Firefox 156: Mozilla führt gesponserte Vorschläge in der Adresszeile ein
Mozilla veröffentlicht Firefox 156 und führt damit auch in Deutschland gesponserte Vorschläge in der Adresszeile ein, die allerdings abschaltbar sind. Gleichzeitig schließen die Entwickler 73 Schwachstellen, von denen 29 einen hohen Schweregrad aufweisen. Zudem ändert Mozilla die Praxis bei der Meldung von Sicherheitslücken.
Leistungsverbesserungen und neue Funktionen
Mit Firefox 156 will Mozilla insbesondere an der Leistung des Browsers gearbeitet haben. Von den Optimierungen profitiert unter anderem der integrierte PDF-Betrachter, der nun bis zu 45 Prozent schneller starten soll. Weniger Arbeitsspeicher und Prozessorleistung soll Firefox zudem beim Umgang mit Bildern im JPEG-Format benötigen, sofern diese für die Darstellung im Browser herunterskaliert werden. Auf Windows-Geräten mit Arm64-Prozessoren können WebRTC-Videoanrufe darüber hinaus die Hardware-Decodierung für H.264 nutzen, anstatt wie bislang auf eine Software-Decodierung zurückzugreifen.
Deaktivierbare gesponserte Vorschläge in der Adresszeile nun auch in Deutschland
Auch die Adressleiste erhält Neuerungen. In Deutschland, Frankreich und Italien stehen fortan lokalisierte Wikipedia-Vorschläge sowie gelegentliche gesponserte Vorschläge zur Verfügung. Wer diese Empfehlungen nicht erhalten möchte, kann sie in den Einstellungen von Firefox Suggest deaktivieren. Auf macOS kommt wiederum die Möglichkeit hinzu, die Anwendung über den Bereich „Startup“ der Einstellungen automatisch beim Start des Computers öffnen zu lassen.
Korrekturen in vielen Bereichen
Abseits der neuen Funktionen beseitigt Mozilla mit Firefox 156 eine Reihe von Fehlern aus unterschiedlichen Bereichen. So konnte das Verschieben eines Bildes innerhalb eines Rich-Text-Editors in vorherigen Versionen dazu führen, dass anstelle einer veränderten Position des Bildes eine lange Textzeile erschien. Ein weiterer Fehler betraf Untertitel im Bild-im-Bild-Fenster: Wurden diese erst nach dem Öffnen des Fensters im eigentlichen Videoplayer aktiviert, erschienen sie dort nicht. Auch im Audio-Bereich bessert Mozilla nach. Hochauflösendes FLAC-Audio in MP4-Dateien ließ sich auf Webseiten wie Bilibili bislang nicht abspielen, was mit der neuen Version wieder funktionieren sollte.
Weitere Korrekturen betreffen die Lesezeichen und Split View. Wurden ein Lesezeichenordner und die darin enthaltenen Lesezeichen gemeinsam in der Lesezeichen-Seitenleiste ausgewählt und anschließend verschoben, konnten die Lesezeichen bislang unbeabsichtigt aus ihrem Ordner herausbewegt werden. Beim Vertauschen der Bereiche in Split View bestand wiederum die Möglichkeit, dass die Suchleiste innerhalb einer Registerkarte anschließend dauerhaft nicht mehr verfügbar war. Darüber hinaus hat Mozilla diverse Netzwerkprobleme behoben, die auf Webseiten in Verbindung mit aktiviertem DNS over HTTPS auftreten konnten und sich dadurch bemerkbar machten, dass die jeweiligen Websites nicht geladen wurden.
Eine vollständige Übersicht über sämtliche Neuerungen und Änderungen liefern wie gewohnt die ausführlichen Release Notes.
Hohe Anzahl behobener Schwachstellen resultiert aus Umstellung bei Sicherheitsmeldungen
Einen wesentlichen Teil von Firefox 156 machen allerdings die zahlreichen Sicherheitskorrekturen aus. Insgesamt will Mozilla mit der neuen Version 73 Schwachstellen geschlossen haben. 29 davon werden mit einem hohen Gefährdungspotenzial eingestuft und verteilen sich wiederum auf mehrere besonders schwerwiegende Fehlerklassen. Dazu zählen Möglichkeiten zur Rechteausweitung, Sandbox-Escapes, Use-after-free-Schwachstellen, Probleme mit der Site Isolation sowie Möglichkeiten zum Umgehen von Schutzmaßnahmen. Betroffen sind unter anderem Firefox für Android und Komponenten wie Web Codecs, Canvas/WebGL, WebExtensions, Graphics, Service Workers, DOM Core & HTML, Remote Settings Client, WebRender, HTML Parser, XML, SVG, Navigation, Networking und Streams. Auch die 24 als moderat bewerteten Schwachstellen decken ein breites Spektrum möglicher Auswirkungen ab.
Eine detaillierte Auflistung der Sicherheitsprobleme findet sich wie gewohnt in den dazugehörigen Security Notes.
Parallel zu Firefox 156 stellt Mozilla auch die Veröffentlichungspraxis für Sicherheitsmeldungen um. Intern identifizierte Memory-Safety-Schwachstellen werden künftig nicht mehr gesammelt unter einer einzigen CVE veröffentlicht. Stattdessen erhält nun jeder einzelne Fehler eine eigene Sicherheitsmeldung beziehungsweise CVE. Diese Änderung erklärt die auch dieses Mal wieder umfangreiche Liste einzelner Schwachstellen für Firefox 156.
Auch ESR-Varianten mit Updates
Neben Firefox 156 aktualisiert Mozilla auch die ESR-Ausgaben des Browsers mit längerer Unterstützung, die mittlerweile drei Entwicklungszweige umfassen. In Firefox 153.3 ESR schließen die Entwickler noch 63 Schwachstellen, von denen 25 mit einer hohen Gefährdung eingestuft wurden. Bei Firefox 140.16 ESR sinkt die Zahl auf lediglich 29 Schwachstellen, allerdings werden davon 26 mit einem hohen Schweregrad eingestuft. Firefox 115.41 ESR schließt noch 21 Lücken, die allesamt mit einem hohen Gefährdungspotenzial eingestuft sind.
Ab sofort verfügbar
Firefox 156 sowie die ESR-Varianten stehen ab sofort auf der Website von Mozilla zum Download bereit. Wie gewohnt lässt sich die Aktualisierung über die Update-Funktion im Browser direkt anstoßen, wobei die meisten Anwender mittlerweile auch eine Benachrichtigung über die neue Version erhalten haben dürften. Alternativ können die neuen Versionen nach Erscheinen ebenso bequem über den Link am Ende dieser Meldung aus dem Download-Bereich von ComputerBase bezogen werden. Android-Nutzer greifen hingegen zu Googles Play Store.
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4,7 SterneFirefox ist ein freier Browser der gemeinnützigen Mozilla Foundation mit vielen Erweiterungen.
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