Winfo, wie viel Mathe steckt wirklick drin?

eazel

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Guten Abend

Ich habe mich letztens mal so informiert, was ich später machen möchte. Da sprang Wirtschaftsinformatik ins Auge. Finde ich sehr interessant was man da so alles machen muss. Ich würde mich dann für ein duales Studium bei diversen Firmen bewerben: Ausbildung zum IT-Kaufmann und Studium in Wirtschaftsinformatik. Nun zu meiner Person
Ich habe Informatik an der Schule als GK, habe da auch wenig Prople und hab meine schönen 11Punkte. In Mathe steh ich leider nur so mittelmässig also 7-8Punkte. Eigentlich finde ich das eigentliche Mathe nicht schlimm, nur meistens klappt es nicht so in den Klausuren so wie ich es will. Nun wird immer davon abgeraten irgendetwas mit Informatik zu machen wenn man nicht mindestens ein 2er Schüler in mathe ist. Was mein Problem ist, dass ich mir nicht vorstellen muss, wie viel Mathe im (W)Info Studium vorkommt. Kann mir da mal jemand erklären und am besten auch mit einem Beispiel?
Danke schon mal
Grüße
Eazel
 
Also in einem Winfo-Studium (vor allem bei einem Dualstudium) haelt sich der Matheanteil sicher seeehr in Grenzen.
Ich studiere Info an der TUM und da ist der Matheanteil im Bachelor schon ordentlich hoch (ich glaube bei uns warens ca. 40 %). Bei den Winflern lag der bei ca. 20 - 25 % ... An FHs ist der ueblicherweise niedriger und das Niveau ist im Mathebereich im Normalfall auch deutlich unter dem Uniniveau. Und solche Regeln wie "mindestens ene 2" sind totaler Bloedsinn - das Studium hat andere Gesetze ;)
 
Mathe und Hochschulmathe haben nicht viel miteinander zu tun. Wenn man sich am Anfang nicht das Genick brechen lässt von hochtrabenden Formulierungen und der Mathe-Sprache an sich, ist es "nur noch" Aufwand.

Am Anfang dachte ich auch oh Gott dumme Höhere Mathematik. Habe noch ein Semester Numerik, dass wars dann mit reiner Mathe und rückblickend war es eher einfach im Vergleich, man muss nur sehr viel üben/rechnen usw., während andere Veranstaltungen besonders in der Prüfung ein viel größerer Brainfuck sind, waren meine HM Prüfungen eher vorhersehbar. (Viel Aufwand im Vorhinein resultieren in gutem Abschneiden)

*Maschinenbau Uni
 
Zuletzt bearbeitet:
@butterkeks: mit dem teil schule vs. hochschule gebe ich dir komplett recht. nur mehr aufwand kann ich aber ganz und gar nicht unterschreiben. es gibt viele dinge, die ich in meinem studium trotz erheblichen aufwandes und ordentlicher noten noch immer nicht verstanden habe. als "nur noch" aufwand wuerd ich ein bwl-studium sehen ;)
 
Keine Ahnung, ich behaupte auch nicht alles komplett verstanden zu haben, HM für Ingenieure ist sicherlich auch nicht zu vergleichen mit der "Mathematik der Mathematiker".

In den Klausuren war bei uns sozusagen "rechnen" gefragt und nicht Mathematik (also keine aufwändigen Beweisführungen).
Daher bin ich gut damit gefahren sehr viel zu rechnen, Tutorium / Gruppenübungen, Vortragsübungen zu besuchen und auch ernsthaft zu machen.
Überhaupt bin ich der Meinung wenn man es schafft ernsthaft zu rechnen hat man mehr davon als sich in die Vorlesung zu setzen "damit man was getan hat". Der Besuch der Vorlesung hat mir persönlich nicht viel gebracht.

Nur insgesamt sind es zu viele Veranstaltungen, die alle für sich den Anspruch erheben unendlich viel Zuwendung bekommen zu wollen.

Dicke Veranstaltungen mit dämlichen Modulprüfungen über 2 Semester (Thermodynamik 1-2, Technische Mechanik 2-3, Konstruktionslehre 1-2, 3-4, Höhere Mathematik 1-2). Ist mir unbegreiflich, wie man bei allen Veranstaltungen Übungen usw. mitnehmen soll (was eigtl. notwendig ist), soviel Zeit gibt es garnicht.
 
