Im wenigen Wochen erwartet: Windows 11 26H2 wird kein klassisches Funk­tions­update

Michael Schäfer
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Im wenigen Wochen erwartet: Windows 11 26H2 wird kein klassisches Funk­tions­update
Bild: Microsoft – hochskaliert

Microsoft hat neue Details zum voraussichtlich Ende September oder Anfang Oktober erscheinenden Update auf Windows 11 26H2 veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen das neue Wartungsmodell und dessen Vorteile für Anwender. Bereits bekannt war, dass es sich dabei nicht um ein klassisches Funktionsupdate handelt.

Je nach Versionszweig nur noch Freischalten erforderlich

Nach Windows 11 24H2 hatte Microsoft auf einen neuen Wartungszweig gewechselt und damit neu definiert, wie Updates erscheinen und eingespielt werden. Einer der Gründe dafür war, dass die vorherigen Updates oftmals zahlreiche Fehler, Regressionen und Kompatibilitätsprobleme mit sich brachten, die Microsoft teilweise erst Monate später beheben konnte. Statt die technische Basis nun jährlich auszutauschen, sollen mehrere Windows-Versionen einen gemeinsamen Code verwenden, was die Wartung deutlich vereinfachen soll. Ein vergleichbares Verfahren hatte der Konzern bereits bei Windows 10 1903 und 1909 sowie später bei Windows 11 22H2 und 23H2 eingesetzt.

Aktuell gehören Windows 11 24H2, 25H2 und 26H2 demselben Wartungszweig an. Microsoft zufolge teilen sich diese Versionen Quellcode, Sicherheits- und sonstige Fehlerbehebungen sowie die vor einer Veröffentlichung durchgeführten Kompatibilitäts- und Regressionstests. Eine der Neuerungen besteht darin, dass neue Funktionen nicht wie früher erst mit einem Update vollständig auf das System gelangen, sondern mit den monatlichen kumulativen Updates bereits auf dem jeweiligen Rechner vorhanden sind und beim Versionswechsel nur noch freigeschaltet werden müssen. Dadurch können neue Funktionen bei einigen Anwendern bereits im Vorfeld getestet werden, was die Probleme am Ende deutlich verringern soll. Darüber hinaus stehen die neuen Funktionen nicht nur für Windows 11 26H2 bereit, sondern können gleichzeitig auch für 24H2 und 25H2 angeboten werden.

Geringeres Risiko für Anwender und je nach System kleinere Updates

Gleichzeitig soll das neue System den Wechsel von Windows 11 25H2 auf 26H2 wesentlich risikoärmer gestalten als den Umstieg auf einen vollständig neuen Windows-Zweig. Ein Fehler, der beispielsweise 26H2 betrifft, sollte demnach grundsätzlich auch 25H2 betreffen und umgekehrt. Beide Versionen erhalten für solche Probleme dasselbe Update-Paket, was zugleich den Support-Aufwand für Microsoft reduziert.

Durch diese Vorgehensweise hängt die Größe des Updates nun auch von der installierten Windows-Version ab. Während Rechner mit 24H2 oder 25H2 die neue Version 26H2 als kleines Enablement-Paket erhalten, ist beim Wechsel von einer älteren Plattform wie Windows 11 23H2 dagegen ein vollständiges Funktionsupdate erforderlich, weil der Rechner vom 22H2- oder 23H2-Zweig auf die 24H2-basierte Plattform wechseln muss. Als Vergleich nennt Microsoft den Wechsel von 23H2 auf 25H2: Dabei kommen ein rund 5,3 GB großes 24H2-Basisabbild und ein kumulatives Update von 887 MB zusammen, sodass das vollständige Update annähernd 6,5 GB umfasst.

Da die neuen Funktionen bereits im Vorfeld auf die Rechner aufgespielt wurden, bedarf es laut einem Bericht von Windows Latest beim demnächst erscheinenden finalen Update innerhalb desselben Versionszweigs lediglich eines 174 KB großen Pakets. Dieses lässt sich deutlich schneller aufspielen, wodurch auch die Aktualisierung schneller abgeschlossen ist – was es vor allem Unternehmen leichter macht, da die Systeme deutlich kürzer mit dem Update beschäftigt sind.

Weitere Zusammenführung

Laut Windows Latest könnte die bisherige Vorgehensweise von Microsoft allerdings mit 26H2 enden und mit Windows 11 27H2 im nächsten Jahr wieder ein echtes Plattform-Update mit größeren Änderungen erscheinen. Windows 11 26H1, das ausschließlich auf neueren Arm-Rechnern ausgeliefert wird, verwendet bereits einen anderen Windows-Kern. Windows Latest erwartet, dass die Entwicklungslinien von 26H1 und 26H2 mit Windows 11 27H2 in der zweiten Jahreshälfte 2027 wieder zusammengeführt werden, auch wenn Microsoft diese Pläne für 27H2 auf Nachfrage des Portals nicht bestätigt hat. Angesichts der Bemühungen des Unternehmens, mit einer gemeinsamen Code-Basis die für die Pflege erforderlichen Ressourcen zu reduzieren, dürfte dieser Schritt nur logisch erscheinen.

Viele Neuerungen bereits aus dem Insider-Programm bekannt

Exklusive neue Funktionen soll das neue Update nicht mit sich bringen. Neuerungen, die im Umfeld von 26H2 erscheinen, sollen grundsätzlich zugleich über kumulative Updates für 24H2 beziehungsweise 25H2 ausgeliefert werden. Bereits in den vergangenen Wochen hatte Microsoft zahlreiche Verbesserungen im Insider-Programm veröffentlicht, zu denen unter anderem das neue Kontextmenü, Änderungen am Startmenü, der CPU-Boost oder Änderungen am Windows-Explorer gehörten. Einige der neuen Funktionen wurden für einen Teil der Anwender zwischenzeitlich bereits freigeschaltet, für andere Nutzer dürfte es mit der Verteilung des Herbst-Updates so weit sein.

Es gibt aber auch Änderungen: Microsoft soll eigenen Angaben zufolge die Point-in-Time-Wiederherstellung mit Windows 11 26H2 standardmäßig aktivieren. Die Funktion ähnelt der Systemwiederherstellung, soll zusätzlich aber persönliche Dateien und die Windows-Installation sichern. Zunächst war vorgesehen, dass die neue Sicherung nur auf Systemen mit Windows 11 Home oder Windows 11 Pro aktiviert ist, auf verwalteten Enterprise- und Education-Systemen hingegen zunächst ausgeschaltet bleibt. Nun hat Microsoft bekannt gegeben, dass die neue Funktion mit 26H2 auch auf Unternehmensrechnern automatisch aktiviert sein wird.

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