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Armada OS mit Update: Alternatives OS für Arm-Hand­helds wird massiv aus­gebaut

Michael Schäfer
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Armada OS mit Update: Alternatives OS für Arm-Hand­helds wird massiv aus­gebaut
Bild: Armada

Mit Version 20260907 hat Armada ein umfangreiches Beta-Update für sein alternatives Betriebssystem für leistungsstarke Arm-Handhelds veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht eine experimentelle Dual-Screen-Umgebung sowie eine Reduzierung des Stromverbrauches. Abseits davon hält die neue Version viele weitere Verbesserungen bereit.

Armada versteht sich als alternatives Betriebssystem für leistungsstarke Arm-Handhelds und verfolgt das Ziel, das von SteamOS bekannte Bedienkonzept möglichst vollständig auf Arm-Geräte zu übertragen. Das Projekt unterstützt inzwischen zahlreiche Prozessoren und Gerätemodelle und bringt eine Vielzahl an Emulatoren für verschiedene Plattformen direkt mit. Eine Übersicht bietet hierfür die Website des Projektes.

Unterstützung von Dual-Screen aktuell noch experimentell

Eine der wesentlichen Neuerungen ist die experimentelle Unterstützung von Handhelds mit zwei Bildschirmen. Auf Ayn Thor und Ayaneo Pocket DS kann Plasma Mobile über Armada Control auf dem unteren Display gestartet werden, auf dem zugleich dauerhaft eine Helligkeitssteuerung verfügbar bleibt. Über den Armada Store stehen darüber hinaus vorkonfigurierte DRM-Leasing-Builds der Emulatoren melonDS und Azahar bereit, die den zweiten Bildschirm verwenden können. Die Funktion befindet sich derzeit noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium, verdeutlicht jedoch, dass Armada die zusätzlichen Möglichkeiten von Dual-Screen-Geräten künftig stärker ausschöpfen will.

Auch darüber hinaus widmet sich das Update an mehreren Stellen der Bildschirmausgabe. So funktionieren externe Monitore fortan ebenfalls im Game Mode, gleichzeitig wurden Fehler behoben, durch die SDR-Inhalte auf HDR-fähigen Displays zu dunkel dargestellt und HDR-Spitzenlichter abgeschnitten wurden. Der Ayn Thor erhält mit der Aktualisierung außerdem HDR-Unterstützung, parallel dazu wurde die OLED-Helligkeitsskalierung für Ayn Odin 3, Thor und Odin 2 Portal, Ayaneo Pocket Evo sowie Retroid Pocket Nova verbessert.

Stromverbrauch verringert und Kühlung verbessert

Der neue Schlafmodus zur Reduzierung des Energieverbrauchs ist künftig auf allen unterstützten Geräten standardmäßig aktiviert. Insbesondere bei Modellen auf Basis des Snapdragon 8 Gen 2 von Qualcomm haben die Entwickler die Stabilität verbessert und den Energiebedarf im Ruhezustand gesenkt. Dazu tragen unter anderem das vollständige Abschalten einzelner CPU-Cluster, USB-Autosuspend sowie Korrekturen für Controller und UART bei. Zugleich wurde unbeabsichtigtes Aufwecken stärker unterbunden: Die Lautstärketasten holen ein Gerät nicht mehr aus dem Schlafmodus, bei geschlossenem Klappgehäuse bleibt die Einschalttaste ohne Funktion und das Aufwecken beim Öffnen des Deckels wurde entprellt.

Neu hinzugekommen ist außerdem ein für die Bedienung per Touchscreen und Controller ausgelegter Editor für Lüfterkurven, der gleichzeitig die Temperatur anzeigt. Darüber können eigene Kühlprofile einschließlich eines vollständigen Lüfterstopps sowie Hochlaufzeiten, Glättung und Mindestgeschwindigkeit konfiguriert werden. Darüber hinaus wurden die Standardwerte für Spieleleistung und Proton angepasst. Vulkan erhält fortan standardmäßig Echtzeitpriorität, während Gamescope mit einer höheren Priorisierung ausgeführt wird. Geräte, die nicht auf dem Snapdragon 8 Gen 2 basieren, setzen künftig standardmäßig auf Proton Experimental.

Über Armada Control lässt sich fortan zudem die RGB-Beleuchtung hinsichtlich Beleuchtung, Helligkeit und Farbe konfigurieren, die gewählten Einstellungen werden dabei bei jedem Systemstart automatisch wiederhergestellt. Unterstützt werden derzeit Ayn Thor, Odin 2 Portal und Odin 3 sowie Retroid Pocket 5, Pocket Flip 2, Pocket Nova und Pocket 6 und der Konkr Pocket Fit Elite.

Zahlreiche Fehler korrigiert

Einen weiteren Schwerpunkt der Aktualisierung bilden Fehlerkorrekturen, die insbesondere Spiele und Anwendungen betreffen. Native AppImages wurden bislang teilweise fälschlicherweise über FEX gestartet, was mit der neuen Version nicht mehr vorkommen soll. Gleichzeitig soll sich die Leistung des PlayStation-3-Emulators RPCS3 verbessert haben. Ebenfalls korrigiert wurden eventuell fehlende Umgebungspfade bei nativen Spielen, die als Steam-fremde Titel eingebunden sind. Xenia kann CJK-Schriften nun korrekt darstellen, darüber hinaus sollen Dropdown-Menüs in Armada Control während eines laufenden Spiels nicht länger Eingaben im Quick Access Menu blockieren.

Ebenfalls überarbeitet wurde das Update-System. Image-Builds sollen dank Chunkah künftig erheblich schneller durchgeführt werden, während inkrementelle Aktualisierungen kleiner ausfallen. Zudem wurden die Fortschrittsanzeigen und Speicherplatzprüfungen präzisiert, wobei für Updates grundsätzlich 2 GB Speicherplatz reserviert werden. Auch die Extraktion des Steam-Bootstraps und das Einbinden des FEX-Gastdateisystems sollen mit der neuen Version zuverlässiger funktionieren. Interne Installationen verwenden künftig die Partitionsbezeichnung „ARMADA EFI“; bereits vorhandene „ROCKNIX“-Bezeichnungen werden automatisch migriert.

Eine vollständigen Überblick über alle Neuerungen und Änderungen bieten die ausführlichen Release Notes.

Bereits jetzt schon große Geräteunterstützung

Armada deckt inzwischen eine breite Auswahl leistungsstarker Arm-Handhelds mit Plattformen wie Snapdragon 865, Snapdragon 8 Gen 2, G3x Gen 2, G3 Gen 3 und Snapdragon 8 Elite ab. Zu den unterstützten Geräten zählen unter anderem AYN Odin 2, Odin 2 Mini, Odin 2 Portal, Thor und Odin 3 sowie AYANEO Pocket Evo, Pocket S2, Pocket ACE, Pocket DS, Pocket DMG und Pocket S 2K, wobei letzterer derzeit noch ungetestet ist. Ergänzt wird die Auswahl durch den Konkr Pocket Fit mit 8 Elite beziehungsweise G3 Gen 3 sowie Retroid Pocket 5, Pocket Flip 2, Pocket Mini V1/V2, Pocket 6 und Pocket Nova.

Ab sofort verfügbar

Armada 20260907 steht ab sofort auf der Projektseite unter Github zum Download bereit. Dabei gilt es zu beachten, dass es sich noch um eine frühe Vorschauversion handelt, bei der zahlreiche Funktionen möglicherweise noch nicht wie erwartet funktionieren.

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