Aus Gimbal wird Drohne: US-Zulassungsbehörde stoppt HoverAir Versa

Philipp Ernicke
9 Kommentare
Aus Gimbal wird Drohne: US-Zulassungsbehörde stoppt HoverAir Versa
Bild: HoverAir

Die modulare HoverAir Versa ist wahlweise Gimbalkamera oder Drohne. Diese Zweiteilung hatte ihr zunächst den Weg auf den US-Markt geöffnet. Doch die FCC, das US-Gegenstück zur deutschen Bundesnetzagentur, hat ihre bereits erteilte Zulassung wieder aufgehoben und dem Hersteller Import, Vermarktung und Verkauf untersagt.

Aus Kamera wird Drohne

Die vom chinesischen Hersteller Zero Zero Robotics entwickelte Versa besteht aus zwei Teilen. Ihr Kern ist eine kompakte Kamera mit Drei-Achsen-Gimbal. Wird dieser auf das „Flight Kit“ mit geschützten Propellern gesteckt, entsteht eine Flugkamera. Das Modul greift dabei über Kontakte auf die Funktechnik der Kamera zurück.

HoverAir bewirbt die Versa mit einem 1/1,3 Zoll großen Sensor, 4K-Aufnahmen bei 60 Bildern pro Sekunde und bis zu 14 Minuten Flugzeit. Mit Flight Kit wiegt sie weniger als 230 Gramm. KI-gestützte Motivverfolgung, Sprach- und Gestensteuerung sowie automatische Flugmanöver sollen Aufnahmen ohne zusätzlichen Piloten ermöglichen.

Die US-Zulassung erhielt zunächst lediglich das Kameramodul. Wie The Verge berichtet, wurde es am 9. August als Kamera zertifiziert. Im Antrag wurde argumentiert, Zero Zero Robotics sei bei Kameras nicht auf der sogenannten Covered List der FCC aufgeführt. Auf dieser Grundlage nahm HoverAir über Indiegogo Vorbestellungen für die Versa an.

FCC nennt die Zulassung einen Fehler

Lange hielt die Freigabe nicht. Gegenüber DroneXL erklärte die FCC, die Zertifizierung sei irrtümlich erteilt worden. Sie wurde aufgehoben und aus der öffentlichen Datenbank entfernt. Die Behörde habe HoverAir angewiesen, Einfuhr, Vermarktung und Verkauf der Versa in den USA unverzüglich einzustellen.

Nach Auffassung der FCC fällt bereits das Kameramodul unter das Verbot. Für sich genommen sei es eine im Ausland produzierte „kritische“ Drohnenkomponente, zusammen mit dem Flight Kit werde es zu einer ebenfalls untersagten ausländischen Drohne. Die Behörde prüft weitere Schritte wegen eines aus ihrer Sicht möglicherweise vorsätzlichen Verstoßes.

Gegenüber Unterstützern spricht HoverAir aktuell von „ausstehende logistische Anpassungen“ am Flight Kit. US-Besucher der Kampagnenseite bekommen deshalb keine Pakete mit Flugmodul mehr angeboten. Selbst die weiterhin separat bestellbare Kamera dürfte nach der Entscheidung der FCC jedoch nicht legal ausgeliefert werden können.

Das Schlupfloch bleibt geschlossen

Hintergrund ist eine Ende 2025 vorgenommene Erweiterung der Covered List. Seitdem dürfen neue Drohnen und kritische Drohnenkomponenten aus ausländischer Produktion grundsätzlich keine FCC-Zulassung mehr erhalten.

Zuletzt hatte die FCC die Liste sogar auf im Ausland produzierte Router erweitert. Nach dem Fall der Versa will die Behörde nun auch private Prüfstellen schärfer anweisen, solche Anträge genauer zu kontrollieren.

Die Einschränkungen gelten nur für die USA. Im europäischen Markt läuft die Kampagne mit dem Flight Kit weiter. HoverAir will die Versa zudem Anfang September auf der IFA in Berlin zeigen.

Hot Chips 2026 (23.–25. August 2026): Alle News auf der Themenseite!
Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Dir gefällt ComputerBase? Lasse dir unsere neuesten Artikel in der Google-Suche ganz oben anzeigen!