Chrome für Android: Google testet Desktop-Version mit Erweiterungen

Google scheint weiterhin an seinen Plänen festzuhalten, Android künftig auch als Grundlage für ChromeOS zu verwenden. Darauf deuten Entwicklungen bei einer speziellen Version von Chrome hin, die auch Erweiterungen unterstützen soll – allerdings bisher ausschließlich auf dem Desktop.
Bereits im Oktober des vergangenen Jahres tauchten erste Hinweise auf, wonach Google an einem besonderen Desktop-Build von Chrome für Android mit Unterstützung für Erweiterungen arbeitet. In diesem Zusammenhang belebten sich auch Spekulationen neu, denen zufolge der Suchmaschinenspezialist weiterhin daran arbeitet, Android auf Desktop-Rechner zu bringen.
Android Authority konnte nun eine erste Version untersuchen, die Google über seine Download-Server bereitgestellt hat. Dies war bis vor kurzem nicht möglich, Google muss demnach Änderungen am Code vorgenommen haben.
Nicht alle gewünschten Erweiterungen funktionieren
In der nun getesteten, nicht offiziellen Version von Chrome lassen sich heruntergeladene .crx-Dateien per Drag-and-Drop auf die Seite chrome://extensions
manuell installieren. Über diese Seite sollen sich alle Erweiterungen zudem komfortabel verwalten lassen. Im Test konnten auf diese Weise problemlos bekannte, ursprünglich für die klassische Desktop-Version von Chrome entwickelte Erweiterungen wie Dark Reader, Keepa und uBlock Origin installiert und genutzt werden.
Dies war jedoch nicht bei allen Add-ons möglich, bei einigen genügte bereits das Fehlen der Schaltfläche „Erweiterungen“ in der Symbolleiste, damit diese ihre Funktion verweigerten.
Dies verdeutlicht, dass sich Googles Bestrebungen noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. So fehlt es beispielsweise an einer offiziellen Quelle, über die sich Erweiterungen einfach beziehen lassen. Auch scheinen die Entwickler nicht unter Zeitdruck zu stehen, denn Google macht weder Angaben darüber, wann und ob überhaupt Android zur Grundlage von ChromeOS werden soll, noch ob auch Android-Nutzer auf Smartphones und Tablets künftig Erweiterungen nutzen können. Dennoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass viele, heute weit verbreitete Funktionen auf ähnliche Weise ihren Anfang in Produkten von Google gefunden haben.