Crystal Pro & Spation: Neues Wireless-VR-Headset und „Steam Machine“ von Pimax
Pimax hat im Rahmen der Frontier-2026-Präsentation (YouTube) gleich mehrere neue Produkte vorgestellt. Das Highlight ist das ab 2027 erhältliche PCVR-Headset Crystal Pro. Mit Fokus auf kabelloses (60G)-Streaming und Controller im Steam-Frame-Design positioniert es sich als hochwertige Alternative für PCVR-Enthusiasten.
Die neue Pimax Crystal Pro: PCVR für Enthusiasten
Varianten und Preise
Pimax plant die Crystal Pro in zwei Varianten anzubieten:
- Nur das Headset ohne 60G-AirLink-Antennen für 1.299 Euro
- Als Kit mit Pimax 60G-AirLink-Antennen und Dongle für 1.799 Euro
Darüber hinaus wird es die 60G-Antennen auch als separates Nachrüstkit für 559 Euro geben. Zumindest anfänglich wird der Griff zum Bundle also mit einem Nachlass von 99 Euro belohnt.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist allerdings nur die Eintragung in eine Warteschlange möglich: Die Reservierung schlägt mit 0,95 Euro zu Buche und ist für beide Optionen möglich. Pimax gewährt Nutzern, die reservieren, einen Bonus von 20 US-Dollar auf das Headset oder 50 US-Dollar auf das Bundle mit den 60G-AirLink-Antennen.
Bildschirme und Optik (Linsen)
Bei der Optik der Crystal Pro setzt Pimax erneut auf die bewährten asphärischen Linsen der Crystal-Headset-Familie. Das Panel der Crystal Pro soll hingegen neu sein, ähnelt in seinen Eckdaten jedoch dem der Crystal Light.
Über die sogenannte Eye-Relief-Verstellung lässt sich die Distanz zwischen Augen und Linsen auch bei der Crystal Pro ändern. Warum sollte man das tun? Bei geringerem Abstand ist ein höheres FOV möglich, während ein höherer Abstand vor allem für Brillenträger ein wenig Raum schafft.
Standalone-Betrieb mit Android
Die Crystal Pro ist nicht zwingend auf einen Streaming-PC angewiesen, denn die Brille kann auch Apps über Android ausführen. Vom Standalone-Betrieb ohne PC sollte jedoch nicht zu viel erwartet werden.
Der verbaute Snapdragon XR2 Gen 1 (aktiv gekühlt im Headset) ist bereits aus der Quest 2 von 2020 bekannt und war damals schon nicht für seine Fähigkeit, optisch hochwertiges VR-Erlebnisse zu rendern, bekannt. Das SoC ist auch deutlich langsamer als der Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 in der Valve Steam Frame (Test).
Darüber hinaus sind einige der für den Standalone-Betrieb ebenfalls wesentlichen Eckdaten wie die Kapazität von RAM und Flash-Speicher noch nicht bekannt. Der Standalone-Modus ist bei der Crystal Pro daher klar als dem Streaming untergeordnete Zusatzfunktion zu sehen.
Technische Daten im Überblick
| Pimax Crystal Pro | |
|---|---|
| Displaytechnologie | QLED |
| Linsen | Asphärische Glaslinsen |
| Auflösung | 2880 × 2880 pro Auge (~17 Millionen Pixel) |
| PPD | 35 |
| Horizontales FOV | 110° |
| Bildwiederholrate | 72 / 90 / 120 Hz |
| Local-Dimming-Zonen | 576 Zonen pro Auge (Mini-LED) |
| Helligkeit | 200 Nits |
| Eyetracking | Ja, mit 120 Hz für Dynamic Foveated Rendering (DFR) |
| Mikrofone | 2 + 1 für Noise Cancelling |
| Kopfhörer | Off-Ear-Lautsprecher; DMAS 2.0 Upgrade optional. |
| Chip | Qualcomm Snapdragon XR2 Gen 1 |
| RAM | noch nichts bekannt |
| Interner Speicher | noch nichts bekannt |
| Standalone | Ja, Android-System. Android- und OpenXR-Apps ausführbar |
| Tracking | SLAM 2.0 (inside-out); optional Lighthouse mit wechselbarer Gesichtsplatte |
| Wireless inkludiert | Wi-Fi-Streaming + dezidierter Wi-Fi-Adapter; Steam Link 2.0 kompatibel |
| Wireless optional | 60G AirLink mit 2×2 MIMO sowie 2 Raumantennen; bis zu 6 Gbit/s und unter 2 ms Zusatzlatenz |
| Displayeingang | Ja, über DisplayPort 1.4a |
| Betrieb am Stromkabel | Ja |
| Batterie | 16.000 mAh als externer kabelgebundener Akku |
| Laufzeit | noch unbekannt |
| Gewicht | noch unbekannt |
Drahtlos-Streaming, optional mit 60 GHz
Die Pimax Crystal Pro kann drahtlos Daten vom Streaming-PC empfangen. Immer mit an Bord ist WiFi 6E.
