Wirksamkeit des Emissionshandels?

Hellblazer

Lt. Commander
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Hallo,

mich würde mal interessieren, inwiefern, der Emissionshandel, der 2005 zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes (vornehmlich von CO2) eingeführt wurde, zu einer Verbesserung (also verringerung) des CO2-Ausstoßes führt oder führte.
Erreicht der Emissionshandel überhaupt sein Ziel oder ist er vollkommen Unwirksam?

Konkrete Daten dazu zu finden, wie weit der CO2-Ausstoß aufgrund dieses Handelssystem zurückging, ist mMn schwer. Man findet zwar Daten, dass der gesamt CO2-Ausstoß in Deutschland schon seit 1990 rückläufig ist (also schon vor dem Emissionshandel), und im Rest der Welt immernoch steigt, aber nichts darüber, ob der Emissionshandel dazu beiträgt oder nicht.

Für mich erscheint dieser nämlich eher als zwar sinnvolle Einführung, mit aber mangelhafter Umsetzung, die eigentlich nur dazu führt, dass irgendwo in der Welt mit dubiosen Projekten krampfhaft versucht wird CO2 zu sparen, damit es in den großen Industrienationen wieder rausgeblasen werden kann. Auch war/ist dieser Handel eher eine "Gelddruckmaschine" für Unternehmen, die überschüssige Zertfikate besaßen (die ja teilweise kostenlos ausgegeben wurden). Diese Zertifikate scheinen ja auch nicht unbedingt ihren Sinn zu erfüllen mit den niedrigen Preisen und allgemein zu hoher Anzahl?

Im Moment lese ich mehr negatives über den Emissionshandel, als positives. Für mich scheint der Handel seinen Sinn verfehlt zu haben, aber ein offizielles Statement, das das bestätigt, lässt sich einfach nicht finden.

Nun, wenn jemand Daten und Infos zur Wirksamkeit dieses Handels hat, wäre ich daran sehr interessiert.

Allgemein wäre es interessant (evtl. auch für viele andere), was ihr davon haltet. Ob der handel Sinn hat, oder je Sinn gemacht hat oder er einfach nur ein Konstrukt der Politik ist, das sein Ziel verfehlt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wirksamkeit musst du definieren. In den Ländern mit Emisionshandel ist dieser definitiv wirksam. Jedes Jahr wird die Grenze von Emissionen herabgesetzt und entsprechend hierfür nur Zertifikate verteilt. Firmen die mehr Emissionen ausstoßen wollen müssen diese von anderen Firmen kaufen die weniger ausstoßen. Insgesamt reduziert man somit jedes Jahr die Emissionen.

Wirklich wirksam wäre dieser Handel jedoch nur, wenn sich alle Länder unterwerfen würden. Somit würde man jedes Jahr eine niedrigere Quote festlegen.

Wirksamkeit = dort wo es praktiziert wird ja.

ok?
 
Naja, in angesicht der Tatsache, dass der Preis für die zertifikate immer weiter sinkt, und es wahrscheinlich teurer für Unternehmen ist, auf umweltfreundlichere Prozesse umzustellen um weniger Emissionen auszustoßen, als Zertifikate zu kaufen, sehe ich das eher als unwirksam an.


Wenn ich diese Tabelle (etwas runterscrollen) richtig interpretiere, hat es 2006 kaum jemand geschafft sich an die zertifikate zu halten?
Nebenbei horten auch genügend Firmen zertifikate, die sie damals kostenlos zugeteilt bekommen haben, aber doch nicht benötigten um sie dann weiter zu verkaufen, damit anderen Firmen immernoch genauso viel CO2 ausstoßen können, wie sie ohne Handel auch getan hätten.



Sinn hätte der Emissionshandel, meiner Meinung nach, wenn die Zertifikatszahl gekürzt wird und der Preis wieder in Regionen steigt, bei dem die Fimren sagen, dass es doch billiger wäre Emissionssparendere techniken zu verwenden.
 
