Im Test vor 15 Jahren: Das Define R2 machte Fractal Design auf einen Schlag bekannt

Heute einer der beliebtesten und bekanntesten Hersteller von PC-Gehäusen, war der schwedische Hersteller Fractal Design vor 15 Jahren im deutschen Markt noch ziemlich unbekannt. Mit dem Fractal Design Define R2 (Test) stand damals ein hervorragendes Gehäuse für wenig Geld im Test.
Viel Gehäuse für wenig Geld
Bei dem Define R2 handelte es sich um einen Midi-Tower mit Abmessungen von ca. 440 × 207 × 521 mm (H × B × T) bei einem Gewicht von 12,5 kg. Das Gehäuse war aus Stahl gefertigt und verfügte über eine Front aus Kunststoff. Die Verarbeitung des Define R2 war sehr gut, insbesondere in Anbetracht des geringen Preises von etwa 85 Euro. Das Define R2 war von Haus aus mit mit Dämmmaterialien an den Seitenwänden, dem Deckel und der Front verkleidet, um den Lärmpegel der verbauten Hardware zu senken. Von Außen waren im geschlossenen Zustand lediglich die Öffnungen für die drei optionalen Lüfter im 140- oder 120-mm-Format zu erkennen, die allerdings von der Innenseite ebenfalls mit Dämmmaterialien abgedeckt waren. Es war somit dem Anwender auferlegt, zu entscheiden wo Lüfter verbaut und wo gedämmt werden sollte.
In puncto Anschlüsse bot das Define R2 auf der Vorderseite Platz für zwei 5,25"-Laufwerke, während das Frontpanel zwei USB-, zwei Audio- und ein eSATA-Anschluss bot. Zudem konnten Anwender intern bis zu acht 3,5-Zoll-Laufwerke unterbringen. Vom Hersteller bereits installiert waren zwei 120-mm-Lüfter in der Front und im Heck mit einer Drehzahl von 1.000 U/min. Mainboards fanden im Define R2 in den Formfaktoren Mini-ITX, Micro-ATX und ATX Platz. Abgesehen von den technischen Spezifikationen konnte das Define R2 mit einem durchdachten Design glänzen. Dazu gehörte ein gutes Kabelmanagementsystem, eine große Aussparung auf der Rückseite des Mainboard-Schlittens für die Kühlermontage, Schlauchdurchführungen für externe Wasserkühlungen, Staubfilter, die Entkopplung von Festplatten und des Netzteils und so weiter. Mit 30,3 cm für Grafikkarten konnten damals alle aktuellen Modelle mit Ausnahme der Dual-GPU-Grafikkarte Radeon HD 5970 im Define R2 Platz finden.
Niedrige Lautstärke, erhöhte Temperaturen
Das Define R2 war von Haus aus gedämmt, womit der Hersteller einen Kompromiss einging, um die wahrnehmbare Lautstärke des Systems zu senken. Im Test lieferte das Define R2 somit sowohl mit auf 5 Volt gedrosselten Lüftern als auch bei voller Drehzahl sehr gute Schalldruckwerte aus allen Richtungen ab. Bei der Temperaturen sah es weniger rosig aus, vor allem bei installierter Dämmung und auf 5 Volt gedrosselten Lüftern. Die CPU-Temperatur war mit 62 °C noch voll im grünen Bereich, die GPU mit 95 °C aber an ihrer thermischen Grenze. Hier war entweder eine angehobene Lüfterdrehzahl, mehr Gehäuselüftung oder die Entfernung der Dämmung angeraten. Ohne die Dämmung aber bei weiterhin auf 5 Volt gedrosselten Lüftern fiel die GPU-Temperatur bereits auf unproblematische 84 °C ab.
Fazit
Mit dem Define R2 legte Fractal Design einen überaus gelungenen Start in den Gehäusemarkt hin. Die Ausstattung und Verarbeitung des Gehäuses war, vor allem in Anbetracht des geringen Preises, über alle Zweifel erhaben. Für Silent-Liebhaber aber auch alle anderen Anwender konnte eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Aus dem bis dato weitestgehend unbekannten Hersteller wurde über Nacht ein Schwergewicht der Branche, der diesen Status bis heute nicht gehalten, sondern weiter ausgebaut hat.
In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:
- Nvidias GeForce GTX 480 war der Föhn 2.0
- LMX Superleggera mit Flüssigmetall statt Heatpipes
- Multi-GPU mit Nvidia und AMD dank Hydra
- Intel Core i7-980X als erste CPU mit sechs Kernen
- Intels Sparkönige Pentium G6950 und Core i3-530
- Die GeForce GTX 280M im 5,6-kg-Notebook
- Die Radeon HD 5450 war für Gaming nutzlos, aber sonst top
- Scythes Top-Blow-Koloss Grand Kama Cross
- Die GeForce GT 240 mit 1.024 MByte DDR3 war sinnlos
- AMDs Radeon HD 5670 bot DirectX 11 für 79 Euro
- HTCs Touch2 war ein Spar-Smartphone für 270 Euro
- Der Vorteil von SSDs gegenüber HDDs im Alltag
- Razers Orochi für mobilen Spielspaß via Bluetooth
- BlackBerrys Bold 9700 war ein Möchtegern-Smartphone
- New Super Mario Bros. war auch auf der Wii ein Hit
- Nvidias günstige GeForce GT 240 war zu teuer
- Noctuas NH-D14 war der ultimative CPU-Luft-Kühler
- Die Radeon HD 5970 war schnell und ruckelte
- Corsairs Obsidian 800D war ideal für Wasserkühlungen
- Sapphire brachte der Radeon HD 5750 eine Empfehlung ein
Noch mehr Inhalte dieser Art und viele weitere Berichte und Anekdoten finden sich in der Retro-Ecke im Forum von ComputerBase.