Für ein hochwertigeres, kabelloses PCVR-Streaming-Erlebnis setzt Pimax optional auf 60-GHz-Funk in offiziell bereits 3. Generation mit vier Antennen: jeweils zwei im Raum und zwei am Headset. Sie kommen simultan zum Einsatz (2×2 MIMO). Durch den parallelen Betrieb wird eine höhere Bandbreite erreicht.
Durch das Vorhandensein mehrerer Sichtlinien soll zudem die Ausfallsicherheit erhöht werden. Dabei bestimmen die Antennen per Infrarot ihre relative Position, wodurch eine präzise Ausrichtung ermöglicht wird. Um Bandbreite zu schonen, kommt dennoch wie bei Steam Frame Foveated Streaming zur Anwendung: Nur der Bildausschnitt, auf den der Nutzer gerade blickt, wird mit hochwertiger Kompression übertragen.
Pimax spricht von „Native Foveated Streaming“, bei dem der vom Nutzer fokussierte Ausschnitt ganz ohne verlustbehaftete Kompression übertragen wird. Weil in diesem Fall auch Komprimierungs- und Dekomprimiervorgänge entfallen, können laut Pimax knapp 10 ms gespart werden, wodurch die Latenz der 60-GHz-Übertragung auf unter 2 ms sinken soll. Aus den Pimax-Grafiken geht hervor, dass für die mit geringerer Auflösung übertragenen Bereiche Integer-Scaling zum Einsatz kommt.
Zu den 60 GHz noch eine Anmerkung: Gegenwärtig wird 60 GHz noch nicht für privates WLAN verwendet. Das könnte sich jedoch in ein paar Jahren ändern. Dann könnten insbesondere mehrere 60-GHz-Geräte in unmittelbarer Nähe zu Interferenzen führen und so das voraussichtlich gute Bild stören, das Nutzer sich von der Crystal Pro erhoffen.
Auch per Kabel nutzbar
Alternativ ist mit der Pimax Crystal Pro auch der Betrieb direkt per Kabel möglich, die Steam Frame kann das nicht. Über die Kabelverbindung können die Displays mit voller nativer Auflösung angesteuert werden. Darüber hinaus versorgt das Kabel die Brille dauerhaft mit Strom, wodurch die Betriebsdauer nur noch von den Batterien des Nutzers begrenzt wird.
Akku als separater Puck
Wie bei der Apple Vision Pro hat auch die Pimax Crystal Pro einen „Akkupuck“. Dieser beherbergt die 16.000 mAh große Batterie und wird in der Hosentasche getragen. Auffälligerweise nennt Pimax noch keine mit dieser Akkukapazität mögliche Laufzeit.
Modularität ist Trumpf
Pimax gibt Nutzern durch eine hohe Modularität viele Anpassungsmöglichkeiten an die Hand. Wie bei vielen anderen Headsets lassen sich der Headstrap und die Gesichtspolsterung wechseln. Ein eigener Headstrap mit verbesserten Kopfhörern soll kommen. Auch soll es von Pimax eigene Korrekturlinsen als Alternative für Brillenträger geben. Ob ein Wechsel des mitgelieferten 16.000-mAh-Akkupacks möglich ist, wurde hingegen noch nicht mitgeteilt.
Um unterschiedliche Tracking- sowie MR-Fähigkeiten zu ermöglichen, bietet Pimax zwei optionale Faceplates an.
