BF17 gescheitert: Gratis-Demo kostet Entwickler 1.000 Dollar täglich

Philipp Ernicke
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BF17 gescheitert: Gratis-Demo kostet Entwickler 1.000 Dollar täglich
Bild: Easy Fox

Der Erfolg von „Teach My Little Sister How To Drive“ hat für die vierköpfige Mannschaft von Easy Fox eine Schattenseite: Binnen eines Monats hat sich die Anzahl der Demo-Spieler mehr als verzwanzigfacht. Weil die Unterhaltungen mit der virtuellen Schwester über externe KI-Dienste laufen, steigen auch die Ausgaben.

Fahrunterricht per Mikrofon

In Teach My Little Sister How To Drive, das auf Deutsch den Titel „BF17 gescheitert: Meine kleine Schwester am Steuer“ trägt, sitzt der Spieler auf dem Beifahrersitz. Am Steuer sitzt seine jüngere Schwester, die über immer schwierigere Routen gelotst werden muss. Anweisungen gibt es per Mikrofon statt über klassische Antwortmöglichkeiten. Die Schwester reagiert auf die gesprochenen Sätze, antwortet selbst und folgt den Anweisungen nicht immer so, wie es sich der Spieler vorstellt.

Für diese Gespräche setzt Easy Fox auf generative KI. Die Sprachbefehle und Informationen zur aktuellen Situation werden direkt an externe KI-Dienste übertragen. Deren Reaktionen entstehen während des Fahrtverlaufs, nicht aus einem festen Skript. Die dafür benötigte Rechenkapazität muss das Studio bei den Dienstleistern bezahlen.

Ein Darlehen für die kostenlose Demo

Wie Easy Fox in einer Steam-Nachricht berichtet, hat sich die Zahl der Spieler innerhalb eines Monats mehr als verzwanzigfacht. Der zusätzliche Ansturm schlägt sich in den Abrechnungen der KI-Anbieter nieder: Inzwischen gibt das vierköpfige Team nach eigenen Aussagen mehr als 1.000 US-Dollar pro Tag aus. Eine absolute Spielerzahl wird nicht genannt.

Um die kostenlose Demo weiter anbieten zu können, hat das Studio einen Bankkredit aufgenommen. Sollten die Kosten anhalten, könnte die Demo noch vor dem geplanten Release im Januar 2027 eingestellt werden. Eine Entscheidung darüber ist bislang nicht gefallen.

Für die kostenpflichtige Vollversion will Easy Fox die zu erwartende KI-Nutzung bereits einpreisen. Zusätzliche Kosten für die einzelnen KI-Anfragen der Spieler sind nicht vorgesehen. Wie lange ein Spieler anschließend mit der virtuellen Schwester spricht, wird damit auch für die Kostenplanung des Studios relevant.

Gemini-Limit und Patzer bei Fahranweisungen

Eigentlich übernimmt Googles Gemini 2.5 Flash über Vertex AI die Dialoge. Falls der Dienst nicht reagiert, schaltet das Spiel laut der technischen Dokumentation auf OpenAI-Modelle über die Realtime-API um. Weil Gemini angesichts des Ansturms häufig auf Beschränkungen stößt, wird derzeit überwiegend eine dieser Alternativen verwendet.

Eine manuelle Anhebung der Tarifstufe sei laut Google Cloud nicht möglich, erklärt Easy Fox. Um die Voraussetzungen für eine höhere Stufe zu erreichen, müsse das Studio zunächst mehr Nutzung vorweisen – was aber wiederum durch die bestehenden Limits erschwert werde.

Der Umstieg ist auch im Spiel bemerkbar. Die Schwester antworte teilweise zu ausführlich oder unnatürlich und setze Anweisungen falsch um, etwa indem sie rechts statt links abbiege. Dass die Fahranfängerin Fehler macht, gehört zwar zum Konzept. Wiederholte Fehlreaktionen und stockende Unterhaltungen sollen jedoch behoben werden. Daneben prüft Easy Fox lokale KI-Modelle als zusätzliche Möglichkeit für Spieler mit ausreichend potenten Grafikkarten.

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