Wikileaks und die Diplomaten

Finde ich sehr fragwürdig.
Ich denke nicht, das WL die Verantwortung für die Gefährdung dieser Menschen von sich schieben kann, nur weil die US Regierung nicht helfen wollte bei der Veröffentlichung der von ihnen gestohlenen Dokumente. Verantwortungsvoll wäre es gewesen, die betreffenden Dokumente nicht zu veröffentlichen bis sie nicht selbst gesichtet und geändert wurden. Aber scheinbar(!) war ihnen die Veröffentlichung und die damit gewonnene Prestige wichtiger.

Mit den gestohlenen Dokumenten zur US-Regierung zu rennen und fröhlich zu winken ist schon sehr dreist und sie konnten nicht ernsthaft damit rechnen, auch noch die Unterstützung der USA für die Veröffentlichung zu bekommen. Das ist im besten Falle naiv.
 
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Doch das können sie meines Erachtens schon da dies für die Amerikaner das schlucken der -sprichwörtlichen- eigenen, bitteren Medizin wäre.
Immer ein nettes "ihr müsst nicht.... (...aber wehe wenn nicht)" auf den Lippen . So und nicht anders wird dies rund um den Globus und durch alle Bereiche der Politik und Wirtschaft von den Staaten seit Jahrzehnten paktiziert warum also nicht auch mal anders herum?
 
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@SheepShaver: Sollte das wie auf den Seiten beschrieben, wirklich der Fall sein, dass Menschen dadurch gefährdet wurden verurteile ich das auf das Schärfste.
Suche aber auch hier noch nach weiteren Quellen (nicht unbedingt aus Amerika).

Dass Assange Konsequenzen aus den Dokumenten fordert, halte ich auch für schlecht. In seiner Position sollte er sich da zurückhalten. Wobei er mit den Forderungen nach einem Rücktritt von Clinton auch meine Meinung vertritt, wenn sich die Vorwürfe bestätigen lassen.

Ich stehe Hernn Assange eh sehr kritische gegenüber. Das ändert aber nicht an der Tatsache, dass ich eine Seite wie Wikileaks für absolut notwendig und gut halte.
 
Ok ich mache mich jetzt mal komplett unbeliebt.:cool_alt:

Denn ich bin wohl gänzlich anderer Meinung. Assange als Robin Hood ? Ich lach mich tot. Auch nett das Wikileaks Terrorziele bekannt gibt, damit die entsprechenden Leute weniger Arbeit haben.
Nach eigenen Angaben recherchiert Wikileaks eben nicht ob die Dokumente die sie bekommen wahr sind, sondern nur ob sie echt sind. Das ist schon ein entscheidender Unterschied, wie ich finde. Auch weist Herr Assange immer jede Verantwortung von sich, wenn es um Veröffentlichungen geht. Wenn die Amis tatsächlich aus dem Irak und Afghanistan gehen und die Taliban die ersten Informanten killen, weil Wikileaks die in den Veröffentlichungen nicht geschwärzt hat, was ist denn dann ? Auch Kollateralschaden ?
Was spielt es für eine Rolle was Diplomaten wirklich denken ? Diplomatie zu behindern ist so ziemlich das dümmste was man versuchen kann und mal davon abgesehen, ändert sich zumindest in Europa durch diese kindischen Veröffentlichungen garnichts. Im Nahen Osten könnte das Ärger und eventuell Tote bedeuten, scheint Herrn Assange aber alles Wumpe zu sein.
Soetwas wie Wikileaks würde ich dann gut finden, wenn sie sich auf Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen, Umweltverbrechen und Dinge die in den eigenen Ländern strafbar sind, beschränken. Außerdem darf es bei soetwas keine "Kollateralschäden geben, dh. Informantenschutz ect. . Imho führt ein Herr Assange einen Privatkrieg gegen die böse Welt, aber ohne sich selbst mal kritisch zu hinterfragen.

Ach ja und klar wollen die ihn jetzt fertigmachen, was hat er denn erwartet ? Ein Dankesschreiben der UNO ? :mrgreen:
 
Der Aufruf an die Regierung doch bitte die Cables zu nennen, die potentiel gefährlich sind ist schon sehr dreist. Mal angenommen ich klaue dein Auto und dann frage ich dich nach dem Zweitschlüssel um es besser verkaufen zu können... Würdest du ihn mir geben? Würdest du ihn mir geben, wenn es andere Leute von dir verlangen, weil es besser für dein Auto ist? Kommt ungefähr auf das Gleiche raus... Natürlich ist es etwas überspitzt.