- Standard-Faceplate für das integrierte Inside-out-Tracking.
- Lighthouse-Faceplate für Abwärtskompatibilität zum externen Lighthouse-Tracking (Optional)
- Mixed-Reality-Faceplate mit zusätzlichen Kameras für Farb-Passthrough und LiDAR-Sensoren zur Distanzmessung (Optional)
Nicht zuletzt ist die eingangs im Detail beschriebene 60G-Verbindung eine modulare, optional nachrüstbare Erweiterung der Crystal Pro.
Die neuen ringlosen Controller sind NICHT von Anfang an im Lieferumfang der Crystal Pro enthalten
Ein weiteres Highlight der Pimax-Präsentation sind die neuen Controller, die sich mechanisch zu einem einzigen klassischen Controller verbinden lassen. Ihr Layout entspricht darüber hinaus dem der Steam Frame. Die Akkulaufzeit der Controller wird mit bis zu 40 Stunden angegeben. Geladen werden sie per USB-C. Die Frame-Controller setzen hingegen auf AA-Akkus.
Das haptische Feedback wird über einen linearen Haptikmotor realisiert. Dies deutet auf eine den Steam-Frame-Controllern überlegene Lösung hin, wirft aber noch Fragen auf.
Auch über die Größe der Controller und darüber, ob sich diese eher an den kleineren Touch-Controllern der Quest-Serie oder den für ihre Größe kritisierten Steam-Frame-Controllern orientieren, ist noch nichts bekannt.
Wer die Crystal Pro von Anfang an haben möchte, muss jedoch zunächst noch mit den alten, aus der Crystal-Headset-Serie bekannten Controllern mit Tracking-Ring vorliebnehmen. Die neuen ringlosen Controller sollen erst später erscheinen und dann separat erhältlich sein. Ob Pimax diese später zu den standardmäßig mitgelieferten Controllern der Crystal Pro machen wird, ist nicht bekannt.
Neben den Controllern unterstützt die Crystal Pro auch Handtracking.
Besserer Linux-Support
Last but not least möchte Pimax in Zukunft die VR-Headset-App „Pimax Play“ auch für Linux anbieten. Ab wann dies erfolgen soll, ist noch nicht bekannt.
Klingt gut, aber?
Nicht nur aufgrund des hohen Preises und fehlender Informationen wie zum Gewicht oder der Laufzeit bei Nutzung von 60-GHz-Streaming ist eine erste Einschätzung zum neuen VR-Headset von Pimax zur Stunde noch nicht möglich.
Zudem ist Pimax unter VR-Enthusiasten durchaus für eine optimistische Ankündigungspolitik bekannt. So hatte Pimax bereits 2023 die 60G-AirLink-Technologie für die ursprüngliche Crystal angekündigt, sie bis heute jedoch nicht vollständig aus der Testphase gebracht. Vielleicht schafft es das nun vorgestellte 2×2-MIMO-Setup, bestehende Probleme weitgehend auszubügeln.
Ob das (Native) Foveated Streaming so gut funktioniert wie erhofft oder die für 60 GHz notwendigen Sichtverbindungen bei in manchen Apps üblichen Armbewegungen häufiger parallel unterbrochen werden, werden erst Tests zeigen. Gleiches gilt für die Qualität der Software, die Lautstärke der Kühlung und die geplante Linux-Unterstützung.
Was sicher ist: Bei der Crystal Pro handelt es sich um ein Headset für Enthusiasten und nicht für Einsteiger.
Pimax Spation: „Steam Machine“ für Enthusiasten
Passend zur neuen VR-Brille hat Pimax auch eine eigene „Alternative zur Steam Machine“ vorgestellt. Auch die Pimax Spation setzt auf deutlich höhere Spezifikationen als das Vorbild von Valve und soll in mehreren Ausstattungsvarianten verfügbar sein. Neben Windows und Linux wird SteamOS als unterstütztes Betriebssystem genannt. Die Hardware liegt mehrere Klassen über dem, was Valve liefert, der Preis wird es allerdings auch tun.
Die ganze Produktpräsentation zur Pimax Spation findet sich ebenfalls auf YouTube.
- 3DMark Steel Nomad + X
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- Gears of War: E-Day (neu!)
- Apple M1 – M6