Phantom-Preise: GeForce RTX 5090, 5080 & 5070 FE zum UVP werden Eventware

Philipp Ernicke
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Phantom-Preise: GeForce RTX 5090, 5080 & 5070 FE zum UVP werden Eventware
Bild: Nvidia

Wer eine GeForce RTX 5090, 5080 oder 5070 FE zum offiziellen Listenpreis kaufen möchte, braucht inzwischen nicht nur Geduld gepaart mit Glück, sondern offenbar auch ein Ticket für die richtige Veranstaltung. Auf der PAX West verkauft Nvidia erneut wenige Founders Editions zum UVP. Wird die Founders Edition zur Eventware?

RTX 5090, 5080 und 5070 FE zum UVP – nur noch vor Ort?

„Kommt und findet mich“, schrieb Nvidias GeForce-Evangelist Jacob Freeman erst dieser Tage wieder auf X. Besucher der derzeit in Seattle stattfindenden PAX West können bei ihm über das Programm „Verified Priority Access IRL“ eine GeForce RTX 5090, RTX 5080 oder RTX 5070 Founders Edition erwerben – solange der Vorrat reicht.

Zum offiziellen US-Listenpreis kosten die drei Grafikkarten in den USA 1.999, 999 beziehungsweise 549 US-Dollar vor Steuern. Angesichts der inzwischen aufgerufenen Marktpreise ist das ein außergewöhnliches Sonderangebot: Eine GeForce RTX 5090 kostet im regulären deutschen Handel mittlerweile mindestens rund 5.000 Euro.

Nvidia besitzt auf der PAX West keinen klassischen Verkaufsstand. Interessenten müssen stattdessen den durch die Hallen laufenden Mitarbeiter finden, um eine der begrenzt verfügbaren Grafikkarten kaufen zu können. Der Verkauf zur einst angekündigten UVP wird damit selbst zur Messeattraktion.

Aus der Ausnahme wird ein Muster

Das Vorgehen wiederholt sich inzwischen. Bereits auf der PAX East im März und der QuakeCon im August brachte Nvidia kleine FE-Kontingente über „Verified Priority Access IRL“ unter die Besucher. Ende August folgte ein entsprechendes Angebot auf der Gamescom. Dort konnten Interessenten aus ausgewählten europäischen Ländern eine RTX 5080 oder RTX 5070 Founders Edition zur europäischen Preisempfehlung über den Nvidia Marketplace bestellen.

Auch auf der Gamescom gab es „FEs“

Auf der Gamescom gab Nvidia für den Verkauf lediglich Zeitfenster von jeweils zwei Stunden an drei Messetagen vor. Auch dort galt das Angebot ausdrücklich nur, solange der begrenzte Vorrat reichte. Eine RTX 5090 gehörte in Köln gar nicht erst zum angebotenen Kontingent.

Reguläre Online-Drops der Founders Edition sind derweil seit Monaten kaum noch öffentlich wahrnehmbar. Ende Januar hatte ComputerBase den ersten großen FE-Drop seit Anfang Dezember registriert. Die RTX 5090 für 2.099 Euro war damals nach acht Minuten vergriffen, die RTX 5080 nach rund 20 Minuten. Im Frühjahr richtete ComputerBase eigene Benachrichtigungskanäle für weitere Drops ein, konnte wegen verschärfter Schutzmaßnahmen des Nvidia Marketplace zuletzt allerdings keine lückenlose Überwachung mehr gewährleisten.

Eine UVP vor allem fürs Schaufenster?

Die Founders Edition hat damit kaum noch die Funktion eines regulär verfügbaren Referenzmodells. Stattdessen erlaubt sie Nvidia, weiterhin mit einem erheblich niedrigeren Listenpreis zu werben, obwohl Käufer im Handel wesentlich mehr bezahlen müssen – und inzwischen wohl selbst die Einkaufspreise der Komponenten für Partner deutlich über den Verkaufspreisen der FEs liegen. Wenige Verkäufe auf Veranstaltungen halten diesen Preis zumindest formal erreichbar und sorgen zugleich für Aufmerksamkeit.

Nvidia bezeichnet die Founders Editions selbst als limitierte Produkte, die zeitweise ausverkauft sein können. Warum der Hersteller nicht häufiger größere Stückzahlen direkt anbietet, bleibt jedoch offen. Eine naheliegende Erklärung ist das Verhältnis zu den Board-Partnern: Diese entwickeln und vertreiben ihre eigenen Grafikkarten auf Basis von Nvidias GPUs, während Nvidia mit der Founders Edition zugleich als Konkurrent auftritt. Würde der Hersteller seine Karten dauerhaft weit unter den Preisen der Partner verkaufen, würde er deren erheblich teurere Custom-Designs zusätzlich unter Druck setzen – und derzeit kämen wohl auch direkt Vorwürfe auf, der Hersteller würde Preis-Dumping betreiben.

Der homöopathische Verkauf auf Veranstaltungen umgeht diesen Konflikt. Nvidia kann zeigen, dass RTX 5090, RTX 5080 und RTX 5070 theoretisch weiterhin zur UVP erhältlich sind, ohne diesen Preis im regulären Markt tatsächlich breit durchzusetzen. Für die meisten Interessenten bleibt die Founders-Edition-UVP damit vor allem eines: eine Zahl im Schaufenster.

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