Es schreien ja alle nur mit, solange es sie nicht selbst betrifft, ob da irgendwelche Sachen rauskommen... Ist so ein wenig wie: Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.

Aus den Cables ist ja im Wesentlichen rausgekommen (neben den ganzen Getratsche), dass die Amis nicht so richtig böse sind. Alle wollen einen Krieg gegen den Iran, bloss die Amis anscheinend nicht ;)
 
Graf-von-Rotz schrieb:
Doch das können sie meines Erachtens schon da dies für die Amerikaner das schlucken der -sprichwörtlichen- eigenen, bitteren Medizin wäre.

Also reden wir hier von Auge-um-Auge, Zahn-um-Zahn ?
Klingt für mich stark nach hirnlosem US-Bashing. Wenn der Gegner schon feststeht, dann ist natürlich jedes Mittel zum Zweck recht. Da kann man auch mal den USA den Tod von Afghanischen Zivilisten in die Schuhe schieben, wenn andere die dazu nötigen Informationen stehlen und veröffentlichen.

Dazu zwei fragen:
1) Würdest du es auch befürworten, wenn der Hacker die Infos nicht an die Öffentlichkeit, sondern direkt an die Taliban geliefert hätte ?
2) Könnte es nicht sein, dass grade dieses Beispiel zeigt, dass bestimmte Informationen aus gutem GRUND zurückgehalten werden und dies nicht der Verschleierung gilt ?
Ergänzung ()

Götterwind schrieb:
Es schreien ja alle nur mit, solange es sie nicht selbst betrifft, ob da irgendwelche Sachen rauskommen... Ist so ein wenig wie: Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.

NIMBY ;)
 
Götterwind schrieb:
Der Aufruf an die Regierung doch bitte die Cables zu nennen, die potentiel gefährlich sind ist schon sehr dreist. Mal angenommen ich klaue dein Auto und dann frage ich dich nach dem Zweitschlüssel um es besser verkaufen zu können... Würdest du ihn mir geben?

Mal angenommen die Amerikaner wollen -ohne berechtigten Grund und ohne Einladung- in dein Land und sagen dir sie radieren es anderenfalls aus da sie Biowaffen bei dir vermuten (mal überspitzt formuliert) . Würdest du sie reinlassen ?

Ich hoffe das kam an denn so und nicht anders machen die USA Politik.
 
@Neoc: Es geht nicht darum, dass sich die Amis aus den Ländern zurückziehen, sondern darum , dass Sie diese Kriege garnicht erst unter fadscheinigen Gründen führen. Auch geht es nicht darum Diplomatie zu behindern, sondern Diplomatie zu ändern.
 
Es geht hier nicht um die USA, sondern um die Cables... Es geht auch nicht um zwischenstaatliche Konflikte...
 
Graf-von-Rotz schrieb:
Mal angenommen die Amerikaner wollen -ohne berechtigten Grund und ohne Einladung- in dein Land und sagen dir sie radieren es anderenfalls aus da sie Biowaffen bei dir vermuten (mal überspitzt formuliert) . Würdest du sie reinlassen ?

Ich hoffe das kam an denn so und nicht anders machen die USA Politik.

Worum geht es dir ? Rechtfertigt ein Unrecht ein anderes ?
Sollen jetzt Afghanische Zivilisten dafür büßen, dass die USA unter Vorspielung falscher Tatsachen in den Irak einmarschiert sind ? Ist das dein Sinn von Gerechtigkeit ala Wikileaks ?

Letztenendes geht es doch nur darum, dass die "Amis" auf'n Sack kriegen, salopp gesagt. Egal wie. Und wenn man dabei über die Leichen von ein paar Afghanen gehen muss - Bauernopfer, richtig ?
 
