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Anthropic: Claude erhält eigenen Brow­ser in Cowork

Michael Schäfer
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Anthropic: Claude erhält eigenen Brow­ser in Cowork
Bild: Anthropic

Anthropic stattet Claude Cowork mit einem integrierten Browser aus, über den der Chatbot innerhalb der Desktop-App selbstständig Websites öffnen, Seiten lesen, navigieren, klicken und Eingaben vornehmen kann, ohne dafür auf den persönlichen Browser des Anwenders zugreifen zu müssen.

Der neue Browser ist direkt in die Desktop-App integriert. Sobald eine Aufgabe den Zugriff auf eine Website erfordert, öffnet sich der Browser in einer Seitenleiste, in der Claude Webseiten aufrufen und lesen sowie Links anklicken und einen Text eingeben kann. Zusätzliche Erweiterungen oder eine gesonderte Einrichtung sind grundsätzlich nicht erforderlich. Laut Anthropic soll die neue Funktion insbesondere beim Ausfüllen von Formularen, beim Abrufen von Kennzahlen aus Dashboards oder beim Erledigen von Aufgaben in Webportalen helfen, für die keine direkte Integration existiert.

Standardmäßig keinen Zugriff auf persönliche Daten

Anthropic betont in der dazugehörigen Ankündigung, dass der neue integrierte Browser ausdrücklich vom persönlichen Browser des Anwenders getrennt ist, wodurch Claude auch keinen automatischen Zugriff auf geöffnete Tabs, Lesezeichen oder gespeicherte Passwörter erhält. Dieser Ansatz soll Web-Automatisierung ermöglichen, ohne dafür den eigenen Browser freigeben zu müssen. Damit Anmeldedaten nicht mühsam neu eingegeben werden müssen, lassen sich diese sowie bestehende Sitzungen bei Bedarf für einzelne Websites übertragen. Auf macOS unterstützt Anthropic dafür Chrome, Edge und Firefox, unter Windows und Linux Firefox. Banking-, E-Mail- und Single-Sign-on-Websites werden bei der Übertragung standardmäßig ausgelassen und nur berücksichtigt, wenn dies ausdrücklich ausgewählt wird.

Nutzung nicht ohne Gefahr

Ebenso weist das Unternehmen explizit auf Gefahren durch Prompt Injection hin, bei der versteckte oder manipulierte Anweisungen auf einer Website versuchen können, das Verhalten eines KI-Agenten zu beeinflussen und ihn von der ursprünglich gestellten Aufgabe abzubringen. Für den integrierten Browser kommen laut Anthropic dieselben Schutzmaßnahmen wie bei Claude in Chrome zum Einsatz. Dazu gehören Prüfmechanismen, die Claudes Aktionen mit dem ursprünglichen Auftrag abgleichen. Anthropic betont allerdings, dass sich das Risiko dadurch lediglich reduzieren und nicht vollständig beseitigen lässt. Zum Einstieg wird daher empfohlen, ausschließlich vertrauenswürdige Websites zu verwenden.

Vielfältige Möglichkeiten

Der neue Browser wird die vorhandene Erweiterung Claude in Chrome ergänzen, aber nicht ersetzen. Der neue Cowork-Browser eignet sich für Aufgaben, die Claude weitgehend selbstständig im Web erledigen soll. In der Ankündigung nennt Anthropic dafür als Beispiele Recherchen für einen Bericht oder das Einsammeln monatlicher Rechnungen aus einem Lieferantenportal. Claude in Chrome bleibt dagegen für Aufgaben auf bereits geöffneten Seiten und innerhalb bestehender persönlicher Browser-Sitzungen gedacht, beispielsweise für die Aktualisierung eines CRM-Systems, die Bearbeitung eines Posteingangs oder Änderungen an einem geöffneten Dokument. Nutzer, die Claude in Chrome bereits verwenden, behalten die Erweiterung als Standardlösung, ansonsten verwendet Claude künftig standardmäßig den integrierten Browser.

Verteilung hat bereits begonnen

Für Enterprise-Kunden ist die neue Funktion bereits verfügbar, Administratoren können sie über die Organisationseinstellungen von Cowork verwalten. Pro-, Max- und Team-Tarife in der Claude-Desktop-App sollen innerhalb der nächsten Woche folgen. Unterstützt werden macOS, Windows und Linux, wobei sich die Funktion noch im Beta-Stadium befindet. Nach der Freischaltung ist der integrierte Browser standardmäßig aktiviert und öffnet sich automatisch, sobald Claude für eine Aufgabe eine Website benötigt.

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