Nach KI-Klonen von Adobe-Apps: Entwickler erstellt Open-Source-Kopien von Microsofts Office-Apps

Andreas Frischholz
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Nach KI-Klonen von Adobe-Apps: Entwickler erstellt Open-Source-Kopien von Microsofts Office-Apps
Bild: Reddit

Nachdem letzte Woche bereits KI-Klone von Adobes Video- und Grafik-Software die Runde machten, legte der Entwickler nun mit Open-Source-Versionen von Microsoft Word, Excel und PowerPoint nach. Das Stimmungsbild in sozialen Medien bleibt gemischt.

Von den weiteren Projekten mit dem Titel ArtCraft berichtet Toms Hardware. Die Klone der Office-Programme von Microsoft laufen unter den Namen GridCraft (Excel), DeckCraft (PowerPoint) und Word (WordCraft) und sind über GitHub frei abrufbar.

Erstellt wurden die Apps mit Anthropics Modell Opus 5.5. Wie ArtCraft-Chef Brandon Thomas auf LinkedIn verkündet, handelt es sich um Clean-Room-Implementierungen. Man baut also die Software nach, ohne den alten Code zu kennen. Es ist ein Versuch, sich gegen Copyright-Klagen abzusichern.

Als der Entwickler Brandon Thomas die KI-Klone von sieben Adobe-Apps wie Photoshop, Illustrator und Premiere auf Reddit vorstellte, ließ er seine Motivation durchblicken. Der Verweis auf Abo-Gebühren und Aussagen wie „Sie gehören dir“ sind Kritikpunkte an den modernen „Software-as-a-Service“-Geschäftsmodellen.

No more subscriptions with cancellation fees. These are yours to own forever. You can fork them, build them. Whatever. They are yours to own. They're open source.

ai_art_is_art auf Reddit

Die KI-Klone sind dieser Lesart zufolge ein Protest gegen Geschäftspraktiken, für die Microsoft und Adobe besonders in der Kritik stehen.

Zweifel an Funktionsfähigkeit und Sinn der KI-Klone

Auf Plattformen wie Hacker News und Reddit fallen die Reaktionen jedoch weiterhin gemischt aus. Zweifel gibt es etwa an der Funktionsfähigkeit der KI-Klone. So ist es etwa nicht klar, ob die Apps im Alltag tatsächlich so funktionieren wie die Originale. Sämtliche Funktionen beinhalten diese ohnehin noch nicht. Bis dahin dauert es laut Aussagen von Thomas noch einige Monate, heißt es in einem Bericht von Ars Technica.

Zusätzlich merken Kommentatoren an, dass die Apps allein nicht der Grund sind, warum Nutzer sich für die Lösungen von Adobe oder Microsoft entscheiden. Für viele ist auch die Cloud-Umgebung relevant. Und diese lässt sich nicht einfach mit den KI-Klonen nachbauen.

Zudem bleibt eine der zentralen Fragen: Wenn man die Produkte von Adobe und Microsoft aufgrund der Geschäftspraktiken ablehnt, warum nicht dann direkt die verfügbaren Open-Source-Alternativen nutzen?

Hinzu kommt noch das Urheberrecht.

KI-Klone überschwemmen das Netz

Die Anzahl von KI-Klonen für bestehende Software ist in den letzten Wochen und Monaten explodiert. Der Grund sind die Fortschritte bei den Modellen. Anthropics Opus 5.5 soll etwa sehr gut beim Dekompilieren sein. Erst am Wochenende berichtete ComputerBase über KI-Remaster und Browser-Portierungen von Spieleklassikern.

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