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Man kann übrigens WikiLeaks indirekt unterstützen indem man sich an einem freiwilligen BotNetz beteiligt und ein paar Institutionen zeigt, dass man sich nicht über Rechtsstaatlichkeit hinwegsetzen kann. Das hat was von Selbstjustiz, ist aber z.B. durch die amerikanischen Grundrechte abgedeckt.

http://pastehtml.com/view/1c8i33u.html


PS: versucht mal folgende Seite zu laden

https://e-finance.postfinance.ch

Edit:

Paypal wird auch attackiert
 
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Graf-von-Rotz schrieb:
Dem muss man aber entgegenstellen das auch der Sachverhalt im Raum steht die Amerikanische Regierung wäre vor veröffentlichung der Datensätze von WL gebeten worden bei der Schwärzung eben solcher -Personen/Objekte unmittelbar gefärdender- Passagen zu helfen.
Du kannst nicht im Ernst von der amerikanischen Regierung erwarten, dass sie das Leaken der Dokumente indirekt legitimieren, indem sie WikiLeaks bei der Schwärzung von Namen helfen. Das ist ein völlig abstruser Gedankengang und es ist schon arg scheinheilig zu behaupten, dass sich WikiLeaks durch diese rein rethorische Anfrage der vollen Verantwortung entziehen kann. Aber ich sagte ja schon: Wasser predigen, Wein trinken. Wenn es um WikiLeaks geht, dann sind Kolateralschäden offenbar zumutbar.
 
Also ich and Wikileaks bisher eigentlich eine Bereicherung, etwa bei Informationen zum Irak-Krieg, das Video ging um die Welt, man könnte nun agumentieren, dadurch sei eine Gefährdung entstanden, allerdings sehe ich hier ganz klar den Fehler bei denjenigen, die diese unglaubliche Tat nicht an die Öffentlichkeit gebracht haben. Ähnlich sehe ich es, wenn Geschäftpraktiken von Banken offengelegt werden.

Was ich nicht verstehe: Was bringen nun der Öffentlichkeit strategische Gebäude/Firmen etc.? Gibt es da eine Begründung, warum man meinte, das veröffentlichen zu wollen?
 
Es sind Behörden-Informationen, sie wurden Wikileaks zugespielt, sie gefährden niemanden, also wird veröffentlicht, weil sie ggf. doch für irgendwen relevant sein könnten. So in der Art dürfte die Argumentation bei Wikileaks lauten. Das ist ja auch der Kernpunkt der Seite, möglichst alles veröffentlichen, die Gatekeeper-Funktion -- also das Einordnen von Nachrichten -- sollen ja weiterhin die klassischen Medien übernehmen. Nur das diese jetzt nicht mehr das Monopol auf die Quellen haben und in gewissem Maß auch unter Druck gesetzt werden, weil die Daten theoretisch für jeden zugänglich sind (praktisch wird wohl kaum einer 250.000 Dokumente durchblättern). Kommt halt ziemlich blöd, wenn irgend 'nen Privatmensch eine bedeutsame Story in den Unterlagen entdeckt, über die die Medien zuvor nicht berichtet haben.

SheepShaver schrieb:
Wenn es um WikiLeaks geht, dann sind Kolateralschäden offenbar zumutbar.
Prinzipiell nein, selbst innerhalb von Wikileaks hat man eingesehen, dass es bei der Veröffentlichung der Afghanistan-Dokumente zu Fehlern gekommen ist. Wikileaks ist nun mal kein ausgereiftes Konzept, sondern eher als Wegbereiter zu betrachten. Interessante Innenansichten zu Wikileaks gibt Daniel Domscheit-Berg, ehemaliger zweiter Sprecher hinter Assange:
http://www.netzpolitik.org/2010/npp102-daniel-domscheit-berg-inside-wikileaks/

Um Wikileaks ist es wohl intern nicht gut bestellt aufgrund fehlender Strukturen und Alleingängen von Assange, der damit offenbar wichtige Mitglieder vergrault hat. Das sind die Fehler, die man ihm vorwerfen muss. Dagegen ist die Hexenjagd, die derzeit aufgeführt wird, einfach nur noch absurd und grotesk. Vor allem wenn man Aussagen wie die folgende von einem Mitarbeiter amerikanischer Sicherheitsbehörden liest:
Wie etwa hätten die USA reagiert, wenn Wikileaks Chinas schmutzige Geheimnisse ausgebreitet hätte? „Dann“, sagt Patrick Cronin, „hätten wir ihnen wohl den Friedensnobelpreis gegeben“.
http://www.fr-online.de/politik/spe...in-meinem-netz/-/4882932/4898212/-/index.html
 
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DasWams schrieb:
Wenn man also Nachrichten schaut, weiß man meistens, da Fraktionszwang herrscht, das die CDU, SPD und FDP meinetwegen für den Afghanistan-Einsatz stimmen, während Grüne (die uns den Einsatz miteingebrockt haben) und Linke dagegen stimmen.