An den meisten Hochschulen müssen die Winfer auch nur Mathe für Wirtschaftswissenschaftler machen. An anderen (vor allem der TU9) eher das richtige Mathe für Informatiker, obwohl es da auch extreme Unterschiede zwischen stumpfen Rechnen und abstrakter WIssenvermittlung gibt.


Ich studiere Info an der TUM und da ist der Matheanteil im Bachelor schon ordentlich hoc

Das lässt sich so wohl kaum quantifizieren, weil man faktisch in jedem Wirtschaftsmodul Grundlagen der Analysis beherrschen muss.


edit:
Davon abgesehen ist das mit dem hohen Matheanteil im INfostudium auch eher ein Gerücht, weil man in vielen Gebieten(wenn man nicht gerade sehr tief drinn steckt, was bei Grundlagenveranstaltungen unwahrscheinlich ist) ganz gut ohne Mathe auskommen.
 
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An den meisten Hochschulen müssen die Winfer auch nur Mathe für Wirtschaftswissenschaftler machen. An anderen (vor allem der TU9) eher das richtige Mathe für Informatiker, obwohl es da auch extreme Unterschiede zwischen stumpfen Rechnen und abstrakter WIssenvermittlung gibt.

das kann ich bestaetigen (zumindest den TU9-Teil). Bei uns Informatikern waren die Wirtschaftsinformatiker mit drinnen - allerdings hatten sie das meiste spaeter. Ich liste es mal direkt auf (damit man einen kurzen Ueberblick hat). Die hatten im 1. Semester so eine laecherliche eigene Matheveranstaltung, die ich jetzt nich als Matheveranstaltung anerkennen wuerde ;).
Info: 1. Semester - Diskrete Strukturen
Info: 2. Semester - Lineare Algebra
Winfo: 3. Semester - Diskrete Strukturen
Info: 3. Semester - Analysis
Info: 4. Semester - Diskrete Wahrscheinlichkeitstheorie
Info: 5. Semester - Numerisches Programmieren
---
Sie mussten noch 2 eher theoretische Informatikvorlesungen, die mit vielen Beweisen und mathematischen Denken zu tun hatten, mitnehmen (3. Semester: Info II (OCAML, Verifizierung, ...) und 4. Semester Grundlagen Algorithmen & Datenstrukturen (das hatten wir im 2. Semester))

Das lässt sich so wohl kaum quantifizieren, weil man faktisch in jedem Wirtschaftsmodul Grundlagen der Analysis beherrschen muss.

Ich hatte BWL als nebenfach und das einzige, was ein wenig mathematisch angehaucht war, war da VWL I - ansonsten hatte ich bei den bwlern nicht das gefuehl, dass sie ausserordentliche mathe-leuchten waeren ...

Davon abgesehen ist das mit dem hohen Matheanteil im INfostudium auch eher ein Gerücht, weil man in vielen Gebieten(wenn man nicht gerade sehr tief drinn steckt, was bei Grundlagenveranstaltungen unwahrscheinlich ist) ganz gut ohne Mathe auskommen.

da geb ich dir auch absolut recht - man darf info-mathe nicht mit mathe-mathe gleichsetzen. trotzdem wuerde ich sagen: "fuer ein info-studium braucht man eine gewisse mathe-affinitaet"
 
Gut das hab ich mittlerweile verstanden
Ich verstehe nur nicht, was das eigentliche Informatik mit Mathe zu tun hat
Tut mir leid aber in unserem Info Unterricht machen wir 0 Mathe sondern kriegen zum Beispiel ein Problem
Der Kunde will zum Beispiel ein Vokabelheft
Wie bauen wir das auf, dass es möglichst effizient und zuverlässig arbeitet etc
Dann überlegen wir, wie wir das Programm aufbauen und fangen an das zu schreiben
Ich versteh nicht, wo da jetzt Mathe rein soll
Kann mir das einer mal bitte erklären?
 
also die mathematik ist die absolute grundlage der informatik.
ich versuche es mal an deinem beispiel zu erklaeren
Wie bauen wir das auf, dass es möglichst effizient und zuverlässig arbeitet etc.
wie beweist du dass dein programm moeglichst effizient und zuverlaessig ist? ich meine, da koennte ja jeder kommen und sagen: "mein programm ist sehr effizient" ...
ein anderes beispiel, wo der zusammenhang vielleicht sehr ersichtlich ist: "Wie funktionieren Navigationssysteme?" Wenn man mal von Dijkstra's Shortest Path-Algorithmus gehoert hat, hat man da schon eine Vorstellung wie das in etwa ablaufen koennte.