Es geht gar nicht um die Emissionen, sondern um Geld.
Viel Geld.
Google nach: Al Gore Co2 Emissionshandel

Haupteffekt ist es Boomregionen zu schaffen... was gelang, siehe Emerging-Markets Aktien die letzten Jahre... was wir weniger dürfen, darf ein anderer mehr, bzw. bekommt für das, das er seine fiktiven Emissionen verkauft sehr viel Geld.

Die ganze Co2-Lüge hat auf die Schaffung dieser Geldmaschine abgezielt.

Beobachte immer: Wem nützt es
 
Die Tabelle - wenn auch aus 2006 - zeigt doch, dass es für 1.865 T CO² Emissionsrechte gab und 1.835 T CO² ausgestoßen wurden. Die Emissionsrechte bildeten somit die Bariere des CO² Ausstoß. Diese Bariere wird jedes Jahr heruntergesetzt ...

Wenn der Preis der Emissionsrechte fällt, dann kann dies daran liegen, dass:
-> weniger CO² ausgestoßen wurde weil weniger Produziert wurde bzw. umweltschonender Produziert wurde
-> zuviel Emissionsrechte vergeben wurden

Am knappen Verhältnis Ausstoß und Emissionsrechte in 2006 siehst du, dass die Industrie schon Handlungsbedarf hat, sonst darf sie nicht produzieren.

PS ich finde es insgesamt sehr fragwürdig, eine Maßnahme welche in 2005 gestartet ist nach einem Jahr zu bewerten, der Emissionsrechtehandel ist auf lange Sicht angelegt durch jährlich fallende Emissionen ... eine erste ernsthafte Bewertung würde ich somit nach 10 Jahren vornehmen
 
Gibts dazu irgendwelche Quellen?

Weil wie man sieht kann man den niedrigen Preis der Zertifikate irgendwie als negativ sowie auch positiv auslegen.

Wenn ich mir aber jetzt so die meisten berichte anschaue, liest man eher, dass der Handel schon fast zum erliegen kommt und die niedrigen Preise kein Unternehmen mehr wirklich motiveren was zu tun.


Am knappen Verhältnis Ausstoß und Emissionsrechte in 2006 siehst du, dass die Industrie schon Handlungsbedarf hat, sonst darf sie nicht produzieren.

Bevor man handelt und mithilfe teurer Einsparungstechnik den Ausstoß mindert, kann man sich doch eher gleich Zertifkikate kaufen und hat dadurch wesentlich weniger aufwand

-> zuviel Emissionsrechte vergeben wurden

Wenn zuviele Rechte vergeben wurden, KANN auch zuviel ausgestoßen werden.

Diese Bariere wird jedes Jahr heruntergesetzt ...

Meines Wissen gibt es diese Phasen. Im Moment sind wir (glaube ich) noch in Phase 2 (2008-2012). Für diese Phase wurde ein jährlicher CO2-Wert festgelegt, der aber soweit ich weiß, für die 4 Jahre konstant ist.
In der dritten Phase (2012-2020) wird es wohl etwas anders laufen. Meines Wissens nach werden dann weniger Zertifikate vergeben, was aber kein Problem darstellt, da es jetzt anscheinend zu viele gibt.


Was mich bei der ganzen Sache etwas stört ist, dass es kaum vernünftige Quellen gibt. Der eine sagt, Co2 Handel sei tot, da der Preis der Zertifikate zu niedrig ist, der andere sagt, der niedrige Preis resultiert aus verringertem Ausstoß (klar, waren ja auch öfters milde Winter in den letzten Jahren, aber da wäre der Ausstoß so oder so geringer gewesen). Wieder andere meinen, dass es eine gute Idee sei, aber zu lasch umgesetzt worden sei (zu niedrig gesteckte Ziele).

Man weiß gar nicht was oder wem man davon glauben soll/kann.
 
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