In dem Fall herrscht kein derartig ernsthafter Fraktionszwang, bei den Grünen oder der SPD gab es immer auch Befürworter, Gegner die dagegen aber mit Enthaltung abgestimmt haben. Schau dir die Abstimmungsergebnisse ruhig an..

DasWams schrieb:
Oder hab ich da jetzt missverstanden und wenn ja, was meinst du mit Vorab aufgeklärt werden, wer wie abstimmt?

Noch einmal verkürzt der Fall: Unser Verteidigungsminister geht zum US Botschafter und unterrichtet ihn darüber, wie die Stimmung innerhalb der Fraktionen des Bundestages bezüglich des BW Einsatzes in Afghanistan sind, lange vor der Abstimmung. Er benennt dabei auch eventuelle Abweichler. Warum tut er das? Weil es u.a. um mehr Truppen ging, die Möglichkeit des Aufstockens wurden so im Vorfeld geklärt und der US Regierung vorab garantiert. Auf Deutsch: Wie hebeln wir eine parlamentarische Demokratie aus? Wir ignorieren das Parlament einfach, auch mit Parteizwang.
 
Assange ist bis jetzt noch nicht angeklagt, geschweige denn verurteilt. Aber man darf ihn Verbrecher nennen. Und jetzt wollen sie auch noch gegen ihre eigene Presse vorgehen. Die USA stehen, meiner Meinung nach, mittlerweile auf einer Stufe mit China.

Das man der amerikanischen Regierung nichts mehr glauben kann, beweist auch folgende Rede von Clinton:
http://www.state.gov/secretary/rm/2010/01/135519.htm

hab ich von der Seite vom CCC. Auch hier lohnt mal ein Besuch.
 
Nicht nennen.
Für Viele ist er ein Verbrecher, sogar vllt. fast ein Terrorist.
Und die Presse hat schließlich die Informationen auch noch veröffentlicht, das gleiche was Assange gemacht hat.
Damit schüchtert man die eigene Presse gleich mit.
 
Traveller schrieb:
Nicht nennen.
Für Viele ist er ein Verbrecher, sogar vllt. fast ein Terrorist.
Und die Presse hat schließlich die Informationen auch noch veröffentlicht, das gleiche was Assange gemacht hat.
Damit schüchtert man die eigene Presse gleich mit.

Die Presse wird noch fleissig weiter berichten und sich darum nicht scheren, WikiLeaks hat bis heute 1060 Botschaftsmeldungen veröffentlicht, von 250 000.

Merkwürdigerweise decken sich die Pressemeldungen mit den täglichen Veröffentlichungen von Wikileaks, obwohl angeblich ausgewählte Medien kompletten Zugang schon seit Monaten haben, u.a. der Spiegel. Wenn dem so ist, stecken entsprechende Verlage tief mit drin, sie arbeiten mit Wikileaks direkt zusammen.
 
Wie etwa hätten die USA reagiert, wenn Wikileaks Chinas schmutzige Geheimnisse ausgebreitet hätte? „Dann“, sagt Patrick Cronin, „hätten wir ihnen wohl den Friedensnobelpreis gegeben“.

Während ein chin. Dissident in diesen Tagen seinen Friedensnobelpreis bekommt wird Assange gejagt. Doppelmoral^10. Wann hat zueletzt jemand den Preis bekommen der den Westen kritisiert hat? Genau. Es ist nur noch ein politisches Mittel.

postfinance.ch ist schon down wegen DDoS Attacken. Weitere Seiten sollen folgen. Vor allem Amazon und PayPal vor dem Weihnachtsgeschäft könnte es hart treffen. Hier bricht ein richtiger Cyberwar aus. Das Gute daran ist: es wird nicht eine Kugel abgefeuert.
 
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