Im Prinzip ist es so, dass fuer viele Probleme der Informatik bereits abstrakte Probleme und Loesungen in der Mathematik existieren und man diese "nur noch" anwenden muss.

Ich kann gerne mehr Beispiele bringen/das ganze etwas formaler erklaeren wenn du willst ;)
 
Danke
Nein ich brauchte nur paar adjektive damit das deutlich wird was ich meine :)
Genau so ein beispiel ist interessant!
Nenn mal noch paar Bitte
 
ein anderes beispiel waere die bildverarbeitung: wie kriege ich ein foto von 10 MB auf 300 KB - so, dass es immer noch brauchbar ist? Da muss ich mir irgendein mathematisches system ueberlegen wie ich "irrelevante" pixel entferne oder interpoliere.

ein anderes beispiel, weil wir gerade bei grafik sind: 3D-Grafik - dass man hierfuer mathe braucht, ergibt sich fast von selbst - wie stelle ich 3D-Objekte und Effekte realistisch dar?

... jetzt duerfen andere weitermachen ;)
 
Also Mathe (besonders wenn nur Wirtschaftsmathematik/Statistik) für Wirtschaftsinformatiker ist aber ausschließlich dazu da, um die Leute die nicht so hinter dem Studium stehen auszusieben und den "großen Ansturm" zu dezimieren. Es ist also nur eine Schikane bzw. Hürde, das vermittelte "Wissen" wirst du im Berufsleben kaum anwenden. Diese Fächer nennen sich nicht zum Spaß unter Studenten K.O. Fächer und werden für Leute mit wenig Motivation auch zu einem Knock-Out führen.
 
Wirtschaftsmathematik/Statistik

Naja Siebfächer ist mal wieder relativ. Ich durfte als Wirtschaftsinformatiker richtiges Informatikermathe machen. (Statistik auch )
Ich hab mir mal das BWL-Mathe Skript der TUM angesehen und das ist eigentlich eher auf Abiturniveau.
Vor allem haben auch einige meiner ehemaligen Klassenkamaraden angefangen BWL zu studieren und als Matheleuchten würde ich sie nicht bezeichnen, aber haben trotzdem einigermaßen gute Noten geschrieben, weil sie sich halt angestrengt haben.


Nenn mal noch paar Bitte

Mal was aus der Kryptografie. Beweise, dass das One time Pad "perfekt sicher" ist. (macht mal mittels dem Satz von Bayes)

oder mal ein algoritmische Beispiel: Beweise, dass alle vergleichsbasierenden Sortieralgorithmen maximal eine logarithmische Laufzeitkomplexität besitzen können.

edit:
perfekt sicher heißt nicht, dass es unknackbar ist. ;)
 
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Wenn dich WiInfo wirklich interessiert, dann studier es einfach. Niemand kann dir sagen wie du mit der Unimathe zurechtkommen wirst. Im Endeffekt würde ich sagen es ist am meisten von deinem Jahrgang abhängig. Im Grunde kann man bei vielen Fächern sagen, sei einfach besser wie 2/3 der Studenten, selbst wenn du dann nur 10% einer Klausur geschafft hast kommt man doch noch meist durch. Die Gaussche Kurve wird ja angepasst. :freak:

Zumindest hier an der Uni hatte ich bei Mathe das reine Gefühl das es zum Abschrecken und Aussieben dient. Zumindest hab ich kaum der Mathematik dahinter nochmals so gebraucht wie wir sie in Mathe erlernt haben. In den meisten Fächern wird dann direkt mit Tricksereien gearbeitet, sodass man auf dem klassischen mathematischen Rechenweg keine Chance hat, weil einfach zu zeitaufwändig.
 
Als an der TUM gibt es die beiden Studiengänge TUM-BWL und Wirtschaftsinformatik.
Zu ungefähr 70-90% sind beide Studiengänge identisch, wenn man ähnliche Fächerkombinationen wählt.

