Windows 11: Wie die Taskleiste zum Startpunkt für die neuen Agenten wird

Andreas Frischholz
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Windows 11: Wie die Taskleiste zum Startpunkt für die neuen Agenten wird
Bild: Microsoft

Auf dem Spark-Event mit Nvidia präsentiert Microsoft die Agenten-Neuerungen für Windows 11. Nutzer erhalten in diesem Herbst eine neue Suche als Startpunkt für Agenten-Tätigkeiten und die neue Copilot-App. Ein Fokus liegt auf lokalen Modellen. Immer mehr KI-Abfragen sollen direkt auf dem PC des Nutzers laufen.

Was der Konzern bei der Suche plant, wurde in Ansätzen schon im Herbst 2025 vorgestellt. Der Starter für Agenten ist die Taskleiste, nun realisiert mit der neuen Windows-Suche.

Die neue Windows-Suche

Optisch wirkt die Suche aufgeräumter. Microsoft verspricht mehr Übersicht. Im Fokus stehen aber KI-Aktionen, durch die sich die Suche in der Taskleiste zum Starter für lokale Agenten-Aufgaben entwickelt.

Design der neuen Windows-Suche
Design der neuen Windows-Suche (Bild: Microsoft)

Das Konzept heißt „Quick Actions“. Mit diesen ist es etwa möglich, Einstellungen wie den Dark Mode anzupassen. Dafür reicht die entsprechende Eingabe, der Agent findet dann die Auswahl. Ebenso ist es möglich, auf diese Weise schnell Screenshots aufzunehmen. Oder man kann Textnachrichten versenden. Die Verbindung zum Smartphone wird künftig über Phone Link möglich sein.

Von der Taskleiste lässt sich auch die neue Copilot-App steuern. Kleinere Anfragen lassen sich direkt über die Suche erledigen. Bei weitergehenden Anfragen können Nutzer dann in die App springen.

Neue Suche basiert auf WinUI 3

Relevant angesichts der aktuellen Diskussion über den RAM-Verbrauch von Windows 11: Die neue Suche wurde komplett mit dem modernen WinUI-3-Framework entwickelt. Dadurch soll diese schneller und effizienter laufen.

Neue Agenten-Suche startet im Insider-Programm

Der Startschuss für die Agenten-Suche ist der Herbst dieses Jahres. Ab heute will Microsoft die neue Agenten-Suche über das Windows-Insider-Programm verteilen. Im Experimental-Kanal für Windows 26H2 ist es der Build 26340.9616, unter Windows 11 26H1 (dem Arm-Zweig) ist es der Build 28120.3181. Wenn diese Versionen installiert sind, lässt sich die neue Suche über die Feature-Flags-Funktion aktivieren.

Bislang waren die Agenten-Funktionen für die Taskleiste in der EU – und damit auch in Deutschland – nicht verfügbar. Ein entsprechender Hinweis findet sich aber nicht im aktuellen Blog.

Neue Copilot-App mit Agenten und lokalen Modellen

Neben der Suche hat Microsoft auch die neue Copilot-App vorgestellt, die sich nun tatsächlich zu einem KI-Assistenten weiterentwickeln soll. Relevante Neuerung: Der Copilot setzt auf das Lokale – sowohl bei den Inhalten als auch bei den Modellen.

  • Lokaler Kontext: Der Copilot kann sämtliche Dateien auf einem System auswerten.
  • Lokale Aktionen: Copilot kann direkt den PC steuern. Er kann dasselbe machen wie ein Nutzer, aber immer mit Zustimmung.
  • Lokale Modelle: Copilot nutzt Modelle, die direkt auf dem PC laufen, was alles günstiger macht. Copilot nutzt Cloud-Modelle also nur noch für komplexe Anfragen, was zudem datenschutzfreundlicher ist

Die Struktur der App hat Microsoft schon vor zwei Wochen vorgestellt. Der Home-Bereich ist der Startpunkt. Dort ist es etwa möglich, Office-Apps direkt innerhalb des KI-Assistenten auszuführen.

Coding ist ein weiterer Punkt, den Microsoft bei der Präsentation betont. Von der Copilot-App sollen sich direkt Windows-Apps entwickeln lassen, ein Prompt reicht laut Microsoft. Dieser Code soll dann in denselben Sandboxes wie Agenten laufen, der Konzern verspricht also eine abgesicherte Umgebung.

Autopilot ist Microsofts OpenClaw

Autopilot ist ein Agent, der langlaufende und aufwändige Aufgaben erledigen kann. Als Beispiel nennt Microsoft in der Präsentation, dass der Agent die Steuer­erklärung vorbereiten kann, indem er Informationen aus Cloud-Ordnern und E-Mails zieht. Die Dateien landen dann in einem neuen Ordner, werden umbenannt und neu strukturiert. All das erfolgt mit lokalen Modellen, damit sensible Informationen wie die aus der Steuer­erklärung nicht in der Cloud landen. Am Ende bereitet Autopilot dann noch eine Mail an den Steuerberater vor, bei der sich die Steuerdaten in einer Zip-Datei im Anhang befinden.

Microsofts OpenClaw-Variante erreicht nun also auch die Privatnutzer.

Windows als Agenten-Plattform absichern

Einer der kritischen Aspekte für Microsoft ist, Windows für Agenten-Tätigkeiten abzusichern. Das Konzept hat man bereits im November 2025 vorgestellt. Nun sind die Microsoft Execution Containers (MXC) allgemein verfügbar.

Dabei handelt es sich um einen Containment Layer, also eine Schicht des Betriebs­systems, die die Agenten in einen abgesperrten Bereich packt. So wird limitiert, was Agenten machen können. Und es lässt sich das Verhalten der Nutzer von dem der Agenten trennen, was für die Kontrolle die KI-Systeme relevant ist. Admins erhalten zudem Management-Tools, um Zugänge und Tätigkeiten der Agenten kontrollieren und überwachen zu können.

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