draht desselben Durchmessers. Das gibt es auch und die Unterschiede warum und wieso folgen:
Hintergrund der Litze ist, dass sie sehr flexibel ist, weil die feinen Drähtchen beweglich sind. Dadurch reagieren sie weniger empfindlich auf Knicke. Selbst wenn so ein Kabel mal in der Tür eingeklemmt wird, stehen die Chancen gut, dass das Kabel den Knick überstanden hat.
So ein Kabel nennt man im Netzwerkbereich dann "Patchkabel" und hat üblicherweise bereits montierte Stecker, weil es für den Anschluss von Endgeräten gedacht ist.
Das Gegenteil von Litze sind dann eben tatsächlich dicke, massive Drähte. Eine Ader, ein Draht. So ein Kabel ist ... etwas unfachlich ausgedrückt: zuverlässiger .. aber es gibt einen Knack- oder besser gesagt KnIckpunkt: Massiver Draht kann brechen. Wenn du so ein Kabel in der Tür einklemmst, kannst du dich mit ziemlicher Sicherheit von dem Kabel verabschieden, weil die Adern buchstäblich brechen.
Solche Kabel nennt man im Netzwerkbereich "Verlegekabel" und sie haben in der Regel keine Stecker, weil sie fest zwischen Dosen oder sogenannten Patchfeldern fest verlegt werden. Das heißt, dass sie nicht für den Anschluss von Endgeräten gedacht sind, weil jedes Ein- und Aussteckmanöver oder jede Bewegung am Endgerät im Extremfall zu einem Kabelbruch führen kann.
Die tatsächliche maximale Übertragungsgeschwindigkeit eines Kabels definiert sich dann primär durch die maximale Signalfrequenz, die man durch das Kabel jagen kann (also AN-aus-AN-aus-AN-aus) ohne am anderen Ende durch Störungen, etc. plötzlich nicht mehr zwischen den Pulsen unterscheiden zu können.
Zum Vergleich: Wenn du ganz schnell das Licht an- und ausschaltest und immer schneller wirst, kannst du irgendwann An und Aus nicht mehr unterscheiden und das Licht ist scheinbar immer an, aber komischerweise nur halb so hell - diesen Umstand machen sich zB auch Dimmer zu Nutze.
Ganz ähnlich passiert das bei der Signalfrequenz im Kabel. Wenn es zu schnell geht, kann der Empfänger die An-Aus-Phasen nicht mehr erkennen und die Information geht verloren. Dafür gibt es dann die sogenannten Cat-Spezifikationen, zB Cat5 / 6 / 7, die du in Zusammenhang mit Netzwerkkabeln sicherlich schon gehört hast. Dabei hat man in Tests sichergestellt, dass das getestete Kabel bei Frequenz xy noch ein sauberes Signal abliefert. Je nachdem ob das Kabel später 100 Mbit/s, 1 Gbit/s, 10 Gbit/s oder gar mehr übertragen soll, muss es die Informationen mit der dazugehörigen Signalfrequenz zuverlässig übertragen können. Für die höheren Frequenzen bei zB Cat7 kommt man dann auch nicht mehr um eine adäquate Abschirmung herun, weil bei diesen Frequenzen dann jede kleinste Störung zu verfälschten Signalen führen kann. Deswegen sind Cat7-Kabel eben auch dicker als ein banales Cat5-Kabel. Die Schirmung kann man übrigens an der Kabelbezeichnung ablesen: UTP = ungeschirmt, FTP = Folienschirmung, usw..
Flache LAN-Kabel sind übrigens so'n Sonderfall. Nicht immer kann man der aufgedruckten Cat trauen. Bei Cat5 ist das unkritisch, aber Cat6 bzw. 7 können offiziell auch 10 Gbit/s übertragen und da die flachen Kabel in der Regel komplett ungeschirmt sind, darf man bezweifeln, dass sie das auch wirklich leisten können.