Auf jeden Fall hat man hier in den ersten zwei Semestern MBNW1, MBNW2 und Statistik belegen, egal ob du nun WInfo oder TUM-BWL studierst.
MBNW1 entspricht zu großen Teilen dem Stoff des Mathe-Abitur in Bayern, Statistik war mir zu großen Teilen auch bereits bekannt. MBNW2 waren mehrere neue Sachen dabei, allgemein war aber alles sehr gut machbar. Daneben werden noch Tutorien angeboten wo die Aufgaben durchgerechnet werden.

Als Aussieben wurde ich dies aber nicht bezeichnen ....
 
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Zu Winfo vs TUM-BWL: Wie bereits erwaehnt, haben Wirtschaftsinformatiker aber so etwas wie Diskrete Strukturen - das ist selbst bei den Informatikern das Aussiebefach schlechthin. Ich glaube, TUM-BWLer mit Anwendungsfach Informatik muessen sich auch nicht mit Algorithmen auseinandersetzen - was auch eher zu den haerteren Faechern gehoert. Dafuer seltsamerweise mit Betriebssystemen anstatt Datenbanken.

das meinte ich mit
eine laecherliche eigene Matheveranstaltung
;)
 
Stimmt, Diskrete Strukturen gibt es bei TUM-BWLern nicht. Datenbanken jedoch schon, ebenso Betriebssysteme, Softwaretechnik, etc. wenn man sich den Studienplan anschaut.

Bei Mathe-Grundlagen + BWL + VWL + Wirtschaftsrecht + Info/MB/ET oder Chemie ist der Studienplan aber auch so schon voll genug ;)

Die Winfo haben sich dafür bei den BWL-Fächern nur die Rosinen herausgepickt. Lauter 3-Credits-Fächer mit geringem Aufwand. Richtig Tief in die Materie steigen sie dafür dann aber auch nicht ein ;)
 
Datenbanken jedoch schon
[OT]
sehr gut! als ich angefangen habe (WS 07/08) hatten die TUM-BWLer das naemlich definitiv nicht. Das kam mir sehr seltsam vor, weil die Vorlesung fuer BWLer sehr brauchbar ist.
[/OT]

Die Winfo haben sich dafür bei den BWL-Fächern nur die Rosinen herausgepickt. Lauter 3-Credits-Fächer mit geringem Aufwand. Richtig Tief in die Materie steigen sie dafür dann aber auch nicht ein

dafuer hatten die aber zumindest im ersten semester ordentlich viele klausuren (ich glaube wir informatiker hatten 3 und die 8 oder so) - die haen damals jedenfalls maechtig geflucht ;) ... aber ich glaube, auch dort wurde der studienplan etwas abgeaendert.
 
Servus,

habe an ner FH Angewandte Informatik Schwerpunkt Telekommunikation studiert. WIr hatten damals 3 Schwerpunkte: Telekommunikation, Medieninformatik und WIrtschaftsinformatik. Mathelastige Fächer hatten wir hauptsächlich im Grundstudium...war also für jeden Schwerpunkt der gleiche Anteil an Mathematik...



1. Semester:
Algebra
Analysis

2. Semester
Analysis
Algebra

3. Semester
Wahrscheinlichkeit und Statistik
Angewandte Graphentheorie
Algorithmen und Datenstrukturen

4. Semester
Automatentheorie und formale Sprachen

Dann wars das glaube ich mit Mathe im Studium ;-)
 
Ich denke, daß es vor allem einen Unterschied macht, ob man das an der Uni oder an der FH studiert. Bei mir war es die FH in Karlsruhe. Ich muss gestehen, daß ich mich zuerst an der UNI mit reiner Informatik versucht habe, mir aber vor allem diese ganze Beweiserei sowas von auf den Keks ging, daß ich dort abgesprungen bin. Mir war's einfach zu trocken - naja Geschmackssache.

Die FH war dann genau das richtige für mich. Es gab Lineare Algebra I und II / Analysis I und II - und das war es dann aber schon. Bei der restliche Mathe handelte es sich dann nur noch um "praktische" Mathe - naja - eher simples Rechnen (Investitionsrechnung, Kostenrechnung etc. pp). Fand icgh persönlich aber interessanter, weil praxisbezogener.

Alles in allem, fand' ich das Studium an der FH gerade wegen dem erhöhten Praxisbezug (einige Softwareprojekte, Praxissemester in Softwarefirmen) echt spaßig.
 
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